Startseite Allgemein Ukraine: Der offene Brief in der “Emma” und warum “Aufrüstung ja oder nein” die falsche Frage ist

Ukraine: Der offene Brief in der “Emma” und warum “Aufrüstung ja oder nein” die falsche Frage ist

von Wolfgang Müller

Wie viele andere habe ich mich sehr über den offenen Brief an Olaf Scholz von Alice Schwarzer und diversen anderen Kulturschaffenden aufgeregt. Ich trage mit diesem Text zwar Eulen nach Athen, will aber das Thema trotzdem einmal auf das meiner Meinung nach Wesentliche herunter brechen.

Ich bin in Hessen aufgewachsen, zwischen Frankfurt und Gießen, und eine wiederkehrende Erinnerung meiner Kindheit waren die Hände, die ich auf meine Ohren drückte, wenn wieder zwei Kampfjets im Tiefflug über unser Dorf donnerten, weil ich den Knall fürchtete, der beim Durchbrechen der Schallmauer ertönt. Regelmäßig wurde ABC Alarm geprobt, gerne ohne Vorwarnung. Dann heulten über die Dörfer und das ganze Tal die Sirenen, und anders als bei normalem Feueralarm stieg und fiel der Ton der Sirenen kontinuierlich auf und ab wie bei Fliegeralarm in alten Filmen. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, was für ein gespenstischer Moment das war, wenn man an einem warmen Sommertag mit dem Fahrrad unterwegs war und auf einmal die Apokalypse angekündigt wurde. Ich erinnere mich, dass ich dann immer panisch in die Pedale trat, als sei der Teufel hinter mir her, um so schnell wie möglich nach Hause zu kommen. Ich hatte immer höllische Angst, dass es dieses Mal keine Übung sein könnte, sondern wirklich gleich eine Atombombe über uns explodiert. Und ab und zu rollten Militärkonvois mit Tiefladern mit Panzern durch die Stadt. Militärische Präsenz war ein konstanter Teil meiner Jugend, und ich kann nicht behaupten, dass ich das schön fand. Wirklich nicht. Es war überaus beängstigend und bedrohlich. Und gleichzeitig völlig normal. Es gehörte völlig selbstverständlich zu unserem Leben, dass es die reale Möglichkeit gab, dass gleich der Krieg ausbrechen würde. Auch wenn ich damals noch klein war, spürte ich diese Bedrohung sehr, sehr deutlich.

Dasselbe Gefühl habe ich heute. Für die letzten dreißig Jahre war diese Bedrohung verschwunden, und wer erst Mitte / Ende der 80er Jahre geboren wurde, kennt das nicht. Ich schon, wie viele meiner Generation, besonders aber die, die im Frankfurter Raum aufgewachsen sind. Wir wären damals neben der Eiffel und Heidelberg ein sicheres Ziel gewesen. Die atomare Bedrohung war sehr real, allgegenwärtig, und gefühlt völlig unberechenbar, so wie jetzt. Das Gefühl war furchtbar. Aber gerade deswegen glaube ich, ist es sehr wichtig, sich nicht von dieser Angst leiten zu lassen. Bei der Frage, ob wir aufrüsten müssen, oder Waffen an die Ukraine liefern, rückt die eigentliche Frage völlig in den Hintergrund – nämlich die, wer wir sein wollen. Wie wir leben wollen: In Angst oder in Würde.

Was mit der Ukraine passiert, ist das staatliche Äquivalent zu einer Vergewaltigung durch den Ex-Mann, mit angedrohter Vernichtung bei Gegenwehr. Dass ausgerechnet eine Feministin wie Alice Schwarzer vor diesem Hintergrund die Empfehlung ausspricht, lieber nicht zu arg zu helfen, um dem Gewalttäter keinen Vorwand für einen dritten Weltkrieg zu liefern, respektive das Vergewaltigungs-Opfer als mitverantwortlich für einen drohenden Massen-Mord durch seine provozierende Gegenwehr zu brandmarken, ist zumindest bemerkenswert. Insbesondere, da es eine bedeutende Zahl tatsächlicher Vergewaltigungen in diesem Krieg gibt. Auch wenn in diesem offenen Brief auf das Leid der ukrainischen Zivilgesellschaft referenziert wird, das enden sollte (als ob es das nach einer Kapitulation tun würde), scheint die Hauptangst die um das eigene Wohlergehen zu sein. Salopp formuliert: Schatz, mach lieber die Beine breit, sonst schlachtet er dich und unsere ganze Familie ab. Der wohl perfideste Satz in diesem Brief ist die Warnung vor dem “Irrtum, dass die Verantwortung für die Gefahr einer Eskalation zum atomaren Konflikt allein den ursprünglichen Aggressor angehe und nicht auch diejenigen, die ihm sehenden Auges ein Motiv zu einem gegebenenfalls verbrecherischen Handeln liefern.” Das ist Täter-Opfer-Umkehr in Reinkultur.

Dazu kommt: Die Idee, dass durch angstvolles Agieren diese Bedrohung abgewendet werden könnte, ist völlig absurd. In russischen Medien, und auch von russischen Offiziellen wird schon seit einiger Zeit Deutschland als Nazi-regiert dargestellt, angefangen von angeblichen Biowaffen Laboren vom Bernhard-Nocht-Institut in der Ukraine bis hin zu der Behauptung, der 2. Weltkrieg hätte nie aufgehört und Deutschland wäre nach wie vor ein faschistisches Land. Es liegt also offen auf der Hand, dass wir als legitimes Angriffsziel markiert werden, völlig unabhängig davon, wie wir uns verhalten oder nicht. Und zwar einzig und alleine aus dem Grund, weil wir als demokratisches und wirtschaftlich mächtigstes Land der EU das größte Hindernis für eine russische Dominanz auf dem eurasischen Kontinent darstellen. Wir könnten uns gar nicht so sehr verzwergen, um nicht aus dem Weg geräumt werden zu müssen für russische Großmachtsfantasien. Von Anfang an war der Krieg in der Ukraine von Russland in mehreren Aussagen der russischen Führung als Auftakt zu einem Krieg gegen den Westen definiert. Dieses Ziel wird nicht verschwinden, wenn wir hundert Mal erklären, dass wir wirklich keine Bedrohung sein wollen und auf gar keinen Fall einen Atomkrieg möchten. Und ganz sicher nicht, wenn wir uns auf den Boden legen, unseren Bauch zeigen und klar signalisieren, dass wir uns nicht wehren werden, egal was passiert. Die brennende Angst, dass man selber Opfer werden könnte, muss umgewandelt werden in die klare, aber ruhige Erkenntnis, dass man längst ein markiertes Ziel ist und diese Markierung auch durch noch so viel Appeasement nicht abwaschen kann. Die Frage, ob die Unterzeichner dieses offenen Briefs auch dann noch unterschreiben würden, wenn nicht Kiew sondern Berlin bombardiert werden würde, und die reale Gefahr der Vergewaltigung und Auslöschung der eigenen Familie, der eigenen Kinder besteht, sei mal dahin gestellt. Ich habe meine Zweifel, dass Juli Zeh dann einen Brandbrief an die Amerikaner schreiben würde, lieber nicht einzugreifen, weil sonst alles nur viel schlimmer werden würde.

Wenn also, wie schon bei der Ukraine, Kriegsgründe beliebig erfunden werden können, und jüdische Präsidenten als Nazis und demokratische Länder als faschistisch bezeichnet werden, wenn also die Bedrohung völlig unabhängig vom eigenen Verhalten und objektiven Realitäten existiert und weiter existieren wird, erübrigt sich die Frage, was man tun kann, um den Konflikt, der ja keiner ist sondern eine einseitige Aggression, zu entschärfen, bzw. nicht eskalieren zu lassen. Denn die Antwort lautet: Nichts. Wer die Lieferung schwerer Waffen zur reinen Landesverteidigung für Leib und Leben gegen einen übermächtigen Aggressor als Eskalation brandmarkt, hat jeden moralischen Kompass verloren. Man darf sagen, dass man eine Heidenangst vor der eigenen Courage hat, ja. Man darf auch sagen, dass man lieber feige und lebendig als mutig und tot wäre, auch das ist nachvollziehbar und menschlich. Man sollte es aber nicht als friedliebenden Pazifismus verkaufen, denn de facto wäre das in diesem Fall ein Kotau vor dem Recht des Stärkeren, oder wie Desmond Tutu sagte: “Wenn du in Situationen der Ungerechtigkeit neutral bist, hast du die Seite des Unterdrückers gewählt.” Das kann realpolitisch manchmal notwendig sein, aber sollte ganz sicher nicht zur Handlungsmaxime erhoben werden.

Darüber hinaus: Wer sich hinstellt und sagt, dass der Krieg mit Waffenlieferungen nur verlängert werden würde, verkennt, dass es sich vermutlich genau umgekehrt verhält: Wer zu erkennen gibt, dass er sich niemals wehren wird, ist ein attraktives Ziel. Ich habe große Angst, dass der Krieg sich ausbreitet, und wir wirklich einen dritten Weltkrieg erleben. Aber noch größere Angst habe ich davor in einer Welt zu leben, in der Demokratien aus Angst vor Faschisten die Segel streichen. Die Drohung mit Atomwaffen ist so entsetzlich, dass sie gleichzeitig irrelevant wird. Wie der Tweet, den Sascha Lobo schon in seinem hervorragenden Essay zum Lumpenpazifismus zitierte, ausdrückt: “Weil wir nicht genau wissen, was Russland alles als Kriegserklärung verstehen könnte, habe ich mich entschieden die Spülmaschine heute nicht auszuräumen.” Wenn Russlands Drohung, Atomwaffen einzusetzen, einmal Wirkung zeigt, wird sie immer wieder ausgesprochen werden, und früher oder später wird der Punkt kommen, an dem man es drauf ankommen lassen muss, will man nicht alles verlieren. Dann besser jetzt. Es ist meiner Meinung nach keine Alternative, zurückzuweichen, denn das Endziel ist erklärtermaßen die Vernichtung der freien Welt.

Womit wir wieder bei der Ursprungsfrage wären: Wie wollen wir leben? Und im Zweifel – wie wollen wir sterben? Für alle in Westdeutschland aufgewachsenen Menschen erschien diese Frage lange Zeit reserviert für billige Filmplots, aber tatsächlich stellt sich diese Frage für sehr viele Menschen auf der Welt jeden Tag. Israel wird seit seiner Gründung durchgehend mit Vernichtung gedroht. Warum sollten wir davon ausgenommen sein? Warum sollte es uns besser ergehen als den Ukrainern? Wir haben uns daran gewöhnt, dass die quälendste Frage lautet, wohin wir wohl dieses Jahr in den Urlaub fliegen und ob wir 2 oder 4 Prozent Wirtschaftswachstum haben. Dass der Tag kommen könnte, an denen man tatsächlich etwas für seine Ideale opfern müsste, für Freiheit, für Selbstbestimmung, kommt uns völlig fremd vor. Fast schon peinlich möchtegern-heroisch. Wir sind den Umgang mit Fanatikern nicht mehr gewohnt, und das macht die Situation so gefährlich. Viele denken, mit einem guten Gespräch und einem dicken Scheckbuch lässt sich eigentlich jedes Problem lösen, mit ausreichend gutem Willen, und können sich nicht mehr vorstellen, dass es Menschen gibt, die tatsächlich weder an Schecks noch an Gesprächen interessiert sind, sondern ausschliesslich an Ideologie, Dominanz und Gewalt. Die keinen Ausgleich wollen, sondern einen totalen Sieg. Mit jemandem, dessen erklärtes Ziel die Vernichtung der Gegenseite ist, lässt sich schwerlich verhandeln. Und der kann auch nicht mit Zurückhaltung besänftigt werden.

Daher geht es hier nicht um “Kriegsbegeisterung” oder hastig über den Haufen geworfenen Pazifismus. Und schon gar nicht um die Gefahr, besser keine “Gründe” zu liefern um in den Konflikt “hineingezogen” zu werden. Sondern darum anzuerkennen, dass man einer Bedrohung gegenübersteht, die durch Verhandlungen, Appeasement oder Zugeständnisse nicht abgewendet werden kann, und aus dieser Erkenntnis heraus Verantwortung zu übernehmen. Nicht mehr und nicht weniger, egal wie beängstigend das ist, denn die Alternative ist Unterwerfung, und ob das dann das Überleben sichert ist keinesfalls erwiesen. Wenn das Deutsche “Nie wieder” in Bezug auf Faschismus nicht weiterhin eine reine wohlfühlige Nostalgie-Posse sein soll ist es alternativlos, Haltung zu zeigen. Und ja, ich habe große Angst, wie vermutlich jeder. Aber die Frage, die einzige Frage, die man sich immer wieder stellen muss, ist: Wer will ich sein und wie will ich leben? Dieses Mal ist es die Ukraine, das nächste Mal Moldau, übernächstes Mal Polen, dann vielleicht Berlin. Wo ist die Grenze? In der Krise zeigt sich der Charakter, sagt Helmut Schmidt. Faschisten sind bereit, jedes Leben und jeden Wohlstand zu opfern, um ihre Ziele zu erreichen, und alle freien Gesellschaften sind Putins erklärte Feinde. Ich fürchte, dass diese Gesellschaften, dass WIR ebenfalls bereits sein müssen, alles zu riskieren, um zu bestehen. Das Bedrohungs-Szenario ist austauschbar, der Anspruch an die eigene Haltung sollte es nicht sein. Selbst wenn man seinen eigenen Idealen nicht immer entsprechen kann, sollte doch wenigstens klar sein, was die Ideale sind. Und nicht die Angst um das eigene Überleben mit selbstgerechtem Wohlfühl-Pazifismus übergepudert werden.

“Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.” Und wenn man das einmal wirklich in letzter Konsequenz begriffen hat, fällt die Entscheidung, was man tun sollte, nicht mehr schwer.

04.05.2022: Die Kommentarfunktion ist jetzt geschlossen, weil ich leider nicht mehr hinterherkomme. Kommentiert doch sonst gerne auf dem Spiegel-Artikel: https://www.spiegel.de/politik/offener-brief-in-emma-das-ist-taeter-opfer-umkehr-in-reinkultur-debattenbeitrag-a-f2720094-9246-4c63-8d2e-31a661750f2a

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470 Kommentare

Tilman Lamparter 30. April 2022 - 21:26

Etwas heroisierend. Erst gehen Sie von eigener Jugend aus, um in der Gegenwart die anderen zu kritisieren und Aussagen treffen, was andere machen sollen. Was aber machen Sie um den Krieg zu beenden. Schreiben. Hat das schonmal einen Krieg beendet?

Claus 1. Mai 2022 - 15:32

Ja, Waffenlieferungen haben unter anderen den 2. Weltkrieg beendet. ohne die tausende von Panzern an die rote Armee hätte die Wehrmacht im Osten nicht niedergerungen werden können.

Axel F. 1. Mai 2022 - 20:10

Kürzlich kam im Fernsehen der Film “the darkest hour” über Winston Churchill und die Konflikte in seinem Kabinett mit den Appeasment Politikern gegen ihn. Wer diesen Film aus dem heutigen (wie auch rückblickend historischen) Kontext sieht, weiß wie auch der heutige Kampf gegen Beschwichtiger, Appeasment Anhänger und Neo Pazifisten ausschaut. Wie sagte Churchill dann am Ende seiner berühmten Rede: “We will never surrender”.

Grinsel 2. Mai 2022 - 11:42

Man sollte nicht alles glauben was in Filmen so gezeigt wird.

Soviel dazu.

Wichtig zu verstehen ist, Selbstverteidigungsrecht und erweiterte Selbstverteidigung durch Waffenlieferungen ist integraler Bestandteil der UN Charta.
Die ukraine und alle Lieferanten bewegen sich auf völkerrechtlich anerkannt Pfaden.
Der Angriffskrieg von Russland nicht.
Ausländer zu Staatsbürger zu erklären reicht als Casus Belli heute einfach nicht mehr aus.
Dafür müsste Russland schon ein zwei Hochhäuser verlieren damit die Welt den Krieg für gerechtfertigt hält.

Sven 2. Mai 2022 - 20:47

Ich frage als ehemaliger Soldat, wer von ihnen war schon einmal in einem Kampfeinsatz? Aus der derzeitigen Bundesregierung hat nicht ein einziger gedient, von Einsätzen ganz zu schweigen. Sie schwätzen sich in einen Krieg hinein und wissen nicht einmal was das bedeutet. Ich möchte nicht für die Ukraine hungern und frieren und schon gar nicht für die Ukraine sterben. Sie offensichtlich mit wachsendem Vergnügen.

Maier 2. Mai 2022 - 20:49

Na viel Spass beim Atomkrieg

Werner Jahnke 2. Mai 2022 - 21:04

Und was swagen sie zu der völkerrechtswidrigen Großoffensive der Türkei gegen den Irak? Dort sollen die Kurden liquidiert werden, die mit dem “Westen” gegen den IS gekämpft haben. Verlogen und verkommen diese ganzen Debatten !!! Hoffe das Russland die beiden Volksrepubliken Donezk und Luhansk befrieden kann und der Völkermord an der russischstämmigen Bevölkerung von Seiten der Ukraine beendet wird.

Alex 2. Mai 2022 - 22:17

Bei der Frage merkt man mal wieder das “Whataboutism”. Nur weil der Westen auch Fehler gemacht hat, berechtigt das nicht Russland dazu, einen Genozid zu starten. Sich durch die Ukraine zu plündern und zu vergewaltigen wie einen Lust ist? Also Leute, wenn wir die Ukraine nicht zumindestens mit Waffenlieferungen unterstützen, können wir dann auch den Westen als Projekt der liberalen Demokratien abschaffen, Putin wird dann als nächstes Moldau angreifen und danach sich das Baltikum holen. Schön blöd würde ich mal sagen. Auch für ehemalige Soldaten: Gerade ihr müsst ja dann nicht kämpfen, weil die Ukrainer das bereits für uns machen. Dann muss man sie aber wenigstens dabei unterstützen. Die Frage ist: Wollen wir Russland mit deutschem Geld oder mit deutschem Blut stoppen?

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 11:06

@Werner Jahnke: Was bekommt man eigentlich als Vergütung als Putin-Kommentar-Troll?

Deine Mutter 3. Mai 2022 - 11:20

@Alex Der einzige, dem man hier “Whataboutism” (ein dummer Schmähbegriff, für etwas, das nicht grundsätzlich falsch ist) auf allerdümmstem Niveau vorwerfen könnte, sind Sie. Sie bauen dabei auch noch einen absolut verblödeten Strohmann auf, Sie verlogener Untermensch.
Ich sehe hier niemanden, der Putins Angriff auf die Ukraine rechtfertigt.
Aber einen Konflikt weiter zu schüren und anzuheizen, weil es von der anderen Seit ja auch getan wird, und das zu rechtfertigen – das ist “Whataboutism”. Und in diesem Fall von der gefährlichsten Sorte.
Das Narrativ, dass die Ukrainer ja “für uns kämpfen”, ist einfach nur pervers. Vielleicht kämpfen sie für amerikanische Interessen und werden dabei blutrünstig von Putins Horde abgeschlachtet. Aber das liegt ganz bestimmt nicht in meinem Interesse.

Onkeldata 3. Mai 2022 - 15:56

Das mit den ein, zwei Hochhäusern (also hunderte Menchenleben!) ist auch ums Eck. Im Moment sind ukrainische Angriffe in Russland Bestandteil der Selbstverteidigung, und sollten dabei zivile Ziele getroffen werden, gilt die schöne Formulierung vom Kollateralschaden. Das ist das Perfide am Krieg: Einmal begonnen ist für so ziemlich jede Schweinerei ein Motiv da. Hier anständig zu bleiben ist aus historischer Sicht ziemlich unmöglich. Sollte zBsp die Ukraine sich von den Asowbrigaden trennen, wenn die sich doch wieder (in Teilen) als Nazis outen? Die gerade die Helden sind, die in Mariupol Zivilisten im Stahlwerk verteidigen?
Im Krieg verschieben sich die Grauzonen menschlicher Moral stark Richtung schwarz.
@ Deine Mutter: Hoffentlich bist Du 13 und versuchst Dich am trollen. ansonsten sind Formulierungen wie “Du Untermensch” zwar eine schöne Provoklation auf dem Schulhof, aber eines ausgewachsenen Menschen in einer ernsthaften Diskussion unwürdig. Das wirst Du noch lernen! “Whataboutism” ist im übrigen ein gültiges Schlagwort um diese Rhetorik zu entwerten. Ja, es entwertet ein Argument. Aber nur, wenn es stimmt!

Grob Gob Glob Grod 3. Mai 2022 - 16:47

Was die Türkei den Kurden antut, genauso auch das was Israel Palästina antut ist verwerflich wie auch das was Russland der Ukraine antut. Vernichtungskriege und Eroberungskriege sind immer verwerflich.
Edit: Mit Israel/Palästina, meinte ich nicht die Verteidigung Israels, sondern vielmehr die Eroberungen von Israel seit seiner Neu-Gründung und dass diese verwerflich sind.

Alexander von Troschke 3. Mai 2022 - 19:56

Hi Sven, nur so als Frage: Wenn Russen das gleiche mit Deutschland machen, wie das jetzt mit der Ukraine,- Würdest Du unsere Freunde, die Menschen auf der Welt, die große Teile unserer Wertegeminschaft teilen genauso bitten nur durchs Schlüsselloch zuzuschauen? Bist Du Soldat geworden, um Dich im Ernstfall auf den Rücken zu legen und es über Dich und all die Menschen die Du liebst ergehen zu lassen?

Paul Gogo 2. Mai 2022 - 20:31

@ Axel F.
Das UK, unter Winston Churchill, hat ganz wesentlich zu dem Sieg über die Achsenmächte beigetragen. Mit etwas weniger Effekthascherei hätte das UK seine technische Überlegenheit noch destruktiver gegen DE einsetzen können. Was hätte eine siegreiche deutsche Armee in der UDSSR bewirkt, wenn das Kernland eingeebnet ist. Die Bombe von Nagasaki hätte auch auf DE fallen können… Das war jetzt ein wenig Spekulation.
Keine Spekulation ist aber, dass heute Russland an der Stelle von Winston Churchill ist. RU will never surrender. Die Ukraine ist halt der Kollateralschaden der Auseinadersetzung zwischen USA und RU. Die USA haben es schon auf gut 20 Mio Tote gebracht, seit dem WW2. In der Konfliktstatistik seit dem WW2 liegt RU an der 15. Stelle. Die USA liegen an der Dritten, UK an der Ersten und FR an der vierten Stelle. Die Notwendigkeit für eine Ukraine Operation der USA wurden bereits 1997 in Buchform international veröffentlicht.
Zbigniew Brezezinski hat während eines Besuches an einer Uni in Polen sinngemäß zu Studenten gesagt: “Wir haben die UDSSR zerschlagen und warum sollte das nicht mit RU gelingen. Die Ukraine ist der Schlüssel dazu”.
Der genial getimte Regime-Change 2014 während der Olympiade hat doch die Positionen auf dem ‘Great Chessboard’ klar gezeigt.
Victoria Nuland war damals sehr populär, “Fuck the EU, 5 Mrd.$ haben wir dafür ausgegeben. Bis heute haben die USA bestimmt schon 100 Mrd. $ für die Aufrüstung der Ukraine gespendet (meine Schätzung).

Catlaydy 2. Mai 2022 - 21:19

Die Atombombe war für Deutschland gedacht. Nur hat Deutschland kapituliert, bevor sie fertig war. Japan nicht und deshalb waren sie die Leidtragenden

criwit 3. Mai 2022 - 10:33

Keine Spekulation ist … dass Winston Churchill ein alter, durchtriebener Kolonialist war. Aber darum ging es 1939 nicht. Darum geht es auch jetzt nicht. Deshalb können Sie den ganzen Whataboutism ihres Kommentars glatt vergessen. Die Konfliktstatistik interessiert nicht. Putin hat sinngemäß erklären lassen, dass die regelbasierte zwischenstaatliche Ordnung in Europa aufgehoben werden soll, bis nach Deutschland hinein. Lavrov hat kürzlich erklärt, Hitler habe jüdische Vorfahren (die Juden sind schuld, auch Selenskyj). Mehr braucht man gar nicht zu wissen.

Bruno Kuffer 3. Mai 2022 - 12:02

Die Geschichte wiederholt sich hier. Putin muss verlieren. So früh und so schnell wie möglich. Nachgeben führt nur zu mehr Krieg und Terror wie bei den Nazis.

Diese angeblichen “Intellektuellen” sind einfach nur dekadente Überschichtler im Elfenbeinturm die sich um nichts scheren außer um ihre Selbstdarstellung ohne Gespür dafür wann es todernst wird.

2hard4U 3. Mai 2022 - 15:50

Offensichtlich fehlt Ihnen das Gespür, wann es todernst wird. Und bei gut 200.000 Unterzeichnenden kann man wohl kaum von “dekadenten Überschichtlern im Elfenbeinturm” reden. So eine Aussage zeugt nur von Ihrer eigenen Dekadenz und naiver Überschätzung des Westens.

Pidder Lüng 3. Mai 2022 - 16:14

Ich vermute Sie schreiben aus der Ukraine, wo Sie sich an der Front mit Leib und Leben für das einsetzen was Sie da fordern?
Ich vermute ebenfalls, Sie haben auch all ihre Familienmitglieder, immer deren Vorhandensein vorausgesetzt, Söhne, Brüder, Neffen, ihren Vater, etc., aber auch ihre Ehefrau oder Ehemann oder Ehediverse/n, Töchter etc., denn auch Frauen können an der Front kämpfen … und auch dort sterben … überzeugt, oder auch verpflichtet, mit ihnen dort bis zum möglichen Tod zu kämpfen?
Oder sind Sie nur ein, wie ich es bezeichnen würde und für eher wahrscheinlich halte, weiterer Maulheld und Feigling der, aus seiner dekadenten deutschen Lebenssituation heraus, aus z.B. seinem Wohnzimmer heraus, furzend und rülpsend mit vollgefressenem Wanst vor dem Computer oder dgl. sitzend, heute mal nicht die faulen Fussballer zum schnelleren Rennen auffordert, sondern andere auffordert ihm gefälligst die Möglichkeit zu geben ihnen zumindest aus der Ferne beim Verrecken “zusehen” zu können, aber in der Bahn oder auf der Strasse das Maul nicht aufbekommt sondern lieber wegsiehst und die zuviel vorhandenen Wohlstandspfunde, aus Atemnot schnaubend, aus der Gefahrenzone bringt wenn wenn gleich neben ihm eine Frau oder ein Kind belästigt, oder auch irgendein Mann oder Junge bedroht wird?
Solange Sie und alle anderen die diesen ihren Standpunkt vertreten nicht persönlich an der Front kämpfen und dadurch überhaupt noch die Zeit für Kommentare haben, solange handeln sie alle nicht dem ihren Aussagen beinhaltendem Ziel entsprechend und sollten gar nicht kommentieren sondern einfach mal, wie man im Volksmund sagt, “die Fresse halten”.

Simona 1. Mai 2022 - 22:03

Vielen Dank für Ihren Beitrag! Als halb Deutsche/halb Slowakin war ich über die Naivität und Arroganz dieser Emma-Briefaktion entsetzt. Ich kann Ihnen nur voll zustimmen. Danke, dass es noch den gesunden Menschenverstand gubt! Wenn Selbstverteidigung mit so einem überheblichen Maß völlig ins Absurde wegargumentiert wird, fragt man sich wieso überhaupt die Polizisten eine Waffe tragen sollten. Das Opfer wird getadelt und der Täter bekommt das Verständnis. Als wenn die Osteuropäer keine Ahnung hätten, als wenn alle anderen Menschen die Aufrüstung mit freudigen Herzen begrüßen und nicht als Not ansehen würden – diese arrogante Haltung des „Westen“ ist leider für diese Länder und vor allem für ukrainische Menschen, die so viel Leid erleben aktuell, ein Schlag ins Gesicht. Als wenn die Kapitulation für diese Menschen eine Alternative wäre – wenn aktuell so viel Zestörung und Gewalt mit Ansage von ganz oben gegen die Menschen eingesetzt werden. Worauf sollen diese Menschen im Bunker hoffen? Weil die Opposition in Russland so ein schönes Leben hat? Auch im Ausland nicht liquidiert wird? Kinder nicht im Gefängnis landen? Wenn Russland schon unbarmherzig mit den eigenen Leuten umgeht, was erwartet dann die Ukraine, gegen die seit 10 Jahren gezielt Propaganda gestreut wird?
Aber Frau Zeh, Frau Schwarzer, Herr Nuhr & Co. müssen sich darüber keine Sorgen machen. Hier in Sicherheit. Und das soll ja auch schließlich so bleiben mit diesem Brief. Und die Nato-Osterweiterung war somit sicherlich auch ein Fehler, man hätte ja mit Putin weiterhin friedliche kuscheln können. Russland entscheidet und alle andere müssen folgen. Das ist die gleiche Naivität und Egoismus in der Haltung, die erst dazu geführt haben, den russischen Machtapparat nicht als das sehen zu wollen, was er ist – ein Aggressor. Wer sich nicht wehrt, wird unterdrückt und ausgenutzt. Meine Großeltern und Eltern mussten die russische Okkupation fast das gesamte Leben erdulden und die Schilderung der Grausamkeit von damals zu heute ist die gleiche. Welches zivilisierte Land feiert heute denn bitte Siege durch Gewalt und Krieg? Den größten Gedankenfehler haben die Unterzeichner leider in der Hoffnung, dass es ohne Waffenlieferung besser wird. Dann sollten sie sich mal den salonfähigen Hass reinziehen, der im russischen TV, Talkshows und insgesamt gegen den gesamten Westen (und die Demokratie) regiert. Wenn wir nichts tun, wird der Terror noch schlimmer sein.

Anna 2. Mai 2022 - 19:14

Jap, korrekt.ich bin gegen Angriff,aber Verteidigung ist legitim.

Henning 2. Mai 2022 - 19:39

Ich habe noch nie so ein unsinnigen Brief gelesen. Diese “sogenannten Prominennten” wissen wahrscheinlich gar nicht über was sie da reden. Ich gebe Ihnen vollkommen recht Simone. Mein Vater war im Krieg in russischer Gefangenschaft. Er starb bereits als ich 10 Jahre alt war. Meine Mutter erzählte mir später wie mein Vater misshandelt worden war. Ich bin voll und ganz dafür schwere Waffen gegen diesen Aggressor zu liefern.

Maier 2. Mai 2022 - 20:51

Ja genau Waffenlieferungen für den Frieden, ziemlich dämlich.

ianomamicontrabolso 3. Mai 2022 - 0:14

Vielleicht arbeiten sie Ihr Kindheitstrauma wegen des Schicksals ihres Vaters, der gewiss bemitleidenswert war, mal bei einem einfühlsamen Therapeuten auf, anstatt sich durch einen Krieg gegen die Russen, bei dem sie ohnehin nur Tastenmitspieler bleiben, spät “rächen” zu wllen. Verringert hoffentlch Ihren Leidensdruck, viel Erfolg!

ianomamicontrabolso 3. Mai 2022 - 0:21

Ach Simona, Arbeiten sie doch lieber mal die Pro-Nazi Vergangenheit ihres eigenen Landes während des zweiten Weltkreies auf (wie hiess doch dieser slovakische Pfaffen-Regierungschef von damals?) , bevor sie hier deutsche Intellektuelle belehren. Aber jetzt am Feldzug gegen Russland wieder mal beteiligt sein, diesmal um es den Amis anstatt den Nazis recht zu machen 🙂

Packvertreiber 3. Mai 2022 - 8:08

Sie gehören sicher so wie andere Schreiber in dieser Kolumne zu diesem Haufen von Querdenkern Corona Leugnern Weltverschwörern Russenliebhabern und Fake News Verbreitern.Zu unserer Sicherheit die Forderung weg mit Euch weg mit der 5.Kolone.Wie krude muß man drauf sein um das Geschäft der blutleckenden Russenbande zu besorgen.alles Ungeziefer soll doch abhauen nach Moskau zu seiner Königin.

ianomamicontrabolso 3. Mai 2022 - 10:17

An Packvertreiber: Ihr nick ist schon bezeichnend. Haben sie sich das “Vertreiben” von Ihren “Azow”-fascho-Idolen abgeschaut und ahmen sie das als Wut-Tastenvertreiber nach? Im Übrigen bin oder war ich kein “Querdenker corona-Leugner” wie sie falsch vermuten. Ich habe im Gegenteil in manchen Foren sachlich für die Impfpflicht argumentiert und musste dafür ähnlich-d.mmliche Agressionen lesen wie jene in Ihrem posting. Seien sie jedoch gewiss, solche Lachnummern wie Sie vertreiben niemanden…

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 11:10

@Packvertreiber: Nein, er gehört vermutlich zu den vom Kreml bezahlten Trollen. (vergleiche: Bundesamt für Verfassungsschutz, 4.3.2022)

CaptainB 3. Mai 2022 - 17:19

IANOMAMICONTRABOLSO: Simona hat völlig recht.
Wenn jemand Deine Frau / Freundin vergewaltigt,was machst Du dann?
Ihr gute Ratschläge geben,die Pille danach anbieten und sagen,dss sie sich aufhören soll zu wehren? Und Du hilfst ihr nicht mit der Begründung,dass sonst noch alles schlimmer wird und der Vergewaltiger Dich auch noch angreift..?
Obwohl Du weisst,dass dieser Typ das schon mit zwei anderen Frauen gemacht hat?
Und der dann in Dein Haus geht und sagt: “Das gehört jetzt alles mir!”
Dann bist Du nicht besser als der Agressor und hilfst ihm dabei,indem Du n i c h t s tust.
Wer nichts tut,macht mit.
Warum gefällt Euch das,was Russland mit den Ländern macht?
Die Putinversteher leben hier in Deutschland,geniessen alle Freiheiten und Vorteile eines Wohlfahrtsstaates,fahren deutsche Autos,dürfen ihre “Meinung” frei sagen und demostrieren mit Autokorsos für den russischen Angriffskrieg,malen das Z auf die Strasse und sehen russisches Staatsfernsehen,wo ganz offen und wie selbstverständlich der Angriff auf Grossbritannien mit einer Unterwasserdrohne durchgespielt wird,Moldau erobert und andere Länder ins Visier genommen und in Sportstadien Lieder von Eroberung und Angriff gesungen werden.
Komisch,wieso drängt sich bei mir dann der Vergleich mit NaziDeutschland auf?
Auch die hatten: Gleichschaltung der Medien
Jede Opposition im Keim erstickt,ermordet oder im Gulag
Starten u.Durchführung eines Vernichtungskrieges aufgrund von Grossmachtsfantasien eines Führers und erfundenen Gründen(hier:”Befreiung” der Ukraine)
Demonstranten,egal welchen Alters, werden verhaftet durch “Kettenhunde”
Der Führer sitzt im Bunker mit seiner Entourage und gibt Befehle
Krematorien(hier:mobil)zur Vernichtung von Toten und Beweisvernichtung
Auftritt im Stadion vor erlesenem Publikum und grosse Rede(wie damals Goebbels im Berliner Sportpalast )

Verteibung,Ermordung und Deportierung in den eroberten Gebieten
Genozid am einem oder mehreren Völkern
Rechtfertigung der Vernichtung anderer Völker durch”Das Recht des Stärkeren”,-Frieden,Liberalität,Souveränität und Freiheit gelten als”schwach”und sind somit legitimes Ziel eine Angriffs.
Unfähigkeit des Führers zur Einsicht wegen Narzissmus,Arroganz und völlige Empathielosigkeit führt zur Blockierung jedes Friedensangebotes.

Na..klingelts?
Ein Spruch von Stalin,an den sich Putin hält,ist: “Stösst Du auf Stahl,ziehe Dich zurück,Stösst Du auf Brei,mache weiter..”
Das ist die einzige Sprache,die Putin versteht.
Er wird nicht aufhören nach der Ukraine,sondern weitermachen und andere Länder ins Visier nehmen.
Deshalb: Kompromisslose Aufrüstung der Bundeswehr und der baltischen Staaten,konventionell und mit atom. Raketen
Austockung der aktiven Truppen der NATO Länder an der Ostgrenze des WP.
Einigkeit von Europa und USA mit Sanktionen und Lieferung schwerer Waffen für die Ukraine. Härte gegenüber dem Agressor.
Von diesem Kurs kein Nachlassen oder zurückweichen.
Wer das nicht versteht, darf gerne auswandern nach Russland und hat im Westen nichts mehr zu suchen.

ianomamicontrabolso 3. Mai 2022 - 18:35

captainb.
Erstens, die Ukraine ist keine Frau, die “vergewltigt” wird und auch kein wohliges Haus, in das “Fremde” einbrechen. In der Ukraine leben ca 8 Millionen russischsprachier Menschen für die das kein eigenes Haus war oder ist. Wandere doch Du aus in ein Land wo der öffentliche Verbrauch der Sprache illegalisiert ist, wo deine Kinder in der Schule nicht auf deutsch unterichtet werden, und sie daher ihr ganzes Leben benachteiligt bleiben – und das mit voller Absicht
Zweitens, das Haus Ukraine ist seit jeher das Haus der Russen die dort seit jeher lebten Fast alle süd”ukrainischen” Städte wurden von Russen im Zuge der Vertreibung der Tataren gegründet und das sg “Grosse Feld” riússisch besiedelt.
Drittens. Menschen wie du, mit ihren martialischen Sprüchen, sollten die ersten sein, die die herbeigeplärrte “Aufrüstung” selbst persönlich umsetzen müssen. Geh doch selbst in den Donbass und schau den Tschetschenen ins Auge. Und dann schwurble weiter von lächerlicher “Kompromisslosigkeit” und “Kompromisslosigkeit”, du teutonischer Tastenkrieger!!!

Kommunistenhasser 3. Mai 2022 - 22:48

ianomamicontrabolso:
ein weiser Mann (nein, keinme Frau!) hat einmal gesagt:
it is easy to be a communist in a free country. But try to be a free man in a communist country. In diesem Sinne, ab mit Dir ins gelobte Land des realen Sozialismus. Dort gehörst Du und Deinesgleichen hin, dort wird Euch geholfen, wenn Ihr wieder mal das Bedürfnis habt, groß aufzusprechen. Das gilt im übrigen auch für Schwarzer, Nuhr & Co., die ja ihren Lebensunterhalt damit verdienen, dass sie in einem demokratischen Land, wo auch der dümmste Hund noch eine große Lippe riskieren darf, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, eine ganz große Klappe haben. Zumindest bei Nuhr hat mich das in der Vergangenheit auch öfter amüsiert, Gott sei dank hat er sich mit dieser Aktion geoutet, wo man ihn denn politisch enrsthaft verorten darf.
All diesen Maulhelden wünsche ich ein interessantes Restleben, wenn sie in dem System, das sie ja gemäß diesem Schmierzettel gewillt sind, an Todes stelle zu akzeptieren, gegen dieses System ätzen, um damit weiterhin Ihr Leben fristen zu wollen.
Sie sind dann sicher auch damit einverstanden, wenn wir keine Initiative unterstützen, die sie vor dem sicheren Tod bewahren möchte. Lieber mal Klappe halten!

Gregor Koch 3. Mai 2022 - 1:13

Liebe Simona,

NATO-Osterweiterung und Putin-Kuscheln waren keine Gegensätze, sondern haben einander überhaupt erst ermöglicht. Der Ausbau der Handelsbeziehungen mit Russland war das Fundament der Entspannungspolitik. Wenn überhaupt ein Fehler gemacht wurde, dann der, dass nicht genug “gekuschelt” wurde. Nicht zufällig ging der russischen Invasion der von den USA verordnete “Liebesentzug” (Nordstream 2) voraus.
Wenn wir den Krieg in der Ukraine schnell beenden wollen, dann müssen wir jetzt mit einem brachialen wirtschaftlichen Embargo antworten, auch wenn es uns selber weh tut. Für die Freiheit ist uns ja angeblich kein Opfer zu hoch, warum dann nicht auch erfrorene oder verhungerte Deutsche?
Waffenlieferungen führen zu irgendetwas zwischen Vietnam, Afghanistan und – bestenfalls – Zypern …

Sonntagssegler 3. Mai 2022 - 11:29

Das setzt voraus, dass Russland davon abhängt.
Das ist aber nicht sicher, zumal mit Indien und China schon Streikbrecher relevanter Größe in den Startlöchern stehen.
Die korrekte Antwort lautet daher “auch”.
und ohne Waffenlieferung (und Treibstoff) wäre die Ukraine überrannt, bevor die Sanktionen wirken.

CaptainB 4. Mai 2022 - 1:21

IANOMAMICONTRABOLSO
zu Erstens:
Tut mir leid,dass ich mich so undeutlich ausdrückte und Sie den Vergleich nicht verstanden haben..Haus= Ukraine..Frau=Bevölkerung der Ukraine (Ukrainer und Russen)Agressor=”Präsident”Putin. Ich werde nie in ein Land auswandern,nur weil es früher mal deutsch war und mir das Recht rausnehmen,dass alle dort auf einmal deutsch sprechen sollen nur damit ich mich heimisch und akzeptiert fühle.
Zu zweitens:
Die Ukraine war also schon immer russisch,seit die Russen dort die Tartaren vertrieben haben..?..ist wohl schon ein bischen länger her oder?..und wenn es ihnen dort nicht gefällt,warum gingen sie nicht wieder zurück nach Russland?… Nur weil ich mich in einem anderen Land niederlasse und es besiedele,kann ich nicht verlangen,dass es auf einmal mein Land ist. Oder sehe ich da was falsch?
1991 hat sich die Ukraine mit 90% Stimmenmehrheit durch ein Referendum von der SU unabhängig gemacht.
Nach Ihrer Logik sollten sich also die 40 Mio Ukrainer den 8 Mio eingewanderten pro russischen Menschen fügen und alles russisch werden..?
Zu drittens:
Ich weiss nicht,ob ich teutonischer Abstammung bin,Sie scheinen es zu wissen.
Schade,dass Sie sich durch meine etwas deutlichere Schreibweise angegriffen fühlen und daraufhin persönlich und agressiv werden,vieleicht sind Ihne ihre Argumente ausgegangen und können sich nicht sachlich mit dem Thema auseinandersetzen.
Sie haben Recht: Ich war ein Krieger,-kein TastenRambo wie Sie-,Ich entnehme das aus Ihren zahlreichen wertvollen Beiträgen zu diesem Thema,weil Sie anscheinend viel Zeit haben.
Ich war SaZ 12 Jahre bei der Panzergrenadierbrigade 22 “Oberland” Unteroffizier im Fernmeldezug zugehörig zur 1.Gebirgsdivision,eingesetzt im Kosovo 98/99.
Ich werde nicht in die ukrainische Freiwilligen Legion genommen weil ich mit 60 Jahren zu alt bin und vom Schiessen mit G3 und MG einen Hörschaden habe-sonst wäre ich schon drüben.
Glauben Sie mir.Ich habe nicht mehr viel zu verlieren.
Aber einen Vorschlag von mir: Sie scheinen jünger zu sein als ich und noch (körperlich) fit. Vieleicht wollen Sie ja,anstatt hier anonym Ihre Beschimpfungen zu posten,vieleicht sich freiwillig melden,um für Russland in der Ukraine zu kämpfen und dem Aufruf Präsident Putins zu folgen und helfen,die Ukraine zu “befreien”?…von gefählichen Kindergärten,Wohnblocks mit Zivilisten,Geburtskliniken,flüchtenden Frauen und Kindern in Bussen,gefährlichen Flüchtenden an Bushaltestellen.Privatautos und eingeschlossenen Frauen und Kindern in Theatern..?
Sie überleben dort keine Woche.
Wir werden sehen und vieleicht (..Ich hoffe nicht.)werden wir doch noch eingezogen,und müssen mit der Waffe die BRD verteidigen,nachdem Herr P.durchdreht, weil er in der Ukraine keinen Sieg verbuchen kann und die baltischen Staaten und uns angreift,so wie”geplant”.
Ich denke nicht,dass wir zwei dann zusammentreffen,weil Sie sich höchstwahrscheinlich irgendwo versteckt haben werden und warten bis alles vorbei ist.
Nun können Sie mir antworten oder nicht,es ist mir egal,ich werde mich nicht hinunter auf Ihr Niveau begeben und mich zu Beschimpfungen hinreissen lassen.
Ich werde nicht antworten,mir ist die Zeit zu schade.
Schönes Leben noch und Frieden uns allen!

Hunos 3. Mai 2022 - 12:20

@Simona Danke für einen Kommentar, der sich ausnahmsweise auf den Inhalt des kommentierten Texts bezieht, statt wie üblich nur an Plattitüden rauszukotzen, was man ohnehin schon 1000mal woanders gepostet hat.

Peter Chniel 3. Mai 2022 - 14:38

Perfeckt auf den Punkt, sehr guter Beitrag.

Kurt Heilmann 3. Mai 2022 - 15:30

Sehe das genauso die Frage ist Freiheit oder Unterwerfung. Möchte gern das erstere wählen. Putin wird nicht aufhören wenn man ihn nicht in die Schranken weist. Wir müssen unbedingt mutig und tapfer sein.

2hard4U 3. Mai 2022 - 15:56

Zitat aus Ihrem Kommentar:
“Welches zivilisierte Land feiert heute denn bitte Siege durch Gewalt und Krieg?”
Aber gleichzeitig die Waffenlieferungen gutheißen? Ähm….

Horst 2. Mai 2022 - 21:14

Claus, schreib doch bitte nicht solche einen Unsinn. Die allermeisten Panzer produzierte die SU selbst. Allein in der Panzerschmiede in Magnitogorsk wurden so viele Panzer produziert, wie im gesamten Deutschen Reich. Es war zudem so, dass die sowjetischen Panzer denen der Anglo-Amerikaner klar überlegen waren. Was die UdSSR von ihren westlichen Verbündeten geliefert bekamen waren hauptsächlich LKWs und Jeeps. Darüberhinaus wurde sie unterstützt mit Lebensmitteln, z.T. auch mit Kleidern versorgt.

Alex 2. Mai 2022 - 22:11

Die haben aber auch selber ordnetlich Shermans bekommen, zumdindest am Anfang. Danach haben sie auch logistische Unterstützung bekommen. Denn so ein Panzer lässt sich schlecht bauen ohne die entsprechende Logistik dahinter.

Eddy 69 3. Mai 2022 - 20:08

Eddy 69
Der Artikel spricht mir aus dem Herzen! Er zeigt detailliert die scheinbar ausweglose Situation der Europäer, in die wir leider auch aufgrund von Fehlentscheidungen und -entwicklungen besonders der deutschen Politik und Wirtschaft geraten sind. Die Chancen, 2008 und 2014 dem historisch verblendeten, zum größenwahnsinnigen Diktator mutierten “lupenreinen Demokraten” Putin Einhalt zu gebieten, wie der Westen momentan in seltener Einigkeit versucht, wurden ja leider grob fahrlässig vertan.
Der Traum vom “ewigen” Frieden aufgrund enger wirtschaftlicher Verflechtungen mit Russland und von einem Leben in Europa, in dem wir von Freunden umzingelt sind, ist ausgeräumt. Jetzt gilt es, in der neu beschworenen Zeitenwende die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Angst vor dem Diktator und dessen evtl. Befindlichkeiten sind die schlechtesten Ratgeber. Demokratien können aus ihren Fehlern lernen. Ob Putin das auch kann, bleibt völlig ungewiss. Also brauchen wir auch keine Angst zu haben, sondern sollten ihm unmissverständlich zu verstehen geben, was wir von seinen Plänen, seinem Verständnis von der gleichgeschalteten russischen Gesellschaft, seiner “Meinungsfreiheit” und seiner verbrecherischen “Sonderoperation” in der Ukraine halten. Darüber sollten die Unterzeichner des “intellektuellen” Briefes nochmal nachdenken, nachdem sie Ihren Artikel gelesen haben und hoffentlich ihre (typisch deutsch hochgeschaukelte) Angst vor einem möglichen Atomkrieg abgelegt haben.
Putin ist ein Kriegsverbrecher, aber kein irrer Selbstmörder!

Schlaubi-Schlumpf 3. Mai 2022 - 10:21

“Von den USA wurden über 400.000 Jeeps und LKW, 13.000 Lokomotiven und Güterwagen, 90 Frachtschiffe, 4000 Bomber, 10.000 Jagdflugzeuge und über 7000 Panzer an ihre sowjetischen Alliierten geliefert. Die Briten und Kanadier lieferten weitere 5000 Panzer und 7000 Flugzeuge.”
Quelle: Leih- und Pachtgesetz, Wikipedia

Carsten 2. Mai 2022 - 22:07

den 2 Weltkrieg mit dem Ukrainekonflikt zu vergleichen grenzt schon an Dekadenz .Waffenlieferungen beheben das Übel nicht es verlängert und verschlimmert nur .

Judith Leschig 3. Mai 2022 - 0:30

Ja, in welcher Welt wollen wir leben?Suchen Sie sich was aus
https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/szenarien-ukraine-krieg-matthias-horx/

Paul Gogo 3. Mai 2022 - 2:53

@ Judith Leschig
Was wollen Sie mit diesem Artikel ausdrücken?

Gudrun 3. Mai 2022 - 6:22

Ja, und es waren Waffenlieferungen aus der USA an die damalige UdSSR, ohne die es nicht möglich gewesen wäre. Auch hier eine Geschichtsbeschönigung von russischer Seite, die sich alleinigen Sieger über Nazis bis heute noch sieht.

Kaja 3. Mai 2022 - 9:57

Wann wurde denn die II.Front im 2. WK eröffnet? – im Juni 1944 durch die Landung der Westalliierten in der Normandie! Nachdem die Sowjetunion bereits 3 Jahre gegen die Nazis kämpfte. Man beobachtete, wie erfolgreich der Kampf der SU ist und griff ein, um als Mit-Sieger gefeirt zu werden.

Korrektiv 3. Mai 2022 - 10:27

Uff…im Unterricht nicht aufgepasst. Die Briten befanden sich mit D bereits zwei Jahre länger als die SU im Krieg.
Wenn auch seit Juni ’40 nicht mehr auf europ. Boden gekämpft wurde, so jedoch durchgehend in Nordafrika.

criwit 3. Mai 2022 - 10:45

An Kaja: Nicht vergessen werden darf das geheime Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt. Darin wurde Osteuropa, darunter die Ukraine, ein weiteres Mal aufgeteilt und zur Ausplünderung freigegeben. Im Grunde haben die beiden den 2. Wk, nämlich als ausufernden Konflikt, damit angefangen (neben den appeasement-Politikern).

Kati 3. Mai 2022 - 16:15

Stimmt. Und dann sind sie raus und die USA geblieben. Bis heute.

V. A. 3. Mai 2022 - 11:03

“Von Anfang an war der Krieg in der Ukraine von Russland in mehreren Aussagen der russischen Führung als Auftakt zu einem Krieg gegen den Westen definiert.”

Mir ist keine einzige Aussage Putins in diesem Sinne bekannt. Das Szenario von Angriffen auf andere europäische Länder nach Niederringung der Ukraine taucht meines Wissens in keiner seiner Reden auf. Ebensowenig der Anspruch, ganz Europa zu dominieren. Ihre Ausführungen wären viel überzeugender gewesen, wenn Sie diese steilen Behauptungen mit handfesten Quellen belegt hätten, statt weit ausladend über ihre Kindheit zu berichten.

Rene Schneider 1. Mai 2022 - 15:46

Was tun denn die kritisierten “Prominenten”, um den Krieg zu beenden? …richtig! Schreiben.

Nur dass Herrn Müllers Geschreibsel weit mehr logischen Sinn ergibt als das der “Prominenten”. Dazu kommt, dass er mit seiner Schreibe dazu inspiriert, sich seinen eigenen Ängsten zu stellen, und nicht dazu, Andere über die Klippe zu schicken, um sich noch ein bisschen länger vor genau dieser Konfrontation drücken zu können. Ich danke ihm jedenfalls aus tiefstem Herzen für diesen Kontrapunkt.

Werner Schäfer 1. Mai 2022 - 21:17

Vielen Dank, Herr Müller! Etwa um den Zeitpunkt ihrer Geburt habe ich mich erfolgreich in einer dreistündigen Verhandlung nebst 5 Minuten Besprechung des Prüfungsgremiums einer Gewissensprüfung unterziehen müssen, bin also anerkannter “Wehrdienstverweigerer erster Klasse”. Und obwohl ich nie von meiner Friedfertigkeit gelassen habe, muß ich Ihnen jetzt ganz selbstverständlich zustimmen. Die stets subkutane Unterstellung einer Mitschuld des Opfers bei den selbsternannten Pazifisten ist so unerträglich, dass man das Gefühl bekommen muss, sie wollten die Ungeheuerlichkeit dieses Verbrechens auf anderer Ebene noch toppen. “Verhöhnung der Opfer” nennt man das wohl. Ihren Text finde ich sehr klarsichtig und mir fehlt die Phantasie, weshalb hier jemand von “Geschreibsel” faselt.

Maciek Niemczyk 1. Mai 2022 - 22:01

Danke dir auch

Christian Lobe 1. Mai 2022 - 16:07

Was sollte er sonst machen, kämpfen? Er tut das, was ein Schriftsteller nun einmal macht: Schreiben. Eine Meinung äußern, Stellung beziehen und damit das, was in einer demokratischen Gesellschaft am Anfang jeder Entscheidung steht. Diese könnte dann lauten, Waffen an ein bedrohtes Land zu liefern und neben der Hilfe für andere beizutragen, auch unser freies Leben zu sichern.

Christian Seidel 1. Mai 2022 - 21:18

D A N K E ! ! !

Auf den Punkt gebracht!

Jens 2. Mai 2022 - 9:51

Hallo Herr Müller, Hallo Wolfgang,

schon seit langer Zeit bin ich ein grosser Fan Deiner Musik und Deiner Texte. Wenn ein Künstler, den man mag, sich politisch äussert, hat man ein wenig Angst, dass man enttäuscht wird und die Kunst nicht mehr geniessen kann.

Bei Deinem Text ist das nicht der Fall. Du sprichst mir aus der Seele mit diesem differenzierten Text, der ohne billige Diffamierungen auskommt.

So und jetzt höre ich erstmal Ahoi und “fahr’ einfach geradeaus”. Freue mich auf ein hoffentlich balidges Konzert in München.

Ciao

Jens

Constanze Hafner und Rüdiger Schniek 1. Mai 2022 - 18:09

Vielen Dank – auf den Punkt. Sätze zum Weitergeben, Sätze, die Mut machen und beim Kurshalten helfen.

Ute Becker 1. Mai 2022 - 18:33

Ich empfehle den Text äußerst aufmerksam zu lesen und dann versuchen zu b e g r e i f e n !!!
Wenn das nicht hilft, einfach den Mund halten, bzw. keinen Kommentar abgeben.

Bri 3. Mai 2022 - 9:41

Ganz genau.

Natalie 1. Mai 2022 - 19:26

Danke, hat Spaß gemacht den Text zu lesen.

Frank Blocklinger 1. Mai 2022 - 19:48

Wenn es doch so einfach wäre… Zuviel Pathos und zu wenig ökonomische Argumentation könnte man verkürzt resümieren. So grausam und menschenverachtend das derzeitige Vorgehen des russ. Regimes und seiner Armee auch ist und die Aggression von Russland ausgeht, so richtig ist es auch, nochmals zu verdeutlichen, dass der Konflikt bereits 2014 /2015 begann und der Westen (USA, BRD, UK, F) der Ukraine Hoffnungen auf einen NATO Beitritt machte. Er versuchte, seinen Einflussbereich weiter nach Osten und Nähe an die russ. Grenze zu erweitern. Das hatte gewiss nicht nur geostrategsche Gründe, sondern auch – was meistens ausgeklammert wird – ökonomische. Die Ukraine ist eines der Rohstoff reichsten Länder der Welt und auch einer der größten Produzenten con Argrarerzeugnissen. Es geht also auch um knallharte Wirtschaftsinterressen. Schon die NS-Führung und die deutsche Wirtschaft zur NS-Zeit hatte die Ukraine als zukünftige “Kornkammer der Reiches” in ihren Kriegszielen aufgeführt.
Warum wird von der deutschen (Rüstungs) Industrie eigentlich kein Energieembargo gefordert sondern – im Gegenteil – davon abgeraten, wie unlängst durch den BASF-Konzernchef? Ein Grund liegt sicherlich darin, dass bei Lieferungen von schweren Waffen durch Rheinmetall et allii die Depots im Nachhhinheit wieder gefüllt werden müssen, also zügig neue Panzer und andere Offensivwaffen produziert werden müssen. Diese möglichst günstige Produktion ist aber nur dann möglich, wenn ausreichend Energieträger gesichert sind, also v. a russisches Gas und russisches Öl. Somit hat die deutsche Industrie ein vitales Interesse daran, dass es kein Energieembargo gegenüber Russland gibt. Zu fragen wäre zudem auch, warum selbst die ukrainische Regierung weiterhin die Gaszufuhr und Weiterleitung aus Russland nach Europa nicht selbst unterbrochen hat?
Des Weiteren sollte man auch nicht außer Acht lassen, dass durch die künftigen Waffenlieferungen der Krieg natürlich verlängert wird, weil die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Armee gestärkt wird. Das ist auch im Interesse der USA, die 33 Milliarden Dollar zusätzliche in die Ukraine investieren. Der USA geht es darum Russland durch eine Verlängerung des Krieges ökonomisch so zu schädigen, dass es im Anschluss wirtschaftlich so am Boden liegt, dass der Westen sich voll und ganz auf China konzentrieren kann.
Es geht in der bürgerlich-kapitalistischen Welt primär nicht um Autokratie oder Demokratie (die USA sind Spitze darin, v.. a in Südamerika Regime zu stürzen und andere zu installieren, die wenig mit Demokratie am Hut haben), es geht zuvorderst um ökonomische Einflusszonen und knallharte Wirtachaftsinteressen, alles andere ist Nebelkerzenwerferei…

Christine Ambrosius 2. Mai 2022 - 9:05

Das sehe ich ebenso.

Christiane 2. Mai 2022 - 13:51

Vielen Dank, Herr Müller, für Ihre hervorragende Argumentation, die ich voll und ganz teile.

Selenskyj Klitschko 2. Mai 2022 - 11:04

Wenn Russlands Nachbarn alle in die Nato wollen, dann nicht, weil sie “aggressiv” vom ach so bösen Westen dazu genötigt wurden und werden, sondern weil sie Angst vor Nazi-Russland haben. Völlig zu Recht wie der Kriegsverbrecher Putin gerade beweist. Da können sie schwurbeln und verdrehen bis sie Propagandaminister werden. Stecken sie sich ihre Kreml-Verbrecher-Propaganda sonstwohin.

ianomamicontrabolso 3. Mai 2022 - 0:27

Ihr Nick sagt schon alles. Sind sie auch ein ehemaliger Schutzgeldeintreberi wie der Klicko? gangsta, sagt man in Bayern

Gregor Koch 3. Mai 2022 - 1:18

Na, Ihr nick lässt Sie aber auch nicht gerade wie eine geostrategische Leuchte aussehen. Besuchen Ianomami überhaupt eine Schule?

Aber das nur am Rande; was ich eigentlich fragen wollte, ist: haben Sie irgendeinen Beweis für Ihre Schutzgeldeintreiberbehauptung?

Gabriele Bendyk 3. Mai 2022 - 11:02

Ich glaube man sollte erst mal verbal etwas abrüsten. Ich persönlich verurteile den Angriff auf die Ukraine auf das schärfste. Es ist ein Völkerrechtsbruch. Aber was ich auch nicht nachvollziehen kann, dass es überhaupt kein Verständnis dafür gibt, dass es Menschen gibt, die nicht möchten, dass sich dieser Krieg weiter ausbreitet. Ich bin im Ostteil von Deutschland in den ersten Lebensjahren bei meiner Oma aufgewachsaen und habe miterlebt wie der Krieg mit Hunger, Kälte, Tod, Einsamkeit, Verzweifelung, Mangelwirtschaft meine Großeltern geprägt haben.
Für meine Familie und mich möchte ich nicht das Recht abgesprochen bekommen mir zu wünschen, dass es auf und von deutschem Boden keinen Krieg mehr geben darf. Aus diesem Grund habe ich das erste mal in meinem Leben eine Petition unterschrieben

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 11:53

Ich möchte auch nicht, dass von Deutschem Boden jemals wieder Krieg ausgeht. Ich habe sogar viel Verständnis für diese Haltung. Aber ich befürchte, nachdem Putin sich jedem Dialog widersetzt, lügt und Staatsmorde durchführen lässt, Abzeichen an Kriegsverbrecher-Batallione verteilt, also quasi der Welt den Finger zeigt, es nicht aufhören wird, wenn die Ukraine besetzt wäre. Was kommt dann? Moldau (Transnistrien-“Konflikt”, die neue Präsidentin ist ihm zu EU-freundlich). Georgien (Südossetien und Abchasien reichen ihm noch nicht). Und wer weiß, was noch… Die Welt hätte schon 2014 viel enger zusammenstehen müssen.

R.T. 2. Mai 2022 - 19:22

Eine gute und wichtige Einordnung!
Völlig klar ist, dass Russlands Regime einen völkerrechtswidrigen Angriff gestartet hat.
Das Denken in schwarz und weiß: das sind die Bösen, also sind wir die Guten, funktioniert einfach nicht.!

Brigitte Maikranz-Hell 2. Mai 2022 - 19:51

Das sehe ich auch so.

sven 2. Mai 2022 - 20:13

danke, echt man. ein weitblickender kommentar, im vergleich zu den vielen anderen. immer die gleiche geschichte der meisten medien und ihren vertretern, von dem einen bösen mann, in diesem fall putin. klar ist er genauso ein arschloch wie die anderen politheinis, aber für mich das sympathischere.

krieg ist und bleibt im leben und im menschen. erst wenn der wirkliche innere weg für jeden einzelnen angestrebt wird, erst dann wird dem krieg im außen die energie entzogen.

Karin Schwalm 2. Mai 2022 - 20:22

Der Kommentar von Frank Blocklinger ist eine rühmliche Ausnahme, der den Krieg Russlands in der Ukraine in einen größeren Zusammenhang stellt.
Ich möchte an den Besuch des amerikanischen Außenministers Blinken kürzlich in Kiew erinnern. Blinken hatte keine Friedenslösungen im Gepäck, dafür aber die Taschen voller Geld für neue Waffen. Am Ende sagte er, die Ukraine kann gewinnen, WIR können gewinnen. WIR!!! In der Ukraine kämpft also die USA bzw. die Nato gegen Russland. Russland soll niedergerungen werden, was seit Jahrzehnten Doktrin amerikanischer Außenpolitik ist. Ich erinnere an das Dokument “Das neue amerikanische Jahrhundert” aus dem Jahr 1997.
Dort steht folgendes, für jedermann zum Nachlesen.
1.Was für die USA gut ist, ist gut für die Welt.
2.Dies soll, wenn nötig, auch mit militärischen Mitteln ausgefochten werden. Deshalb ist es wichtig, dass die USA immer deutlich höhere Militärausgaben haben als andere Staaten.
3.Die UN oder andere multilaterale Absprachen interessieren nicht.

Wir unterstützen mit der Lieferung schwerer Waffen die geopolitischen Interessen der USA. So blöd muss man mal sein. Der Untertanengeist Deutschlands gegenüber den USA wird uns womöglich an den Rand eines Atomkrieges führen.
Dieser Krieg muss beendet werden; Waffenlieferungen verlängern ihn nur: jeden Tag wird gestorben und zerstört. Es braucht einen Kompromissfrieden, der die Interessen beider Seiten einigermaßen ausgeglichen berücksichtig. Das muss einem nicht gefallen, aber ein Siegfrieden, der Putin noch nicht einmal eine Gesichtswahrung zugesteht, wird keinen Frieden bringen. Friedens- und Konfliktforscher wissen das. Es braucht ein Angebot zu Verhandlungen, auf die Putin eingehen kann. Natürlich unter Einbeziehung der Ukraine. Wir müssen endlich weg von dieser Kriegslogik, es braucht eine Friedenslogik. Ich bitte Euch sehr, darüber nachzudenken. Ich weiß, dass dieser Krieg ein völkerrechtswidriger Angriff war; aber wir wollen doch heile da wieder rauskommen oder?

Hartmut 2. Mai 2022 - 21:29

Sie befürworten einen Kompromissfrieden, sind gegen einen Siegfrieden. So weit so gut, aber wo bleibt dann in Ihrer Auflistung konsequenterweise der Verliererfrieden? Und Ihre Einstellung dazu?

Chiron 3. Mai 2022 - 0:11

Ich kann nicht nachvollziehen, wie ein verantwortungsvoller Mensch denkt, dass Verhandlungen mit einem Aggressor, der einfach mal eben so ein Nachbarland mit Krieg überzieht und die dortige Zivilbevölkerung terrorisiert, irgendeinen Sinn ergeben soll. Putin ist nicht vertrauenswürdig – gegebene Versprechen oder die Ergebnisse von Verhandlungen sind ihm egal – das hat er bereits mehrfach bewiesen.
Klar sind die Amerikaner auch keine Lämmer – aber wenn ich die Wahl habe, dann entscheide ich mich ganz sicher nicht dafür, Sklave eines brutalen Machtmenschen zu sein, sondern für die Seite, die wenigstens ein paar Chancen zuläßt. Und das kann ich derzeit auf der russischen Seite nicht mal ansatzweise erkennen – stattdessen erkenne ich dort den Aufbau einer Militärmacht, die auf blindem Gehorsam basiert, keine internationalen Abkommen einhält, rücksichtslos gegen jede Form von Opposition vorgeht und statt Argumenten nur Lügen verbreitet. Der Vorteil, den der Westen bietet, kann man an Trump erkennen – zwar war es nicht leicht, aber wir sind ihn wieder los geworden. Das derzeitige russische System läßt das jedoch nicht zu. Und wie bereits hinreichend argumentiert wurde: zu kuschen bietet keinerlei Sicherheit.

clyde 3. Mai 2022 - 14:20

genauso sehe ich das auch, diese argumente sinf faktisch stichhaltig.

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 11:58

08.02.2022: “Ob’s dir gefällt oder nicht, du wirst dich fügen müssen, meine Schöne”, sagte Putin im Gespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. VOR DEM KRIEG. Inwiefern ist das nun anders als das “Wir” von Blinken? Putin verdient keine Gesichtswahrung, er verdient einen Prozess in Den Haag.

Gregor Koch 3. Mai 2022 - 13:33

@1Demokrat:
Putin kann nicht in Den Haag vors Gericht gestellt werden, da Russland dieses Gericht nicht anerkannt hat …

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 17:50

Dann bitte Ironman in den Kreml schicken.

Hunos 3. Mai 2022 - 12:28

@Karin Schwalm Das ist lustig, dass dieser Krieg dazu dienen soll, Russland in der Ukraine niederzuringen. Verraten Sie das doch einfach den Russen, dann ziehen sie sich aus der Ukraine zurück und es wird nichts mit dem Niederringen! Dann ist allen Seiten gedient, nur der böse Ami ärgert sich 😉

Klaus Walter 2. Mai 2022 - 21:05

Sehe ich ähnlich. Der Krieg in der Ukraine hat eine lange Vorgeschichte. Wer diese nicht sehen will, und auch nicht den Anteil der USA und der NATO bei der Entstehung des Konfliktes, bewertet die jetzige Situation einseitig.
Russland böse, NATO gut.
Das ändert nichts daran, dass der Krieg völkerrechtswidrig ist. Aber das waren die Kriege, die von NATO-Staaten in den letzten Jahren begonnen wurden auch. Und die Behauptung “Von Anfang an war der Krieg in der Ukraine von Russland in mehreren Aussagen der russischen Führung als Auftakt zu einem Krieg gegen den Westen definiert.” stimmt so meiner Meinung nach nicht.
In seiner vielbeklatschten Rede 2001 im Bundestag hat Putin eine Sicherheitspartnerschaft zwischen Russland und der NATO angeboten. Die ausgestreckte Hand wurde abgewiesen und die NATO ist nie von ihrer Erstschlagstrategie des Einsatzes von Atomwaffen abgerückt, aber durch mehrere Osterweiterungen immer näher an russische Grenzen herangerückt. Dass diese Vorgehensweise für Russland eine Bedrohung darstellt, kann ich nachvollziehen.
Es ist also aus meiner Sicht wichtig, den Konflikt nicht permanent weiter zu eskalieren, sondern durch Akzeptieren der Sicherheitsbedenken Russlands und der Ukraine einen Waffenstillstand herbeizuführen und über Verhandlungen eine Lösung zu finden, die von allen Seiten Kompromissbereitschaft voraussetzt. Irgendwann wird es eh zu Verhandlungen kommen müssen oder es eskaliert weiter und wir haben dann bald einen 3. Weltkrieg.
Denn der Krieg kann von weder von Russland noch von der Ukraine “gewonnen” werden.

Joseph 2. Mai 2022 - 23:50

Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis. Es ist keine Gefahr für Russland, wenn die Ukraine diesem Bündnis beigetreten wäre, weil da nichts passiert, wenn keiner gegen die Ukraine Aggressionen ausübt. Das weiß auch die russische Führung. Im Gegenteil, die russische Führung war überzeugt, dass der Westen der Ukraine nicht hilft.
Die USA könnte auch mal die Küstenregion in China angreifen und ein paar autonome Regionen annektieren, weil China dem Westen zu stark auf den Pelz rückt ?!?
Die Aggression geht ungerechtfertigterweise, jawohl ungerechtfertigterweise von Russland aus!
Es hilft leider nichts mit einem Aggressor zu sprechen, der sich klar dazu bekennt, die UDSSR wieder herstellen zu wollen. Trotz aller Beschwichtigungen, trotz einer jahrzentelanger Russland freundlichen Politik der Deutschen und der EU. Trotz gemeinsamer Forschung im Weltall (USA).
Das heisst wenn ein Staat beleidigt ist, weil er sich nicht mehr als “Global Player” sieht mal eben Städte zerbomben, Zivilisten plündern und vergewaltigen und töten darf?
Durch die militärische Unterstützung geben wir einer unterlegenen ukrainischen Armee die Chance, zu verhindern, dass die Ukraine überrollt und geplättet wird. Wenn die russische Armee keine Fortschritte macht, kann das Schlimmste (C-Waffen, taktische A-Waffen) bereits in der Ukraine passieren. Es kann aber auch sein, dass die Ukraine die russische Armee schwächt und die Einsicht entsteht, dass es keinen Sinn macht weiter diesen Staat einnehmen zu wollen. Wenn die Ukraine aufgibt, was gäbe es für einen Grund Moldau, Polen, Litauen und die anderen ehemaligen Staaten anzugreifen? Schließlich ist es dem Westen ja egal was passiert, weil die A-Waffe auf Sie gerichtet ist?
Da käme dann ein Brief, man möge doch in Polen und den anderen Ost-Staaten nichts militärisch zu unternehmen, wegen der A-Bombe.
Wenn dann die russische Armee vor der Grenze zu Frankreich steht, dann gäbe es keine Briefe mehr, weil es keine andere Meinung mehr gibt, wie die des russischen Aggressors…

Maria 3. Mai 2022 - 8:58

Na, hinter die Aussage “die Nato ist ein Verteidigungsbündnis” würde ich ein Fragezeichen setzen.

Packvertreiber 3. Mai 2022 - 10:24

Die Nato hat hat noch nie einen Angriffskrieg gestartet ,als die Amerikaner die Nato zur Hilfe im Vietnamkrieg aufgefordert hatten wurde das abgelehnt mit der Begründung das wäre kein Bündnisfall.Also Geschichtlich informieren anstatt Schnatter Schnatter.

V. A. 3. Mai 2022 - 12:29

“Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis. Es ist keine Gefahr für Russland, wenn die Ukraine diesem Bündnis beigetreten wäre, weil da nichts passiert, wenn keiner gegen die Ukraine Aggressionen ausübt.”

Jedes Militärbündnis gibt sich als Verteidigungsbündnis aus. Entscheidend ist nicht das Selbstverständnis, sondern die Fremdwahrnehmung. In diesem Zusammenhang ist ein Blick auf Serbien und Libyen aufschlussreich. Beide Länder sind von der NATO mit Krieg überzogen worden, obwohl sie kein Mitgliedsland angegriffen haben. Kann Russland sicher sein, dass es ihm nicht eines Tages ebenso ergeht?

Joseph 3. Mai 2022 - 13:12

Der Einsatz der NATO in Lybien beispielsweise ist auf Basis eines UN-Mandats zur Durchsetzung einer Flugverbotszone entstanden. Dieser Einsatz ist also ein UN legitimierter Einsatz zur Sicherheit und Vermeidung von großen Verlusten in der Zivilbevölkerung geschuldet. Es nehmen hier nicht alle NATO Mitglieder teil. Es wird auch keinem Mitglied vorgeschrieben teilzunehmen. Die Koordination des Einsatzes ist unter dem Dach der NATO.
Wir haben trotz Bitten des Präsidenten der Ukraine “KEINE” Flugverbotszone eingerichtet in der Ukraine.Wir (NATO) nehmen auch nicht direkt am Kriegsgeschehen teil in der Ukraine. Wenn es um das Thema indirekte Aggression geht, sollte man sich dahingehend auch mal die Söldnergruppe Wagner ansehen. Und wann hat die UNO ein Mandat zum Angriff eines Landes an die NATO erteilt?
Im Übrigen ist Russland ständiges Mitglied im Sicherheitsrat der UN:

Judith Leschig 3. Mai 2022 - 0:32

Danke!

V. A. 3. Mai 2022 - 16:50

“Der Einsatz der NATO in Lybien beispielsweise ist auf Basis eines UN-Mandats zur Durchsetzung einer Flugverbotszone entstanden.”

Das UN-Mandat für Libyen sah Aktionen zur Verhinderung eines Massenmordes an Aufständischen vor. Die NATO-Staaten haben ihre Bombenangriffe auf libysche Einheiten aber fortgesetzt, als längst schon keine Gefahr mehr für die Aufständischen bestand. Aus einer Schutzmission haben sie eine Mission zum Regimewechsel gemacht, was eindeutig nicht durch das Mandat gedeckt war.

Joseph 3. Mai 2022 - 22:02

Also die NATO ist nach Ihrer Lesart also potenziell und ernsthaft bemüht Russland nah zu kommen um einen strategischen Vorteil zu haben in Russland einzugreifen und das Land militärisch “leichter” angreifen zu können wenn sich eine Gelegenheit bietet?
Das ist angesichts der nuklearen Bedrohung die vorherrscht überhaupt nicht denkbar.
Und ich behaupte nochmal, dass Russland dies auch weiß.
Russland reicht es nicht, das größte Land der Welt zu sein. Ein übrigens sehr vielfältiges und sehr schönes Land. Es hätte angesichts seiner Resourcen, mit denen es reichlich gesegnet ist, eine große Wirtschaftsmacht sein können, an statt das Nachbarland anzugreifen und sich einen Diktator zu leisten. Dem Volk könnte es also gut gehen.
Nun aber greift es das Nachbarland an mit dem Vorwand, es entnazifizieren zu wollen. Ich wusste nicht das ein jüdischer Präsident zu den Nazis zählt…
Also sollen wir angesichts der Einwände von Herrn Nur und Frau Schwarzer, die Entnazifizierung durch die russische Armee, die übrigens auch die Ukraine und deren Bevölkerung nicht als eine Nation anerkennt und Ihnen das ukrainisch sein abspricht. Die damit auch bereit sind das ukrainische Volk zu “russifizieren” und damit das ukrainische Volk auszumerzen und zu vernichten. Diesen Leuten sollen wir keine Waffen liefern?
Hätte im 2ten Weltkrieg niemand den angegriffenen Ländern des europäischen Kontinents militärisch geholfen, steht in Frage, ob wir heute diese Diskussion hier öffentlich führen dürften.
Das Verhalten Russlands ist aktuell durch nichts ausser militärischer Gegnerschaft aufzuhalten.
Sollte es durch die “westliche Hilfe” dazu kommen, dass der 3te Weltkrieg eintritt, so war dies jetzt schon betrachtet als unvermeidlich anzusehen.
Das ist mein Standpunkt.

Nika Schneider 1. Mai 2022 - 21:19

Danke Herr Müller, auf den Punkt.

Judith Leschig 2. Mai 2022 - 0:55

Unglaublich schräger Vergleich. Wenn eine Frau von einem Mann tyrannisiert wird, wäre man mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn man nicht als erstes für Abstand und Sicherheit sorgen würde, sondern ihr ein Messer in die Hand drückt, Und nur weil sich Alice Schwarzer lebenslang sehr engagiert für Feminismus eingesetzt hat er wird der Vergleich nicht besser. Im Gegenteil. Er ist plump und hinkt. Das Denken, dass nur militärisch eine nachhaltige Lösung erreichbar wäre, findet zur Zeit keinen Beleg. Es gibt 1000ende Tote, aber kein Ende ist in Sicht. Und das gibt Ihnen nicht zu denken? Und wenn es denn den Nato Partnern wirklich um Freiheit und Demokratie geht, warum lässt man Afghanistan im Stich? Weil die anders aussehen, oder vielleicht, weil Afghanistan kaum für uns brauchbare Rohstoffe hat?
Ja, in was für einer Welt wollen wir leben? In einer in der die Menschenrechte nach Gusto vorgekramt werden und andere Völkermorde einen Scheiß interessieren? Weiterhin finde ich, dass gerade ihre Haltung eine Sofa Haltung ist, sonst wären Sie ja wohl kaum am Schreibtisch, sondern an der Front, oder?

R.T 2. Mai 2022 - 19:25

+1

R. Engelhardt 2. Mai 2022 - 20:30

” wenn man nicht als erstes für Abstand und Sicherheit sorgen würde, ”
Der Vergleich hinkt zwar, aber für Abstand sorgen würde heißen, dass z.B. die Nato dazwischen geht und die beiden trennt.
Da das anscheinend die meisten noch weniger wollen, müssen wir der ‘armen Frau’ halt ein Messer in die Hand drücken, damit sie sich wenigstens selbst verteidigen kann.

Uwe Middelberg 2. Mai 2022 - 20:30

Wen möchten Sie denn wohin des Platzes verweisen? Soll die Ukraine umziehen oder Russland? Ich bitte doch bitte ansatzweise um Lösungsvorschäge, wie die Mörder- und Vergewaltigerbande in ihre Schranken gewiesen werden könnte und wie geschehende eklatante Verbrechen gestoppt und geahndet werden sollen! Im Grunde handelt es sich bei Russland mit dem Paten Putin um eine mafiöse Struktur, die sich mit einer selbstgebauten Legitimation jegliches Verbrechen heraus nimmt, und dafür in seinem Machtbereich mit Angst regiert.
Wenn mein Nachbar sich von mir abwendet und sich neue Freunde sucht, könnte ich mich mal fragen warum! Aber versuchen ihn umzubringen, sein Haus niederbrennen, Frau und Kinder zu vergewaltigen und dann zu erschießen? Das ist das Problem, das die Welt gerade erschüttert.
Jedes Zögern ist auf seine Art unterlassene Hilfeleistung. Diese ist strafbar! Nicht einmal die alten Kumpel und Geschäftskumpanen können Putin beeinflussen.

Fragt die Verteidigungsministerin die Bundeswehr: Was können wir denn rein defensives Liefern? Wir hätten da noch 5 Helme. Das posaunt die Verteidigungsministerin umgehend in die Welt. Keine Vorstellung von Krieg, da wehrt sich doch selbst die Bundeswehr gegen unfähige Vorgesetzte und lässt sie ins Näpfchen tapsen. Jetzt muß die BW natürlich wieder brav sein: Entschuldigung wir können nicht liefern.
Fahr du mal lieber nach Kiew, du musst nichts zusagen, sagt der eine SPD-Kumpan zum Anderen.
Marder wollt ihr? Könnt ihr nicht bedienen, nehmt doch lieber den Geparden, ist leider noch ein bischen schwieriger. Schlechte pädagogische Witze? Obendrein liefert die Schweiz keine Munition, schwarzer Peter weiter geschoben, hä hä, freut sich der Olaf.
Wir brauchen aber vielleicht noch unsere Waffen für die Aufgaben im Bündnis.
Entschuldigung sagt der dritte Nachbar, ich kann nicht kommen, vielleicht kommt der Nachbar auch zu mir, dann muss ich aber da sein! Hier, nimm Geld, im nächsten Ort gibt´s nen Waffenladen, aber nen Waffenschein für dich, das prüfen wir mal.
Und während dessen hat der Nachbar schon die Frau vor den Augen des gefesselten Kindes vergewaltigt und gießt schon das Benzin aus, um das Haus abzufackeln.

Im Übrigen lässt sich gerade auch beobachten, das im Schatten dieser Verbrecher überall auf der Welt die Verrückten, Verbrecher, rechte Nationalisten, religiöse und andere Fanatiker, und Schwurbler aus ihren Ecken hervor kriechen.

Gesindelvertreiber 3. Mai 2022 - 8:25

Dem ist nichts hinzuzufügen Bravo.

Uwe Middelberg 3. Mai 2022 - 12:15

Doch, doch! Wäre der überfallene Nachbar in unserem Sportverein, dann würden wir zur Hilfe eilen. Ist er leider nicht. Hier nimm die Waffe und verteidige dich selbst.

Steffen Mihan 2. Mai 2022 - 21:41

Ja, Frau Schwalm, Herr Blocklinger Sie bringen es wohl auf den Punkt…
Und wenn ein sogenannter “Schurkenstaat” einen anderen “Schurkenstaat” überfällt, der seit Jahren gegen Teile der eigenen Bevölkerung Krieg führt, wird der Überfallene auch nicht zum moralisch überlegenen! Leidtragend ist und bleibt die Zivilbevölkerung. Und jede mit verlogener Solidarität verbrämte, in Wahrheit aber aus Profit- und Machtgründen geleistete Waffenlieferung verlängert dieses unnütze Leiden.

criwit 3. Mai 2022 - 11:31

Herr Mihan, Sie unterstellen also, die Ukraine sein ein Schurkenstaat? Zum Schurkenstaat, was auch immer das sein soll, gehört jedenfalls der Überfall auf einen Nachbarn. Davon ist im Fall der Ukraine nichts bekannt. Sie sollten nicht so lose mit begriffen um sich schmeißen, auch nicht in Anführungszeichen.

Ismir 3. Mai 2022 - 10:48

Dieser Lumpenpazifismus führt nur zur Stärkung von Diktatoren wie Putin. Diese Sorte Machtmensch versteht nur ein Sprache, die Sprache der Stärke. Er droht Europa mit Atomkrieg? Fein! Dann holen wir so richtig viele Atomwaffen schön nah an die russische Grenzen und programmieren schon mal Moskau ein! Jedes Zittern vor Putins Atomwaffen wird von Ihm als Schwäche interpretiert und mit Erpressung beantwortet werden. Diese Erpressung wird dann nie mehr aufhören. Die Spieltheorie zeigt eindeutig, dass die beste Strategie Tit for Tat (wie du mir, so ich Dir) ist mit einer Ausnahme: ein Tit wird verziehen, um evtl. Unbeabsichtigkeiten nicht eskalieren zu lassen.) Die Ukraine ist für Putin doch nur der Anfang in Europa. Wie lange wollen wir denn noch träumen? Der einzige Grund, warum sich Putin über die NATO-Osterweiterung beschwert ist doch, weil er die Länder jetzt nicht mehr überfallen kann. Ein wirkliches Verteidigungsproblem hat er als größte Atommacht in der Welt nie gehabt.

Selenskyj Klitschko 2. Mai 2022 - 10:48

Sie können ihrem faschistoiden Nazi-Führer Putin gerne bis zum Anschlag in den Allerwertesten kriechen und hoffen, dass er sie deshalb auf ihrem Sofa in St. Petersburg verschont. Aber wir werden diesem Verbrecher die Stirn bieten. Und wenn wir dabei drauf gehen, dann mit dem Bewußtsein, dass dieser Massenmörder und Völkerparasit ebenfalls den Löffel abgibt in einem Regen von Atombomben auf den Verbrecher-Kreml.

Brigitte Smolka 2. Mai 2022 - 20:55

Mutig wäre es, wenn Sie diesen Kommentar unter eigenem Namen absetzen würden.
Ihnen möchte man auch in keiner U-Bahn begegnen.
Vorschlag: Sie melden sich freiwillig; für einen harten Feldeinsatz brauchen Sie keinen Tropfen Alkohol, ihre haßerfüllte Seele schafft das ganz allein.

Rastupin 2. Mai 2022 - 20:56

Zu SELENSKYJ KLTSCHKO fällt einem nichts mehr ein…Name ist Programm

Brigitte 2. Mai 2022 - 21:04

Spielen Sie jetzt den Troll für irgendwelche interessierten Kreise?
Bedenken Sie, auf welcher Website Sie sich befinden. Eine gehobenere Dialektik wäre vermutlich angemessen.

ianomamicontrabolso 2. Mai 2022 - 23:33

Ihre Nicks sagen schon einiges über Sie selbst aus. Sind Sie wie Klitschko auch ehemaliger Schutzgeldeintreiber? Bei Ihnen wäe eine Atombombe zu teuer. Das sollte man wie im Klitschko-milieu regeln … 🙁

Anton 2. Mai 2022 - 19:18

Dieser Kommentar ist nicht Ihr Ernst, oder?

GT 2. Mai 2022 - 19:51

Schreiben hat schon etwas gebracht….meistens auf der Kapitulationsurkunde…..
Und bis jetzt haben eigentlich immer die Vernünftigen gewonnen, leider mit ein paar Bekloppten im Schlepptau, so dass die eigentlich Vernünftigen zu Unvernünftigem hinreißen ließen. Und so haben bei uns die Nazis, wenn auch als absolute Minderheit, überlebt.

Schmidt 2. Mai 2022 - 21:12

Jetzt kommen hier wieder die Neunmalklugen und kritisieren, dass das nix mit Vergewaltigung zu tun hat. Ganz schlau immer mit dem Finger auf den anderen zu zeigen und am Thema vorbei wie es auch in der Parteipolitik zurzeit immer wieder gehandhabt wird. Es gibt in Deutschland keine Männer mehr es gibt auch nur noch Neoliberalismus. Es ist ein Unding, wenn Putin in seiner Rede dem Westen mit Atomwaffen droht das ist genauso verwerflich wie Krankhäuser Schulen und Zivilisten anzugreifen. Ich habe es so satt von diesen Diskussionen. Der wissenschaftliche Dienst der Bundesregierung hat nichts Besseres zu tun als festzustellen, ob die Ausbildung von ukrainischen Streitkräften auf deutschen Boden in Rammstein nun dem Völkerrecht entspricht und kein eingreifen in die Kriegshandlung wäre. Was stimmt mit euch nicht verehrte Abgeordnete. Mr. Putin hat euch gesagt wer hier eingreift bekommt es mit unseren Atomwaffen zu tun!!!!
Das muss man sich im Jahr 2022 einfach mal auf der Zunge zergehen lassen.
Meine Meinung die ja nicht zählt … Luftraumüberwachung mit F 16, F 18 und F 35 Kampflugzeugen und dann schau ich mir mal an was Mr. Putin so veranstaltet.
Wir schauen gerade zu wie ein Aggressor die Zivilisten und die Angehörigen der ukrainischen Armee im Stahlwerk von Mariupol solange ausräuchert bis alle Tode sind. Nur mal so als Vergleich … aber für euch kommt jetzt gleich ein Film in der ARD und dann geh ich zu Mutti ins Bett …

ianomamicontrabolso 2. Mai 2022 - 23:40

Das sind ihre bemitleidenswerten Angehörigen der ukranischen Armee “im Stahlwerk”:
https://www.haaretz.com/world-news/americas/brazilian-neo-nazis-recruited-to-fight-in-ukraine-1.5485098

Immerhin zum Nachlesen in israelischer Zeitung … Zumindest die Isrealis aben noch einen gewissen Rest-Anstand bei der Einschätzung der ukraine

Gerhardlorenz 3. Mai 2022 - 9:18

Die Kämpfer im Asowstahlwerk haben jederzeit die Möglichkeit die Waffen niederzulegen und in Gefangenschaft zu gehen. So wird das normalerweise gemacht wenn sich Truppen in einer aussichtslosen Lage befinden. Zudem hat Putin für die Zivilisten medizinische Versorgung und freies Geleit zugesichert. Aber diese Einheiten ziehen es lieber vor die Zivilisten als Schutzschilde zu benutzen. Das wird von unserer Westpresse natürlich nicht so gesehen, sondern von heldenhaften Patrioten gesprochen.

criwit 3. Mai 2022 - 11:48

Herr Lorenz, Herr Ianomamicontrabolso, können Sie mal die ukrainischen Rechtsextremisten stecken lassen? Hier hat man jede Menge über diese Leute gehört, jeder kennt sie. Sie vergessen aber passenderweise hier, dass Bolsonaro mit Putin sympathisiert, die brasiliansiche Polizei also eine zweifelhafte Quelle ist. Wo, wenn nicht im Stahlwerk sollte die ukrainische Rechte heute sein, falls sie noch einen aus rechtsextremer Innenperspektive angemessenen Restanstand besitzt? Sollte nicht Putin und sein Regime nicht nach demselben Argument aus Russland abziehen, da sie doch eine ganze, acht Zeitzonen umspannende Föderation zur Geisel nehmen (als samozvanets, illegitimer Präsident) ? Nun, der ganze Unterschied ist der: Putin wurde nicht angegriffen, die “ukrainischen Rechtsextremen” schon. Wenn Sie schon von einer “Einschätzung der Ukraine” sprechen im Zusammenhang mit einem in allen Staaten inklusive der RF vorfindlichen Phänomen (das ganz nebenbei von Putin kräftig gefördert wird), dann bitte, richtig.

ianomamicontrabolso 3. Mai 2022 - 18:04

Aha Criwit, richtig, der Bolsonaro sympathisiert mit Putin?? Na dann, dann viel Spass wenn die ganze deutsche Rüstungs-Schwerindustrie ihre Erze für “Granaten und Kanonen” vom Amazonas beziehen wird. Wie fein ist doch Komplizenschaft beim Zerstören der Regenwälder, beim globalen Klimacrash im grossen Stil, während die kleinen teutschen Michels – laut sensiblen Politier:innen – bald im kalten Wohnzimer sitzen sollen.

Schmidt 3. Mai 2022 - 20:14

Wissen Sie meine Herrn, bei so viel Ignoranz hat Deutschland es gar nicht anders verdient. Vermutlich ist es das Beste, wenn es Krieg gibt um die ganzen Verstrahlten hier mal wieder auf Kurs zu bringen und einen Null Zustand einzuläuten.
Keiner rückt von seiner Meinung ab jeder will auf sein Recht pochen und das die im Stahlwerk keine Schülerlotsen sind ist mir sehr wohl bewusst und es ist genau das was diese Kämpfer (ob nun rechts oder links) von den deutschen Schülerlotsen unterscheidet. Die hätten vermutlich schon am ersten Tag aufgegeben. Die Kämpfer jedoch nicht.
Allerdings hat Putin mit seinem kleinen Zarenreich angefangen mit seinen Atomwaffen zu drohen.
Das Einzige was mir zu diesem Kriegsverbrecher einfällt ist, dass ich ihn mit den beiden Klitschkos auf dem Maidan in den Ring stelle. Das hätte er verdient.
Jetzt bekomme ich bestimmt von der EMMA Zeitschrift gleich wieder einen Brief 😉

Manfred Z. 3. Mai 2022 - 15:37

Das verträgt schon noch etwas Kontext – da geht es nämlich nicht um die Ukraine und deren Armee, sondern um das Azov-Regiment – das wäre so wie wenn wir von 35.000 Rechtsextremen in Deutschland ableiten würden, dass ganz Deutschland immer noch nationalsozialistisch ist … https://www.derstandard.at/story/2000134336443/faktencheck-wie-ist-das-mit-den-neonazis-in-der-ukraine

ianomamicontrabolso 3. Mai 2022 - 17:42

Der Selenski ist zwar selbt kein Rechtextermist aber der “Rechte Block” hat den sg. demokratischen Institutionen der Ukraine (die in Wahrheit eine Institutionalität der Oligarchen waren und sind), immer deutlich gemacht. falls ihr bestimmte Grenzen überschreitet, dann kommen wir. Damit war gemeint:. falls ihr einer Dezentrailiserung der Ukr zutimmt, falls Ihr einen fairen Finazausgleich zwischen den Regionen akzeptiert, wenn ihr gar eine Anerkennung der Russischen Krim andenkt usw dann ist Ende für Euch, für Herrn selenski und co.. Insoferne unterstand die formelle “Führung” der Ukraine immer der Fuchtel, einer Art Oberhoheit, der Rechtsextremen. Es war ein geduldeter Spielraum, komisch und ein Armutszeugnis, dass die sogenannten Schwurble-liberalen Deutschlands das nicht stört. Wohl wegen deren Ignoranz der Faktenlage. Ich wage sogar zu behaupte, der Führung in Kiew ist es ganz recht, dass die Azows jetzt von den Tschetschenen grausam vernichtet werden, weil man so eines dieser drohenden ftalen Pendel los wird. Deshalb auch die dauernden Durchhaltebefehle ..

Michel H. 2. Mai 2022 - 21:14

1. Seine Argumentation steht und fällt nicht mit seiner persönlichen Anekdote aus der Jugend. Die folgenden Paragraphen sollten da eher betrachtet werden.
2. “Was haben Sie getan…” ist ein Whataboutism, mit dem ich sehr vorsichtig wäre.
3. Warum ist ein Meinungskommentar unwichtig? Ich bin hierauf gestoßen, weil das teilweise echt schwierige Fragen sind und ich finde es sehr gut, dass sie unter anderem auf diese Weise diskutiert werden. Ist ein offener Brief wichtiger als das hier?
4. Mein persönliches Problem, mit dem offenen Brief ist, dass genau das nicht gemacht wird, was Sie diesem Kommentar vorwerfen. Es wird gegen Waffenlieferungen argumentiert aber keine normative Alternative geboten. Ich weiß, dass das klassische Argument ist, man solle stattdessen verhandeln aber das finde ich in dieser Situation einfach realitätsfern. Es wird kontinuierlich versucht zu verhandeln und Russland scheint sehr wenig bis gar nicht bereit zu sein, zu verhandeln.

Anh 2. Mai 2022 - 22:59

Was für ein subschlauer Kommentar?!

Berger, Robert 2. Mai 2022 - 23:19

Ein paar Promis schreiben einen Brief und eine Republik geht steil. Ein paar handvoll echte Pazifisten werden verbal in die Ecke gegröhlt, unfähig sich mit Argumenten zu verteidigen, weil jede Verteidigung dem aktuellen Narrativ zuwieder läuft. Herzlichen Glückwunsch. Und dann kommen sie und schreiben das hier. Auch dazu herzlichen Glückwunsch. Ich erwische mich in letzter Zeit immer wieder dabei daran zu denken, das ich Gott sei Dank nur 3 km von einem potientiellen Einschlagsort einer sowjetischen Atombombe wohne. Ein Blitz, eine Sekunde Atem holen und dann werde ich einfach verdampfen. Aber ein vergleichsweise gnädiger Tod im Gegensatz zu dem langen, qualvollen Sterben der Millionen anderer, die nicht soviel Glück haben werden wie ich. Denn das ist die Zukunft, die uns Waffenlieferungen bringen werden. Denn Waffen nähren den Krieg, nicht den Frieden, das weiss schon ein dreijähriger, aber ein dreijähriger ist nie zur Hand, wenn man ihn mal braucht. Und als ehemaliger Soldat kann ich ihnen noch einen Zahn ziehen. Die ersten Bomben werden nicht die bösen Russen auf uns werfen, nein, die kommen direkt von unseren besten Freunden den Amerikanern. Als Bonmot und als gedachter Wall für sowjetische Bodentruppen. Wenn sie an einer bestimmten festgelegten Verteidigungslinie der Natodoktrin wohnen, etwa die Linie Lübeck- Braunschweig- Zwickau, werden es im Ernstfall schöne glitzernde W187 Sprengköpfe sein, die uns den Nachmittagstee verhageln. Also, am besten auch noch Leopardpanzer und was weiss ich sonst noch liefern, dann gehts schneller und sie können ihren Sommerurlaub noch kostenfrei stornieren. Denn wir gehen in eine strahlende Zukunft, aus der niemand rauskommt. Und noch eins, Panzer brauchen sie dann keine mehr, aber eventell ein Schnitzmesser. A.E. hat gesagt, der vierte Weltkrieg wird maximal mit Stöcken geführt werden.

Harald Müller 3. Mai 2022 - 2:36

Danke Herr Berger für diesen Text. Zu DDR Zeiten lag mein Dorf förmlich im Zentrum umringt von Millitärobjekten.
Jetzt lebe ich ca. 100km entfernt von einem potentiellen Einschlagsziel einer Atomwaffe.
Ich weiß nicht woher das folgende stammt (wohl ca. 1982) “Die Überlebenden werden die Toten beneiden!”
Im schlechtesten Falle wird es wohl so sein.

Dieser Krieg ist zu verurteilen ohne Frage. Jedoch geht jedem Krieg eine Zeit der Ereignisse voraus.
Ich empfehle jedem Radio München zu konsultieren. Da gibt es ein Gespräch mit Clemens Ronnefeldt.
Es sind 2 Teile die wirklich hörenswert sind. Da wird kurz aber pägnant die Entwicklung geschildert.
Von der Christianisierung der Ukraine und Russland bis zur Nato Osterweiterung die nach dem Mauerfall eigentlich nie stattfinden sollte usw. usf.
Die Leidtragenden und Opfer sind wie immer in jedem Krieg die zivile Bevölkerung!!!
Weiterhin möchte ich an die Bundestagsrede Betreff Ukraine und Nazis von Gregor Gysi im Jahre 2014 erinnern.
Ich persönlich glaube nicht das die in der Rede genannten Akteure zwischenzeitlich lupenreine Demokraten geworden sind.
Eine weitere Quelle die man sich anhören sollte ist Daniele Ganser. Der erklärt einem so manches Geschehen aus der Sicht des Historikers. Sicherlich wird in 20 – 50 Jahren vieleicht ein anderer Historiker ein Bild des Ukrainekrieges, seiner Ursachen und Akteure zeichnen, welches ein ganz anderes Licht auf die Geschehnisse wirft.
So wie sich der Herr Melnyk als Botschafter aufspielt und Forderungen stellt, spricht dies eine deutliche Sprache.
Warum muss sich ein SPD Politiker im höchsten deutschen Staatsamt für seine russischen Kontakte entschuldigen? Hallo gehts noch….
Vor allem wir Deutsche haben eine Verpflichtung uns nie wieder an irgendwelchen Kriegen in jedweder Form zu beteiligen!!! Warum liefert die USA nicht die gewünschten Waffen? Es steht der USA Administration frei die “Schweren Waffen” bei wem auch immer einzukaufen und in die Ukraine zu liefern.
Es ist in unserer Gesellschaft alles so verlogen. ARD und ZDF kann man als Informationsquelle vergessen.
In meinen Augen rangieren die Anstalten momentan auf der Stufe der Propaganda Apperate von vor 90 Jahren.
Das schlimmste man muss diese Sch… auch noch durch einen Zwangsbeitrag mitfinanzieren…..
Vor allem die sinngemäße Darstellung Herr Putin wäre Größenwahnsinnig geworden und kein akzeptabler Verhandlungspartner. “Heute die Ukraine und morgen die ganze Welt”!
Ja Herr Putin hat sich mit diesem Krieg schuldig gemacht! Es noch einige Personen aus der westlichen Hemisphäre die mit auf die Anklagebank gehören wegen Unterlassung!
Den Bürgern der Orte rund um Buchenwald wollte auch keiner Glauben dass man nichts bemerkt haben wollte von dieser “Vernichtungsmaschinerie”…. Also jeder sollte / muss sich informieren und das nicht nur einseitig…..
Bestes Deutschland ever. Was ist aus dem Land der Dichter und Denker geworden.
Charakter hat doch fast keiner der aktuellen Politakteure.
Der eine kann sich nicht an wichtige geführte Gespräche erinnern.
Eine andere meint es schreibt niemand “alleine” ein Buch….
Ich höre besser auf…
Vor allem alle Maßnahmen, Boykotte etc. schaden unserer Wirtschaft mehr als es Putin und Russland schadet.
Im Gegenteil die Preise steigen und beim Öl wird Herr Putin sogar noch mehr einnehmen können als in Friedenszeiten. Bei Gas ist es ja noch irrer bei langfristigen Verträgen die bezahlt werden müssen ob wir Gas abnehmen oder nicht. So etwas kommt im nachhinein zur Sprache.
Man staune sogar das ZDF traut sich das zu senden…..
Hallo Herr Habeck erst Hausaufgaben machen und dann erst einmal eine Runde nachdenken bevor man “schießt”….
Mit einem Abgeordneten- oder Ministersold kann ich gut reden haben von wegen wir zahlen den erhöhten Preis.
Ich war vor Jahren (es war kurz nach 9/11) beruflich in den USA (Texas) zu einem Training.
Dort sah ich einen Toyota Kleinwagen der in der Heckscheibe folgenden Spruch hatte.

“I love my Country but i fear my Government!”

Mittlerweile kann ich solch einen Satz nachvollziehen.

PS: Hallo Herr Müller, ich habe heute nach der Spätschicht auf dem Nachhauseweg auf rbb info 24 Ihren Kommentar gehört. Den aus Ihrer Sicht so verwerflichen Brief der Alice Schwarzer & Co. habe ich gelesen
und kann Ihre Empörung nicht wirklich verstehen. Vielleicht schaffen Sie es bei Radio München hinein zu hören.
Laut dem Interview war wohl ein großer Teil der Ukrainischen Bevölkerung der Meinung lieber zivilen Protest unter einer russischen Besatzung leisten zu wollen…

Denken Sie mal nach was alles im Zuge der Corona Epidemie verkündet wurde…..
Jetzt deckt der Bericht an die amerikanische Börsenaufsicht SEC auf, dass Biontech / Pfizer aufgrund der realen Wirksamkeit des Coronaimpfstoffes niemals eine reguläre Zulassung bekommen wird.
Der Börsenanleger genießt einen höheren Schutz als der “betroffene Endkunde”…..

Ansonsten wünsche ich Ihnen und allen anderen Gesundheit und klaren Verstand.

MfG
Harald Müller

PS: Das Kommentarfenster ist super klein das man seinen eigenen Post nicht Screenshotten kann. 🙁

Tina H. 3. Mai 2022 - 11:17

Daniele Ganser- das ist ja ein toller Berater!

criwit 3. Mai 2022 - 11:56

Herr Müller, der ganze Kommentar ist fragwürdig, sie haben Ihren Geisteszustand allerdings am klarsten in einer Seitenreplik gezeigt. Darf ich aus den Finanznachichten zitieren: “Trotzdem musste Biontech vor der US-Börsenaufsicht SEC zugeben, dass die Wirksamkeit ihres aktuellen Corona-Impfstoffs eventuell nicht für eine dauerhafte behördliche Zulassung ausreichend sein könnte”. Richtig, es geht um den aktuellen, also neuen Impfstoff. Daraus Rückschlüsse auf den “betroffenen Endkunden” zu ziehen … schwurbelt sehr.

Fackumuller 4. Mai 2022 - 10:38

Ich gratuliere, Herr Müller. Sie sind von all den Schwachköpfen, die eine Furie wie die Schwarzer verteidigen und dann gleich noch von irgendeiner Schuld des Westens labern, sind Sie der größte Trottel. Leuten wie Ihnen kann man dann sicher auch erklären, warum Hitler gar nicht schuld am Krieg war. Er wurde doch von GB und Frankreich dazu getrieben.
Merken Sie sich, Sie Trottel, dass die Schuld immer der Angreifer hat. Alles andere ist Blödsinn.

Ismir 3. Mai 2022 - 10:56

Waffen nähren den Krieg? Welch ein Trugschluss. Sie verhindern ihn! Nur durch die Atomwaffen gabe es so eine lange Persiode des Freidens in Europa. Atomwaffen erhöhren die Kosten eine Krieges, so dass es sich für den Angreifer nicht mehr lohnt Krieg zu führen. Waffen sind dazu da um den potentiellen Agressor zu zeigen, Angriff lohnt nicht! Das wusst schon Äsop. Vielleicht sollten Ihre dreijährigen die Fabel vom Fuchs und den Igel mal lesen.

Sven Gehrmann 3. Mai 2022 - 8:23

@Werner Jahnke: Welcher Troll aus Moskau hat eigentlich Ihr Gehirn gewaschen? Bei aller Liebe zur Meinungsfreiheit: Bitte: Erst richtig informieren, dann Meinung äußern. Es ist, als hätte hier jemand russische Propaganda wiedergekäut!
Und selbst dann, wenn es so wäre, dass die Ukraine die beiden “Volksrepubliken” Luhansk und Donezk zuerst terrorisiert hätte: Auch dann wäre das gesamte Agieren Russlands auch nicht mit dem Völkerrecht in Einklang zu bringen.

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 11:21

Es HAT jemand russische Propaganda wiedergekäut – könnte gut sein, sogar gegen Bezahlung.

sonntagssegler 3. Mai 2022 - 11:33

Erstens erklärt er nur und kritisiert eigentlich nur die (überwiegend ebenfalls älteren) Briefschreiber und das auch ziemlich sachlich.
.
Zweitens: Wenn Sie das Schreiben an sich nicht akzeptieren, halten Sie sich bitte selbst daran und unterlassen sie jeglichen Kommentar.

Andreas 3. Mai 2022 - 13:04

https://www.zeit.de/politik/2014-09/bundeswehr-ausstattung-marine-luftwaffe-heer

Der offene Brief in der “Emma” und warum “Aufrüstung ja oder nein”
Die ganze Frage erübrigt sich wenn ihr mal auf den obigen link drückt, sollte es irgend jemanden auf der welt einfallen mit Deutschland einen Krieg zu beginnen wird es den erst garnicht geben, verteidigen mit was ?? mit steinen werfen ??

Jim Bob 3. Mai 2022 - 16:14

Ist doch alles ganz einfach.

Wenn es im Krieg in der Ukraine vor allem um Freiheit geht, und nicht um Nationalismus, kann Herr Selenski ja Reisefreiheit auch für alle Männer zwischen 18 und 60 gewähren. Sein Sprechesprecher könnte irgendsoetwas sagen wie:

“Das tritt… .ach meiner Kenntnis… ist das sofort… unverzüglich.”

Und wenn Rheinmetall, Krauss-Maffei Wegmann, EADS und Co. um ihre wirtschaftliche Freiheit fürchten und nicht einfach einen riesigen Reibach machen wollen, spenden sie sicherlich auch gerne all die Waffen, die sie auf ihrer Liste an die Ukraine geschickt haben.

Und weil Herr Müller sich sicherlich mit seinem Ersparten eine G3 oder Kalaschnikow gekauft hat und mittlerweile in der Ostukraine für unsere?, seine? Freiheit kämpft, liest er diesen Kommentar sicherlich in einem Schützengraben.

Aber wenn das alles nicht so ist, frage ich mich, wie ernst ich das alles nehmen soll, was all die Hurra-Freiheits-Patrioten rumposaunen, die in den letzten 30 Jahren meist ziemlich still waren, als während all der Kriege und kriegerischen Konflikte auf der Welt mehr als 1 Millionen Menschen gestorben sind.

Das hat sie wohl nicht interessiert, weil es da wohl nach ihrem Empfinden nicht um den eigenen Ar… ging.

Susanne 3. Mai 2022 - 16:15

Was machen Sie denn? Spenden Sie zumindest? Ich schließe mich Wolfgang Müller an. Auch mit großer Angst. Aber wollen Sie uns weismachen, mit den regierenden von Russland wären rhetorisch hübsche Gespräche wirksam? Oder sind Sie gewillt, “gesäubert” zu werden, da Sie nicht mehr “russifiziert” werden können? Ich nicht. Übrigens bin ich Jahrgang 63 und meine Mutter hatte ständig den Fernseher mit den Berichten über russische Aktivitäten und Drohungen an. Auch ich bin in der ständigen Angst vor den Russen aufgewachsen. Das können Sie in keiner Form nachvollziehen. Ich war glücklich über Gorbatschwow. Kriegshandlungen und die Menge an Diktatoren, die dieser Planet zur Zeit ertragen muss, sind für mich im heutigen Jahrhundert eigentlich unvorstellbar. Aber schauen Sie mal in die Chefetagen vieler Unternehmen. Und Putin hat keine Hemmschwelle mehr. Viel Spaß Ihnen mit Putins Regime.

Jim Bob 3. Mai 2022 - 17:34

@Susanne

Sie schreiben auch mit einer Kalaschnikow aus einem ukrainischen Schützengraben? Haben Sie Kinder, sind die auch schon freiwillig an der Front? Wofür soll ich spenden? Für Waffen? Ich spende für humanitäre Hilfe im Jemen-Krieg und für die hungernden Kinder in Afghanistan. Sind auch Menschen.

Ist das jetzt ein Krieg für unsere Freiheit? Und sollten die Männer zwischen 18 und 60 in der Ukraine selbst entscheiden können, ob sie kämpfen wollen oder nicht. Und wenn es ein Krieg auch für unsere Freiheit ist, sollten dann auch unsere Kinder dort an die Front geschickt werden? Und wie ist das mit all den andern Kriegen? Sollen wir da auch überall schwere Waffen hinliefern? J

Mika 3. Mai 2022 - 19:22

“Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.”
Diesen letzten Satz, sozusagen die Quintessenz des ganzen Artikels, den hätte ich ja gerne in der Pandemiezeit angewendet gesehen. Da wurden freiheitliche Grundrechte flott aufgegeben. War Herr Müller da auch als Freiheitskämpfer unterwegs, gegen die “Sicherheit” bietenden Maßnahmen ?
Solche heroischen Sätze taugen als Sinnspruch fürs eigene Poesiealbum, werden der Komplexität der Wirklichkeit aber nicht gerecht. Geopolitische Kriege werden nie für Demokratie, Menschenrechte und ähnlich schöne Werte geführt sondern für wirtschaftliche Machtinteressen. Alle real beteiligten Menschen sind nur Kanonenfutter. Um in Bild des Herrn Müller zu bleiben: wenn die Ukraine die von Russland vergewaltigte Frau ist, dann muss sie nach der vermeintlichen Rettung durch den Westen für diesen die Beine breit machen.
Nein, keine Waffen für irgendwen! Bitte am Tisch den Kuchen aufteilen.

Fritsch 3. Mai 2022 - 20:06

Vielen Dank Sven, Kommentar vom 02.05.2022

Als aller erstes vorweg. Nach wie vor gilt für mich, Frieden schaffen, erhalten und bewahren, ohne Waffen und durch Diplomatie und direkte und offene Gespräche…
Gott sei Dank war in den letzten 77 Jahren nach Kriegsende von 1945 möglich…..
Ich komme aus den Ost Bundesländern und habe 3 Jahre gedient. Ich kenne militärische “Disziplin”.
Ich frage mich wirklich, ob hier die Bundesregierung deppert ist????
Vertreter, durch das “VOLK” gewählt, das ich nicht lache, sind gefählich dumm, sehr dumm…
Warum?????? Über die Geschichte Deutschland, nach Kriegsende, informieren, erfassen, verstehen und dann erst dann den Mund aufmachen….
Ich weiss nicht, ob die meisten Volksvertreter-Bundestagsabgeordneten, sei es Links, Mitte, Grün, FDP, CDU, Journalisten, Medien, möchte-gern Promis , what ever überhaubt…. wissen, in welchem Verhältnis sich die BRD nach Kriegsende und nach 1952 befindet!!!!!!! Und was diese Leute, Medien für eine gefährliche Zündschnur anzünden, durch unüberlegte Berichterstattung.
Wir, die BRD, haben keinen Friedensvertrag mit den Alliierten Siegermächten, USA, Frankreich, England,
auch mit der damaligen Sowjetunion nicht. Wir die Bürger der BRD sind seit je her, kein souveräner Staat und haben uns der Gnade und des Willen der Siegermächte, unterzuordnen, basta!!!!
Die USA ist unser vorrangiger Knecht……Und warum sagt unser sogenannter Bundeskanzler das nicht endlich unseren Bürgern, warum wohl nicht??????…….Die Interessen Frage, Wirtschaft, Militär, Territorium.
Nach der Bundestagswahl wurden die gesamten Mitglieder der Bundesregierung erst einmal anständig gebrieft von unseren amerikanischen Freunden und deren Verbündeten, in Richtung gebracht. Das ist so. Deppen wie Waffen-Spezi-Hofreiter, Baerbock, Habeck, Militär- Expert-innen Strack-Zimmermann, Gladiator-Merz, Kanzler, haben sich förmlich in einem schitzophrenen Zustand begeben. Ich habe keine Lust, das Europa, unser Land und Bürger, den amerikanischen Interessen geopfert werden, militärisch, wirtschaftlich und eventuell durch einen Atom Krieg, territorial.
Wir als mündige Staatsbürger, dürfen das nicht weiter dulden. Deswegen sollte die Bevölkerung endlich aufgeklärt werden……Warum haben wir keine Verfassung, “nur” ein Grundgesetz, weil wir völkerrechtlich nicht souverän sind. Wir dürfen nicht frei entscheiden, sondern vorher bitte schön fragen…..
Es wird Zeit aufzustehen und das zu ändern. …..Das ist geschichtlich, dokumentarisch nachprüfbar, basta….
Und weiter, wird es Zeit, sich gegen solche Typen, wie Melnyk, zur Wehr zu setzen. Der spielt sich auf wie ein Diktator…….wir sollten nicht die Lakaien solcher Waffeneintreiber werden…..oder , ach ja wir sinds ja schon, sorry.
Vielleicht kann Ihm jemand eine AK 47 besorgen, Ausbildung bitte bei Herrn Hofreiter, der hat super in kürzester Zeit, Zahlen gelernt, aber DIE , hat er nicht auf dem Schirm.
Dann kann der Patriot die Waffe nehmen und in seinem Land, für sein Land kämpfen.
Anständiges diplomatisches Auftreten und Verhalten, geht anders. Schickt diesen Provokateur nach Hause……
………und eines bitte noch………ich kennnnnnnnne sehr sehr viele friedliebende Menschen hier in unserem schönen Land…………keiner, keiner, keiner aber auch keiner will Krieg und aber auch gar keiner will, das Waffen, schwere oder leichte oder fliegende oder oder, Waffen geliefert werden……..Liebe Medien, verkneift euch, …..nach repräsentativen Umfragen, sind mehr als die Hälfte der Bevölkerung, für eine Waffenlieferung in die Ukraine……..es gibt Gott sei Dank viele Menschen, welche nicht dumm, blöd etc. sind….
……..ich hoffe der liebe Herr Gott sieht alles und vergisst nix….und vergibt Euch……
Ich werde beten, für ein hoffentlich, baldiges, Ende, diese schrecklichen Krieges.
WIR, die Deutsche Bevölkerung ist, sind, nicht für diesen Krieg verantwortlich und wir sollten uns auch nicht weiter da hineintreiben lassen…….alles liebe für friedliebende Menschen

Jano 3. Mai 2022 - 22:57

Waffen haben noch nie Frieden gebracht, sondern immer Vernichtung und Tod. Dafür werden Waffen gebaut. Frieden wurde noch nie mit Krieg gewonnen. Egal von welcher Seite. Es gibt für mich da keine rein Guten und keine absolut Böse. Der böse Russe und der gute Westen ist Hollywood. Auch umgekehrt geht die Rechnung nicht auf. Zum Streit gehören immer zwei, mindestens. Ich behaupte, das hauptsächlich dritte von diesem Konflikt auf verschiedenen Ebenen profitieren. Das ‘der Russe’ die ganze ‘freie’ Welt dem Erdboden gleichmachen will, ist totaler Quatsch. In keinster Weise umsetzbar und eine völlige Teufelswandmalerei. Mich erstaunt, das ein so gedankengewandter Künstler wie Wolfgang Müller sich so schwarzweiß einstreichen lässt.

Désirée Bourger 30. April 2022 - 23:32

Danke, das ist ein hervorragend argumentierender Text, dessen Beobachtungen, Argumente und Schlussfolgerungen ich vollkommen teile.

A.B. 1. Mai 2022 - 15:59

Hm dem Vergewaltigungsopfer Waffen geben, um damit getötet zu werden und gegen den Geber zu richten. Ich hab genug Lehrreiches aus meiner Jugend 70er/80er an einem Militärstandort mitgenommen.

Behan 1. Mai 2022 - 19:56

“Hm dem Vergewaltigungsopfer Waffen geben, um damit getötet zu werden und gegen den Geber zu richten.”

Nein, wo nehmen Sie das her? Es geht darum, das Vergewaltigungsopfer in die Lage zu versetzen, sich derart zu wehren, dass es nicht mehr vergewaltigt wird. Alles andere entspringt Ihrer Phantasie.

A.B. 2. Mai 2022 - 7:10

Womit soll es sich gegen einen mächtigeren Vergewaltiger denn wehren? Es ist jetzt wo es im Würgegriff ist, nicht mehr die Frage sich zu wehren. Der Zeitpunkt des Ausstiegs/ gar nicht erst attackiert zu werden, wäre ein anderer gewesen. Die Frage ist hier, wem liefern wir im Endeffekt die Waffen?

LoW 2. Mai 2022 - 12:28

Ach so, Gegenwehr ist zwecklos? Vielleicht sollten wir Waffen nach Russland liefern, damit Putin die Ukraine schneller besiegen kann? Habe ich Sie da richtig verstanden?

R. Engelhardt 2. Mai 2022 - 20:33

Die Alternative wäre, dem Opfer beizustehen und vom Aggressor – notfalls mit Gewalt zu trennen.
Ich sehe, Sie sind also dafür, dass die Nato da mal richtig dazwischen geht?

R. Engelhardt 2. Mai 2022 - 20:39

“Es ist jetzt wo es im Würgegriff ist, nicht mehr die Frage sich zu wehren.”
Die einzig vernünftige Lösung wäre also, ihr keine Waffen zu geben, sondern den Angreifer zu veranlassen, von ihr abzulassen.
Also sind Sie dafür, dass man aufhört nur zuzuschauen und seine Solidarität zu bekunden und z.B. mit Nato-Truppen dazwischen geht (Blauhelme funktionieren leider nicht, weil das Putin und die Chinesen blockieren würden)?

Heiko Schöl 1. Mai 2022 - 17:37

Haltung zeigen!
Es hat einen Wert und einen Preis, für die Freiheit (nach unserer Definition) einzustehen.
Noch kostet uns das ‘nur’ Geld, den Kopf halten die Ukrainer hin. Sie vor allem verdienen Mitgefühl, Unterstützung und Respekt. Unser aller Ziel sollte sein, das Leid des ukrainischen Volkes schnellstens zu beenden. Und um nicht allzu sehr Partei zu ergreifen: mich dauert auch das Opfer der russischen Soldaten und deren trauernden Mütter.
Alles irrsinnig!
Und wieso oft: angezettelt von wenigen, skrupellosen Mächtigen.

Jörg Sobota 2. Mai 2022 - 19:24

Vielen Dank für diesem großartigen, mir aus der Seele sprechenden Beitrag. Für “Nie Wieder!” braucht es eine gerade Haltung und somit Rückgrat.

Judith Leschig 3. Mai 2022 - 0:37

Das sitzt, Danke

Herbert 1. Mai 2022 - 0:04

Danke!

Leander 1. Mai 2022 - 5:38

Herr Müller,

“Wenn dabei irgendwas Vernünftiges herauskommt, findet man es hier.”

Das stimmt.
Danke für diesen sehr guten Text. In diesem haben Sie alles gesagt, was wirklich wichtig ist.

Beste Grüße
Leander

Hella 1. Mai 2022 - 7:44

Danke Wolfgang Müller, klarer und schöner kann man es nicht sagen. Kompass ist wieder ausgerichtet.

Gerhard 1. Mai 2022 - 7:58

Danke für diesen hervorragenden und einfühlsamen Text!

Uschi Ronnenberg 1. Mai 2022 - 8:10

Diese Kindheitserinnerungen – die Sirenen, die “Düsenjäger” – genau so… Danke für diesen Klasse-Text!

Andreas L. 1. Mai 2022 - 15:31

Danke Herr Müller, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich muss ebenfalls gerade feststellen, wie zerbrechlich unsere Demokratie ist. Jahrelang haben wir uns in Sicherheit gefühlt, glaubten, wir müssten uns keine Sorgen mehr zu machen. Wir haben viel zu lange zugesehen und uns trotz so vieler kriegerischer Brennpunkte aus der Verantwortung gezogen. Unsere Werte können wir nicht verteidigen wenn wir angesichts der russischen Bedrohung die Hände in den Schoß legen. Es ist an der Zeit, mehr für die Erhaltung dieser Werte zu tun. Wer wird einmal für uns in die Bresche springen und diese Werte für uns verteidigen wenn es in den USA bald vielleicht wieder einen President Donald Trump geben wird?

Karin Schwalm 2. Mai 2022 - 21:14

Lieber Andreas L.,
Sie erinnern sich vielleicht an Egon Bahr, der gesagt hat, dass es im Zusammenspiel zwischen Staaten nie um Werte geht, weder um Freiheit noch um Demokratie. Es geht um Interessen. Uns erzählt man nur, dass es um Werte ginge, damit wir die kriegerischen Auseinandersetzungen akzeptieren.
Im übrigen konnte man seit Jahren beobachten, welche geopolitischen Interessen die USA verfolgen. Die USA streben nach wie vor eine Hegemoniestellung an und versuchen seit Jahren zwischen Europa und Russland Zwietracht zu säen. Dies kann man zum Beispiel in dem Dokument “Das neue amerikanische Jahrhundert” nachlesen. Wir werden nur eine gemeinsame Sicherheit in Europa aufbauen können auch unter Einbeziehung Russlands.

Andrea 2. Mai 2022 - 23:31

Angesichts der unsäglichen Verbrechen, die Putins Russland gerade am ukrainischen Volk verübt empfinde ich die Naivität Ihres Kommentars als geradezu unerträglich.

Gerhardlorenz 3. Mai 2022 - 9:16

Unsere Werte? Wir haben keine Werte ausser Geld und aufgesetzt Schönheit

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 11:25

Erster Absatz: Egon Bahr, Staaten, es geht im Interessen. – – – Zweiter Absatz: Die böse USA. – – – – Alles klar: https://www.dw.com/de/faktencheck-wie-erkenne-ich-staatliche-propaganda/a-60240842

Lia Venn 1. Mai 2022 - 8:17

Hallo,
von FFM ein DANKE nach HH. Sie haben die Worte gefunden, die mein brüllendes Herz in meinem versteinerten Kopf sucht und sucht, aber nicht findet. Da sind nur geschrieene Schimpfwörter drin.
Ihr Text ist gut, wahr und klug. Er hilft.
Danke!
Lia

Rüdiger 1. Mai 2022 - 8:46

Diesen Worten ist wirklich nichts hinzuzufügen. Dieser Text sollte verbreitet werden, wie sich Corona ausgebreitet hat, damit so viele wie möglich ihre eigene Einstellung überdenken.

Lebal 1. Mai 2022 - 15:05

Der Bundestag hat am Donnerstag der Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine zugestimmt. Warum ist das ein Fehler?

Es gibt zwei große Gegenargumente: Das Erste ist: Wir werden durch Waffenlieferungen sukzessive Kriegspartei, und es fällt vermutlich eines Tages schwer, die Grenze vor einem aktiven Kriegseintritt aufrechtzuerhalten. Zweitens hat Russland die Eskalationsdominanz, die durch Waffenlieferungen an die Ukraine nicht geändert werden wird. Insofern ist zu erwarten, dass dieser Konflikt mit Waffenlieferungen nur blutiger und länger wird, sie aber am Ausgang nichts ändern.

Sie haben im Dezember letzten Jahres in einem öffentlichkeitswirksamen Aufruf vor einer Eskalation mit Russland gewarnt. Wie nehmen Sie die Debatte in führenden Kreisen in Deutschland war?

Die Bundesregierung hat einen Interessenausgleich mit Russland leider nicht zustande bekommen. Ich sage nicht, dass das einfach gewesen wäre. Aber sie hat es versäumt, die diplomatischen Verhandlungsspielräume seriös auszuloten. Insofern trägt sie eine Mitschuld an diesem Krieg.

Ich nehme eine Stimmung wahr, als ob der Krieg wieder der Vater aller Dinge ist. Das ist eine falsche Tonalität. Wir müssen auch rhetorisch wieder abrüsten und nicht so tun, als ob man mit Krieg Probleme lösen könnte.
Cuba Sí

Befürchten Sie, dass es zu einem Dritten Weltkrieg kommen könnte, wenn der Westen den Krieg in der Ukraine weiter anheizt?

Das ist leider nicht mehr ausgeschlossen. Allein der Gedanke daran ist bei Lichte betrachtet ein absoluter Wahnsinn. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass man solche Gedanken wieder durchspielt, sondern müssen mehr Energie darauf verwenden, einen großen Krieg abzuwenden.

Personen des öffentlichen Interesses wie Sie, die sich für eine Verhandlungslösung einsetzen, werden hart angegangen. Springers Bild titelte: »Über diese deutschen Experten freut sich Putin«. Tragen die Medien zum verschärften deutschen Kriegskurs bei?

Ja. Es ist Teil der Radikalisierung, dass der Diskursraum sehr verengt wird und jeder, der nicht auf Linie ist, gewissermaßen entweder als Putin-Freund oder als Naivling dargestellt wird. Ein völlig falscher Ton in der Debatte.

Wie kann eine Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg aussehen?

Das Erste, was wir jetzt brauchen, ist der Abschied von der Vorstellung, dass die Bundesregierung diesen Konflikt lösen kann. Berlin muss kluge Realpolitik machen. Dazu gehört, zu akzeptieren, dass die Ukraine ein neutraler, demilitarisierter Staat sein wird. Und dazu gehört auch, anzuerkennen, dass die ­Ukraine nicht die volle Souveränität über ihr Staatsgebiet behält. Das heißt, dass die Bundesregierung die Krim- und die Donbass-Frage pragmatisch angehen müssen wird. Und zwar nicht, weil es eine gute Lösung ist, sondern weil es das Einfrieren des Konfliktes bedeutet. Später kann über eine Friedenslösung nachgedacht werden. Eine solche wird nur umzusetzen sein, wenn sich die Position in Moskau verändert.

Sie waren in Beratergremien der NATO und der Bundesregierung tätig. Hat man in diesen Kreisen Verständnis für Ihre Position?

Hinter den Kulissen hört man Selbstkritik, das Russland nicht genügend eingebunden wurde. Gleichzeitig ist es zunehmend so, dass solche Stimmen aus dem Diskurs ausgeschlossen werden und im Prinzip eine Gruppendynamik einsetzt, in der Gegenpositionen nicht mehr wahrgenommen werden wollen.

Schätzen Sie, dass die Bundesregierung noch ein Einsehen haben und auf Deeskalation setzen wird?

Wir haben jetzt leider die Situation, dass jeden Tag aufs neue Tabus verletzt werden. Insofern kann ich nicht sagen, wo das endet. Ich hoffe, bei einem Frieden mit Russland.

Johannes Varwick ist Lehrstuhlinhaber für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg.

Florian 1. Mai 2022 - 17:59

Das Argument der Mitschuld und „false balance“ ist so verführerisch wie falsch. Um in der „Vergewaltigungsmetapher“ zu bleiben: Nur weil „gutes Zureden“ und die vielleicht etwas naive Weltsicht der Aggressor würde sich durch Verhandlungen beschwichtigen lassen, sich als falsch herausgestellt haben, ist es NICHT die Schuld des Opfers dass es zum Überfall kam. Kein bisschen, unter keinen Umständen. Nun schlau daher zu reden man hätte ja doch vielleicht ganz anders, und überhaupt die NATO … NEIN. Einfach nein.

Hartmut 3. Mai 2022 - 10:20

Danke!

k1nch 1. Mai 2022 - 18:40

Scheint kein selbstgeschriebener Kommentar zu sein, aber egal. Wenn beim Kommentieren aber auf den wesentlichen Inhalt des Originaltextes nicht eingegangen wird und wieder mal bloß eine abweichende Meinung propagiert wird, ist der Kommentar nicht viel wert. Kurz gesagt: Herr Putin ist bereits seit geraumer Zeit dem interessierten Publikum als Dieb und Mörder mit staatlicher Dimension bekannt (ist vereinfacht, natürlich geht es um einen ganzen Apparat von gewalttätig und diebisch agierenden Individuen). War wohl auch als Kriegsverbrecher noch nicht so breit bekannt. Wurde jetzt aber. Der einzige Weg aus diesem Krieg wäre es gewesen, seit Dezember 2021 massiv schwere Waffen an die Ukraine zu liefern und auch zu erklären, dass im Falle eines Angriffs ausnahmsweise ein NATO-Verteidigungsfall ausgerufen wird. Immer daran denken – in Russland darf keiner ungestraft diesen Krieg Krieg nennen. Ist ein Land im Untergang geworden. Keine Zivilgesellschaft mehr. In den Schulen sollten nun täglich die Kinder zur Hymne und Flagge Hissen vorm Unterrichtsbeginn stramm stehen. Ein Z wird zum Patriotismus Symbol. Seit Jahren bereits werden Ukrainer Dillkrauts genannt (Entmenschlichung FYI). Das Gerede von Verhandlungen ist nichts weiter als dummes Zeug IMHO.

Behan 1. Mai 2022 - 20:01

“Insofern ist zu erwarten, dass dieser Konflikt mit Waffenlieferungen nur blutiger und länger wird, sie aber am Ausgang nichts ändern.”

Eine gewagte These, die durch nichts belegt ist. Der bisherige Kriegsverlauf beweist sogar das Gegenteil. Ohne Waffenlieferungen und logistische Unterstützung im Hintergrund, wäre Kiew schon längst gefallen.

Selenskyj Klitschko 2. Mai 2022 - 11:11

Noch so ein Putin-Troll mit Wohnsitz in St. Petersburg. Schon mal den Kopf aus Herrn Putins Hintern rausgestreckt heute?

Philipp Rebmann 2. Mai 2022 - 18:29

Geneu solche grossrussischen Trollphantasien vertrat und vertritt seit Jahren der selbsternannte offensive Realist John Mearsheimer in alll seinen Veröffentlichungen, ohne deswegen seitens einer Botschaft zur Rechenschaft gezogen zu werden. Der Emma-Text ist rein argumentativ noch “harmlos” im Vergleich zu Italen, wo von links bis rechts mit Billigung grosser Teile der Wirtschaftseliten die Ukraine und die NATO als Hauptschuldige gelten. Ich will nicht langweilen, könnte aber auf Nachfrage Namen, Portale, Youtube-Kanäle und Zeitschriften nennen.
Wenn nächstes Jahr Giorgia Meloni die Wahlen gewinnt, könnte sie die jetzige ejuropäische Einheitsfront aufbrechen, zusammen mit einer zu erwartenden Mehrheit in der französischen Nationalversammlung aus La France Insoumise und Rassemblement national. Laut französischen und italienischen Internetquellen die polnische Unterstützung für die Ukraine nicht rein selbstlos, Teile der PIS wollen Lemberg/Lviv zurück

Matti 2. Mai 2022 - 19:35

Ich hoffe so sehr, dass sich die Verantwortlichen auch diesen Text sehr gründlich durchlesen und womöglich zu Herzen nehmen. Insbesondere geht diese Hoffnung an die politischen und an die medial Verantwortlichen, ist es doch offenbar allzu verlockend, Mehrheiten zu folgen und scheinbare Notwendigkeiten zu akzeptieren. Pazifismus ist eben auch eine wenn nicht die wichtigste Grundlage unserer Kultur, und das sollte nicht leichtfertig weggewischt und als schwache, überkommene Geisteshaltung fehlgedeutet sondern immer und immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden, mit dem Ziel, jede Möglichkeit, Frieden zu schaffen, vorrangig zu prüfen und anzustreben. Tote können sich so schwer an ihrer Freiheit freuen.

Chiron 3. Mai 2022 - 0:24

Pazifismus ist der Appell an das bessere, das menschlichere Wesen des Aggressors.
Dummerweise kann man nie vorhersehen, ob dieser tatsächlich über so etwas verfügt – und tut er es nicht, dann sind am Ende die Pazifisten allesamt Geschichte.
Die Pazifisten argumentieren gern, dass die Tatsache, dass es sie noch immer gibt, beweisen würde, dass ihre Einstellung funktioniere – aber wie bei so vielen ähnlich gelagerten Argumentationen lassen sie dabei die Heerscharen all jener, die nicht überlebt haben, nicht gelten, denn diese haben ja keine Stimme mehr.

Und was den letzten Satz betrifft – Tote können sich auch nicht mehr ihres Lebens freuen, wenn sie sich nicht gewehrt hatten, aber dennoch umgebracht wurden.
Ist es das wirklich wert

R. Engelhardt 2. Mai 2022 - 20:49

“Zweitens hat Russland die Eskalationsdominanz, die durch Waffenlieferungen an die Ukraine nicht geändert werden wird. Insofern ist zu erwarten, dass dieser Konflikt mit Waffenlieferungen nur blutiger und länger wird, sie aber am Ausgang nichts ändern.”
Sie gehen davon aus, dass es unblutiger würde, wenn sich die Ukraine ergibt. Da sich Putin bis lang an keine Zusagen gehalten hat, bin ich der Meinung, dass eine Kapitulation der Ukraine nur dafür sorgen würde, dass die Ukrainer (vor allem die männlichen und wehrfähigen) noch schneller sterben und dafür mehr Russen überleben.
Sie haben also die Wahl Pest (mit einem Hauch Hoffnung, das die Ukraine mit zwei blutigen Augen davon kommt) oder Cholera (Putin gewinnt und löscht die Ukraine aus).

Brigitte Smolka 2. Mai 2022 - 21:25

Sehr herzlichen Dank.
Mit diesem sehr aussagefähien Diskussionsbeitrag kann ich etwas anfangen.
Intelligenz neben dem Pöbel – das stimmt mich froh und versöhnt mich.
Allerdings weiß ich jetzt auch, warum meine Beiträge in irgendwechen Foren sehr dünn gesät sind.

Ismir 3. Mai 2022 - 12:01

“Die Bundesregierung hat einen Interessenausgleich mit Russland leider nicht zustande bekommen. Ich sage nicht, dass das einfach gewesen wäre. Aber sie hat es versäumt, die diplomatischen Verhandlungsspielräume seriös auszuloten. Insofern trägt sie eine Mitschuld an diesem Krieg.”

What??? Wenn mir ein Verhandlungsangebot nicht passt, dann haue ich den anderen in die Fresse? Und der hat dann selber Schuld? Das ist jetzt nicht Ihr Ernst! Das ist Mafiadenke!

Karl Kayser 1. Mai 2022 - 8:46

Diese Gedanken gehen mir auch durch den Kopf. Auch ich kann es nicht verstehen das es Schriftsteller gibt denen ich es nicht zugetraut hätte nicht für ein Land mit allen Mitteln einzutreten um die völlige Vernichtung der Bevölkerung zu verhindern. Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele.

Frank Schmitt 1. Mai 2022 - 8:54

Amen. Exzellente Antwort, die mir zutiefst aus der Seele spricht. So schön es war, sich nach Ende des Kalten Krieges an permanenten Frieden in Europa zu glauben: wir müssen uns der neuen Realität stellen, so unangenehm das auch sein mag.

Ina Wittmeier 1. Mai 2022 - 8:55

Ich bin auch in Mittelhessen aufgewachsen und erinnere mich an meine Hände zum Peace Zeichen in die Luft gestreckt zu haben wenn wieder ein Panzer vorbeifuhr.

Um in Ihrem Bild zu bleiben, empfehlen Sie der vergewaltigten Frau sich eine Pistole zu kaufen und den Täter zu erschließen oder zu verletzen!? Sorry aber das würde ich auch keinen Vergewaltigungsopfer raten.

Gerti Pfretschner-Kratzer 2. Mai 2022 - 9:45

Und warum genau würden Sie das keinem vergewaltigungsopfer raten? Auffällig scheint mir auch Ihr zusatz: “um den vergewaltiger zu erschießen oder zu verletzen!?”
Was wollen Sie damit sagen? Dass das gaaanz schlimm wäre?
Also bleiben wir weiterhin im bild: es geht darum, der person IN DER SITUATION die pistole zuzustecken, damit sie sich gegen die fortdauernde vergewaltigung zur wehr setzen kann. Wenns der angreifer nicht kapiert, wird er eben “verletzt”. Ihr aufschrei ist mir ganz unverständlich – wie genau stellen Sie sich den ausgang ohne mittel zu gegenwehr denn vor?

Pidder Lüng 2. Mai 2022 - 22:09

Um im Bild zu bleiben … Sie alle wissen aber schon dass der Vergewaltiger auch eine Waffe hat und sie dem Opfer bereits an die Stirn hält?
Was denken Sie wird dieser machen wenn das Opfer, für ihn ganz offensichtilich wohlgemerkt, eine Waffe zugesteckt bekommt?
Also ich denke eher er würde abdrücken bevor das Opfer seine Waffe positionieren kann als sich zurückzuziehen und womöglich in den Rücken schießen zu lassen.
Um im Bild zu bleiben, die Vergewaltigung kann auch nach dem Schuss noch weitergehen.
Man muss dazu auch noch bedenken, das Opfer bekommt ja seine Waffe nicht von einem dem Vergewaltiger an Kräften Ebenbürtigen sondern von einem lediglich potentiell weiteren Opfer zugesteckt.
Was bitte sollte den unbestritten stärkeren Vergewaltiger davon abhalten sich das andere potentielle Opfer auch zur Brust zu nehmen?

Das wäre ja, um das Bild “auszuschmücken”, als wenn ein Schwergewichtsboxer (Russland) eine zierliche Frau (Ukraine) mit einem Gewehr verprügelt um sie zu vergewaltigen und ein anderer Schwergewichtsboxer (USA) eine andere zierliche Frau (z.B. BRD) dazu nötigen wollen würde der ersten Frau mit einem Messer zu Hilfe zu eilen in der stillen Hoffnung sie nachher beide fi***en zu können ohne sie vergewaltigen zu müssen.

p.s. Soweit mir bekannt lautet die Empfehlung von offizieller Seite in Deutschland übrigens sich bei einer Vergewaltigung nicht zu wehren, da so die Chance zu überleben größer ist.
p.p.s. Wenn ich mir so die Urteile hier in D anschaue dann haben Vergewaltigungen hier in D doch ohnehin eher den Stellenwert eines Fliegenschisses, oder? So what?

Ina Wittmeier 1. Mai 2022 - 9:01

Ich bin auch in Mittelhessen aufgewachsen und erinnere mich daran meine Hand als Peace ✌️ Zeichen in die Luft gestreckt zu haben, wenn wieder ein Panzer vorbeifuhr.

Um in Ihrem Bild zu bleiben, empfehlen Sie der vergewaltigten Frau sich eine Pistole zu kaufen und den Täter zu erschließen oder zu verletzen!? Sorry aber das würde ich auch keinen Vergewaltigungsopfer raten.

Petra 1. Mai 2022 - 14:23

Zeige- und Mittelfinger als V geformt, ist nicht Peace sondern Victory. Vielleicht wurdest Du während Deiner ganzen Jugend missverstanden.

Judith Leschig 3. Mai 2022 - 0:50

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Victory-Zeichen
Und Peace, vielleicht Mal recherchieren und vielleicht haben Sie ja auch alle missverstanden?Die Typen mit der blauen Flagge mit dem weißen Vogel, waren keine Rüstungslieferanten mit dem Falken als Symbol, sondern Pazifisten.

Behan 1. Mai 2022 - 20:08

Nein, er empfiehlt, der fortlaufend vergewaltigten Frau eine MP in die Hand zu drücken, damit sie jeden weiteren Vergewaltiger, der durch die Tür kommt, über den Haufen schießen kann. Die Verfasser des offenen Briefes dagegen wollen die Tür noch weiter auf machen und mit den Vergewaltigern einen Kaffee trinken und mit ihnen reden, während und bevor die sich wieder über die Frau hermachen.

Lindner Kirsten 1. Mai 2022 - 9:12

Sie haben in allem recht. Danke für die klaren Worte.

JM 1. Mai 2022 - 9:25

Danke für den wunderbaren Text!

Ruscher 1. Mai 2022 - 14:12

Der aufopferungsvolle Befreiungskrieg der Vietnamesen führte nur zum Sieg über die USA, weil sie militärisch durch China und die UdSSR unterstützt wurden. Ich denke, dass dieses Beispiel Deine Bemerkungen im Grundsatz bestätigt.

Mir-Peace 2. Mai 2022 - 8:33

Und vorher wurde Südvietnam aufgerüstet. Der “Krieg” ist schon länger im Gang, noch vor 2014. Und diesen Krieg hat der Westen geführt. Nur mal so zur Sichtweise: Der “Vergewaltiger” Westen robbt sich immer mehr an sein “Opfer” heran. Und das “Opfer” soll sich nicht verteidigen? Über Jahre hinweg hat Russland darauf aufmerksam gemacht, dass wider der Abmachung die NATO sich gen Osten erweitert. Die Westliche Ignoranz (oder besser Arroganz) hat einen sehr großen Beitrag zur aktuellen Situation geleistet. Ich bleibe dabei, Frieden ist das höchste Gut. Die wahren interessen sind andere, nicht das Schicksal der Ukrainer, dass ist Doppelmoral…

Selenskyj Klitschko 2. Mai 2022 - 11:16

Russische Lügenpropaganda. Russlands Nachbarn wollen von sich aus in die Nato, weil sie völlig zu Recht Angst vor euch Nazi-Russen haben. Euer Massenmörder-Führer beweist gerade der ganzen Welt, was er für ein Drecksack ist. Aber sie haben den Kopf wohl so tief in seinem Hintern stecken, dass sie vor lauter brauner Soße nichts mehr erkennen können?

Rainer Zufall 2. Mai 2022 - 19:23

Danke, dass Sie aufzeigen dass es tatsächlich auch westlich/ukrainische “Propaganda-Bots” gibt und damit wiederum den Kommentar Ihres Vorredners bestätigen – das Wohl der (ukrainischen) Bevölkerung scheint sekundär und es überwiegen die wirtschafltichen Interessen einzelner.

Günter Schlierbach 2. Mai 2022 - 22:04

Was höre ich da so oft? Die NATO hat durch ihr aggressives Verhalten den Herrn Putin gereizt? Der wollte doch nur, dass die Staaten rund um Russland ihrem Herrn wie brave und folgsame Hündchen zu Füßen liegen, damit er ein richtig schönes Imperium bauen kann. Und weil die das nicht wollen und deshalb Angst vor ihrem Herrchen haben, haben sie bei der NATO angeklopft. Ja wo leben wir denn? Das sind souveräne Nationen, die selbst bestimmen dürfen, welchen Weg sie gehen. Und wie das Herrchen mit unfolgsamen Hündchen umgeht, zeigt er gerade in der Ukraine.

R. Engelhardt 2. Mai 2022 - 20:54

Nein:
1. hat sich die Nato nicht aktiv um einen Beitritt neuer Länder bemüht – dafür hat Russland schon selbst gesorgt.
2. hat Russland damals allen Ex-Warscher-Pakt-Staaten ausdrücklich die freie Systemwahl gelassen.

Ismir 3. Mai 2022 - 12:04

Die größte Atommacht der Welt ist unangreifbar. Die Folgen wären katastrophal. Das weiss Putin natürlich. Es gibt nur einen wirklichen Grund, warum er die Osterweiterung der NATO nicht möchte: Er kann die Staaten dann nicht mehr angreifen.

Daniel Furth 3. Mai 2022 - 12:48

Nicht die NATO hat sich aggressiv erweitert, sondern diese souveränen Staaten sind aktiv der NATO beigetreten – um aktiv dem Einfluss und der Bedrohung durch Russland zu entkommen.

Es gab nie und gibt bis heute keine ernsthaften Pläne, die NATO in einer offensiven Art gegenüber Russland zu positionieren. Alles andere sollten Sie mit Quellen belegen.

Ihre einfältige Einlassung ist also so durchschaubar wie lächerlich.

Jörg Hilgers 1. Mai 2022 - 9:32

DANKE! Grosser Respekt und ja, volle Zustimmung! Wer wollen wir sein? Wie wollen wir leben? Auf welcher Seite stehen und wem die Hand reichen und wem nicht? Danke, dass Sie dies so kenntnis- und bezugsreich darstellen!

Doris Groß 1. Mai 2022 - 22:45

Klasse geschrieben! Finde es prima, dass hier mutig die Realität beschrieben wird und die ist so wie sie ist und nicht wie wir es gerne hätten.
Ich frage mich, an wen dieser arrogante, überhebliche Brief geschrieben worden wäre, als Hitler Polen überfiel, vorher Österreich einkassierte, (wie Putin die Krim) und danach weiter nach Russland einmarschierte und dabei auch in der Ukraine wütete!

Bettina Wurche 1. Mai 2022 - 9:35

Danke! Genau das denke ich auch. Nach sorgfältiger Analyse aller vorliegenden Informationen.

Werner Steiner 1. Mai 2022 - 9:37

Brillant und
Danke!

Robert 1. Mai 2022 - 9:41

Großartig, danke dafür!

Monika Betz 1. Mai 2022 - 9:42

Das spricht mir aus der Seele und Frau Schwarzer lebt wohl in einer “Traumwelt”!

Sven Herten 1. Mai 2022 - 9:43

Sven Herten – kein Intellektueller

Lupo 1. Mai 2022 - 9:47

Ein wirklich zutreffende Kommentar! Danke.

Dr. Marcus Kettemann 1. Mai 2022 - 9:47

Vielen Dank für diesen klugen Text, der m.E. unsere derzeitige Situation absolut umfassend und korrekt beschreibt und Folgerungen zieht.

Kurt 1. Mai 2022 - 10:01

Absolut treffend, dem ist nichts hinzuzufügen.

Michael Sabranski 1. Mai 2022 - 10:08

Hut ab…..wirklich gute Stellungnahme! Danke

Rosi Krisinger 1. Mai 2022 - 10:13

Das ist mir aus der Seele gesprochen. Ich bin so aufgebracht über diesen “Offenen Brief” und so verwundert über manche Unterzeichner. Ich verstehe nicht, wie man einen solchen Text unzerzeichnen kann.

Maciej Niemczyk 1. Mai 2022 - 10:31

Danke, Sie haben es hervorragend formuliert, vielen Dank! Sollte ich mal deutsche Lyrik für meine Songs brauchen werde ich mich gerne an Sie wenden.
Eines würde ich persönlich noch gerne hinzufügen. Die Russen haben in Katyn 20.000 polnische Intellektuelle abgeschlachtet und da drüber durfte man unter deren Besatzung kein Wort verlieren. Außerdem hat die UDSSR stets Intellektuelle verfolgt da sie dem System gefährlich werden könnten und selbst jetzt haben sich echte Intellektuelle in Russland gegen den Krieg ausgesprochen. Nun wollen die Russen wieder ihre tyrannischen Hände nach freien Ländern ausstrecken und deutsche „Intellektuelle“ springen den auch noch zu Seite. Ich finde man sollte es hervorheben, dass es keine Intellektuellen sein können.

Danke

Uli Engel 1. Mai 2022 - 10:35

Offener Brief

Danke für diesen Text. Hat mir extrem geholfen, zu sortieren
Jetzt stellt sich mir nicht mehr, was richtig ist, sondern ob ich’s auch leben kann.

Karl Jäger 1. Mai 2022 - 10:50

So fühle ich. Leider bin ich eine Niete beim Verfassen von Texten. Das hier hätte ich aber genau so geschrieben, wenn ich könnte. Ich stehe oft vor dem gleichen Problem, mich mit Menschen auseinander setzen zu müssen, die aus Angst vergessen, dass “nicht Handeln”mehr Leid verursacht als Handeln. Ich will auch keinen Krieg. Bei dem aktuellen Konflikt kann ich das aber nicht mit Pazifismus ändern. Putin wird nicht aufhören, außer wir zwingen ihn dazu. Vielen Dank nochmal an den Autor.

Günter Mussnig 1. Mai 2022 - 10:55

Meisterhaft und wahrhaftig bis zur Schmerzgrenze geschrieben. Die einzig richtige Antwort auf diesen elend feigen (Polt????) Appeasement Brief

Sophie 1. Mai 2022 - 18:02

Ich habe heute morgen ein Interview von Alice Schwarzer zu diesem offenen Brief gesehen. Ich war derart aufgebracht, wie selbstgefällig sie diesen abscheulichen Angriffskrieg darstellt.
Auch ich habe Angst vor dem, was da gerade passiert. Dennoch glaube ich nicht, dass wir etwas erreichen und uns in Sicherheit bringen können, wenn wir uns wegdrehen. Auch nicht, wenn wir es so elegant und eloquent tun, wie Frau Schwarzer.
Danke für Ihre Worte und dass Sie meinen Gedanken eine Stimme geben.

Alexander Schmitt 1. Mai 2022 - 10:58

Danke für diese sehr treffenden Kommentare! Eine geschichtliche Analogie, die in der deutschen Debatte kaum vorkommt, mir aber naheliwgend erscheint, ist der spanische Bürgerkrieg. Damals zögerten die demokratischen Länder Europas die spanische Republik zu unterstützen eben weil sie eine Ausweitung des Konfliktes befürchteten. Die faschistischen Länder Deutschland und Italien hatten keine Bedenken bei ihrer Unterstützung der faschistischen Rebellen… Wer wollen wir sein und wie wollen wir leben! Die Ukrainer haben eine klare Antwort auf diese Frage und sie verdienen unsere volle und uneingeschränkte Unterstützung. Und das Beste ist: diesmal hat Deutschland die Chance, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen! Mit besten Grüßen, Alexander Schmitt

Mark 1. Mai 2022 - 11:18

Leider ein wenig zu eindimensional argumentiert. Wo bleibt die Geostrategie der USA und China in ihrem Bild? Sie argumentieren zu emotional und mit hoher Moral. Versuchen Sie den Blick zu weiten. Besten Dank!

Gerti Pfretschner-Kratzer 2. Mai 2022 - 10:00

Im ernst? Ich analysiere Ihr bild mal so: SIE – als kommentator in der rolle des putinverstehers sehen den westen bling-bling machen und sehen weiters, dass der frau das gefällt. Also werdens nervös + grantig – die frau soll sich gefälligst nur für Sie interessieren (Ihr bild, der westen würde “heranrobben” bestätigt diese männliche urangst). Diese argumentation ist sowas von urfaschistisch – es ist das, was die ultrarechten böcke bewegt, wenn sie wegen der ausländer/zuwanderung schaum vorm mund kriegen. “Unsere frauen gehören uns. Uns ganz allein”. Was die frauen wollen, ist diesen schimpansen nicht mal ein randthema.

Selenskyj Klitschko 2. Mai 2022 - 11:50

Diese Welt ist kein Paradies und auch der “Kapitalismus” ist keins. Aber er bietet gewisse Freiheiten, die es dem einzelnen erlauben, sich zu bilden, sich zu informieren und die eigene Stimme zu erheben. Die Chance zur Entwicklung zum Besseren ist hier gegeben. Genau das sehe ich bei autokratischen Unterdrückersystemen nicht. Und schon gar nicht unter dem Nazi Putin. Ihr Versuch, das russischen Nazi-Regime mit seinem halben Hakenkreuz und der “Satan-2”-Rakete zu relativieren ist sowohl lächerlich als auch beschämend.

Wolf Kristen 1. Mai 2022 - 11:19

Sehr gut nachvollziehbar. Ich habe in den 80er Jahren in Marburg gelebt. Immer wen ich übers Land gefahren bin, habe ich vor allem wenn es dunkel war, gedacht, dass jeden Moment ein Atompilz vor mir auftauchen könnte.

Schönen Sonntag
Wolf Kristen

Richard 1. Mai 2022 - 11:20

Lieber Wolfgang,

Vielen Dank! Ein sehr kluger und an den richtigen Stellen persönlich gefärbter Text, dem ich mich voll und ganz anschließe. Du verbindest auf schöne Weise Verstand und Emotionen, ohne in die Falle gefühlter Wahrheiten zu tappen. Ich kenne das von dir geschilderte Unbehagen: Bin ich angesichts der nicht von der Hand zu weisenden Eskalationsgefahr ein unverantwortlicher Kriegstreiber, wenn ich die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine befürworte? Will ich den Frieden weniger als jene, die zu Gewaltverzicht und Kapitulation aufrufen? Solange ich auch grüble, ich komme doch immer wieder zu dem gleichen Schluss wie du: Je weniger Gegenwehr, desto größer die Gefahr der Eskalation, des Dritten Weltkriegs, des atomaren Flächenbrands. Wer beim ersten Mal dem Unrecht weicht, der kann beim zweiten und dritten Mal seinen Widerstand nicht mehr glaubhaft argumentieren. Auch und vor allem gegenüber dem russischen Volk nicht. Was wir dem Aggressor jetzt nicht verwehren, können wir später erst recht nicht mehr zurückfordern. Appeasement ist der erste Schritt in die totale Unterwerfung. Was auch immer wir tun, Putin hat Atomwaffen. Und wir können nur hoffen, dass Russland in diesem verrückten System der wechselseitig zugesicherten Vernichtung ein rationaler Akteur ist und bleibt. Beuge ich mich Putins atomarer Drohung, kann ich ihm auch gleich anbieten, meine Frau zu schänden und meinen Zehnjährigen zu erschlagen. Wie es ihm gefällt! Das aber werde ich niemals tun. Sosehr ich mich auch – wie alle anderen – nach Frieden sehne.

Tom Müller 1. Mai 2022 - 11:25

Was mir bei diesem lesenswerten Beitrag etwas zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass Putin seit Jahrzehnten versucht, den Westen zu spalten. Egal ob es jetzt durch Spenden, durch Einflussnahme staatlich finanzierter Trollfabriken beim Brexit oder amerikanischen Wahlen(sowohl die Wahl Trumps als auch der Brexit haben diesbezüglich der Einheit des Westens massiv geschadet) oder der Ermordung von nationalen Gegenspielern war, welches dann anderen Nationen in die Schuhe geschoben wurde. Auch müsste man diesbezüglich mal schauen, inwiefern nicht eben diese Trollfabriken während der Coronakrise gezielt für nationalen Unfrieden und Schwächung sorgen sollten(es ist schon erstaunlich, wie viele Impfskeptiker jetzt plötzlich putinsche “Spezialoperations”propaganda verbreiten) und ob die Verbindung zwischen Wirecard und Russland nicht noch viel intensiver war(man stelle sich vor, der Wirecard-Skandal wäre erst später aufgeflogen.).
All das ist offenbar Teil einer langjährigen putinschen “Divide&Conquer”-Strategie. Und wenn man einen Krieg mit einer Person, die so agiert, verkürzen will, dann geschieht das garantiert nicht indem man ihm die Arbeit auch noch abnimmt beziehungweise ihm zeigt, wie erfolgreich seine Strategie ist. Die Verfasser/Unterzeichner hätten eigentlich erkennen MÜSSEN(wenn man schon als Berufsbezeichnung “Intellektueller” angibt), dass man einer solchen Strategie am besten mit Geschlossenheit begegnet, da man sonst das Gegenüber nur zur Weiterführung ermutigt. Der Brief als solches läuft also ziemlich konträr zu den angeblichen Zielen.

Desweiteren finde ich es auch extremst bedauerlich, wenn man nur Kritik an Lösungsvorschlägen übt, aber keine eigenen einbringt. Da hätte ich mir zumindest von einigen Unterzeichnern deutlich mehr erwartet. Das erinnert mich ebenfalls stark an die Impfskeptikerbewegung, die auch dadurch aufgefallen ist, eigentlich keine eigenen Lösungsvorschläge einzubringen, sondern diesbezüglich nur vage Andeutungen zu machen. Vermutlich sind in beiden Fällen die Gründe die gleichen: Die eigenen Lösungsvorschläge sind entweder so offensichtlich schlecht, dass sie sofort durchfallen würden(und dann wäre man plötzlich selbst angreifbar für Kritik), oder man hat schlicht und ergreifend keine. In letzterem Fall wäre das allerdings, wie in einem brennenden Haus zu sitzen und einfach alles abzulehnen, was einen eventuell retten könnte, nur weil auch das mit irgendeinem Risiko verbunden ist.

Letztlich, und das darf man keinesfalls vergessen, ist es zu diesem Krieg gekommen, weil Putin dachte, der Westen wäre gerade so schwach und in Uneinigkeit mit sich selbst beschäftigt, dass er sich diese monströs-kriminelle Dreistigkeit leisten könne.
Der EMMA-Brief zeigt, dass einige daraus bisher rein gar nichts gelernt haben.

Andrea 3. Mai 2022 - 0:13

Danke für diesen klugen und aufschlussreichen Kommentar.

Ismir 3. Mai 2022 - 12:05

Absolut richtig! Danke!

Heinzjürgen Gutzeit 3. Mai 2022 - 13:42

Hallo Herr Müller, mit ihrem Kommentar haben sie alles zusammengefasst was es über diesen EMMA-Brief zu sagen gibt. Es ist nun einmal leider so, dass viele der Intelektuellen, wie auch die Unterzeichner des Briefes, der Meinung sind sie hätten den großen Wissens-und Meinungshorizont, der sich aber wie hier nur als kleiner Tunnelblick präsentiert. Um hier wie im Wortspiel eines der Unterzeichner zu enden ” Das ist NUHR noch peinlich”

Jens Herrmann 1. Mai 2022 - 11:31

PENG – Du triffst den Nagel exakt auf den Kopf, Wolfgang!
Die Menschen in der Ukraine opfern ihr Leben für ihre Freiheit. Sie tun es aber vor allem für die Freiheit kommender Generationen – nicht allein in ihrem Land, sondern für alle auf diesem Kontinent. Das ist eine Umkehr dessen, was wir und frühere Generationen nicht vermocht haben. Durch Raubbau an der Natur, Umweltverschmutzung, Klimawandel, etc. zwingen wir uns Nachfolgenden Lasten auf, die in ihrer Gesamtheit möglicherweise nicht mehr zu tragen sind.
Mit unserer Positionierung zur Katastrophe in der Ukraine haben wir die Möglichkeit wir uns und vor allem unseren Kinder zu zeigen, dass wir verstanden haben, was uns verantwortungsvolles Handeln mit Blick auf ihre Zukunft für bedeutet. Und dran werden wir später gemessen.

Angie 2. Mai 2022 - 20:39

Welche Freiheit? Die Freiheit der Frauen und Kinder, die jetzt flüchten müssen? Die Menschen, die dort in den Kellern und sonstwo Schutz vor den Angriffen sitzen müssen? Oder die Männer, die nicht ausreisen dürften, sondern an die Front müssen? Und wie soll ich meinen Kindern erklären, dass es verantwortungsvoll ist, aufzurüsten und nicht noch mehr versuchen, beide Parteien zu Kompromissen zu zwingen – damit die Freiheit ALLER Menschen gewahrt wird?

Monica Sjöblom 1. Mai 2022 - 11:35

Sir Schreiber Mir wom Herzen! Ich kann jedes Wort, untersterichen! Ich hand mich Schön gewundert, dass niemand in D, Eine Einsicht hat! Ich danke Ihnen genau so have ich selbst great!

Roland Ollek 1. Mai 2022 - 11:36

Hervorragend geschrieben. Respekt. Angst durch Würde zu ersetzen ist ein guter Kompass. Danke!

Judith Leschig 3. Mai 2022 - 17:19

Absolut. Aber Herr Müller hat ja schon angedeutet, dass er lieber in Würde sterben würde. Noch so ein Wort, was jeder kennt und keiner erklären kann. Ich befürchte nämlich auch, dass die Ukrainer an der Front gerade ziemlich unwürdig verrecken und ihre Kinder die Freiheit haben, ohne Vater aufzuwachsen und ihr Land wieder aufzubauen.

Albi Hefele 1. Mai 2022 - 11:37

👍👍👍

Arno Westerhoff 1. Mai 2022 - 11:43

Ein toller Text. Sie sprechen mir aus der Seele!

Sabine Horvath 1. Mai 2022 - 11:45

Danke Wolfgang! Ein starker, klarer, gut argumentierter Text. Spricht mir aus der Seele – auch wenn ich es selbst wohl nicht so gut hinbekommen hätte.
Viele Grüße, Sabine (@61_redhead)

Klaus Gilg 1. Mai 2022 - 11:49

Seit Langem hat mir ein Kommentar nicht so au dem Herzen gesprochen. In jeder Hinsicht. Danke.

Peter Schwank 1. Mai 2022 - 11:52

Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Sie haben das sehr überzeugend dargelegt.
Vielen Dank!

Dorothea Marcus 1. Mai 2022 - 11:52

Danke für diesen Text.

Brusius 1. Mai 2022 - 12:15

Nie im Leben würde ein Pädagoge, einem vom Schlägerkind misshandeltem Kind, einen Stein in die Hand drücken. Es würden Gespräche erfolgen und Integrationsversuche!

Rene Schneider 1. Mai 2022 - 19:38

Schiefer Vergleich. Der Pädagoge könnte notfalls das Schlägerkind mit Gewalt von weiterer Prügelei abhalten und zu Gesprächen zwingen. Der Pädagoge ist nämlich in der Regel dem Kind körperlich überlegen und kann daher ultimativ den Schiedsrichter spielen.

Wenn das Schlägerkind Atombomben hat, sähe die Situation anders aus. Oder Superkräfte, um besser im Bild zu bleiben.

Tom Müller 2. Mai 2022 - 9:56

Als Pädagoge kann ich dazu folgendes sagen:
Wenn ich ein deutlich stärkeres Kind immer wieder auf den Kopf eines schwächeren Kindes einschlagen sehe, während es ruft:”Gibt mir dein Spielzeug, sonst bringe ich dich um!”, dann ist die allererste Maßnahme die beiden zu trennen. Das geschieht zuerst auf dem Weg dorthin durch Ansprache…aber sobald ich vor Ort bin, durch den Einsatz aller dazu notwendigen Gewalt(denn da ist Gefahr im Verzug).
Nach der deutlichen physischen Trennung und einer Cooldownphase kommt es dann zu einem EINZELgespräch und dann erst zu einem eventuellen Gruppengespräch. Das Spielzeug wird der Schläger allerdings in keinem Fall erhalten und eine saftige Bestrafung setzt es obendrein.

Was ich definitiv nicht tue: Mich in sicherer Distanz hinstellen und sagen: “Bitte hör doch auf. Du kriegst das Spielzeug ja und darfst machen, was du willste, wenn du dafür versprichst, wenigstens mir nichts zu tun.”. Das wäre nämlich unterlassene Hilfeleistung.

S.B 1. Mai 2022 - 12:22

Hallob Wolfgang Müller,
dieses Statement ist mir so unfassbar genau aus meinem Herzen geschrieben wie kein anderer Text meine Auffassung zu dem “offenen Brief” in Worte fassen konnte wie dieser!

Vielen vielen Dank dafür. Es bringt uns weiter, unsere Angst zu benennen und zu adressieren, sie aber nicht zum Maßstab unseres Handelns zu machen.
Und ebenfalls mit dem Kalten Krieg aufgewachsen, bin ich heute manchmal froh, zu jung gewesen zu sein, um die Kuba- Krise oder auch die atomare Beinahe-Katastrophe 1983 damals wirklich begriffen zu haben.
Wahrscheinlich ist mein Unbehagen, meine Angst, heute deswegen größer. Aber all dies begründet nicht das Recht, die Verantwortung hierfür den Opfern dieser Aggression zuzuschieben.
Ich habe diese Diskussion auch in meiner Familie und sie ist verdammt wichtig für uns selbst und für unsere Gesellschaft. Ich hoffe so sehr, dass wir in Anbetracht eines Gegners, der unsere Staatsform unsere Lebensweisen unsere gesellschaftlich zum Teil erkämpften Freiheiten so mit Füßen tritt, vielleicht auch wieder besser verstehen, wie gefährdet dies ist!!!

Anton 2. Mai 2022 - 19:25

Das kann ich aus vollem Herzen unterstreichen!

muschelschale97 1. Mai 2022 - 12:23

Das ist der beste Text den ich seit Kriegsausbruch gelesen habe. Danke dafür! Hoffentlich lesen ihn sehr sehr viele Menschen und insbesondere jene, die immer noch in einer seltsam anmutenden Blase aus immerwährendem Frieden und Glückseligkeit zu leben scheine.
Mir dreht sich der Magen um, wenn ich mir bewusst mache, dass meine vor Jahrzehnten aus guten Gründen ad acta gelegte Ausbildung beim Militär vielleicht doch wieder rausgekramt werden muss. Auch aus guten Gründen, nur denen der beschissenen Sorte.

Lothar E. Keck 1. Mai 2022 - 12:26

Lieber Wolfgang Müller,
Du hast mir aus der Seele gesprochen bzw. geschrieben und nicht etwa “Eulen nach Athen getragen”!
Lothar E. Keck

Claudia Oertl 1. Mai 2022 - 12:26

Wow, Danke für diese so klaren Worte!
Nach dem ersten Schock, dass Putin genau das umsetzt, was er andeutet, sind wir gut beraten, die rosa Brille des “Der Mensch ist gut, die Welt ist wohlwollend.” abzusetzen und uns der Realität zu stellen.

Wir in Deutschland hatten 30 friedliche Jahre mit dem Gefühl, dass alles möglich ist.
Die Ferienzeit ist vorbei. Nun heißt es, sich über die eigenen Werte klar zu sein und Kante zu zeigen.
Auch wenn es uns Angst macht. Wir brauchen mehr Selbstwert, Mut und Klarheit.
Danke!

Herzliche Grüße
Claudia Oertl

Mark Shore 1. Mai 2022 - 12:38

Lieber Herr Müller, vielen Dank für diesen großartigen Artikel. Ich hoffe viele Menschen in Deutschland werden ihn lesen.

Shulamit Baxpehler 1. Mai 2022 - 12:59

Absolut super! Bin froh das es solche Meinungen gibt! Lebe hier in TEL Aviv und auch manchmal in Deutschland!
Lg

Feder, Frank & Silvia 1. Mai 2022 - 13:24

Wer sich weiterhin über Putins Ziele im Unklarem sieht, sollte die Übersetzung des “Beitrags” vom 3. April 2022, den Tomofej Sergejzew in RIA Nowosti veröffentlicht hat; in: Blätter für deutsche und internationale Politik 5’22, 63-69.

Annette Thomas 1. Mai 2022 - 13:32

Danke.
Dazu fällt mir Timothy Snyders “Über Tyrannei” ein, das in einer illustrierten Ausgabe bei C.H.Beck erschienen ist. In 20 Punkten erläutert Snyder, was wir im Angesicht heraufziehender Gewaltherrschaft sehen müssen und tun können. Teils werden lange Erläuterungen gegeben, der letzte Punkt ist jedoch ganz kurz und kommt ohne Illustration aus:

Sei so mutig wie möglich.

Peter Jakobeit 1. Mai 2022 - 13:56

Um es mit den Worten Hildesheimers auszudrücken: “Mehr ist dazu nicht zu sagen.”

Mike Herbst 1. Mai 2022 - 14:49

Wo kann man diesen Text den Unterschreiben?
1000 Dank – Sie sprechen mir aus der Seele!

Martin 1. Mai 2022 - 14:56

Auch von mir vielen Dank für diesen Text. Es ist schon erschreckend, dass die Angst vor der Aufgabe ihrer alten Ideale gerade Linksintellektuelle oft dazu bewegt, ihre Realitätsanalyse aufzugeben.

Klaus Karl 1. Mai 2022 - 15:25

Danke Herr Müller für den Beitrag, der mir voll aus der Seele spricht.
Ob Herr Mey wohl auch so grenzenlos frei und altlinks pazifistisch denken würde, wenn Putin die grenzenlose Freiheit über den Wolken dazu nutzen würde um Berlin, Hamburg , München, Frankfurt etc. anzugreifen, bis *unsere* Heimat nach und nach ganz im Regengrau einer Weltmachtsphantasie verschwinden würde.
Wir sollten es eigentlich besser wissen, denn die deutsche grenzenlose Großmannssucht konnte seinerzeit auch nur mit vielen und guten Waffen gestoppt werden?
Beste Grüße Klaus Karl

Siggi 1. Mai 2022 - 15:55

Hallo, ich bin glücklich das ich mit meinem Glauben an freiheitliche Demokratie nicht alleine bin. Dieser Text spricht das aus, was in mir vorgeht und spricht mir aus den Tiefen meines Herzens. Wenn wir unser jetziges Leben nicht aufgeben wollen, dann sollten wir etwas dafür tun. Mit aller Macht und allen Mitteln dem ukrainischen Volk unsere volle Unterstützung geben, damit dieser Wahnsinn endlich ein Ende findet. Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind auf der Seite des ukrainischen Volkes.

Markus Walter 1. Mai 2022 - 18:32

DANKE!!!

ClaudiaBerlin 1. Mai 2022 - 16:25

Danke für diesen herausragenden Text zur Situation!
Hat mich dazu inspiriert, über die schwankenden Stimmungen und Getriebenheiten rund um diesen Krieg zu schreiben (mit Zitat und Verweis auf deinen Artikel).

Krieg und lauter Getriebene
https://www.claudia-klinger.de/digidiary/2022/05/01/krieg-und-lauter-getriebene/

Fritz Bauer 1. Mai 2022 - 17:20

Ja, ein guter Text, sogar ein sehr guter! Und absolut richtig hinsichtlich der darin geforderten Gegenwehr. Und diese bitte jetzt! Jetzt zögerlich zu sein ist sicher kontraproduktiv und bedient die Salami-Taktik des Kremls. Wir hätten spätestens schon bei der Annektion der Krim massiv deutlich werden müssen.
ABER: 1. Ich finde es falsch, unlauter und verhängnisvoll, hier mit dem Vergewaltigungsbild zu kommen. Ich habe in den 60 Jahren den Kriegsdienst verweigert und damals galt dieses zu Recht als Fangfrage, die man zurückweisen durfte! Denn wie immer die Antwort ausfällt, sie kann gegen Deinen Standpunkt, für die eigene Handlungsweise tötende Gewalthandlungen abzulehnen, verwandt werden. Hinzu kommt: Dieser Vergleich emotionalisiert total. Dies und auch der darin steckende moralischen Appell kann man gerade jetzt am wenigsten gebrauchen. Und zudem trifft dies die Sache nicht: Kriege zwischen Nationalstaaten und deren Armeen sind nicht mit einem sexistischen nächtlichen Überfall auf eine Person im Park zu vergleichen. Hier wird sowohl die “Frau” und zumeist die damit noch gemeinte “Mutter, incl. Kinder” für männlich-heroischen Kampf instrumentalisiert. Klaus Theweleit lässt grüßen!
ABER 2.: Wenn wir nicht weiter Marionettentheater spielen wollen indem wir die Ukrainer stellvertretend “unseren” Krieg führen lassen wollen – wozu wir sie ja inzwischen ungehemmt ausstatten, dann frage ich mich, wieso nicht gefordert wird, dass die NATO z. B. den Ostsee-Hafen von Kalingrad blockiert, dass Moldawien angeboten wird die NATO einzuladen um ihre Grenzen zu schützen, sogar mit der Drohung, dass die 1600 russischen Soldaten in Transnistrien unmittelbar abzuziehen haben, dass als Drohkulisse NATO-Schiffe vor Odessa auftauchen, dass vom Baltikum und entlang der ganzen östlichen NATO-Grenze Raketen aufgestellt werden, auch um den Atombombendrohung etwas entgegen zu setzten.
UND DANN: Anbieten, für das ganze Gebiet zw. NATO und Russland ein Sicherheitsabkommen zu verhandeln, das auch wirtschaftliche und handelspolitische Aspekte enthält, ebenso wie die Garantie, dass die Vereinbarungen für mindestens eine Generation gegenseitig zugesagt werden. Wieso hört man davon nichts mehr? Das ist zu fordern!
ANHANG: Ich bedauere sehr, dass ziviler Widerstand/soziale Verteidigung die Zeit ebenso verschlafen hat wie die Politik. Wäre dem nicht so, dann könnten eben auch diese Mittel eingesetzt werden und ein Land unregierbar machen für den Eroberer. Pazifismus bedeutet nicht, Blümchentee zu trinken, sondern für seine Sache einstehen, wehrhaft zu sein! So, wie es auch die Gewaltmaschine “Militär” für sich in Anspruch nimmt. Aber ein Monopol darauf hat es eben nicht. Und wenn uns die Mittel eines wehrhaften Pazifismus schon gar nicht mehr einfallen, dann liegt das daran, dass die historischen Erfolge hier nicht in unseren Geschichtsbüchern erzählt werden 1., und 2., dass wir uns schon wieder vom militärischen Denken vereinnahmen haben lassen! Wie in den früheren Kriegen eben auch.
Wehrt Euch – ist die Devise, auch hier! Und die Pazifisten sollen sich auf ihre Mittel besinnen, das Militär auf seine. Und ein bisschen hilflos und verschlafen stehen beide da. Da ist wenig Unterschied. Nur die Marschmusik haut auf die Trommeln und will alles übertönen. Aber ich wundere mich schon, was da militärisch so getrieben wird. Und wer in Politik und Wirtschaft alles sein Süppchen dabei kocht und sich hervortut.

rüdiger jordan 2. Mai 2022 - 11:09

Danke für diese sehr richtige argumentative Erweiterung des Beitrags. Als solche verstehe ich Ihre Gedanken jedenfalls.

Andris 1. Mai 2022 - 17:40

Eine sehr gelungene und klare Stellungnahme, die jeden von uns anspricht und zum Nachdenken anregt. Vor allem aber sollten sich die Unterzeichner dieses offenen Briefes, sowie des Appells an die Bundesregierung von 2014 angesprochen fühlen.

Benedikt Nowak 1. Mai 2022 - 18:18

Lieber Herr Müller,

großartiger Text! Vielen Dank! Sie haben mir den Sonntag gerettet! 😉
Ich bin Jahrgang 69, ebenfalls alte Bundesrepublik, viele grenznahe Erfahrungen am Eisernen Vorhang, damals Verwandte in der DDR, aber auch einige Reiseerfahrungen in Israel und anderen Weltgegenden, wo die Bedrohungen permanent sind und aus vielen Richtungen kommen können.
Wenn Sie mal in Köln sind, kommen Sie unbedingt auf einen Kaffee vorbei!

Herzliche Grüße
Benedikt Nowak

Wolfgang 1. Mai 2022 - 18:21

Stimmt, das Durchbrechen der Schallmauer habe ich im Rhein-Main-Gebiet schon lange nicht mehr häufig gehört.
Neulich war mal eins, das mußte groß und breit in der Presse erklärt werden…

Guter Text und Danke, daß Sie ihn schreiben.
Ich kann mit dem Text in der Emma nichts anfangen, bzw. finde ihn teilweise erschreckend.
Aber da er von Prominenten verfaßt wurde und in den Medien gleich soviel Nachhall erhält, ist er “allgegenwärtig”.
Schön wenn jemand dagegenhält, der auch mediale Aufmerksamkeit erhält!
Volle Unterstützung!
Wie Nancy Pelosi heute zu Selenski sagte, die Ukraine kämpft für die Freiheit für uns alle.
Es ist schade, daß die Emma-Unterzeichner das nicht sehen…

Gregor Koch 3. Mai 2022 - 0:09

Dass Sie den Überschallknall nicht mehr hören, liegt daran, dass die Luftwaffe jetzt über Alaska übt, weil sie da tiefer fliegen kann als hier, denn auf das Gehör von Inuit muss nicht so viel Rücksicht genommen werden, die können sich keine Anwälte leisten …

Hemaku 1. Mai 2022 - 18:31

Danke, danke, danke,

waldläuferin 1. Mai 2022 - 18:40

Danke. Zustimmung. Die genozidale Absicht, in den russischen Staatsmedien explizit erläutert, vielleicht noch unterbetont. Habe heute hier zugehört.
https://youtu.be/RxFRfxEoQ-Q
Ab Minute 26.46 und dann 28.07 “Putin’s win & out: mass extermination of the Ukranian people”.
Was gibt es bei beabsichtiger Auslöschung einer Nation zu verhandeln? Lasst eine Hälfte leben?
EINE MILLION Ukrainer wurden nach Russland verschleppt.
Was würden die Unterzeichner*innen des fvcking “offenen Briefes” wohl sagen, wenn eine Million Deutsche verschleppt worden wären incl. etlicher Freunde & Familienmitglieder?
Unfvckingfassbar.

Gunter Wendt 1. Mai 2022 - 18:49

Ein wirklich guter Text, den ich inhaltlich voll unterschreibe. Die Logik der “EMMA”-Brief Unterzeichner ist einfach nicht nachzuvollziehen. Soll das in der Zukunft heißen, dass jedem Staat, der mit dem Einsatz von A-Waffen drohen kann, auf seine Aggression gegenüber anderen Staaten allein mit “Gesprächen” geantwortet werden darf? Nichts gegen diplomatische Bemühungen um Frieden! Aber ich bin alt genug, um mich an den Slogan im kalten Krieg zu erinnern: ” Verteidigung und Entspannung = Sicherheit!” Historisch betrachtet scheint es, dass diese beiden Elemente zusammen geholfen haben, einen dritten Weltkrieg zu verhindern.

Bernd roth 1. Mai 2022 - 18:49

Hallo Herr Müller,

Ein kurze Frage…. haben die gedient oder Zivildienst geleistet…

Wenn sie gerne ihre Werte, Freiheit, Demokratie verteidigen möchten, nur los…
Auf in die Ukraine… oder halten sie es wie die USA…

Als ich bei der Bundeswehr gedient habe, war ein runnig gag… die Amis verteidigen die BRD bis zum letzten deutschen Soldaten…

Wie damals so heute… einfach mal nachdenken… oder eben nicht quatschen sondern in den Krieg ziehen…

Do einfach ist das Herr Müller

Don Carlos 1. Mai 2022 - 20:25

Ach Herr Roth, Sie haben schon eine sehr einfache Denkweise. Ich bezweifle, dass Sie den ganzen Artikel gelesen haben und falls doch, ihn verstanden haben. Freiheit und Demokratie sind keine Werte, die Herrn Müller allein betreffen. Ich könnte jetzt schreiben, wenn Sie Herrn Putins Vorgehen in Ordnung finden, ziehen Sie doch nach Russland. Aber das wäre zu einfach.

Bernd roth 2. Mai 2022 - 18:01

Zum einen habe ich den Artikel sehr aufmerksam gelesen – verstanden. Zum andern bin ich sehr wohl in der Lage mich dazu differenziert zu äußern… bringt aber nix. Menschen die an … “wollt ihr den totalen Krieg” glauben kann ich ernsthaft nicht erst nehmen. Zudem, warum unterstellen sie mir, ein Putin versteher zu sein? Putin ist selbstverständlich ein Diktator übelster Sorte… als ich an der Uni im AStA war, wollten mich damals nach Russland schicken. In diesem Sinn

Selenskyj Klitschko 2. Mai 2022 - 12:29

Haben sie als Putin-Troll schon gedient in der russischen Nazi-Armee?

Bernd roth 2. Mai 2022 - 18:06

Menschen, die noch nichtmal mit ihrem klarnamen schreiben, haben wohl etwas zu verbergen… troll meinen sie die Figur aus der Mythologie? Ansonsten habe ich in der Bundeswehr gedient… sie auch… und führe als Geschäftsführer ein deutsches Unternehmen das ich selbst gegründet und aufgebaut habe… sie auch… und NEIN… mein Unternehmen arbeitet nicht mit Russland zusammen… in diesem sinn

carola gabriela dengel 1. Mai 2022 - 19:01

So funktioniert Täter-Opfer-Umkehr! Habe gleich mit dem Erhalt der neuesten Ausgabe der emma mein Abo gekündigt. Besonders Frau Schwarzers Editorial strotzt vor Putin-Apologie. Die Täter-Opfer-Umkehr-Rhetorik ist unerträglich! Nach dem Motto, Frauen sind selber schuld, wenn sie von ihrem Peiniger Schläge beziehen und schließlich umgebracht werden. Das Opfer ist schuld. Und dann die alten linken Lebenslügen von der bösen NATO, die “immer näher an die russische Grenze rückte”. Was sagen wohl Polen Litauen, Lettland, Estland dazu? Diese bösen Länder hatten doch tatsächlich die Frechheit die Nase voll zu haben von der Umklammerung des Warschauer Paktes und haben sich unter den Schutzschirm der NATO begeben. Welche erbärmliche Ausstattung die NATO-Truppen im Baltikum haben, sollte auch Frau Schwarzer nicht entgangen sein – im Gegensatz zur Hochrüstung der russischen Exklave Kaliningrad, deren Raketen in höchstens 10 Minuten jede europäische Hauptstadt treffen könnten. Der ach so böse Westen ist Putin und seinen angeblichen Ängsten immer entgegen gekommen, aber das hat ihn nur noch brutaler werden lassen. Worum es eigentlich geht und wovor Putin, Lukaschenko, Xi Jinping Angst haben, sind die westlichen Demokratien und die Entwicklung der Länder, die ehemals unter dem zaristischen Joch gelebt haben (ob weiss oder rot) hin zu Demokratien, weil die Diktatoren nichts so sehr fürchten, wie die Menschen, die frei sein wollen. Darum geht es in der Ukraine: Freiheit oder Sklaverei in Putins Gulag.

Dr. Wolfgang Kouker 1. Mai 2022 - 19:11

Vielen Dank für die wunderbare Antwort auf eine etwas kurzsichtige Stellungnahme anderer Promis. Ich habe vieles in meiner Jugend ähnlich erlebt wie Sie und denke nun ebenso wie Sie ähnlich über den Umgang mit dem furchtbaren Krieg in der Ukraine.

Unsere (auch meine) begründete Angst darf unser Handeln nicht bestimmen.

Marco 1. Mai 2022 - 19:20

Danke für den erhellenden Text.
“Nie wieder” war für mich seit jeher eine Phrase von Leiten im Scheinwerfer.

Susanne 1. Mai 2022 - 19:25

Der klügste Beitrag bisher, den ich zu dem Thema gelesen habe. Er bringt es auf den Punkt: letztlich geht es darum, sich die Frage zu beantworten, wer will ich gewesen sein. Welche Werte möchte ich mit ins Grab nehmen? Oder sind mir Werte überhaupt etwas wert?

Als Feministin der 80er Jahre war ich beim Lesen des offenen Briefes richtig schockiert von Alice Schwarzer. Dann habe ich zufällig auf “Welt online” ein Interview mit ihr zu diesem offenen Brief angesehen, und war noch schockierter. Wie kann jemand wie sie eine solche Täter-Opfer-Umkehr propagieren? Fürs Kapitulieren werben?

Die Beispiele/Vergleiche mit den Vergewaltigungen sind zwar drastisch, aber für eine Feministin wie Alice Schwarzer absolut passend. Ich habe mir auch sofort solche Fragen gestellt. Schließlich ist die Selbstbestimmung der Frau und ihre körperliche Unversehrtheit seit Ewigkeiten ihr Hauptthema.

Dass sie der Ukraine diese Selbstbestimmung jetzt abspricht, ist das andere, was mich entsetzt. Unter dem Verweis auf philosophische universelle Grundsätze zu behaupten, dass die Ukraine nicht das Recht hat, selbst oder allein darüber zu entscheiden, wie lange sie kämpft, und die Zivilbevölkerung von ihrer sie ja wohl nicht ganz repräsentierenden Regierung zwangsbefreit werden muss durch unsere De-Eskalation und Hilfe zu ihrer Kapitulation … auf so was muss man erst mal kommen.

Also, vielen Dank für diesen Beitrag!

Alicja Rosenau 1. Mai 2022 - 20:15

Das Beste, was ich zu diesem Thema gelesen habe. Und ich habe viel gelesen, weil mich der EMMA-Brief wütend gemacht hat und ich habe Alice Schwarzer immer sehr geschätzt, deshalb leide ich jetzt doppelt.
Vielen Dank, Herr Müller, für Ihre sachliche und kluge Antwort auf diesen Brief der Schande. Ganz besonders, dafür, dass Sie das Wort “Würde” benutzen. Es ist in letzter Zeit aus der Mode gekommen, aber die Ukrainer zeigen, dass es weiterhin sehr relevant ist. Es war eine Wohltat, Ihren Text zu lesen. Herzliche Grüsse!

TR 1. Mai 2022 - 20:31

….Was dieser Herr Müller offenbart, ist ein wohl vor Jahrzehnten begonnener einäugiger Blick auf die Dinge, die ihn umgeben und ihm leider jegliche räumliche Tiefenwarnehmung genommen hat. Mehr noch, er denkt das es dieses räumliche Sehen gar nicht gibt…unter den Blinden mag er jetzt König sein, für alle anderen ist er ein Narr…

Oliver 2. Mai 2022 - 1:38

Was für ein Gewäsch. Sie würden wohl auch einem Vergewaltigungsopfer sagen, dass es seine Lage zu einseitig schildert, weil sie Schiss haben, dass der Vergewaltiger sich sonst geärgert fühlen könnte. Leute wie sie machen Leute wie Putin erst möglich, und damit das Leid der Menschen in allen von den Russen überfallenen Ländern. Die Ukraine ist ja nicht das erste Land, durch das die Russen massakrierend zogen.

Selenskyj Klitschko 2. Mai 2022 - 12:35

Was sieht man denn als St.Petersburger Putin-Lakaie? Nur braunen Putin-Dünnschiss. Meine Empfehlung: versuchen sie mal, ihren Kopf aus Putins Hintern zu ziehen! Oder fliegen sie dann aus dem Fenster?

Melanie Binnig 1. Mai 2022 - 20:32

Alles gesagt. Nichts hinzuzufügen. Danke.

Thomas Müller 1. Mai 2022 - 20:57

Der Irakkrieg wurde auch herbeigelogen, hatte Unmengen an zivilen Opfern. Damals schrie niemand nach Sanktionen. Gerhard Schröder hat Deutschland damals aus diesem Krieg herausgehalten aus gutem Grund.
Bis heute herrscht im Irak (wie auch in Libyen, Afghanistan) Chaos, obwohl die USA ihre Mission für siegreich beendet erklärt haben.
Es gibt Aussagen – frei zugänglich – dass es das primäre außenwirtschaftliche Ziel der USA seit dem ersten Weltkrieg ist, die potenziellen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland zu unterbinden, weil sie die größte Gefahr für die USA darstellen.
Siehe auch: Wikipedia – Georg Friedman – Stratfor
Es erschüttert mich, wie leichtfertig heute über einen Nuklearkrieg oder den dritten Weltkrieg gesprochen wird.

Oliver 2. Mai 2022 - 1:43

Weil die USA teilweise eine Politik verfolgt, die wir nicht gutheißen, darf die Ukraine sich nicht wehren und Putin weiter massenmordend durch andere Länder ziehen? Aus welchen Quellen beziehen sie denn ihren Wodka?

Thomas Müller 2. Mai 2022 - 9:28

https://youtu.be/iz9JKAX5_I0
Ich hatte die Quelle genannt. Dort kann man keinen Wodka kaufen. Kannst es Dir auch auf YouTube anhören.

Heiner Gebhardt 1. Mai 2022 - 21:26

Vielen Dank für Ihren Artikel, Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen !

Selenskyj Klitschko 2. Mai 2022 - 12:47

Dann hau doch ab nach Russland wenn “der Westen” so böse ist. Aber der Wohlstand da ist angenehm wie? Oder bist du so’n St.Petersburger Dumpftroll mit dem Kopf ständig in Putin’s Hintern so dass du nichts siehst?

Steffen Schoon 1. Mai 2022 - 21:32

Sehr geehrter Herr Müller, großen, großen Dank für diesen Text! Das ist wahrlich die beste Analyse, die ich in letzter Zeit gelesen habe! Ich kann jede Zeile unterschreiben.

Martin 1. Mai 2022 - 21:43

Vielen, vielen Dank Herr Müller! Ich habe mir in den letzten Tagen mehrmals überlegt wo ich denn mein Entsetzen über diese abartige Naivität in der Argumentation von Alice + Co bekunde, die 1:1 auch von RT DE kopiert sein könnte. Es war mir einfach unverständlich, dass diese Verdrehung von Täter und Opfer so lange keine Korrektur erfahren hat bis ich Ihren Text gefunden habe.

Tatsächlich ist die Entscheidung, welche Länder auf der Abschussliste von Putin stehen ja schon längst gefallen. Das einzige was wir noch versuchen können, ist dieses Datum möglichst weit in die Zukunft zu verschieben. Und wenn dieser Tag irgendwann gekommen ist – und das wird er so oder so – dann müssen sich Schwarzer, Nuhr, Zeh und Yogeshwar nur noch ein letztes Mal entscheiden, ob sie sich in eine Reihe mit Wagenknecht und Steinmeier stellen und zugeben, dass sie zu dumm waren um den Charakter von Putin wirklich zu erkennen (sich aber trotzdem selbstverständlich für unschuldig halten). Oder sie bleiben weiter konform zur Propaganda und geben der Nato und den USA auch dann die Schuld, wenn Putin erneut ein freies und unabhängiges Land grundlos überfällt, nur das es in diesem Fall ihr eigenes Heimatland ist.

Zwei kleine Anmerkungen:
1. in der Aufzählung, wer als nächstes in der Schusslinie steht, gehört mMn noch zwischen Moldau und Polen: Finnland und danach das Baltikum bevor es mit Polen weiter geht.
2. die kaltblütige Spur der Zerstörung ,die Putin in Georgien und anderen Regionen abseits des westlichen Sichtfeldes hinterlassen hat und die den eiskalten Vernichtungskrieg gegen die Ukraine schließlich als eine logische Notwendigkeit erkennen lässt, angesichts des unstillbaren Machthungers eines KGB-Agenten, kommt etwas zu kurz. Um im Bild des Textes zu bleiben ist Putin nicht ein gewöhnlicher Erstäter, sondern ein seit mehreren Jahren durchgängig aktiver Wiederholungstäter.

Frank Jolitz 1. Mai 2022 - 21:49

Lieber Herr Müller,
die Emma gehört nicht zu meiner Lektüre, aber mit der Musik von Reinhard Mey bin ich aufgewachsen. Und es schmerzt mich, dass ich mich ihm als Erstunterzeichner nun so entfremdet fühle.
Vielen Dank für Ihren Beitrag, Sie haben es in allen relevanten Aspekten voll auf den Punkt gebracht.

Ida Luca 1. Mai 2022 - 21:53

Vielen Dank für diesen Beitrag, der mir aus der Seele spricht! Hoffentlich findet er große Verbreitung und bringt diejenigen, die den Emma-Artikel unterschrieben haben, zum Nachdenken. Wenn es irgendetwas gibt, das die Verbrecher im Kreml stoppen kann, dann ist es militärische Stärke. Nur aus dieser Position heraus werden Verhandlungen möglich. Eine starken Widerstand wünsche ich mir auch gegen die Propagandamaschinerie der russischen Medien und Trollfabriken. Wenn die Wahrheit der Feind ist, wie es Golineh Atai in ihrem 2019 erschienen gleichnamigen Buch zur Entwicklung Russlands unter Putin beschreibt, hilft dagegen nicht Neutralität, sondern nur Wahrhaftigkeit.

Jupp 1. Mai 2022 - 22:33

Gibt es zu diesem Part irgendetwas, das ich googeln oder mir anschauen kann? Wo findet man diese Aussagen? (das ist keine Kritik oder „ich glaube Ihnen nicht“. Für mich sind diese Aussagen aber neu und ich weiß nicht, wo man sie findet. Wäre über Hilfe beim Suchen dankbar)

„In russischen Medien, und auch von russischen Offiziellen wird schon seit einiger Zeit Deutschland als Nazi-regiert dargestellt, angefangen von angeblichen Biowaffen Laboren vom Bernhard-Nocht-Institut in der Ukraine bis hin zu der Behauptung, der 2. Weltkrieg hätte nie aufgehört und Deutschland wäre nach wie vor ein faschistisches Land.“

Frederic 1. Mai 2022 - 22:42

Vielen Dank für diese klare und toll geschriebene Analyse!

Viktor Halych 1. Mai 2022 - 23:36

sehr beeindruckend, logisch und offen, genau und detailliert das Thema auseinandergenommen! Wenn Leute mit Angst erfüllt sind, verlieren sie jegliche Fähigkeit, rational zu denken und zu handeln! Putin und seine Komplizen verfolgen mit Freude diese naiven (wenn nicht dummen) besorgten Pazifisten. Und wenn dessen Meinung gewinnt und Deutschland nur “Schutzhelme” an die Ukraine liefert, machen Putin&Co. eine Party hinter geschlossenen Türen, um die Haltung von Deutschland richtig zu feiern, wiel das Verhalten von knallharten Ganoven und Erpresser wirkt!
Und der Tip an alle Besorgten: legt euch auf eure Bäuche hin, Hände hinter den Kopf und wartet ab bis der Krieg von alleine zu Ende ist! Das ist deutlich sicherer als bloß die Spühlmaschine nicht einzuschalten. Und überzeugt auch die ganze Welt, auch genau so zu handeln! Dann ist der dritte Weltkrieg sicherlich vermieden! P.S.: es gibt dann zwar nur einen Zar über alle, den Vladimir Putler…

Wendelin Ackermann 2. Mai 2022 - 7:03

Guten Morgen Wolfgang Müller,
haben Sie herzlichen Dank für Ihren Text.
Er spricht mir aus dem Herzen und aus der Seele. Es ist Ihnen gelungen, eine adäquate Antwort auf den offenen Brief von Alice Schwarzer und anderen zu formulieren.
Der offene Brief ist eine Verhöhnung all derer, die nicht mehr mit einem Russischen Stiefel im Gesicht leben möchten.
Seit 80 Jahren hat kein fremder Soldat feindselig Russischen Boden betreten. Das Gefasel von NATO würde Russland bedrohen ist lächerlich und soll ablenken von massiven Imperialgelüsten Russlands.
Hier wird nicht nur die Ukraine angegriffen und seit Jahren aufs unflätigste verunglimpft, sondern der ganze ‚dekadente Westen‘.
Es wird sich jetzt zeigen, ob wir Eier haben und diejenigen, die den Kopf hinhalten mit allem was es braucht zu unterstützen oder ob wir uns in die Hosen machen und Empathie mit dem Aggressor entwickeln und dabei hoffen, dass er uns dann verschont.
Leider haben sehr viele den Gong noch nicht gehört:
Russland hat dem Westen den Krieg erklärt! Solange Russische Militärstiefel in fremden Länder stehen die sie nicht gebeten haben zu kommen kann es keinen Frieden geben.
Sehr schade, wenn ansonsten intelligente Menschen ihren moralischen Kompass verlieren und der Verwirrung anheimfallen.

Anna Pein 2. Mai 2022 - 20:04

Hallo Herr Alexander, Ich stimme Ihnen zu, möchte aber noch bemerken, dass das Gefasel von der Nato-Osterweiterung zwar auf realpolitischer Ebene von Russland als Ausrede gebraucht wird, aber dennoch auf historischen Ängsten beruht, vom Westen umzingelt zu werden. – Hier eine Zusammenfassung der Hintergründe jener mystifizierenden Geschichtsauffassung;
https://www.karenina.de/wissen/geschichte/putins-russische-welt/

Thomas Müller 2. Mai 2022 - 9:35

Und wenn Putin nicht feiert, weil sich Europa gegenseitig zerfleischt, kommen die Amerikaner vor Lachen nicht in den Schlaf.
Niemand sollte sich in diesen militärischen Konflikt reinziehen lassen.
Wir sollten uns nicht moralisch überlegen fühlen, hier treffen zwei Mächte aufeinander, die knallhart ihre Interessen verfolgen.

Michael Lüken 1. Mai 2022 - 23:56

Danke, Herr Müller, Ihr Text spricht mit aus der Seele. Aus meiner Kindheit in den 1980ern in Nordhessen habe ich die gleichen prägenden Erinnerungen.

Stefan Baier 2. Mai 2022 - 3:16

Herzlichen Dank für Ihre überzeugenden Worte! Gruß aus jenem Hessen, in dem Sie aufgewachsen sind.

Brigitte 2. Mai 2022 - 5:12

Einfach nur danke

Dr. Rudolf Luers 2. Mai 2022 - 6:52

Empfehle Christian Neef, SPIEGEL 17/2022: Stalins Erbe. Russische Brutalität seit Urzeiten. Ein liberaler Lebensstil hat zahlreiche Feinde. Dieser muss verteidigt oder überhaupt erst einmal gewonnen werden, um ihn verteidigen zu können. Letztlich läuft es darauf hinaus: willst Du leben wie ein Russe oder Nordkoreaner? Ich nicht. Mir gefällt es wie es ist mit “room for improvement”. Sehr gut der Kommentarhinweis auf Israel. Exakt das ist die künftige Position Westeuropas. Sich wehren zu müssen. Jet noise is the sound of freedom. Gewöhnen wir uns wieder dran.

Sandra Schlotmann 2. Mai 2022 - 7:55

So klar auf den Punkt gebracht! Danke!

Robert Porod 2. Mai 2022 - 11:46

Frau Schwarzers Beitrag offenbart eine beschämende politische Kurzsichtigkeit und Grundsatzlosigkeit. Putins Ziele richten sich ja nicht nur auf die Ukraine, sondern auf eine Destabilisierung der gesamten westlichen Welt mitsamt all der Werte, für die die demokratischen Staaten stehen. Russisches Geld hat längst schon viele Länder bis in den Kulturbetrieb hinein unterminiert, und überall tauchen im Internet Lügen auf, mit denen Putin sich leider teilweise mit Erfolg erhofft,im Westen das Vertrauen in demokratische Strukturen zu zerstören. Frau Schwarzer bedeuten all diese Werte anscheinend gar nichts, denn sonst würde sie mit ihrem Artikel nicht einem lupenreinen Diktator wissentlich (aus Zynismus) oder unwissentlich (aus eklatantem Mangel an Durchblick) zuarbeiten. Wenn man ihn weiterhin gewähren lässt, dann liegt gerade darin die größte Gefahr. Wenn er etwas will, wird er ja immer einen Vorwand finden, unabhängig davon, was der Westen tut, ob er Waffen liefert oder nicht.

Dein Artikel gehört zum Besten, das ich seit langer Zeit zum Thema gelesen habe, punktgenau und zutreffend!

joachim lucas 2. Mai 2022 - 11:54

ich muss in diesen tagen öfter an ein zitat denken, dass wir von früher in erinnerung geblieben war.

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler.
Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
Martin Niemöller

man kann nazis hier auch durch jeden anderen totalitären faschisten ersetzen oder auch nur durch “sie”, spielt keine rolle. wichtig bleibt die erkenntnis.

Steffen Heinrich 2. Mai 2022 - 13:32

Klare Worte, klare Aussagen, klare Gedanken! Mehr kann man Alice Schwarzer nicht geben! Tausend Dank für diesen Beitrag und der klaren Darstellung, das nicht die gesamte deutsche Intelligenz den Bach runter gegangen ist.

Gürlich 2. Mai 2022 - 16:03

Manchmal gibt es keine zweite Sicht der Dinge. Vielen Dank für diesen Text.
Bezüglich mancher Kommentar…..manchmal hilft es, erst zu denken und dann zu schreiben.

Sabine 2. Mai 2022 - 18:38

Vielen Dank für diesen großartigen Text! Ich bin so erschrocken gewesen, über die EMMA-Brief-Aktion, dass ich mein langjähriges Abo der Zeitschrift spontan sofort gekündigt habe.

Agnes Weber 2. Mai 2022 - 18:41

Danke für diesen offenen Brief. Sie sprechen mir aus dem Herzen, Agnes Weber, Zürich

Heiner Korte 2. Mai 2022 - 18:44

Meine Überzeugung !
Dem kann ich nichts hinzufügen !

Ruediger 2. Mai 2022 - 19:05

Ich finde es schlimm, dass es so weit gekommen ist und Russland den Aggressionskrieg vom Zaun gerissen hat.

Auf der anderen Seite ist es leider ein Armutszeugnis, in welchen Situationen für die Wirtschaft oder sonst eine Heiligkeit immer wieder gekuscht wurde.

So nenne ich nur einige Beispiele, bei denen ich eine klare Reaktion erwartet hätte:

Boykott der Olympischen Spiele in Peking. (Aber, Nein, die armen Sportler, die vier Jahre trainierten, sind wichtiger als die Millionen Uiguren, die in KZ´s umerzogen, vergewaltigt und deren Kultur beraubt werden) Kein Politiker hat gesagt: Sportler schämt euch!

Die vielen Waffenlieferungen durch Deutschland in all möglichen Konfliktgebiete. (Ägypten, Jemen, Mexiko) Oder herrscht da jetzt Frieden?!

Erdogan und seine 50 000 politischen Gefangene.

Wir führen gegen die Umwelt schon lange Krieg. Da könnte es nicht Schaden schärfere Sanktionen durch zusetzen, damit Putin das Geld für den Krieg ausgeht.

ianomamicontrabolso 2. Mai 2022 - 23:07

Ruediger: Danke für ihr Posting! Wundern sie sich nur nicht – das, was sie andeuten und beschreiben nennt man Ma – ni – pu -la -ti -on !! Manipulation durch die westlichen “Wertegemeinschaft” eben oder Erhaltung der Diskurshoheit (.. frei nach Gramsci) Wen wundert das noch? Sie toben sich aus und haben eben wieder mal ihr stinkendes Fressen !

Joachim Duprée 2. Mai 2022 - 19:40

Eine klare Position die man nur unterstützen kann, denn in unserer Gesellschaft fordern wir täglich Zivilcourage wenn es darum geht Schwächeren und vermeindlichen Opfern zur Seite zu stehen und ihnen zu helfen auch durch das Mittel der Gewalt. Der Ruf nach politischen Maßnahmen um Gewalt gegen uns und unsere Mitbürger wird immer dann laut wenn unser Wohlstand und unsere Komfortzone beeinträchtigt wird. Einschüchterung, Gewaltandrohung egal durch wen und warum kann niemals hingenommen werden und muss mit einer klaren Haltung, eben auch durch Waffenlieferungen an die, die bedroht und der Gewalt ausgesetzt sind gezeigt werden. Das ist die immer eingeforderte Zivilcourage über unsere Grenzen hinaus! Wo bleibt denn unsere Freiheit wenn wir uns nicht couragiert gegen einen Krieg stemmen der nicht durch uns losgetreten wurde, sondern durch den der unverholen die Freiheit mit Füßen tritt, nur weil er die scheinbare Macht hat? Irgend wann werden wir uns wieder die Frage stellen lassen müssen, was habt ihr dagegen getan und ich möchte mich nicht wie viele nach dem 2. Weltkrieg damit herauslügen müssen von nichts gewusst zu haben und man auch nichts tun konnte, denn Angst ist ein schlechter Berater.
” Es kann der frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt”, Schiller ist und bleibt aktuell.

Chriss 2. Mai 2022 - 19:48

Vielen Dank, Herr Wolfgang Müller für Ihren offenen Brief. Ich stimme Ihnen in allen Punkten mit einer Ausnahme zu: der Vergleich mit einer Vergewaltigung einer Frau / von Frauen finde ich nicht dahin gehörend. Nehmen Sie bitte lieber einen Vergleich, bei dem Sie selbst als Mann betroffen wären und diesen schlimmen Schmerz, diese Demütigung selbst gespürt haben könnten. Ansonsten entspricht alles Geschriebene meiner Meinung. Dankesehr!

Jürgen Bucksch 2. Mai 2022 - 19:53

Ich finde das Angstargument Quatsch: Ich habe jedenfalls keine Angst vor fremden Mächten. Ich habe in der Bundesrepublik ein wunderbares Leben gelebt und lasse mich in keine militärische Logik zwingen. Shit happens. Ja! Und ich wehre mich dagegen, so gut ich kann. Wir haben eine ordentliche Polizei! Und die unterstütze ich auch! Aber mehr möchte ich nicht. Die Grünen sind für mich das beste Beispiel für Verlogenheit: Zur Bundestagswahl plakatierten sie: “Kein Waffen in Krisengebieten!” Jetzt wollen sie geschichtsvergessen den totalen Krieg gegen Russland. Sie sind zur Kriegspartei geworden wie der größte Teil der Journaille. Sie munitionieren eine gewaltige Medienmaschine, um gegen Russland zu mobilisieren. Das mag ich nicht ertragen. Annalena Baerbock wird damit zur beliebtesten Politikerin. Gott bewahre: Mit Kriegshetze? Ist sie am Wohl des deutschen Volkes oder an ihres Machtposition interessiert? Am Wohl des deutschen Volkes wohl kaum, das zur Hälfte unter der Inflation leiden wird. Sie natürlich nicht. Auch ich nicht. Robert Habeck postuliert, dass alle etwas abgeben müssen in dieser Situation. Was gibt er ab?

Mir geht es gut. Mit Demut sehe ich, dass auf viele Menschen große Belastungen zukommen, nicht auf mich oder auf die grünen Minister. Das finde ich sehr unlauter. Warum belasten wir nicht die Besserverdienenden? Ich habe lange die Grünen gewählt, doch Habeck und Baerbock sind für mich Lügner (in der Frage der Bewaffnung von Kriegsparteien) und Heuchler (in der sozialen Frage).

Uwe Middelberg 2. Mai 2022 - 21:05

Frag mal die FDP!

inca 3. Mai 2022 - 16:24

Als erstes möchte ich hier mal an alle apellieren das Hirn einzuschalten.
Denn um was geht es hier wirklich?
Es geht darum Eurapa zu schwächen, Russland zu schwächen, wer profitiert dabei?
Amerika sprich die USA. Die schon lange diesen Krieg vorbereiten.
Warum sollten sie das tun?
Ganz einfach. Russland besitzt sehr große Vorkommen von Bodenschätzen.
ÖL, Gas und andere wichtige Rohstoffe befinden sich auf dem Gebiet der Russischen Föderation.
Vor 25 Jahren ca. wollte man Rußland in die Nato integrieren und es schien als könnte man endlich aufatmen
und die Feindschaften zwischen USA und Russland auf friedliche Weise beenden. Doch dann begannen die USA mit der Osterweiterung der Nato und stieß Russland somit vor den Kopf. Das Vertrauen in den Westen war damit beendet. Seit dem Umsturz in der Ukraine verfolgt die USA einen Plan um Russland massiv zu schwächen.
Schauen wir uns mal den Krieg in der Ukraine an. Was bitte, ist da los? Russland die 2.Stärkste Armee der Welt! Marschiert in der Ukraine ein und das vollkommen diletantisch…
Glauben wir das? Wie kann das sein?
Ist Russlands Armee vielleicht gar nicht so stark? Oder ist es die Propaganda des Westens das uns das glauben machen soll?
Die Menschen in der Ukraine werden massiv MISSBRAUCHT! für die zwecke und interessen der USA!
Bismark hat schon damals gesagt”Frieden in Europa wird es nur geben wenn Russland und Europa sich verbünden.”
Blicken wir mal nach Lybien. Was ist da passiert?
Amerika hat Gadafi gestürzt, warum?
Gadafi wollte eine Afrikanische Währung nach dem Vorbild Europas (EURO) einführen und die Ölgeschäfte nicht mehr mit dem Dollar bezahlen sonden mit der neuen Währung. Was den USA massiv geschadet hätte.
Russland, China und Venezuela, wollten ebenfalls aus dem Dollar aussteigen und eine andere Währung für das Ölgeschäft einführen. Venezuela hat das dann sofort gepürt, USA haben sich eingemischt.
Man sollte mal den Amerikanern USA die nur ein Ziel haben, Profit um jeden Preis, als Europäer entgegen treten, statt am Gängelband wie eine Marionette hängen und alles bedingungslos mitzumachen was die und ihre Großkonzerne wollen. Wo ist hier ein Unabhängiges Europa? Ein Selbstständiges Europa mit eigener Meinung? Können wir, das Europäische Volk, uns nicht mal erheben? Gegen durch und durch Korrupte
Politiker die lieber ihr Land verraten um ein paar Millionen die sie von Lobiisten erhalten.
Auch wenn man einen militärischen Angriff auf ein Unabhängiges Land niemals akzeptieren kann, so gibt es doch auch immer eine Vorgeschichte die zu diesen Konflikten Weltweit führen. Es ist die Prepotenz von einzelnen Menschen, die glauben alles für ihren Machterhalt tun zu müssen, mit fadenscheinigen Argumenten, Stoppen wir sie! Wir sind die Mehrheit!
Oder kann ein halbwegs normaler Mensch verstehen wie einzelne eine solche Macht über die Mehrheit erlangen?

Thilo Reichelt 2. Mai 2022 - 19:53

Danke für diesen klaren Text.
Zwei Anmerkungen.
1. Der Verwaltigungsvergleich hinkt vor allem, weil wir in Deutschland ein funktionierendes Gewaltmonopol des Staates haben. Deshalb kann das potentielle Opfer zumindest grundsätzlich auf den Schutz des Staates vertrauen. In den Beziehungen zwischen Staaten gibt es das nicht. Da gibt es nur die Möglichkeit, das potentielle Opfer zu bewaffnen, damit es sich wehren kann. Übrigens hat sich gerade die USA immer sehr gegen internationale Vereinbarungen gewehrt, die tatsächlich ihren Spielraum einschränken könnten.
2. Ich weiß, es ist Korinthenkackerei, trotzdem: Der Knall entsteht nicht beim “Durchbrechen der Schallmauer”, sondern fortlaufend, wenn ein Flugzeug mit Überschallgeschwindigkeit fliegt. Es ist der gesamte Lärm des Flugzeugs gleichzeitig.

Albert Bruckner 2. Mai 2022 - 19:58

Den Emma-Brief von Alice Schwarzer und Mitunterzeichner finde ich nicht nur zynisch, sondern auch äußerst naiv. Dafür möchte ich mal folgende Vorstellung szenieren:
Das Emma-Gebäude mit Alice Schwarzer wird von Verbrechern überfallen, ein Teil des Gebäudes besetzt und zerstört, dann wird Fr. Schwarzer von den Verbrechern auch noch vergewaltigt. Auf ihre Hilferufe reagieren ihre Nachbarn sehr zurückhaltend, um die Lage nicht eskalieren zu lassen und empfehlen ihr in dieser Situation mit den Verbrechern doch zu verhandeln, um mögliche weitere Straftat zu unterbinden. Des weiteren könne sie doch den besetzten Teil des Gebäudes den Verbrechern überlassen, die Nachbarn jedenfalls wollen in die Angelegenheit nicht hineingezogen werden, sie solle das schon selbst regeln.
Wie wäre wohl jetzt die Antwort von Frau Schwarzer?

Rico 2. Mai 2022 - 19:59

Waffen töten. Überall. Jeden. Waffen sind die Ursache des Übels. Nicht dessen Lösung. Überall. Immer.
Aber was will man einer zivilisierten Gesellschaft die jedes Jahr 2 Billionen Euro für Waffen ausgibt überhaupt noch erklären zu versuchen. Diese Gesellschaft hat nichts als Ihren Untergang verdient. Und sie arbeitet mit Hochdruck daran.

Mögen sich die Kriegs- und Rüstungsprofiteure in Amerika, der Karibik, Südafrika oder sonstwo verstecken, es wird sie nicht retten.

Gnade unseren Kindern.

T. Fuchs 2. Mai 2022 - 20:00

Auf den Punkt. Vor lauter Argumentenklauberei vergißt man den wichtigsten Punkt, der hier deutlich angesprochen wird: Haltung. Das sollten wir uns vor Augen führen. Haben und zeigen wir Haltung? Danke für die klaren Gedanken!

Ruediger 2. Mai 2022 - 22:20

und andererseits sind die Deutschen ganz tief in den Menschenhandel verstrickt mit den Leihmüttern in der Ukraine.
Passt nicht ganz zusammen, oder?
Siehe:
https://taz.de/Leihmuetter-in-der-Ukraine/!5839089&s=Leihm%C3%BCtter/

Anna Pein 2. Mai 2022 - 20:13

Also ich muß jetzt auch noch ein DANKESEHR loswerden…

und hier mal Pussy Riot!
https://www.youtube.com/watch?v=VakUHHUSdf8

TMoses 2. Mai 2022 - 20:13

Danke Herr Müller !!

Was mich wundert – woher nehmen sich jene (teils selbst-ernannten) “Prominente” eigentlich das Recht, zu glauben, sie hätten irgendeine Legitimation zu einem “offenem” Brief ??? Zu glauben, es würde irgendjemanden interessieren was diese Leutchens denken ?
Allein dies ist Arroganz ohne Ende …

Und jene höchst relevante Frage (“Was möchte/will die Ukraine & die Ukrainier*Innen ?”) wird ja nicht mal ansatzweise gestellt, seitens jener “Prominenten” … wieder nur die eigene Bauchnabelschau, das eigene Selbst-Bestätigen des “Ich was dass besser, weil ich bin ja intelligenter (weil : bin Intellektueller [will es zumindest vorgeben]), als die anderen … und ich bin moralischer” – wäre Intelligenz gegeben bei jenen Briefeschreibern, dann hätten doch 1 oder 2 der vielen Fragen/Ansätze (wie Herr Müller diese stellte) ja evtl. aufkommen können ? Sind sie aber nicht …

War mal ein grosser Fan der (ehemals präzisen + intelligenten) Satire von Herrn Nuhr … tja, das war dann mal weg, leider … jener arrogante, überhebliche Anteil wurde in den letzten 1,2 Jahren immer deutlicher, kein Wunder dass Hr. Nuhr nun diesen Brief unterschrieben hat … passt ins Bild.
Danke, das war’s dann, es gibt auch einen Herrn Riechling … und dieser macht seine (bissige) Satire nicht auf Kosten anderer.

ianomamicontrabolso 2. Mai 2022 - 23:59

Wer sind denn die Ukrainer*innen? (Natürlich das billige Sternchen darf nicht fehlen, wenn schon sonst wenig Überlegung hinter Ihrem Post steht; wenn schon sollen Sie allerdigs statt * ein : setzen – Sie sind nicht am neuesten Stand des Schwurbel–Kurses und diskrimieren mit dem * Transsexuelle hihihi)) Wissen Sie, dass in Miriupol ca. 90 % der Bevölkerung für den Anschuss an Russland votierten? Dass es einen stillen leidenden langjährigen Protest der ca. 8 Millionen russichesprachigen “Ukrainer*innen” gegen die Ausblendung und “Privatisierug” der russischen Sprache gibt? “Die” Ukrainer*innen als einheitiche westorientierte Nation sind eine Fiktion der oligarcho-Kiewer und US-amerikaniscen Propaganda. “Westorientierte” Nationalisten der Ukraine gab und gibt es vor allem in Gebieten des ehemaligen Österreich-Ungarn (Ostgalizien, Nordbukowina und Karpatho-Ukra) , und zwar aufgebaut aus machtpolitischen Gründen von den Habsburgern und – natürlich – der Kathol. Kirche gegen den Einfluss des Zaren und Moskauer Patriarchats; und die “Gutmenchen” von heute setzen diese nationalistischen Spielchen fort, ignorant wie sie sind: Besser, wenn schon, weiser “Putin-Versteher” (LOL) als ignoranter Gutmensch!

Gregor Koch 3. Mai 2022 - 0:16

Das Recht zu einem offenen Brief steht im Grundgesetz; es ist übrigens dasselbe, dass hier in Anspruch genommen wird, vom Autor, von Ihnen und von mir …

Ingo Korten 2. Mai 2022 - 20:17

Danke für Ihren wertvollen, sinnstiftenden Beitrag zu diesem unseligen Brief. Ich bin froh, dass Sie Ihre Aufregung in eine so pointierte Darstellung wandeln konnten. Sie haben damit die richtigen Worte für das gefunden, was viele von uns denken.

bratdorsz 2. Mai 2022 - 20:17

Vielen Dank für diesen Text, es erleichtert mich zu lesen, dass es logisch denkende Menschen gibt, die sich nicht von einer Ideologie blenden lassen, mag sie grundsätzlich auch noch so gut sein. Toleranz ist super, aber Toleranz für Intolerante ist dumm, weil die Intoleranten dafür sorgen werden, dass es irgendwann keine Toleranz mehr geben wird.

Ich bin kein Freund von Waffen und Gewalt, aber es ist naiv und dumm zu glauben, man könne jeden Konflikt mit Worten und dem Verzicht auf Gewalt deeskalieren. Es gibt leider Menschen, die genau darauf zählen und diese Einstellung schamlos ausnutzen werden.

Kurzfristig mag die Idee des Lieferstopps von schweren Waffen oder überhaupt Waffen in die Ukraine durchaus erfolgsversprechend sein, langfristig wird es aber ein fatales und unumkehrbares Ergebnis bringen, lassen wir den wahren Aggressor, nämlich Russland, einfach gewähren. Und dass man mit Worten bei dem dortigen Regime gar nichts erreicht, das dürfte spätestens sein dem Bersuch von António Guterres in Kiew bekannt sein.

Dass gerade Alice Schwarzer den Preis der Freiheit so gering bewertet überrascht mich nicht, es erschreckt mich. Natürlich ist alles mit einem Risiko verbunden und hat einen Preis. Aber wie hoch wird der Preis sein, wenn wir der Ukraine und somit letztendlich auch Europa nicht helfen und das faschistische Russland gewähren lassen? Können wir das sagen? Wollen wir es überhaupt rausfinden?

Wir dürfen uns um keinen Preis von notorischen Lügnern erpressen lassen. Tun wir das, so verlieren wir mehr als nur unser Gesicht, wir verlieren die Freiheit.

ianomamicontrabolso 2. Mai 2022 - 23:17

Logisch vielleicht aber nicht ethisch; Wer Waffen liefert, an dessen Händen klebt Blut. Wer von Selbstverteidigung eines Staates spricht und das noch anfeuert, der macht sich mitschuldig am Schlachten. So ist das einfach. Und so war das immer. In hundert Jahren werden Historiker über diesen Rückfall der Deutschen in die Barbarei und über die Komplizenschaft fast aller öffentlichen Institutionen Dissertationen schreiben, und Unis werden dazu Lehrstühle widmen. Eure Enkel werden Euch fragen: Warst Du auch für das Abschlachten der Russsen?
shit happens1

Chrischi 3. Mai 2022 - 9:25

Was ist das für ein Pullschit, für ein Gefassel? Es ist weder tiefgründig noch überlegt – im Gegensatz zu dem Artikel.

ianomamicontrabolso 3. Mai 2022 - 17:54

Bullshit wenn schon — es kommt von Büffelscheisse. Wenn Ihnen sonst nix einfällt – auch OK 🙂

ianomamicontrabolso 2. Mai 2022 - 20:21

Wie oft noch dieser blinde hohle Diskurs?
Warum wurde die stereotype Bezugnahme auf die sogenannten höheren “Werte” des Westens nicht ins Spiel gebracht, als die ukrainische Armee, die ukrainischen rechtsextremen Milizen, sieben, acht Jahre hindurch auf Zivilisten in den sogenannten “Separatistengebieten” Raketen abgefeuert haben? 10..000 oder mehr Tote Zivilisten, auch gezielt die Abschlussfeier einer Schule mit Kindern mit Rakteten torpediert –ohnehin nur “Separatisten”, ohnehin nur Russen?
Ein Kommentator oben lobt: Klare Worte, klare Aussagen, klare Gedanken? Kann man auch von Plattitüden sprechen? Vielleicht ist die Welt nicht so klar, so simplifiziert, in “gut” und “böse” teilbar? Sind wir im Kindergarten wo die Guten die heile Welt gegen Orks verteidigen?
Sorry, doch vor diesem Horizont bewegt sich der deutsche “mainstream”.
Wie oft noch die Mär von der Verteidigung “unserer” Werte? So wie im Kosovo, so wie im Irak, am Hindukusch? Vielleicht sind uns’re Werte nur hohle Lügen, opportunistisch dort ins Spiel gebracht wo es um ganz anderes geht. Vielleicht ging’s nur um Landgrabbing. Um westliche Agrarkonzerne, Monsanto usw, und um das Verbot an die Ukraine, Schwerindustrieprodukte in die VR China auszuführen? Wäre schön mal profunder zu recherchieren anstatt aus dem Bauch heraus heile-Welt-Kindermärchen zu schwurbeln.
Und vielleicht ging es “den Ukrainern”, ging es denen, die am Maiden putschen, gar nicht um westliche – oder irgend welche – Werte, sondern einfach um das Haben wollen der “westlichen” Reichtümer, um den scheinbar bunten Lebensstandard der schönen Westlichen Schaufenster-gesellschaft. Ist ja gut, viele wollen saturiert leben, grosse SUVs lenken, exotisch essen, Ressourcen des globalen Südens billig verwerten, Koloniale westliche Lebenweise eben, – aber – mit Verlaub – mit Werten hat das nix zu tun. Mit Moral und werten hat es nix zu tun russische Orks mit deutschen Panzern abzuschlachten. Mit Moral hat Rheinmetall nix zu tun, der Import von Erz für die Waffenschmieden aus Brasilien ebenso wenig , ..nein gar nix.
Das Tüpfchen auf dem I dann, oben, am Ende des Beitrags von Herrn Müller, dann noch die berüchtigten Worte um Freiheit und Sicherheit, hier aber als entstelltes und falsch verstandenes Zitat von Benjamin Franklin, wie üblich eben verzerrt-verkürzt wiedegegeben, und wie könnte es anders sein? Journalisten-Mainstream eben. Grauslich eben

Thomas Hopf 2. Mai 2022 - 20:24

Es tut mir Leid, aber alle die sich hier so einig sind, haben offensichtlich weder selber Krieg erlebt noch direkt mit Krieg zu tun gehabt. Frau Schwarzer ist eben nicht so gedankenverloren, wie die hier einig sich zusprechenden Autoren und Kommentatoren. Überall in Europa Krieg zu haben ist eben keine Option. Die Ukrainer haben alle Unterstützung verdient, aber eben nicht zum Preis des Todes aller und vor Allem nicht zum Preis einer atomaren Verseuchung. Dafür hätten sie schlicht ihre Identitätsprobleme vorher! selber lösen müssen; sie selber sind leider ein Teil der ungelösten Gewaltspirale des postsowjetischen Zeit, zu der sie jetzt scheinbar verdammt sind, sie ausleben zu müssen. Der Konflikt ist eher ein Katalysator der seit Jahrhunderten überlieferten und gelebten Gewaltgesellschaft des russischen Zarenreichs, des Stalinismus und des sich daran anschließend Postkommunismus sowjetischer Bauart. Putin ist bereits jetzt am Ende … und er weiss das. Nur wissen wir alle nicht, wie diese riesige Gesellschaft sich nach dem Ukraine-Konflikt befrieden soll. Vermutlich ahnen dies auch die Mehrzahl der Russen. Sie haben erlebt, was passiert, wenn gar nichts mehr geht: Übergang Gorbatschow Ära zur Jelzin Ära und Übergang von der Jelzin Ära zur Putin Ära.

Interessant ist: alle, die wirklich keine Verantwortung tragen, wissen, was zu tun ist.
Die, die wirklich Verantwortung tragen und Informationen aus erster Hand bekommen, sind sich nicht so sicher. (Das sollte ersteren zu denken geben)

Bitte konsequent zu Ende denken!

Meine Mutter, die den Krieg mit aller Härte erleben musste sagte nur eins kürzlich:
was und vor Allem, wie reden die alle über den Krieg? Hofft, dass er begrenzt bleibt. Ewig hat der Dummkopf in Russland keine Ausdauer.

Stallkamp 2. Mai 2022 - 20:29

Der Mensch. Und wie er archaisch denkt. Kein einziges Wort von Liebe. Von Bewußtsein. Keine ganzheitliche Sicht. Keine Hand reichen – einmal ohne EGO – mit ganz anderen Lösungsmöglichkeiten. Nur, die eines kleinen Jugendlichen. So wie Putin, so wie vermutlich alle Politiker. Der Mensch.

Marc Alexander 2. Mai 2022 - 20:30

Ich kann ihren Ausführungen folgen und verstehe ihre Argumentation. Ich kann Sie sogar teilweise nachvollziehen. Leider bin ich aber nicht davon überzeugt diesen Konflikt, wie es auch bei anderen Kriegen passiert ist, zur Vereinfachung in eine Gut und Böse Schablone zu drücken.

https://www.youtube.com/watch?v=bFoFZUMUnsc

Reinhard Berger 2. Mai 2022 - 20:40

Sehr geehrter Herr Müller,
ich habe heute Ihr Interview im Deutschlandfunk gehört. Das war für mich ein weiterer sehr inspirierender Beitrag, dem ich genauso voll und ganz zustimme, wie der Kolumne von Sascha Lobo über die Lumpen-Pazifisten. Danke für Ihre Antwort an Alice Schwarzer und ihre Mitunterzeichner.

ianomamicontrabolso 2. Mai 2022 - 22:37

Lumpen sind die Kriegstreiber Die Kriegs-einschreier, die glauben auf Seiten der oder des Guten zu sein.. oder wie auch immer das heistt (Moral? Anstand?) Und in Wahrheit nur eine selbstgefälige Facette des Bösen mehr sind. Das Alles wusste schon ein Stefan Zweig

Nexans 2. Mai 2022 - 20:46

Was für ein Schwachsinn!!! Ja, die Petition der EMMA ist völlig richtig!!! Wo blieb denn der Aufschrei der Gesellschaft und der EU bei den Angriffskriegen der USA gegen den Irak, Syrien… etc.??? Wo wurden gegen die USA Sanktionen verhängt??? Ihr scheinheiligen populistischen Interakteure… eure begrenzte Sichtweite kotzt mich an!!!!!!

Olaf 2. Mai 2022 - 20:47

Wow. Was für ein toller Blogbeitrag. Sehr ähnliche Formulierungen habe ich bisher in meinen Facebook-Posts schon verwendet (“wer glaubt, dass Putin uns in Ruhe lässt, nur weil wir uns auf den Rücken legen und um Gnade winseln”), den Vergleich zur Aufforderung eines Vergewaltigungsopfers, doch besser stillzuhalten, damit es schneller vorbei ist und dann schnell weiterzurennen, dass Putin nach einer erfolgreichen Eroberung der kompletten Ukraine vermutlich als nächstes mit Moldau, Georgien und dann dem Baltikum weitermachen wird und wir uns spätestens dann die Frage stellen müssen, ob einen Atomangriff zu vermeiden immer noch unser höchstes Ziel ist, wenn die Panzer an der ehemals polnisch-deutschen Grenze stehen.

Ich kann wirklich jeden Satz in Ihrem Block nur dick unterstreichen.

So erschüttert ich war, dass aus einem Dieter Nuhr plötzlich ein Feigling wurde und eine Alice Schwarzer gute Argumente zu finden glaubt, warum ukrainische Frauen sich den russischen Soldaten wehrlos unterwerfen sollen, so froh bin ich, mit Ihrem Blog auch noch eine vernünftige Stimme zu lesen. Auch wenn meine Kindheit im Kölner Raum in den 70ern und 80ern mit weniger Sirenengeheul verbunden war, als anscheinend der Frankfurter Raum, ich kann trotzdem jedes Argument zu 100% nachvollziehen. Wenn wir jetzt Putin nachgeben, werden wir die unangenehmen Entscheidungen nur verschieben.

Davon abgesehen: Olaf Scholz entscheidet das nicht alleine. England, die USA und andere Länder haben sich schon entschieden. Wenn Putin einen Grund für einen Atomkrieg sucht, findet er ihn jetzt schon. Und wenn London in einem nuklearen Atompilz untergeht, ist es fast egal, ob Deutschland auch einen direkten Treffer abbekommt oder nicht. Aber umgekehrt sollte sich Deutschland die Frage stellen, ob es nach einem Sieg über die russische Aggression auf der Seite der Mutigen und Hilfsbereiten stehen möchte oder auf der Seite der selbstbezogenen Feiglinge, die aus Angst um ihre warme Wohnung bereit waren, ein Volk von 40 Millionen Menschen über die Klinge springen zu lassen.

ianomamicontrabolso 2. Mai 2022 - 22:47

Olaf, seit wann ist ein implotierter Staat, ein Oligarchen-Staat, mit dem Körper einer ´Frau vergleichbar. Seit wann ist ein Angriff auf das Regime von Kiew, das das Blut von tausenden Zivilisten an seinen Händen kleben hat, eine Vergewaltigung? Hmmm ….Weil die Opfer ohnehin nur russische Separatisten waren? Westliche Werte Demokratie und was sonst noch Alles … welch Heuchelei!
Und ach ja, das ach so unschuldige Georgien. Wurde ja – welch Unbotmässigkeit! –beim Völkermord gegen die Abchasen gestoppt. Suchen sie das mal auf der Landkarte bevor Sie posten, Olli, Olli

ianomamicontrabolso 2. Mai 2022 - 22:57

Ja Olli, und noch was: Wir, die Deutschen, die Österreicher, die Schweizer, wir sind “der Ukraine” gar nichts schuldig – absolut gar nichts, nicht mal einen halben Grad im Winter!!! Und wenn man mit den Menschen hier spricht, – mit eingermassen “normal” denkenden Menschen zumindest -, und sie auf all das anspricht, auf all dieses öffentliche Klima der Kriegsbegeisterung, merkt man, welche angestauten Aggressionen es hier schon gibt, angesammelt und hinuntergefressen … nach zwei Monate Manipulation und geheuchelten Moralin-Wettbewerbs der Schwurbler, nach zwei Monaten des Hinuntrschulucken-müssens angesichts all dieeser moralinsauren eifernden Manipulation. Es reicht!!!!

Angie 2. Mai 2022 - 20:50

Also dann müsste man dem Vergewaltigungsopfer – im Vergleich – eine Waffe oder gleich mehrere geben, damit es sich wehren kann. Der Fall ist doch aber eher so, dass das Vergewaltigungsopfer durch die meist milden Strafen, die der Täter erhält (schwere Kindheit, Trauma usw) immer ein Opfer bleibt. Jaa, und ich glaube, eine Mutter würde, um ihre Kinder zu schützen, ihre Beine breit machen.

Peter 2. Mai 2022 - 21:11

Wie leichtfertig sich die Deutschen ihrem hohen gut an Moral und der Gabe der neutralen Beobachtung ergeben, immer fein aus der Ferne heraus versteht sich.

Ein Warum, Wieso oder Weshalb die Dinge in der Abfolge oder Intensität erfolgen spielt für den guten Keyboardwarrior keine Rolle. Hintergründe sind lästig und Beweggründe zu erfragen, dafür fehlt uns leider die Zeit. Hier ein Klick, da ein Like und gut fühlt sich unsere Anteilnahme an.

Schade, aber wenn mal wieder jemand fragt, wie es sein konnte das sich Faschisten in die Gesellschaft fest setzen und sie durchseuchen konnten, dann bitte ganz entspannt in den Spiegel schauen und ohne Reue mit dem Finger auf sich selbst zeigen.

https://www.youtube.com/watch?v=jiBXmbkwiSw&ab_channel=TheGuardian

Dieses feine kleine Lehrstück aus dem Jahre 2017 sollte dem einem doer anderen vielleicht zu denken geben und einmal die Überlegungen anstoßen wie man sich fühlen würde, würde man hierzulande solch eine Indoktrinierung von Kindern und Jugendlichen im äußerst rechten Sektor auch nur andeuten.
Das diese mit modernen Mitteln und eine großen Menge ausländischen Geldes ausgestatteten “Lehrkräfte” hier die Hirne und Herzen der Menschen die letzten Jahre durchseucht haben, mag man ja gern unter den Teppich kehren.
Das die Menge an solchen “Camps” hier im Video um die 60 beziffert in den letzten 5 Jahren hunderte, wenn nicht gar tausende ideologisierte Junge Menschen mit Hass und falschen Versprechen sowie Feindbildern durch ihr Sytem hat laufen lassen, lässt dagegen schwieriger verstecken.
Wolfsangel und schwarze Sonne sind unmissverständlich Symbole des Hasses und werden so oft es geht stolz zur schau getragen.

Hier zu behaupten die Ukraine hätte kein Problem mit Nazismus und stramm rechtsnationalen Gedankengut, das über die letzten Jahre in viele Bereiche des öffentlichen Lebens eingeseucht ist, ist Geschichtsverklärung und wird am Ende ein sehr unangenehmes Erwachen hervorrufen, für wen man sich da eigentlich in die moralische Bresche geschlagen hat.

Das es hier wir auch einige Vorredner schon bemerkt haben nicht im Geringsten um die Ukraine geht sondern um Rohstoffe und deren Zugang und das einmal mehr, die Menschen in den Regionen der Konflikte als gewollte Opfer und Mittel zum Zweck eingesetzt werden, zeigt einmal mehr wie sehr sich die Raube Nimmersatt des Kapitalismus in alle Bereiche der Welt ausbreitet.

Das hinzu noch aufkommende Verteilungskämpfe und Großmachtsphantasien uas West wie Ost ihr übriges dazu beitragen, ist wohl den “Opportunisten” anzulasten. Was am Ende übrig bleiben wird, ist ein gespaltenes Land und Millionen von vertriebenen Menschen die dem Kapital egal sind.

Daran werden auch all die Waffen die der Westen nichts ändern und nichts verändern. Frieden lässt sich nur per Dialog und Vertrauen herstellen, nicht durch Mißgunst, Neid und Unaufrichtigkeit.
Wir werden für jede Kugel und jede Granate die wir für einen sinnlosen und nicht zu gewinnenden Kampf, der einen oder der anderen Seite zur Verfügung stellen einen Preis bezahlen, wie hoch dieser sein wird und welche Opfer er fordert, wird die Geschichte zeigen.

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 10:54

Ander herum: “Nazismus und stramm rechtsnationales Gedankengut” gedeiht genau da, wo der Stärkere statt Argumenten Gewalt einsetzt. – – – “Wir werden für jede Kugel und jede Granate die wir für einen sinnlosen und nicht zu gewinnenden Kampf, der einen oder der anderen Seite zur Verfügung stellen einen Preis bezahlen” – DER EINEN ODER ANDEREN SEITE? Putin Armee führt einen agressiven ANGRIFFSKRIEG gegen ein demakratisches Land. “nicht zu gewinnen” ohne unsere Unterstützung nicht. “Angst essen Seele auf” darf nicht unser Mantra werden!

Christoph 2. Mai 2022 - 21:13

Danke, Herr Müller! Ich war so aufgebracht, dass ich wütende Briefe und einen eigenen Facebooktext schreiben wollte (den niemand lesen würde). Aber Sie haben das mit kühlem Kopf so beeindruckend formuliert, dass ich mir erlaube, in aller Demut auf Sie zu verweisen.

Günter Jeschonnek 2. Mai 2022 - 21:16

Sehr geehrter Herr Müller, sehr geehrte Kommentator*innen,
am Wochenender erhielt ich von einer Freundin die E-Mail mit der freundlichen Bitte, den Brief der “Emma-Leute” zu unterzeichnen. ich las ihn mir durch, war entsetzt und wütend. Nicht gegenüber der Freundin, der ich schrieb, dass ich dieses “Gelabere aus warmen Betten mit vollem Magen” nicht ertragen und auch nicht unterschrieben kann. Im Gegenteil. Ich stimme dem Beitrag von Wolfgang Müller voll zu und auch den meisten der hier eingestellten Kommentare. Überrascht war ich, dass zu den 28 Erstunterzeichnern renommierte Frauen und Männer gehören und sich wie Edgar Selge (Schauspieler, Literat, Schwiegersohn von Martin Walser) oder Alexander Kluge dazu hinreißlassen, den Ukrainern eine faulen Kompromiss vorzuschlagen, um ihre Haut zu retten. Putin und seine schrecklichen Vasallen wir Lawrow warten nur auf die weißen Fahnen der Ukrainer, damit sie das verwüstete Land endlich ins Russische Reich einverleiben können. Man muss sich auf der Zunge zergehen lassen, dass diese paranoiden Diktatoren den Generralsekretär der Vereinten Nationen wie einen dummen Jungen abblitzen und obendrein in Kiew bombardieren lassen! Wer soll überhaupt noch mit diesen Kriegsverbrechern verhandeln oder einen Waffenstillstand aushandeln? Schockiert haben mich auch die Bilder aus Russland von den Maidemonstrationen, bei denen mit Inbrunst die blutige “Spezialoperation gegen die Ukraine” verteidigt und verherrlicht wurde. Diese Leute sind nicht nur durch die russische Medienberichterstattung unfähig geworden, die Wahrheit zu erkennen. Diese Leute glauben an den Feind im Westen, die angeblichen Nazis, der Russland eleminieren will. Die Mehrheit der Russen wäre bereit, in einen Krieg gegen den Westen zu ziehen, wenn die Führer dazu lautstark aufrufen. Davon bin ich überzeugt. Die blutige Spur der Russen begann nicht erst vor einigen Jahren. Erinnern wir uns an das Auslöschen der eigenen Avantgarde und Eliten unter Stalin, die Tötung der polnischen Elite, die Verbrechen nach dem 2. Weltkrieg in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, die blutige Niederschlagung des 17. Juni 1953 in der DDR, die Freiheitsbestrebungen in Ungarn 1956 und in der CSSR 1968 und die massenhaften Verbrechen an Oppositionellen in der Sowjetunion bis heute. Putin und seine Vasallen schrecken vor nichts zurück; drohen sogar mit Atombomben, obwohl die westlichen Atommächte mit der Nato den Russen militärisch eindeutig überlegen sind. Und diese Drohgebärden lassen die 28 Erstunterzeichner – allen voran Alice Schwarzer, die zu allem und jedem etwas zu sagen hat – den Ukrainern zurufen: Gebt auf, der Krieg gegen die Russen ist nicht zu gewinnen! Findet einen Kompromiss, indem ihr die Krim und die Ostukraine diesen widerlichen Russen und sogenannten Separatisten überlasst. Seid dankbar, wenn Euch die Russen am Leben lassen und nicht die gesamte Ukraine niederwalzen! Wie feige und anbiedernd sind diese Ratschläge. Ich grenze mich davon ab – als ehemaliger Regisseur, Kulturmanager, Kurator und Autor im Unruhestand. Günter Jeschonnek

Kim Werner 2. Mai 2022 - 21:16

Auch ich bin ein Kind der 70iger und 80iger Jahre. Der Atomkrieg war im Kopf und ja, er war ein Teil des Alltags.
Auch für mich brach mit dem Zerfall der Sowjetunion eine Zeit des Friedens, der Erleichterung und Sicherheit an.
Doch dies hatte spätestens 2014 sein jähes Ende.
Viel schlimmer ist das Ende für die ukrainische Bevölkerung, daß unter den derzeitigen bestialischen Situation
um ihr Überleben kämpft.
Ich habe mich weder mit Rußland und seiner Geschicht als auch mit Marktwirtschaft tief genug auseinander gesetzt, als daß ich mir an dieser Stelle ein hieb und stichfestes Urteil erlauben könnte. ich weiß es nicht, ob der Dialog oder die
Unterstützung in jeglicher Form das Bessere sei. Und seien wir mal ehrlich, wieviel kennen wir vom ganzen Geschehen –
ich für meine Person denke nur an die Eisbergspitze. Davon mal abgesehen, was uns alles vorgegaukelt wird.

Und nun auf den Punkt kommend. Der offene Brief an Kanzler Olaf Scholz in der Emma empfinde ich als unmöglich.
Mich erinnert dieser eher an Eigenwerbung, als daß man mit stichhaltigen Argumenten, die Forderungen nach Dialog untermauert und die Lieferung von Kriegswaffen als falsch bezeichnet.

Vielen Dank Wolfgang Müller für ihren Text und der Auseinandersetzung
Vielen Dank für zahlreiche Kommentare

Roman Stricker 2. Mai 2022 - 21:28

Danke für so viel gedankliche Aufgeräumtheit! Sehe ich in allen Punkten genauso, hätte ich bloß nicht so gestochen scharf formulieren können – inklusive des wirklich sehr treffenden Vergleichs vom Beginn. Eigentlich hätte dieses Thema mit klaren Einordnung von Wesley Clark von Anfang März durch sein können, aber offensichtlich braucht es ein Mehr an Diskussion. Daher nochmals Danke für diesen starken Beitrag!

Eddy 2. Mai 2022 - 21:30

Es ist wie immer und wiederholt sich immer wieder. In den 60iger waren es die USA (Kubakriese) die bist zum äussersten gegangen währen wenn die Russen damals eingelänkt hätten,wurde aber als Sieg des Westens verkauft. Bush Junior hat Irak den überfallen,Der Ammi hat die Kurden in Syrien im stich gelassen und von Afganistan wollen wir nicht reden oder Mali.Grgor Gysi hatte es im Bundetag genau aufgzählt.Die USA Sind eine Imperiale Macht und hacht vor nichts halt.Mann hätte schon 2001-2015 Putin für Vollnehmen sollen was er sagte.
Es wurde immer nur gedroht, allen voran Berbelchen unsere Friedenstaube.Nato muss sich mal bewegen und zugeständnisse machen, damit Putin sein Gesicht nicht verliert. Vertraglich das zugesichert keine Nato Erweiterung und Rückzug. Dafür Freiheit für die emaligen Ostblockstaaten.Denn ohne Russland gibts kein gemeinsammes Europa. Schmeckt aber dem Ammi nicht.Gestoppt werden muss die sache,sonnst fängt China mit Tywan an.Mann darf nicht vergessen is nicht nur Putin da Sitzt der Kremmel dahinter und warten darauf Putin zu beerben.Ich finde es eine Sauerei das der Ukaine Krieg dazu genutzt wird 100 Milj. Schulden zu machen,Sind se sich alle fast einig, auch die Friedens-Tauben (Grünen) unsd für Gesundheitswesen und Bildung swie infast. is Kein Geld da. Waffen liefern halte ich für das falsche Signal.Europa muss als eins mit seinen Nachbarn Lösungen finden denn Russland ist näher als USA.Und die Türkische Nato maschiert in Syrien ein.

Solveig 2. Mai 2022 - 21:37

Jetzt ist es eben auch soweit, dass uns die ganze Heuchelei und das zweierlei Maß der letzten Jahrzehnte auf die Füße fällt. Wie oft haben wir ein Auge zugedrückt, wenn die USA mal wieder mit einem erfundenen Kriegsgrund von ihren innerpolitischen Problemen abgelenkt oder eine unliebsame demokratische Regierung mit ihren Marionetten ersetzt hat. Oder wenn die NATO völkerrechtswidrig Bomben geworfen hat. Oder wenn die schweigende Mehrheit es hinnimmt, dass es bequemer ist, Menschen ertrinken zu lassen, als sich mit der unfairen globalen Verteilung von Arm und Reich auseinanderzusetzen. Wenn man sich seinen moralischen Kompass lange genug zurechtbiegt, muss man sich nicht wundern, wenn er am Ende nicht mehr funktioniert. Der Westen hat seine Ideale der Freiheit, Gleichheit und Demokratie aus Bequemlichkeit und Gier so lange selbst verraten, dass wir uns jetzt nicht wundern müssen, warum so viele Menschen nicht bereit sind, sie ausgerechnet gegen die Atommacht Russland zu verteidigen.

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 11:00

Sie können in Ihrem Text die Worte “USA” gegen “Russland” austauschen und er wäre dann genauso zutreffend. Und demokratische Ideale werden gerade nicht von Deutschen verteidigt, sondern von tapferen Ukrainischen Männern und Frauen. Ihr Text trieft vor Heuchelei.

Solveig 3. Mai 2022 - 14:06

Sie haben meinen Kommentar nicht verstanden. Ich verteidige Russland nicht. Und ich setze die USA auch nicht mit einem autokratischen Sytem wie Russland gleich. Und dass ukrainische Männer und Frauen gerade demokratische Ideale verteidigen, während viele Deutsche lieber nur zuschauen wollen, damit Putin nicht auf dumme Gedanken kommt, ist ja gerade der Punkt, der im Text kritisiert wurde oder nicht? Laut meiner Beobachtung ist “demokratische Werte verteidigen” zu einer Worthülse verkommen, an die viele Menschen im Westen selbst nicht mehr glauben. Und das sollte wirklich alle Alarmglocken schrillen lassen. Demokratie lebt von Menschen, die an sie glauben.

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 17:54

Okay, nach nochmaligem Lesen: Punkt für Sie.

Wolfgang 2. Mai 2022 - 21:50

Hallo Wolfgang,
schöner Text, ein bißchen drastisch, aber treffend.
Gerade Alice Schwarzer, die ja doch der Kriegskindergeneration zugehörig ist, hätte doch besser Geschichte studieren sollen anstatt Psychologie.
Dann hätte sie vielleicht aus der Geschichte gelernt und hätte warnen können, anstatt so einen verschrobenen, weltfremden Brief zu schreiben und zu veröffentlichen.
Die Unterzeichner des Briefes kennen höchstwahrscheinlich; oder auch nicht; Arthur Chamberlain, der durch seine Appeasement Politik dazu beigetragen hat, das Hitler sich in seinem Größenwahn bestätigt fühlte und den 2. Weltkrieg dadurch Vorschub geleistet hat.
Auf diesem Niveau bewegt sich der offene Brief; besänftigt den Größenwahnsinnigen trotz der Opfer an Frauen, Kindern und Männer; anstatt ihn in die Schranken zu weisen.
Der Brief negiert sich auch durch seine eigenen Aussagen, Beispiel.
Moralisch verbindliche Normen sind universaler Natur.
Es ist doch moralisch richtig, wenn einem schwächeren gegen einen übermächtigen Gegner geholfen wird, wie in diesem Fall, oder welche Vorstellung von Moral hat Frau Schwarzer, ihre?
Ich für meinen Teil denke, viele der Unterzeichner sind sich der Tragweite dessen, was in der Ukraine passiert, nicht bewußt und es ist einfach toll, mal eben da mit zu unterschreiben, läuft doch im Fernsehen, Alice Schwarzer schreibt doch keinen Müll!? Oder?
Man darf einem Agressor nicht den kleinen Finger geben, dann nimmt er den ganzen Arm.
Man muß einem Agressor entschieden entgegentreten, hab ich so im Selbsverteidigungskurs für Alte gelernt.
Man muß ihm seine Grenze zeigen und ihm zeigen, das er inzwischen darüber gegangen ist.
Ist Putin noch Zurechnungsfähig?
Das sollte Frau Schwarzer lieber mit ihrer Psychologieausbildung herausfinden, dann findet sie vielleicht einen Weg, ihn zu stoppen und ihn nicht tätscheln und sagen, du, du, du bitte, bitte tu das nicht, das ist Böse, aber egal, du hast doch bestimmt in deiner Kindheit was schlimmes durchgemacht!
Das kommt doch gar nicht bei gestörten Persönlichkeiten wie Putin an, das läßt sein Umfeld doch gar nicht zu.

Anscheinend geht es uns Deutschen zu Gut, uns ist die warme Wohnung, das Konto, die nächste Party und vieles anderes wichtiger, als das wir uns Gedanken über einen Tyrannen machen, der aus seinen Ängsten und Fantasien heraus Menschen abschlachtet.
Es ist schlimm, was in der Ukraine passiert, aber es wird nicht enden, wenn wir uns unsere Pfründe Gedanken machen, dann sind wir die nächsten, da wir ihm gegenüber Schwäche zeigen.
Warum sollte Putin dann aufhören?
Frag Alice Schwarzer, die weiß eine Antwort.

Mertes Adolf 2. Mai 2022 - 21:59

ich bin Belgier:Ich zitire mal Wörter aus der BIbel.Wenn einer dich auf die linke Wange schlägt,halte auch die rechte hin.Was nützt es dem Menschen wenn er alles gewinnt und dabei sein Leben verliert.Warum zitiere ich 2000 jahre alte Weissheiten;ich bin überzeugt das die Vernunft immer der beste Berater in schwierigen Situationen ist.
Es fällt mir auf, das ¨vorwiegend ältere Menschen gegen eskalation sind und jüngere für eskalation.Ich kenne alle Argumentationen für und gegen.Die Menschheit hat mit der Atombombe eben die Büchse der Pandora geöffnet.Übrigens Demokrati,ist denn alles perfekt,meiner Ansicht nach nicht. Amerikaner sind überall Besatzer,auch im eigenen Land.Wer kann mir sagen, wenn alle Ukrainischen Soldaten aufgebraucht sind,welche Soldaten führen den Krieg dann weiter?Kriegsmaterial wird immer vorhanden sein,aber die Soldaten werden eines Tages aufgebraucht sein;Welche Seite wird aufgebraucht sein?

Dieter Jakob 2. Mai 2022 - 22:02

Frank Blocklinger hat richtigerweise darauf hingewiesen, dass es in diesem Krieg nicht nur von Russlands Seite, sondern auch den USA um Geopolitik geht (“Die Ukraine kann diesen Krieg gewinnen”). Die Ukraine wird in jedem Fall der Verlierer sein, auch wenn es mittels 30 Milliarden US-Militäthilfe gelingen sollte, Russland auf Dauer strategisch zu schwächen. Dieser Stellvertreterkrieg wird zu einem Stellungskrieg auf ukrainischer Erde werden, bei dem die Verteidiger den Vormarsch der Angreifer stoppen, dieser im Gegenzug zur Zermürbung das gesamte Land in Grund und Boden bombt. Waffenlieferungen an die Ukraine ja, aber nur mit dem Ziel, aus einer gewissen Position der Stärke heraus in Verhandlungen zu treten, allerdings werden diese nicht ohne Gebietsverluste für die Ukraine enden, denn Putin wird diese zur Gesichtswahrung brauchen. Ohne vorzeigbare Erfolge wird er diesen Krieg nicht beenden, selbst wenn wir noch 50 Milliarden drauflegen. Die Frage kann also nur heißen: wie wird dieser Krieg möglichst schnell beendet und helfen mehr Waffen dabei?

Ralf Behnken 2. Mai 2022 - 22:15

Mit diesem Text werden keineswegs Eulen nach Athen getragen. Ich finde diesen Beitrag zur aktuellen Diskussion in unserem Land sehr wichtig und wertvoll. Vielen Dank dafür!

Sintemal 2. Mai 2022 - 22:27

Danke für Deine Worte, denen ich kaum etwas hinzufügen kann.
Mein Beitrag auf dieser Seite, ist der Brief, den ich heute Morgen Fr. Schwarzer zukommen lassen, habe.

Sehr geehrte Frau Schwarzer,

als erstes möchte ich Ihnen sagen, dass ich Ihre Angst vor einem weiteren Weltkrieg/ Atomkrieg teile. Hierbei geht es mir weniger um mich selbst als um die Kinder und Kindeskinder.

Zurzeit wird nicht nur das ukrainische Volk von Russland / Putin überfallen, verschleppt, vergewaltigt, gefoltert und getötet, sondern der Rest der Welt in Geiselhaft genommen, mit der Androhung atomare Waffen zu verwenden.

Wir werden dazu gezwungen dieser nicht in Worte zufassenden Perversität zu zuschauen. Das soll uns deutlich machen, was uns geschehen könnte, wenn wir uns nicht Putin konform verhalten.

Mit Bestürzung und tiefer Trauer habe ich den offenen Brief ihrer Mitstreiter und Ihnen an Olaf Scholz gelesen.

Ich persönlich glaube, es ist nicht relevant wie wir uns verhalten, Putin deutet jegliches Verhalten unsererseits so wie er es benötigt. Er hat seine eigene Konstruktion der Wirklichkeit.

Das wird deutlich bei der Begründung seines Einmarsches in die Ukraine mit dem besonderen Ziel die Ukraine zu entnazifizieren. Mit dem Einmarsch in die Ukraine hat Hr. Putin sich geschichtlich neben Stalin und Hitler gestellt.

Putin muss erfahren, wo seine Grenzen sind. In der Pädagogik ist ein wichtiger Grundsatz, dass jeder seine Grenzen erfahren muss, damit er weiß, wie weit er gehen kann.

Das haben wir als Bundesrepublik Deutschland leider in den letzten Jahrzehnten, mit Herrn Putin versäumt

Worte und Sanktionen haben sehr wenig Wirkung gezeigt, nun bleibt nicht mehr viel übrig, was die freie Welt Herrn Putin anbieten kann. Schwäche bzw. Angst darf es auf keinen Fall sein. Ich bin wie viele andere auch der Meinung, dass Sie mit solchen Aktionen nicht zum Frieden beitragen, sondern Herrn Putin bestätigen seinen Kurs beizubehalten.

Ich verweise an dieser Stelle auf die Charta der Vereinten Nationen und die darin verankerten Menschenrechte, die Herr Putin mit Füssen tritt. Beweise dafür sind der Grund des Besuchs von António Guterres in Kiew>Angriff und der Zustand des Landes.

Russland als Ableger der UDSSR ist Mitbegründer der Menschenrechtscharta. Widerrechtlich wurde Russland gestattet ein permanentes Vetorecht in Anspruch nehmen zu können. Zu gering wertgeschätzt kann sich Russland nicht fühlen.

Die Menschenverachtung, die allein durch die Aussagen des russischen UN-Botschafter und dem Außenminister angesichts des Krieges deutlich wird, macht sprachlos.

Wenn Herrn Putin nicht Einhalt geboten wird, ist es heute die Ukraine, morgen Polen und übermorgen die BRD. An dieser Stelle möchte ich an Martin Niemeier erinnern.

Weiterhin ist zu erkennen, dass Russland seine Präsenz auf den Kurilen-Inseln offenbar ausbauen will und in der Arktis aufrüsten lässt. Diese Tatsachen sprechen für sich selbst und bedürfen keiner weiteren Erklärungen mehr.

Ich frage Sie: Ist das Ihr Ernst, den Menschen in der Ukraine zu raten sich einem solchem Regime zu ergeben? Glauben Sie das Leid des ukrainischen Volkes wäre damit beendet?

Wenn ich zynisch wäre, würde ich sagen ja das Leid des ukrainischen Volkes wäre beendet, weil es kein ukrainisches Volk mehr geben würde.

Das Leid vieler Millionen Menschen wäre es nicht.

Russland bzw. Putins Perversität macht nicht vor seinem eigenen Volk halt. Das Land wird ausgebeutet, die Bevölkerung kann nicht am Reichtum partizipieren und Russlands Söhne werden wie Lämmer auf die Schlachtbank geführt. Ganz zu schweigen von der Indoktrinierung des Volkes.

Ich frage Sie: Wollten Sie in einem derzeitigen Russland leben?

Das ukrainische Volk will dies wohl nicht.

Seine eigene vermeintliche Freiheit und Frieden auf Kosten von anderen zu erkaufen, erscheint mir sehr dekadent.

Ihre Haltung entbehrt jeglicher Grundlage des Feminismus und macht deutlich, dass Sie sich auf einer theoretischen Ebene befinden, die den Kontakt zum gelebten Feminismus verloren hat. Ihre Haltung ist gekennzeichnet von fehlender Empathie zu den Frauen, die gerade Ihre Hilfe brauchen würden.

In Polen sitzen Ukrainerinnen fest, die durch Vergewaltigung der russischen Soldaten schwanger geworden sind. Sie können aufgrund der polnischen Gesetze, diese Schwangerschaften nicht beenden.

Helfen Sie diesen Frauen.

Sie haben Verbindungen, die in konstruktiver Weise genutzt werden könnten, um zu helfen, anstatt das ukrainische Volk zu degradieren.

Ihr Auftrag als Feministin wäre die Kriegsverbrechen laut zu verurteilen und sich auf die Seite der Frauen und Kinder zu stellen.

Gehen Sie in die Ukraine und machen Sie sich ein eigenes Bild. Fragen Sie sich, ob wir den Menschen unsere Hilfe verweigern dürfen.

Dort werden Sie Frauen treffen, die bewusst zu den Waffen greifen (müssen) um sich, ihre Familie und ihre Heimat zu beschützen.

Einfach gesagt, wenn ich Ihre Wohnung besetzen würde, würden Sie Hilfe holen, um mich wieder loszuwerden.

Angesichts dessen was Frauen und Kindern durch russische Marodeure widerfahren ist und werden wird, muss ich mich, als Frau und Feministin, für diesen o.g. Passus Ihres Briefes fremdschämen.

Erinnerung aus der Geschichte > im 2. Weltkrieg baten die UDSSR das amerikanische Volk um Unterstützung gegen Nazi- Deutschland.

In Zeiten wie diesen überschlagen sich die Ereignisse, Olaf Scholz hat Ihnen seine Antwort auf gelebten Pazifismus gegeben.

Ich bin keine Kriegstreiberin.

Ich bin für den Frieden und die Abrüstung demonstrieren gegangen und „Das weiche Wasser“ von BOTS ist heute noch eine Hymne für mich.

Ich habe viele Jahrzehnte für Menschen gekämpft, die Hilfe benötigt haben, darunter waren Kinder, Flüchtlinge aus Kriegsgebieten, Frauen und Männer mit und ohne Transgender Hintergrund.

Für die Gleichberechtigung der Frau lebe ich seit meiner Grundschulzeit, vielleicht weil ich auf dem Land in einem Mehrgenerationenhaushalt aufgewachsen bin?

Meine Großeltern haben 2 Weltkriege erlebt und deren Erzählungen haben meine pazifistische Grundhaltung geprägt. Ich setze mich bis heute mit der Entstehung des Nationalsozialismus und dessen Folgen für direkt Betroffene und der Nachkriegsgenerationen auseinander.

Weil wir unsere Geschichte kennen, dürfen wir nicht die Augen vor dem verschließen, was gerade jetzt in der Ukraine geschieht.

Sie brauchen unsere Hilfe!!!!!!!

Am ende meiner Reaktion auf Ihre Aktion muss ich sagen, dass die unterschiedlichsten Hilfeleistungen, die der Ukraine aus der Welt der zivilisierten Völker zukommt die Reaktion auf eine menschenverachtende Aktion ist

Das müssen wir Herrn Putin deutlich machen.

Mit freundlichen Grüßen

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 10:32

Danke dafür. Stimme 100% zu.

Sunnyflowers 4. Mai 2022 - 2:16

Danke für diesen Brief einer Feministin an Alice Schwarzer. Danke auch an Wolfgang Müller. In diesen Zeiten brauchen wir Pazifisten diesen realistischen Blickwinkel um uns zu sortieren und neu zu definieren. Solidarität ist der Schlüssel gegen Unterdrückung und Gewalt. Und dazu gehört für mich auch die Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen einen faschistischen Agressor in dem Maße zu unterstützen, soweit wie wir dazu in der Lage sind.

O. Ekseiw 2. Mai 2022 - 22:31

Eine klare Meinung zu haben fühlt sich immer gut an. Leider habe ich immer häufiger das Gefühl, das mir persönlich dazu – insbesondere in kriegerischen Auseinandersetzungen – einfach die Informationen fehlen. Ein Grund dafür ist unsere Medienlandschaft, in der seit jahrzehnten ebenfalls ein Krieg tobt. Es geht um die Deutungshoheit. Es ist heutzutage mühseelig für Privatpersonen sich durch die “fakes” und “Fakten” zu kämpfen.

Wenn ich mir nun die Zusammenfassung der Verteidigungsstrategie von den USA ansehe…

https://dod.defense.gov/Portals/1/Documents/pubs/2018-National-Defense-Strategy-Summary.pdf

…und in dieser etwas lese wie:

“In support of the National Security Strategy, the Department of Defense will be prepared to defend the
homeland, remain the preeminent military power in the world, ensure the balances of power remain
in our favor, and advance an international order that is most conducive to our security and prosperity.”

Diese Aussagen nun mit – ich nenn sie mal – “öffentlich medial kontroversen Thesen” von Daniel Ganser, wie z.B. in diesem Beitrag, in Verbindung setze…

https://www.youtube.com/watch?v=J_yCqFLPlwI

Dann fange ich an darüber nachzudenken ob hier nicht viele “falschen Fragen” gestellt werden.

Ich stelle auch einfach mal ein paar Fragen.

1. Wird in der Ukraine wirklich um “DIE westliche Freiheit” gekämpft?
2. Könnte man nicht vllt doch noch eine diplomatische Lösung für den Konflikt finden?
3. Wenn die Osterweiterung der NATO diese Krise ausgelöst hat – wie Putin ja selbst behauptet – und er es tatsächlich ernst damit meint, könnte nicht die Abkehr von der NATO und folgend dann, wie von Macron (“Die NATO ist Hirntot”) schon einmal gefordert, die Entwicklung einer EU-Idendität, mit eigenen geopolitischen Zielen, eigener Armee und was auch immer noch dazu gehört, nicht zu einer möglichen Entspannung in der Region führen?

Sofern wir es nicht schaffen mehr Transparenz, z.B durch Stärkung des Schutzes für Whistleblower oder ein 100% durchsichtiges Lobbyistenregister, für unsere “Repräsentative” Demokratie einzufordern, solang werden wir der Spielball der Politiker und der Leitmedien bleiben.

R. 2. Mai 2022 - 22:45

Klingt leider nicht wirklich nett und vernünftig was Sie da schreiben. Hinkt auch total, wenn man sich die politische Lage Ukraine/Russland und die Haltung der Nato schon seit einer Weile anschaut. Haben Sie das etwa nicht, bevor Sie diesen Text geschrieben haben?

Bester Satz den ich in letzter Zeit gehört habe:

DER BESTE FREUND RUSSLANDS IST DIE NATO.

Leider wird in ihrer pathosgefüllten Rede der sich bereits seit Jahren anschwellende Konflikt nicht politisch korrekt erwähnt und das der Westen eine hohe Schuld an diesen Krieg verantwortet, indem immer weiter vor den Toren Russlands aufgerüstet, angegeben und gedroht wurde!!

Die Ukraine und die armen Menschen sind ein Punching Ball für die wirtschaftlichen Interessen der USA und der Arroganz der westlichen Länder. Und nein, es wurde eben nicht genug geredet!!
Bitte informieren Sie sich rückwärtig und aktuell mit der politischen Lage bevor sie jetzt andere als plump “blöde und asozial” bezeichnen die nicht laut Juhu bei Waffenlieferungen schreien.

Selbst unser 11Jähriger Sohn war in der Lage nicht mit dieser “schwarz-weiß Theorie” auf andere Leute zu zeigen, nachdem er sich eingelesen hat.

Ja, ich möchte mich um um meine Urlaube kümmern und selbstverständlich meinen Kindern erzählen, dass ein Krieg niemals mit noch mehr Waffen beendet wird. Nicht in Syrien, nicht im Jemen etc. übrigens auch. Logisch oder!!!!!!!!?????

U. a. ich und Milliarden friedliche Menschen haben rein GAR KEINE SCHULD an den Auseinandersetzungen zwischen Putin, Selensky, Biden und co. Ich halte nichts von Menschen, die bereits Jugendliche ZWINGEN Waffen in die Hand zu nehmen und Ihnen erzählen, es wäre heldenhaft zu sterben. Und das tun ukrainische UND russische Machthaber u.a. derzeit. Für irgendein Vaterland zu krepieren ist meiner Meinung nach der größte Schwachsinn auf Erden. Machthaber die meinen Ihre Bevölkerung zu Krieg zu zwingen sollten von anderen aufgehalten werden. Und das am Verhandlungstisch. Alles andere ist verlogen und Kriegshetzerei . Die Grünen hier machen es gerade allen voran vor und hetzen die Bevölkerung auf , die vermeintlichen Gutmenschen zu sein.

Und zu ihrem Alice Schwarzer Kommentar: Der ist einfach nur unterirdisch und grenzt an Niveaulosigkeit. Und wie arm auch, sofort mit der Feminismuskeule und Vergewaltigungsstory Vergleiche zu ziehen. Einfach nur daneben. Triggert mich als Frau ggf. auch noch mehr….

Ich hoffe, dass Sie sich mit Leuten austauschen, die Sie von allen Seiten beleuchtend und nüchtern über diesen Konflikt politisch informieren können und da ich Sie für einen recht schlauen Menschen halte, glaube ich, dass Sie anerkennen werden, dass Ihre Schuldzuschreibungen nicht ganz so “einfach zutreffend” waren.

U.K. 3. Mai 2022 - 11:29

Danke R. – dieser Meinung kann ich mich nur anschließen.

Wer den Hintergrund des Satzes ““Irrtum, dass die Verantwortung für die Gefahr einer Eskalation zum atomaren Konflikt allein den ursprünglichen Aggressor angehe und nicht auch diejenigen, die ihm sehenden Auges ein Motiv zu einem gegebenenfalls verbrecherischen Handeln liefern.” ” nicht versteht, sollte den Satz nicht falsch ausschlachten.

Die Begründungen ihres Artikels sind meiner Meinung nach so ziemlich daneben – Hauptsache drauf hauen – und viel zu einseitig – wie die Medien.

Danke R. für den Satz:
“Die Ukraine und die armen Menschen sind ein Punching Ball für die wirtschaftlichen Interessen der USA und der Arroganz der westlichen Länder. Und nein, es wurde eben nicht genug geredet!!”.
Das denke ich auch – es wurde nicht genug gesprochen und verhandelt.
Danke

Eddy 2. Mai 2022 - 22:47

Sorry hatte noch vergessen einige Fehler zu beseitigen.Muste nicht freigeben war meine Meinung an dich.

Moeb3 2. Mai 2022 - 22:53

Ich denke, jeder von uns darf seine Meinung haben, was allerdings in Russland nicht möglich wäre. Wenn aber das ukrainische Volk für seine Freiheit kämpfen will, dann ist es unsere moralische Pflicht, diese so gut wie möglich zu unterstützen. Sollen die Toten auf dem Maidan, die vor ein paar Jahren für Demokratie demonstrierten, umsonst gestorben sein? Putin ist für mich die Reinkarnation von Stalin, KGB sei dank. Deshalb leiden er und seine Versteher auch unter stalinistischem Verfolgungswahn. Hat ein Europa, das sich von russischer Energie abhängig machte und große wirtschaftliche Beziehungen knüpfte, vor Russland zu überfallen? Nein, der Grund der russischen Aggressionspolitik ist, dass man an Einfluss auf die ehemaligen Sowjetrepubliken verliert. Kein Wunder, dass diese alle in die NATO wollen. Meine Meinung bedeutet nicht, dass ich die Politik der USA der vergangenen Jahrzehnte gut finde, im Gegenteil. Das Einzige, was ich bei Schröder gut fand, war, dass er den Irakkrieg nicht mitgemacht hat. Auch finde ich nicht gut, dass das Missmanagement des Bundesverteidigungsministeriums jetzt mit 100 Mrd. Steuergeldern honoriert wird, obwohl diese das Geld nur sinnlos verpulvern, jetzt wieder für 2 Tankschiffe, 2 damit vielleicht eins fährt. Wenn Herr Müller von seiner Kindheit erzählt, kommt mir das fast schlimmer vor als bei uns damals in der DDR. Die Sirenen gehen bei uns auch jetzt noch, aber heute wie damals nur als Probelauf. Herr “Selenskyj Klitschko” tut sich mit seiner Fäkalsprache keinen Gefallen, auch wenn er von den Ereignissen vielleicht persönlich betroffen ist, dann sollte er das auch sagen.

Didi 2. Mai 2022 - 23:07

Pazifismus ist zu Friedenszeiten ein Kinderspiel und in einer Diktatur oder in kriegsähnlichen Zeiten gefährlich. Der Hass der “moralischen Gutmenschen” auf Schwarzers Brief war zu erwarten. Der Begriff ist bewusst als Gegenstück zu Sascha Lobos “Lumpenpazifiismus” gewählt. “Lumpenpazifismus” wird von Lobo bewusst zur Diffamierung Andersdenkender eingesetzt; die begriffliche Nähe zum “Lumpenproletariat”, eine niedere Klasse aus Kriminellen, Zuhältern und sonstigen zwielichtigen Gestalten (laut Marx), ist nicht zu übersehen. Insofern halte ich es moralisch bedenklich, sich darartigen, diffamierenden, Argumentationsstrukturen anzuschließen, um Waffenlieferungen in ein Kriegsgebiet zu unterstützen.
Man stelle sich vor, jemand käme auf die Idee, seinen alten Parka aus den 80ern mit dem Aufnäher “Schwerter zu Pflugscharen” zu nehmen und durch eine westdeutsche Großstadt gehen; im Osten kam damals die Stasi und wer würde heute im Westen für Ordnung sorgen?
Auch die hier immer wieder auftretende Argumentationsstruktur, “Herr XYZ, wenn ihre Familie angegriffen wird, würden sie ihre Familie dann nicht verteidigen?”, jagt mir den Angstschauer über den Rücken. Genau diese Argumentationsstruktur wurde vom kommunistischen Parteisekretären der SED verwendet, um Andersdenkende auf Linie zu bringen. Warum wird in der angeblich freien, westlichen Welt diese Argumentationsstruktur aus meiner diktatursozialisierten Zeit verwendet, um Waffenlieferungen in ein Kriegsgebiet zu rechtfertigen? Weil die Sachargumente ausgegangen sind?

Ich empfinde den Brief Alice Schwarzers in der heutigen, aufgeheizten, moralisierenden, Zeit als äußerst mutig und sich damit dem Zeitgeist entgegenstellt.

Zettrawski 2. Mai 2022 - 23:18

Sehr guter Beitrag! Leider fallen vor Egoismus und Kurzsichtigkeit viele – oft eigentlich sogar intelligente – Menschen auf die Märchenwelten des irren Diktators in midlife crisis herein.
Es gibt viele Parallelen zwischen Deutschland 1939 und Russland in diesem Jahr.

Weltretten geht anders, so der Titel meines Buches, in dem ich den ersten notwendigen Schritt aus der mensch- und umweltzerstörenden Spirale des Kapitalismus aufzeige. Der russische Faschismus lässt jedoch Kapitalismus-Kritik in den Hintergrund rücken, da er ein Vielfaches an Menschenverachtung und Umweltzerstörung beinhaltet.
Nur Waffengewalt konnte Nazideutschland Einhalt gebieten. Nur Waffengewalt kann dem faschistischen Russland Einhalt gebieten.

hubertus schmelz 3. Mai 2022 - 6:44

Der Brief von Faru Schwarzer ist ein Aufmerksamkeitshascher.

2hard4U 3. Mai 2022 - 14:30

@Hubertus Schmelz, nein, der Brief spricht einer beachtlichen Zahl vernünftiger Menschen aus der Seele und es werden laufend mehr.

Zettrawski 4. Mai 2022 - 12:31

Er spricht wohl vor allem das Bauchgefühl an. Und das ist vor allem egoistisch und meist frei von jeder Logik.
Wir wollen uns persönlich geschützt sehen. Und wenn uns dann ein Diktator Putin mit Atomwaffen droht, möchten wir uns von der Ukraine abwenden mit dem Satz: “Tut uns leid, aber wir müssen zuerst an uns selbst denken!”
Aber das Bauchgefühl – das gezielt Diktator Putin anspricht – hat diesmal nicht Recht: Drängen wir darauf, dass sich die Ukraine ergibt, ist als nächstes Moldau dran, dann Georgien, dann Litauen, Estland und Lettland. Beistandspakt in der NATO? Ja schon, aber auch da wird wieder das Bauchgefühl sagen: ”Tut uns leid Litauen, aber wir haben Angst vor der Atommacht Russland. Wir können Euch nicht helfen! Höchstens mit hundert Helmen”
Dann ist Polen dran, dann Deutschland. Und dann hilft uns keiner, weil jeder zu Recht sagen wird: “Die hatten Angst, warum sollen wir mutig sein?”

Einen Hitler konnte man nicht mit Angst und Bauchgefühl stoppen – einen Putin auch nicht.

Eddy 2. Mai 2022 - 23:20

An Mertes. Das kommt dadurch das wir Älteren noch wissen was die Alten uns erzählten und ich wurde noch in Frankreich und Holland als 14 Järiger mit Hitlergruss und Nazi beschimpft.Wir wurden zu Pazifisten erzogen.Aber zum Beispiel die heute 25 sind, wissen nicht mehr wer Kohl oder Schröder war, kennen nur Merkel.Was ich sagen will, immer wenn einige Zeit vergangen ist wiederholen sich sie sachen. Der Mensch vergisst schnell und die Jugend ist der Meinung es wird mit Farbkugeln geschossen.Im Krieg gibt es keine Sieger, das Leid ist auf Beiden Seiten gleich. Ein Alter Mann sagte, keine Religion keine Politik kein Krieg.

Franz Friedrich Freitag 2. Mai 2022 - 23:47

Jede*r die/der den offenen Brief an unseren Bundeskanzler unterzeichnet hat -oder ihn für gut befindet-, möge sich mit folgender Fiktion auseinandersetzen, um das Absurde zu erkennen…

Die Familie „X“ sitzt in ihrem Haus beisammen. Plötzlich knallt es, weil der gewalttätige Nachbar „R“ die Haustür aufgebrochen hat. „R“ hat schon vorher einmal mit Gewalt den Zaun der gemeinsamen Grundstücksgrenze eingerissen und diesen um einige Meter weiter auf dem Grundstück der Familie „X“ -trotz heftiger Gegenwehr- neu errichtet, um so sein Grundstück zu erweitern. Er setzte letztendlich zur Durchsetzung seines Raubes als Waffe brutal ein Schwert ein, dem der Mann der Familie „X“ nur ein Küchenmesser entgegen setzen konnte; der Kampf war wegen ungleicher Waffen schnell vorbei.

Da dies bei der ersten Aktion so gut verlief und auch alle anderen Nachbarn zwar schimpften, aber nichts unternahmen, um Familie „X“ zur Hilfe zu eilen -obwohl einige ebenfalls ein Schwert besaßen-, ist „R“ nun ermutigt und der Meinung, sich das ganze Anwesen von „X“ gewaltsam anzueignen.

Als er sich an der Haustür zu schaffen machte, drohte er Nachbarn, die ihn beobachteten: „Jeder der sich aktiv einmischt, wird schreckliches erleben!“

Im Haus von Familie „X“ fordert er: „Ihr ergebt euch und übergebt mir alles oder ich nehme es mir mit Gewalt. Nach der Weigerung der Familie „X“ beginnt er alles zu zerschlagen und brüllt: „Wenn ihr euch wehrt, bringe ich euch um, ich höre erst auf, wenn ihr euch fügt.“

Die Nachbarn mit Schwertern hatten sich mittlerweile zum Haus der Familie „X“ begeben. Als sich der Mann von Familie „X“, der immer noch kein Schwert besaß, aus dem Fenster lehnte und die Nachbarn anflehte: „Wenn ihr mir schon nicht aktiv helfen wollt, dann gebt mir wenigstens ein Schwert, damit ich meine Familie und mich verteidigen kann“, bekam er die Antwort: „Nein, wenn wir dir ein Schwert geben, dann verzögert sich alles, wenn wir dir keins geben, ist es schneller beendet, als wenn ihr euch verteidigen könnt. Ihr könnt euch ja ergeben oder „R“ bringt euch um. Wir setzen uns aber so nicht der Gefahr aus, dass er auch uns angreift. Dies ist das geringere Übel!“

Ob einer der Nachbarn so denken würde, wenn „R“ ihn angegriffen hätte und die anderen sich so verhalten hätten?

2hard4U 3. Mai 2022 - 15:03

Falsch, Familie X ist mittlerweile besser gerüstet als man meinen mag. Familie X bekommt von den Nachbarn massig Unterstützung zur Verteidigung. Die Nachbarn geben den Geflüchteten aus dem Haus der Familie X Unterschlupf, versorgen sie und werfen dem renitenten R alle möglichen Steine in den Weg, um ihn aufzuhalten.
Familie X stellt Forderungen an den Nachbarn, wird dreist und überheblich und will, dass der Nachbar in den Streit eingreift, ohne zu überdenken, was das für Folgen haben könnte.
R wird mit seinem Mega-Schwert (um mal bei Deiner Gaming-Rhetorik zu bleiben) dem Nachbarn einen Schlag versetzen, dass er komplett ausgelöscht wird. Dann kann Familie X seine Angehörigen nicht mehr beim Nachbarn in Sicherheit bringen, es gibt auch keine finanzielle Unterstützung mehr, weil die Nachbarn von X schlichtweg nicht mehr existieren, von der Landkarte (oder aus dem Katasterplan) gelöscht sind und an selber Stelle ein großes, schwarzes Loch “strahlt”.
Das nützt wohl niemandem, und abgesehen davon besteht auch der Nachbar aus einer Familie, die ein Recht auf ein Überleben hat.

Sorry, Deine Story ist für’n A….

Gregor Koch 2. Mai 2022 - 23:58

Ein überzeugendes Plädoyer für einen full scale nuklearen Erstschlag gegen Russland. Hoffen wir, dass er so überraschend kommt, dass sie die meisten ihrer Raketen nicht mehr abfeuern können, damit wenigstens einige von uns nachher den Sieg feiern und unserer Helden gedenken können …

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 10:28

Außer, das die Erde ohne uns Menschen sicher besser dran wäre, tut es weh, so einen Unsinn zu lesen.

Harald Müller 3. Mai 2022 - 11:00

Hallo Herr Koch,
wie alt sind Sie? Sie haben sicher keine Kinder und keinen Geschichtsunterricht gehabt.
Ein nuclearer Erstschlag ist kein Egoshooter bei dem man sich nach einem verlorenem “Spiel” dem realen Leben wieder zuwendet. Nicht zu fassen das sich jemand traut so etwas zu schreiben.
Was einen Atomkrieg betrifft gilt wohl folgendes anzunehmen. »Die Überlebenden werden die Toten beneiden«
Ich kann der vorhergehenden Antwort nur zustimmen die Erde wäre ohne Menschen besser dran.

Gregor Koch 3. Mai 2022 - 13:57

Hallo Herr Müller,

ich bin Ende 50, habe drei Kinder, und was der Geschichtsunterricht mit Atomkrieg zu tun haben soll, bleibt wohl Ihr Geheimnis. Es sei denn, Sie wollten damit andeuten, es sei “okay”, wenn Russland ein oder zwei Atombomben über der Ukraine abwerfen würde, um den Krieg zu beenden und dadurch zehntausende Menschenleben zu retten, wie es ’45 die USA in Japan gemacht haben.

Im übrigen besteht ja auch die Möglichkeit, dass mein Kommentar sarkastisch gemeint war; aber vielleicht hatten Sie ja keinen Deutschunterricht (“Kopfschüttel”) …

Toni R. 2. Mai 2022 - 23:58

Wenn der russische Präsident, also Putin und alle die ihn nicht bremsen können oder wollen, es auf den Atomschlag ankommen lassen wollen, dann wird er es tun müssen wenn er die Ukraine anders nicht erobern kann! Und nur darauf kommt es an. Putin, nicht Scholz oder die Bundesregierung Deutschlands, bestimmt wohin die Reise geht. Ob Amerika im Falle strategischer Atombomben Russlands zu den Langstrecken-Raketen greifen wird, ist noch lange nicht ausgemacht. Ebenso hängt Putins Bereitschaft zu Verhandlungen noch völlig in der Luft! Putin, nicht erst seit dem 24. Februar, ist kein wirklich guter Verhandlungspartner. Frau Schwarzer,Dieter Nuhr und Ranga Yogeshwar haben natürlich nicht nur unrecht und jede Menge Grund sich vor einer Ausweitung des Konfliktes zu fürchten, aber der Brief an Scholz, wenn keine Lösung darin beschrieben wird, ist völlig gaga! Reines Wunschdenken von Leuten die sich nie mit der Person Wladimir Wladimowitsch Putin beschäftigt haben. Putin kommt aus der St. Petersburger Gosse, kennt eigentlich nur Kampf um seine Person. Und alleine schon dass er in seiner Karriere die höchste Position ereicht hat, alle Gegenwehr gebrochen hat, zeigt doch auf, dass zu verlieren ausser seiner Vorstellung ist! Und das wird er auch nicht, wenn wir der Ukraine nicht Schweres Gerät zur Verteidigung überlassen. Ja, wir sind längst schon Beteiligte! Und wir können uns unserer Verantwortung nicht entziehen.

2hard4U 3. Mai 2022 - 15:28

Gaga ist Ihr Kommentar! Nur, weil Sie jetzt mal den Wikipedia-Eintrag zur Persona Putin gelesen haben, rechtfertigen Sie unsere Waffenlieferungen und die Eskalation bis zum 3. WK?
Ich gebe Ihnen recht, wir sind längst Beteiligte. Ein Grund mehr, jetzt die Reißleine zu ziehen und nicht noch mehr Unheil zu verursachen.
In Eurer sturen Verbohrtheit macht Ihr alle einen entscheidenden Fehler: Ihr hört Putin nicht zu, tut alles ab, was er sagt, womit er droht, ohne Rücksicht auf Verluste und diese werden unermesslich sein.
Ein intelligentes Handeln würde jetzt Verhandlungen erfordern, Kompromisse von allen Seiten. Und jetzt kein “Ja, aber die Ukraine …”
Bla bla,..
JA, auch die Ukraine MUSS jetzt Abstriche machen, ganz im Sinne von “der Klügere gibt nach”. Nur ein kurzer Blick darauf, was der Donbas ist, reicht, um zu sehen, worum es wirklich geht.
Ist es uns das wert? Ernsthaft? Sorry, mein Leben und das meiner Nachkommen ist mir mehr wert und eine vernünftige Regierung der Ukraine wäre sich ihrer Aufgabe, auch Europa nicht in den 3. Weltkrieg zu stürzen, bewusst. Aber wo Egozentriker am Werk sind, kann man nichts erwarten.

Toni R. 3. Mai 2022 - 21:47

Nix ist mit Wiki-Eintrag über Putin! Als Ehepartner einer St. Petersburgerin weiss ich genau wie die Russen zu Putin stehen. Mehrheitlich würden sie ihn in die Moskwa oder in die Newa wünschen mit nem Mühlstein um den Hals! Ihnen möchte ich mal eine Luftveränderung wünschen, möglicherweise auch in Moskau oder St. Petersburg! Frische Luft tut dem Denken gut! Verhandlungen mit Putin? Nein, Putin will seine Pläne durchziehen und die hat er oft genug öffentlich bekundet, eine Wirtschafts-Union von Lissabon bis Wladiwostok! ”
Die Ukraine zu besetzen sollte im Grunde nur die Nato testen! Wie Ukrainer und auch die Nato reagierten hat den kleinen Knilch voll aus den Socken gehauen!”
Das, im Übrigen, ist der Original-Kommentar meines Schwagers in St. Petersburg und für den ist Wikipedia zur Zeit nicht befragbar!
Ach ja, ihren Äußerungen nach könnten Sie ja wohl in der Putin-Diktatur ohne Gegenstimmen oder Oposition und Wikipedia im Riesenreich gut leben! Wie schon geschrieben, oft hilft eine Luftveränderung und dann klappt das auch mit Nachdenken! Ach ja, Russland hat die Ukraine und auch uns hier angegriffen und nicht umgekehrt! Und die 272 T 72 für die Ukraine aus Polen sollten auch Ihnen irgendetwas sagen. Vergewaltigung und Ermordung kann auch Herrn Putin nicht erlaubt sein!

Fred 3. Mai 2022 - 0:00

Nein Herr Wolfgang Müller, Sie tappsen in die gleiche Falle, wie diejenigen, die Sie angreifen. Es ist ein Unding zu glauben, Kriege kann man mit Waffen und immer mehr Waffen beenden. Und sprachlich steigen Sie genau dort ein, wo Sie Andere zitieren, bezeichnen Putin als Faschisten und treiben damit den Mißbrauch und die Inflation dieses Begriffes weiter fröhlich voran. Jeder darf jetzt also jeden als Faschisten bezeichnen? Ihr Vergleich mit der Vergewaltigung ist hanebüchen, nicht alles was hinkt ist auch ein Vergleich. So einfach ist das für Sie, so schwarz-weiß, so gut-böse. Ukrainische Oligarchen und deren mafiöse Strukturen sind tolerierbarer, als russische? Dieser Präsidenten-Schauspieler, der scheinbar seine ehemalige Rolle mit dem Leben verwechselt, ein lupenreiner Demokrat? der für ‘unsere Werte’ einsteht? Mit diesen holen Füllwörtern Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, die Sie glauben verteidigen zu müssen, kann ich als im Osten sozialisiert, schon lange nichts mehr anfangen. Wir leben in einer unsozialen Markwirtschaft, einem brutalen, rücksichtslosen Kapitalismus, einer Gesellschaft, die Ihnen anscheinend alles bedeutet und die Sie auf Teufel komm raus glauben verteidigen zu müssen? Die Nato als Friedensbringer? Die USA als Demokratie-Garant? Aber vielleicht haben Sie lang genug gebettelt, ‘lieber Gott wirf mir die Augenbinde runter, damit ich in meinem heilen, selbstgerechten und ganz furchtbar moralisch überlegenen Weltbild verharren kann und mich empöre über die Weicheier und Angsthasen, und mich über die selbsternannten Intellektuellen erhebe’. Nun denn, wenn es Sie ruhiger schlafen läßt, sei es Ihnen gegönnt. Wahrer wird Ihr Geschreibsel dadurch nicht. Aber es gibt ja genügend Bewunderer Ihres Textes, wie man an zahlreichen Kommentaren ablesen kann, da wird es schon einfach sein für Sie, weiter auf der ‘richtigen Seite’ zu stehen, nicht wahr?

Ismir 3. Mai 2022 - 12:13

Nein Fred! Es ist ein Unding zu glauben, man kann Krieg ohne Waffen beenden. Kriege werden nur durch eine Sache beendet: Sie werden zu teuer! Entweder direkt im Krieg oder bei der Unterdrückung des eroberten Landes. Es geht auch nicht darum, wer das Land am Ende regiert. Hier geht es um den Eroberungsfeldzug von Putin. Dieser darf nicht erfolgreich sein, weil es soetwas nicht mehr geben darf. Nirgendwo.

Toni R. 3. Mai 2022 - 15:00

Den Agressor kann man mit Blümchen im Kanonenrohr oder nur mit Waffen stoppen! Putin hatte auf Blümchen gehofft, nur seine Truppen haben halt durch Waffen den Rückweg gezeigt bekommen! Und wenn wir, bei genauer Betrachtung des Präsidenten und seiner völlig konfusen Kriegsführung uns unserer Verantwortung bewusst sind, dann drücken wir nicht nur Daumen, sondern handeln. Und wenn es auch nur durch Waffenlieferungen an die Verteidiger! Die Friedensbewegten können halt aus ihrer Rolle nicht heraus! Auch ich habe mal von Schwertern zu Pflugscharen geträumt und Frieden schaffen ohne Waffen. Nur,ohne Waffen würde das Ukrainische Volk nicht mehr existieren, längst schon zu “Kleinrussen” zerschmolzen oder, wie Putin meint, ausgespuckt wie Scheißhausfliegen! Sollten irgendwan mal die Waffen schweigen und verhandelt werden, dann ganz bestimmt nur ohne Putin und der, so ist zu hoffen, sitzt in Den Haag ein!

Gregor Koch 3. Mai 2022 - 16:48

Den Haag hat nur Jurisdiktion über Vertragsstaaten. Weder Russland noch die USA, weder China noch Syrien haben Den Haag anerkannt; das heißt, egal welche Verbrechen deren Regierungen begehen, ihre Führer werden NICHT in Den Haag vor Gericht gestellt.
Ist doch eigentlich nicht schwer zu verstehen …

Toni R. 3. Mai 2022 - 17:11

Russen können als Individuen angeklagt werden! Russland und die Ukraine sind dem IStGH nicht beigetreten. Der Gerichtshof kann aber aus Sicht des Anklägers trotzdem mögliche Verbrechen auf dem Gebiet der Ukraine untersuchen, weil die Ukraine in zwei Erklärungen 2014 und 2015 nach der Annexion der Krim eine sogenannte ad-hoc-Anerkennung ausgesprochen hat. Damit habe sie bis heute Ermittlungen auf ihrem Staatsgebiet zugestimmt. Nur Ermittlungen wegen des Delikts “Aggression” sind über diesen Weg rechtlich nicht möglich und deshalb ausgenommen.

Toni R. 3. Mai 2022 - 15:12

Schwacher, tendenziöser Vortrag Fred! Wir Ossis hatten beinahe täglich mit unseren Großen Brüdern aus dem Osten zu tun, kennen also unsere Pappenheimer! Nein, nicht alle Russen waren miese Rypen. Ich war und bin mit vielen der “Besatzer” gut Freund und mit einer Russin verehelicht. Nur dieser Präsident scheint seinem eigenen Volk nicht zu trauen. Also, warum sollten wir diesem Knilch die Türe aufhalten, ihn mit Staunen seine Kriegszüge führen lassen? Nein, Putin muss gebremst und aus dem Kreml gejagt werden. Die Erleichterung dürfte von St. Petersburg bis Wladiwostok einen Freudentaumel auf den Straßen auslösen!

Andrea 3. Mai 2022 - 0:20

Danke für diese brilliante Analyse!

Stephan 3. Mai 2022 - 7:54

Ich schließe mich an. Vielen Dank!

Cathleen 3. Mai 2022 - 0:29

Lieber Wolfgang Müller, Ihr Text spricht mir aus der Seele.

Ritter 3. Mai 2022 - 1:10

ich finde das der autor vollkommen recht hat bis auf die aussage wir westeutschen es ist egal ob west oder ost wir alle sind mit den sirenen und der angst groß geworden und wir alle sagen uns wir lassen uns nicht mehr drohen

Jürgen Kuck 3. Mai 2022 - 2:16

Ich bin 15 Jahre älter als Sie. Ich denke, ich habe Erfahrungen, die Sie nicht haben (können), denn meine beiden Eltern haben den 2. Weltkrieg erlebt, und ihr “Nie wieder!” hieß: “Nie wieder Krieg!” Andere Erfahrungen teilen wir. Auch ich bin in einem Tieffluggebiet groß geworden. Auch ich kenne natürlich den ABC-Alarm, habe ihn aber nicht als so dramatisch erlebt, die Sirenenproben wurden ja immer angekündigt. Aber nun zum Punkt: Ich habe den offenen Brief unterschrieben. Nicht weil ich ihn für optimal halte, einige Formulierungen stören mich auch, übrigens die gleichen wie Sie. Aber der Brief setzt in der allgemeinen Begeisterung für Waffenlieferungen an die Ukraine endlich mal einen Kontrapunkt. Die Maßstäbe sind uns nänlich gehörig verrutscht. Die Bundesrepublik Deutschland hatte seit ihrem Bestehen die Maxime, dass keine Waffen in “Spannungsgebiete” geliefert werden dürfen. Heute liefern wir Waffen in einen “heißen” Krieg in Europa, in den eine Atommacht verwickelt ist – und in den Umfragen wird das in erster Linie von Anhängern der FDP befürwortet, der klassischen politischen Mitte, gefolgt von den Anhängern der Grünen – der klassischen Friedensbewegungspartei! Und mehrheitlich dagegen sind nur noch die Anhänger der Linken und der AfD, also der politischen Extreme links und rechts.
Ich war als junger Mensch auf vielen Friedensdemonstrationen. Anfang der 80er protestierten wir gegen die Stationierung von NATO-Mittelstreckenraketen. Wir wussten, dass die Sowjetunion ein verbrecherisches Regime war mit ihren GULAGs, ebenso die von ihr abhängigen Regime in Osteuropa bis hin zur DDR. Es wurde uns vorgeworfen, die nützlichen Idioten dieser Regime zu sein. Den Vorwurf, auf der falschen Seite zu stehen, kennen wir gut.
Heute ist ein Atomkrieg viel wahrscheinlicher als damals, aber wer früher auf die Straße gegangen wäre – die jungen Leute, die Grünenanhänger, die “Ökopaxe” (Erhard Eppler) – fordert heute: “Frieden schaffen mit schweren Waffen!” Das ist leider genau die Stimmung, aus der ein großer Krieg entstehen kann. Der erste Weltkrieg ist so entstanden. Allgemeine Begeisterung. Alle hatten das Gefühl, Recht zu haben und auf der richtigen Seite zu stehen – so wie wir heute. Das Ende ist bekannt.
Was wir wirklich dringend brauchen, ist eine Friedens- und Verhandlungsinitiative, angeführt von den USA, unter Beteiligung der EU und der UNO. Allein die Beendigung des Krieges ist auch schon ein Wert. Was wir heute machen, immer nur mehr und stärkere Waffen zu liefern, ohne das mit Druck zum Verhandeln – auch auf die ukrainische Seite – zu verbinden, ist ein gefährlicher Weg. Und ich bin erschüttert, mit welcher Nonchalance heute über einen Atomkrieg in Europa gefaselt wird von Leuten, die überhaupt nicht wissen, was Krieg ist.

Harald Müller 3. Mai 2022 - 3:10

Hallo Herr Müller,
ich habe am 02.05., auf dem Nachhauseweg nach der Spätschicht , auf rbb info 24 Ihren Kommentar gehört.
Den aus Ihrer Sicht so verwerflichen Brief der Alice Schwarzer & Co. habe ich gelesen
und kann Ihre Empörung nicht wirklich verstehen. Vielleicht schaffen Sie es bei Radio München hinein zu hören.
Laut dem Interview war wohl ein großer Teil der Ukrainischen Bevölkerung der Meinung lieber zivilen Protest unter einer russischen Besatzung leisten zu wollen…
Dieser Krieg ist zu verurteilen ohne Frage!
Die Leidtragenden und Opfer sind wie immer in jedem Krieg die zivile Bevölkerung!!!
Jedoch geht jedem Krieg eine Zeit der Ereignisse voraus.
Ich empfehle jedem Radio München zu konsultieren. Da gibt es ein Gespräch mit Clemens Ronnefeldt.
Es sind 2 Teile die wirklich hörenswert sind. Warten Sie nicht zu lange könnte passieren das die Zensur zuschlägt. Da wird kurz aber pägnant die Entwicklung geschildert. Von der Christianisierung der Ukraine und Russland bis zur Nato Osterweiterung die nach dem Mauerfall eigentlich nie stattfinden sollte usw. usf.
Weiterhin möchte ich an die Bundestagsrede Betreff Ukraine und Nazis von Gregor Gysi im Jahre 2014 erinnern.
Ich persönlich glaube nicht das die in der Rede genannten Akteure zwischenzeitlich lupenreine Demokraten geworden sind.
Eine weitere Quelle die man sich anhören sollte ist Daniele Ganser. Er erklärt einem so manches Geschehen aus der Sicht des Historikers. Sicherlich wird in 20 – 50 Jahren vieleicht ein anderer Historiker ein Bild des Ukrainekrieges, seiner Ursachen und Akteure zeichnen, welches ein ganz anderes Licht auf die Geschehnisse wirft.
So wie sich der Herr Melnyk als Botschafter aufspielt und Forderungen stellt, spricht dies eine deutliche Sprache.
Warum muss sich ein SPD Politiker im höchsten deutschen Staatsamt für seine in früheren Jahren geknüpften russischen Kontakte entschuldigen? Hallo gehts noch….
Vor allem, wir Deutsche haben eine Verpflichtung uns nie wieder an irgendwelchen Kriegen in jedweder Form zu beteiligen!!! Warum liefert die USA nicht die gewünschten Waffen? Es steht der USA Administration frei die “Schweren Waffen” bei wem auch immer einzukaufen und in die Ukraine zu liefern.
Es ist in unserer Gesellschaft alles so verlogen. ARD und ZDF kann man als Informationsquelle vergessen.
In meinen Augen rangieren die Anstalten momentan auf der Stufe der Propaganda Apperate von vor 90 Jahren.
Das schlimme man muss dies auch noch durch einen Zwangsbeitrag mitfinanzieren…..
Vor allem die sinngemäße Darstellung Herr Putin wäre Größenwahnsinnig geworden und kein akzeptabler Verhandlungspartner. “Heute die Ukraine und morgen die ganze Welt”!
Ja Herr Putin hat sich mit diesem Krieg schuldig gemacht! Es sind noch einige Personen aus der westlichen Hemisphäre die mit auf die Anklagebank gehören, wegen Unterlassung!
Den Bürgern der Orte rund um Buchenwald wollte auch keiner Glauben dass man nichts bemerkt haben wollte von dieser “Vernichtungsmaschinerie”….
Also jeder sollte / muss sich informieren und das nicht nur einseitig…..
Bestes Deutschland ever. Was ist aus dem Land der Dichter und Denker geworden.
Charakter hat doch fast keiner der aktuellen Politakteure.
Der eine kann sich nicht an wichtige geführte Gespräche erinnern.
Eine andere meint es schreibt niemand “alleine” ein Buch….
Ich höre besser auf…
Vor allem alle Maßnahmen, Boykotte etc. schaden unserer Wirtschaft mehr als es Putin und Russland schadet.
Im Gegenteil die Preise steigen und beim Öl wird Herr Putin sogar noch mehr einnehmen können als in Friedenszeiten. Bei Gas ist es ja noch irrer bei langfristigen Verträgen bis 2030 die bezahlt werden müssen ob wir Gas abnehmen oder nicht. So etwas kommt im nachhinein zur Sprache.
Man staune sogar das ZDF traut sich das zu senden…..
Hallo Herr Habeck erst Hausaufgaben machen und dann erst einmal eine Runde nachdenken bevor man “schießt”….
Mit einem Abgeordneten- oder Ministersold kann ich gut reden haben von wegen wir zahlen den erhöhten Preis.
Ich war vor Jahren (es war kurz nach 9/11) beruflich in den USA (Texas) zu einem Training.
Dort sah ich einen Toyota Kleinwagen der in der Heckscheibe folgenden Spruch hatte.

“I love my Country but i fear my Government!”

Mittlerweile kann ich solch einen Satz nachvollziehen.

PS:
Denken Sie mal nach was alles im Zuge der Corona Epidemie verkündet wurde…..
Jetzt deckt der Bericht an die amerikanische Börsenaufsicht SEC auf, dass Biontech / Pfizer aufgrund der realen Wirksamkeit des Coronaimpfstoffes wahrscheinlich niemals eine reguläre Zulassung bekommen wird.
Der Börsenanleger genießt einen höheren Schutz als der “betroffene Endkunde”…..

Ansonsten wünsche ich Ihnen und allen anderen Gesundheit und klaren Verstand.

MfG
Harald Müller

PS: Das Kommentarfenster ist super klein das man seinen eigenen Post nicht Screenshotten kann. 🙁

Toni 3. Mai 2022 - 3:51

Toller Text! Ich wusste schon vorher wer ich sein will, aber jetzt verstehe ich besser warum. Vielen Dank!

Vielleicht wandern ein paar Unterschriften besorgter Bürger/innen von der Emma direkt hierher. Wäre gut für die Selbstachtung.

G. Opfermann 3. Mai 2022 - 4:39

Man sollte sich die europäische Geschichte ansehen: Hitlers erschleichen der Macht, die Besänftigungsversuche der Briten und Franzosen (die dann Hitler gewährt haben, was sie der deutschen Demokratie noch verweigert haben) und der Weg zum 2.Weltkrieg (Teilung Polens mit Stalin, “… und morgen die ganze Welt”).
Dann weiß man, was uns bevorsteht: Diesmal heisst der Mann Wladimir Wladimirowitsch Putin, und Deutschland gehört zu den Nationen, die es zu unterwerfen gilt (auf dem Weg nach Lissabon).
Die Menschen, die den “Emma-Brief” erstellt und unterzeichnet haben, und die vielen, die ihm zugestimmt haben, liegen unglaublich falsch oder haben durch die “Gnade der späten Geburt”, vielleicht zu späten Geburt, wesentliche Wissenslücken, die sie an ein Erkennen der Situation hindern.
Putin betrachtet Europa wohl als seinen “Vorgarten”, den wird er sicher nicht mit Atombomben zerstören.

christoph 3. Mai 2022 - 6:33

Vielen Dank und vollständige Zustimmung von mir zu diesem Text und z.B. auch Marina Weisband bei Hart aber Fair gestern abend.
Ich glaube mittlerweile, dass die Ukraine die maximal mögliche Unterstützung bekommen sollte, da nur eine Demonstration wirklicher physischer Überlegenheit Putin beeindrucken wird.
Weiter möchte ich anmerken, dass in den ganzen Dikussionen auf Twitter oder hier in den Kommentaren häufig unnötige Fronten aufgezogen werden. Russland wird immer das Land bleiben, dass im 2. Weltkrieg die größten Opfer gegen den Aggressor Deutschland gebracht hat und ist jetzt selbst zum schlimmsten Aggressor geworden. Frau Schwarzer hat in ihrem Leben wichtige und kluge Positionen für die deutsche Gesellschaft vertreten und veröffentlicht heute dumme Texte zu Themen, die sie einfach nicht versteht. Es führt zu nichts, wenn man solche Veränderungen ignoriert und damit die allgemeine Diskussion aufheizt.

hubertus schmelz 3. Mai 2022 - 6:40

Entweder, es gibt ein Recht auf Selbstverteidigung, oder nicht. Wenn es um das Leben geht, ist alles erlaubt. Das ist das Stauffenberg Prinzip. Das andere Prinzip ist das Alice Schwarzer Prinzip. Das ist das Ja, aber Prinzip. Da ist auch das Recht auf Selbstverteidigung eingeschränkt. Da wird zuerst das Dach des Hauses gebaut.

Alwin Haimerl 3. Mai 2022 - 10:59

Wie hier von manchen “heldenhaft” auf die Verteidigung unserer Werte hingewiesen wird. Welche Werte denn?
Dass wir Säuglinge und Kleinkinder im Mittelmeer ersaufen lassen?
Dass von einigen deutschen “Landser-Gazetten”, unterstützt von Politikern und den braven Spießbürgern, fast täglich, detailliert, die Unterschiede zwischen den “guten” Flüchtlingen aus der Ukraine und denen aus dem Jahre 2015 ff. “herausgearbeitet” werden?
Dass die Polen Afrikaner, die aus der Ukraine kommen “absondern” und 2015 ff. zusammen mit den Tschechen und anderen “menschenfreundlichen” europäischen Staaten sich geweigert haben, Flüchtlinge aufzunehmen?
Dass die EU durch ihre Subventionspolitik dafür sorgt, dass Menschen in Afrika ihre Lebensgrundlagen verlieren?
Und und und….
Heuchler und Rassisten par excellence.

Im Übrigen macht Herr Müller in seinem Kommentar im SPIEGEL das Gleiche, was er den Unterzeichnern in dem offenen Brief vorwirft, nur eben vice versa.
Leuten wie Martin Walser, Edgar Selge, Franziska Walser, Gerhard Polt, den Well-Brüdern (Biermösl Blosn) und vielen anderen Feigheit vorzuwerfen, ist geradezu grotesk und unverschämt. Für mich ist Herr Müller auf dem gleichen sprachlichen und gedanklichen Niveau, wie unsere Medientante Marie-Luise (Achtung: Satire) “Stahlhelm”-Zimmermann. Dass er den meiner Meinung nach mittlerweile zur “BILD-Zeitung für Abiturienten” (Zitat Volker Pispers) verkommenen SPIEGEL benutzt, ist geradezu bezeichnend. Wenn man sieht, wieviele ehemalige Jornalisten des meiner Meinung nach unsäglichen Springer-Konzerns mittlerweile bem SPIEGEL angeheuert haben und dort Ihr (Un)wesen treiben oder getrieben haben, zeigt wo dieses ehemals so tolle Nachrichtenmagazin gelandet ist.
Rudolf Augstein wird wohl in seinem Grab rotieren.

Noch ein Hinweis an die tapferen Tastatur-Krieger, die lt. ihren eigenen Aussagen begeisternd in den Krieg ziehen würden. Es gibt genügend Aufzeichnungen aus den Jahren 1914 und 1939, die darstellen, dass solche Maulhelden die ersten sind, die in die Hose machen (und zwar im wahrsten Sinne des Wortes vorne und hinten), wenn sie an der Front die erste Kugel pfeifen hören.

Im Übrigen ist darauf zu verweisen, dass mitlerweile jetzt schon 187.000 Menschen den offenen Brief unterzeichnet haben.

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 11:12

Fresst Scheisse – 187.000 Fliegen können sich nicht irren.

Walter Helbling 3. Mai 2022 - 7:06

Sie mögen in vielem Recht haben – ausser dass Sie Schwazer nicht allzu genau gelesen zu haben scheinen.

Corina Bock 3. Mai 2022 - 8:16

Also wenn ich hier die Kommentare so lese, dann zeigt das den Gesamtzustand der Gesellschaft! Einschließlich die Geisteshaltung des Schreiberlings!

Olli 3. Mai 2022 - 8:40

Herr Müller, vielen Dank für Ihren überaus wichtigen Beitrag – ich kann dem nur zu 100% zustimmen.

Folgendes Zitat möchte ich noch hinzufügen: “Angst essen Seele auf”

Thorben 3. Mai 2022 - 8:52

Habe Ihren Text nach einem Interview beim DLF gelesen und stimme Ihnen zu. Die Frage nach dem ‘Wie’ der eigenen Lebensgestaltung, geht allgemein im innenpolitischen Geschacher und der (teils zu recht) sehr präsenten Dynamik eines möglichen längeren und größeren Krieges unter. Danke, für die moralische Einordnung! Und besonderen dank für diesen Text, für alle die nochmal in sich gehen und die eigenen Ideale und Werte für sich einordnen.

Hans Joachim Wernecke 3. Mai 2022 - 9:00

Danke für diesen Dienst an der deutschen Seele..alles sehr bequem hier..so dass es einen erdrückt..Leben ist anders,..es fordert…ständig..nur in Deutschland nicht. Jeder denkt an sich und dann ist an jeden gedacht.Wir sind eine Konsumgesellschaft denen die Augen zufetten…und blind werden.Alle Atribute eines moralischen Verstandes werden zersprengt mit medialer Berieselung.Brot und Spiele wie eh und je.Welches junge Herz kann das auf Dauer Ertragen…dieses Nichtstun in unserer Blase…keine Idole und keine Führung..Demokratie wird zur Asche wenn man nicht Wehrhaft bleibt…das Leben will gewonnen sein..

Reinhard Herrmann 3. Mai 2022 - 9:11

Vielen Dank für die offenen Worte!

AnJA 3. Mai 2022 - 9:20

Danke für diesen Text und Ihre Courage. Lassen Sie sich bitte nicht entmutigen von so manchem Kommentar.
Leider durchzieht diese Diskussion mittlerweile Familien und Freundschaften und nicht selten geht dabei einiges kaputt.

die!er 3. Mai 2022 - 9:53

Whow! Das sind viele Kommentare. Und ich finde es stark, das viele Ihre Meinungen unter einen solchen Text stellen. Ich hoffe Herr Müller nimmt unser aller deutsche Meinungsdekadenz sportlich. 🙂
Was ich persönlich schade finde, ist die Gegenüberstellung von zu einander konträr stehenden Dimensionen [NATO VS den Irren vom Kremel] [Afghanistan VS deutsche Zwiegespaltenheit] [damaliges Nazideutschland VS heutige Staatoberhäupter] [..] Daher schätze ich Herrn Müllers Kontext, wie sich ein Kind in einem Nato-Land im Kalten Krieg gefühlt hat. (Eine Erfahrung die teile) Das Bild mit Messer und Vergewaltigung musste ich schneller lesen, da es aus den Blick eines Mannes selten passt.
Somit erübrigt sich die Frage, was ein ‘Schreiberling’ in solchen Tagen tun kann. Ich bin froh darüber, den ~300. Kommentar zu diesem Text abgegeben zu haben.
Wahrscheinlich/Maybe/Inch’Allah wird es nicht dazu kommen, dennoch habe ich mich für den Fall der Fälle selber gefragt, welche Haltung ich entwickeln werde, sollte ich als Nicht-Wehrdienstverweigerer noch zu Kämpfen herangezogen werden.
Auf jeden Fall lautstark mit meinen möglichsten Mitteln auftreten, in der Hoffnung einen solchen Irrsinn zu stoppen.

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 9:56

Für mich sieht es so aus, als ob die Verfasser des offenen Briefs (und auch einige Kommentatoren hier) lieber die blaue Pille aus Matrix nehmen würden, wenn vor die Wahl gestellt. “Ignorance is bliss.”

Der Wunsch nach Frieden verstellt bei Einigen wohl den Blick auf die Realitäten:
Mit Putin wird es ein keine Verhandlungslösung geben – wie auch, will man mit denn mit jemanden verhandeln, der nun x-fach bewiesen hat, dass er nicht verhandeln möchte?
Der jeden umbringen lässt, der ein Demokrat ist oder ihm gefährlich werden kann (gerade jetzt: “Selbstmorde” von Oligarchen-Familien” Wirklich???)
Atomkrieg? Unsinn, das ist alles nur Propaganda. Die wahren Beweggründe sind doch lange klar: Macht um jeden Preis. Lügen (siehe Lawrows ekelhaften und antisemitischen Monolog in der Berlusconi-Presse in Italien gerade). Lasst Euch nicht Bange machen.

Die Ukraine verteidigt hier nicht nur sich selbst, sondern steht ein für Demokratie und Freiheit für uns alle!
Danke, Herr Müller, für diesen Text.

ulrich 3. Mai 2022 - 9:56

Wolfgang, du glaubst doch nicht wirklich, dass Russland Deutschland im Visir hat, oder? Die Connection Deutschland – Russland (Putin) ist allseits bekannt. Frag doch mal Herrn Schröder. Grüße aus Österreich.

Wegmüller 3. Mai 2022 - 9:58

Es stimmt mich (als freiheitsliebenden Schweizer) wirklich sehr bedenklich, dass ausgerechnet(!!!) aus Deutschland so viele linke Intellektuelle die Ukranier auffordern sich zu ergeben, weil man gegen den überlegenen Gegner sowieso nichts machen könne und somit nur das Leid verlängere. Ja bravo, und wegen dieser Haltung sind wir bekanntlich heute in ganz Europa alle Nazis, weil unsere Vorfahren sich ja auch in ihr Schicksal und Hitler ergeben haben.
Ironie der ganzen Geschichte wird, sein, dass auch dieses Mal dann die Amis uns den Arsch retten dürfen, wofür sie dann wiederum die nächsten 70 Jahre von derselben linken “Intelligenzija”, welche nun von der Ukraine ihre Selbstaufgabe zugunsten eines Grossrussischen Neozarenreichs fordern, mit Imperialismus-Blabla eingedeckt werden.

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 10:13

Es sind leider nicht nur die linken Intellektuellen. Auch ein Christian Lindner sollte sich vielleicht das erste Wort seiner Partei nochmal genau ansehen…

Wegmüller 3. Mai 2022 - 10:48

Lindner kann man seit dem Exit aus den Jamaica-Verhandlungen 2017 sowieso nicht mehr ernstnehmen. Er hat persönliche/parteiliche Eigeninteressen und Machtspiele über das Interesse des Volkes an einer stabilen, produktiven und fortschrittlichen Regierung gestellt (und somit gegen seinen Volksauftrag verstossen). Aber das dt. Regierungs-/Parlamentssystem mit Opposition und gegeneinander anregieren, sich Hauptsache irgendwie gegenseitig Knüppel zwischen die Beine zu werfen und Machtspiele zu spielen, versteht man als Schweizer sowieso nicht. Alles andere als ein Konkordanzssystem hat meiner Meinung nach sowieso keine Zukunft, da man es sich in der heutigen Zeit gar nicht mehr leisten kann, alles nach dem eigentlichen Regierungsentscheid 100x durchzudiskutieren. Da müssen von Anfang an alle eingebunden und Nägel mit Köpfen gemacht werden. Sonst versinkt D irgendwann noch landesweit in einem Sumpf à la (ohmeingottwiekomplettlächerlichen) BER.

Jan 3. Mai 2022 - 10:13

Ausgezeichneter Kommentar! Klare und treffende Analyse. Vielen Dank für diesen pointierten Beitrag.

@einige Kommentator:innen Mir kommt die Sentenz in den Sinn, wonach die Leute sich nicht mehr für ihre Freiheit interessieren sondern nur noch für ihren Wohlstand.

Hannah 3. Mai 2022 - 10:24

“Was mit der Ukraine passiert, ist das staatliche Äquivalent zu einer Vergewaltigung durch den Ex-Mann”

Dieses Statement lässt tief blicken. Sie haben offenbar nur eine sehr eingeschränkte Fähigkeiten, was moralische Haltungen anbetrifft. Die Psychologisierung der Interessen von Nationalstaaten ist ein großer Teil des Problems ist ein beunruhigendes Phänomen. Diese Emotionalisierung der Debatte verhindert ein besonnenes, de-eskalierendes Handeln. Das kann man jeden Tag in den Medien beobachten. Ich habe mich nun durch Ihre Ergüsse gequält. Wer grauenvolle Schicksale von Frauen heranzieht, um mehr Tod, mehr Waffen, mehr Krieg zu rechtfertigen, dem ist wirklich nicht zu helfen. Ihnen geht es offensichtlich um eine fetzige Rethorik. Sicher jedoch nicht um friedensstiftende Gedanken, sicher nicht um Feminismus, sicher nicht um den Schutz des Lebens. Was für ein enttäuschender Essay.

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 10:38

“grauenvolle Schicksale von Frauen” – das ist exakt das, was Putins Krieg gerade in der Ukraine zur Folge hat, ausgeführt von belogenen russischen Soldaten, die als Kanonenfutter zur Schlachtbank geführt werden.
Nach dem Abzug russischer Truppen aus der ukrainischen Stadt Butscha hat Präsident Wladimir Putin Soldaten geehrt, die dort im Einsatz waren. Der Erste, der besonnenen und de-eskalierend Handeln sollte, spuckt der Welt ins Gesicht!

Wegmüller 3. Mai 2022 - 11:37

@Hannah: Ihr posting erinnert an so manchen satirischen Beitrag den der Schwarzsche offene Brief hervorgerufen hat. Natürlich wird Putin durch gutes Zureden sofort die Waffen strecken. So wie er es ja bekanntlich auch in Syrien, Tschetschenien und Georgien gemacht hat. Im Übrigen hat bereits die UdSSR-Armee spätestens in Afghanistan systematisch vergewaltigt, gefoltert usw. Das ist also dasselbe System, in welchem Putin sozialisiert wurde und welches er heute lebt. Dass im Hintergrund bereits die Krematorien aufgefahren werden, ist ja auch bekannt, vorerst mal um die Kriegsverbrechen an Zivilisten zu vertuschen.
Abgesehen haben Sie den obigen Artikel offensichtlich nicht verstanden. Herr Müller ruft nicht zu mehr Krieg auf, sondern wendet ein, dass es keine Option ist, sich dem Feind widerstandslos zu ergeben, nur weil der überlegen sei. Was geht eigentlich in solchen Köpfen vor? 2. WK, Stalin, Argentinien, Moral und Ethik, allesalles vergessen?
Kann mich Herrn Müller nur anschliessen. Oder um es mit Brecht auszudrücken: Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber.

Ismir 3. Mai 2022 - 12:22

Hannah, Ihr Reflex Vergewaltigungen nur auf Frauen als Opfer zu beziehen, ist auch schon bezeichnender sexistischer Feminismus. Und warum ist ein brutaler Überfall auf ein Land weniger grauenvoll als eine Vergewaltigung? Warum sind 5 Mio. Menschen geflohen?

Sybille 3. Mai 2022 - 10:46

Vielen Dank für ihren Artikel. Ich bin in Ostdeutschland zur selben Zeit groß geworden und kenne Ihre Ängste genau. Und ich bin unendlich dankbar, nun nicht mehr in dieser Diktatur leben zu müssen. Und umso mehr denke ich auch aus meiner Erfahrung mit einer Diktatur, dass wir sehr genau überlegen müssen, wie wir leben möchten und was wir dafür bereit sind, zu geben. Ich persönlich würde alles geben, damit meine Kinder nicht die selben Erfahrungen wie ich machen müssen. Und daher würde ich auch der Ukraine alles geben, damit sie ihre Freiheit verteidigen können. Unsere Freiheit ist so ein hohes Gut. Vielleicht haben das manche vergessen oder zum Glück nie erfahren müssen, wie es sich ohne Freiheit lebt. Leider auch hier im Chat und in diesem unsäglichen offenen Brief.

Anja 3. Mai 2022 - 10:54

Sehr geehrter Herr Müller,
ich kann mit Ihrer Musik und Vielem, was Sie schreiben, etwas anfangen. Aber mit diesem Text nichts, der “rutscht” wie auf einer Schiefen Ebene. Sie wie viele andere blenden – aus welchem Grund auch immer – aus oder wollen es nicht zur Kenntnis nehmen, was seit 2014 in der Ostukraine passiert ist. Mit dem Maidan-Putsch 2014 kam eine massiv von den USA unterstützte und aufgerüstete, sogar nach Aussage von EU Institutionen korrupte, nicht rechtsstaatlich agierende Clique an die Macht, die umgehend begann, gegen die eigene russischsprachige Bevölkerung vorzugehen, übrigens nicht nur in der Ostukraine, aber dort besonders. Erinnert sei an das Massaker von Odessa, für das sich bis heute niemand vor Gericht verantworten musste. Erinnert sei an die Verfolgung und das Verschwinden von Oppositionspolitikern, an Sprachverbote: Sie als Schriftsteller müssten doch besonders die im Verbot der russischen Sprache als Amtssprache und als Unterrichtssprache liegende Diskriminierung nachempfinden können. Seit 2014 gibt es aber vor allem einen permanenten Beschuss der Ostukraine, dem bislang laut OSZE mindestens 14 Tausend Tote zum Opfer gefallen sind. Sogar die OSZE verlautbarte im Herbst 2021, dass etwa drei Viertel der Toten auf das Konto der westukrainischen Truppen gehen. Kennen Sie die Allee der Engel in Donezk? Hatten diese Kinder kein Recht zu leben? Warum durfte der Kosovo aus Serbien rausgebombt werden, aber dürfen die Bewohner der Ostukraine und der Krim das im Zuge des Jugoslawienkrieges statuierte Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht für sich in Anspruch nehmen? Was für einen Sinn machen rechtliche Maßstäbe und Werte, wenn sie nicht für alle gelten? Wie glaubwürdig kann das Agieren des Westens sein, wenn er selbst rechtliche Regeln nach Gutdünken anwendet oder eben nicht. Diese Doppelstandards des Westens werden übrigens international durchaus diskutiert, nur in unseren Medien kaum. Im Übrigen empfehle ich das kürzlich auf Spiegel online unter dem Titel „Das ist der erste Handykrieg“ erschienene Interview mit dem Historiker Gerhard Paul. In Echtzeit werden wir mit Fotos aus dem Krieg geflutet, die zur Emotionalisierung führen und zum vorschnellen Handeln verleiten. – Beide Seiten nutzen Propaganda, und es ist falsch, sich die Narrative der einen Kriegspartei unbesehen zu eigen zu machen, vor allem vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung des Konfliktes.
Und zuletzt: Es ist schon eine verkehrte Welt, wenn Friedensbewegte ausgegrenzt und beschimpft werden dürfen. Das erinnert an Vieles, was Stefan Zweig in “Die Welt von Gestern” beschrieben hat oder Bertha von Suttner oder Rosa Luxemburg oder andere, deren friedenspoltisches Wirken mit Recht heute (wie lange noch?) anerkannt wird. Haben Sie für den unanständigen, hasserfüllten Umgang mit Andersmeinenden auch Worte?

Wegmüller 3. Mai 2022 - 16:45

@Anja: Also einfach zur Richtigstellung: Das MASSAKER von Odessa fand im Herbst/Winter 1941 statt und kostete 10’000e das Leben (ausgeführt übrigens von Rumänischen Truppen unter Anleitung der Deutschen).
Was Sie meinen, sind die Ausschreitungen von Odessa im 2014, während denen einige Dutzend Personen leider umkamen (die meisten bei einem Brand). Das soll nicht das eine Unrecht gegen das andere ausspielen, bzw. relativieren, aber man muss schon auch etwas die Relationen beachten. Ich finde es auch nicht ok, wenn die Ukraine von Genozid spricht, denn von von Verhältnissen wie z.B. in Ruanda 1994 ist man also meilenweit entfernt.

Kauschat 3. Mai 2022 - 23:26

6. Liebe Anja, weiter auf Ihrer “schiefen Bahn”: Warum durfte der Kosovo aus Serbien rausgebombt werden?” Die Kosovaren (von Volk und Sprache damals zu über 90-95 % Albaner) hatte von weitblickenden jugoslawischen (kommunistischen) Staats- und Parteichef Tito in der serbischen Verfassung einen autonomen Status (Selbstverwaltungsrecht) bekommen. Dem pan-slawistischen, nationalistischen Machtanspruch vieler Serben folgend, nahm Milosevic den autonomen Gebieten Kosovo und Vojvodina (ungarische Minderheit) ihre verfassungsmäßigen Rechte putschartig ab und nutzte sie, in Jugoslawien eine Sperrposition für die serbischen Herrschaftsansprüche aufzubauen. Die sowieso schon materiell benachteiligten Kosovaren wurden nun noch mehr unter Druck gesetzt als schon früher. Nach den mörderischen Untaten serbischer Militärs und Milizen in den anderen Gebieten begannen serbische Kräfte systematisch die Kosovaren aus ihrer jahrhundertalten Heimat zu vertreiben, ohne Rücksicht auf irgendeine Art von Menschenrecht! “Ethnische Säuberungen” sollte eine “albanierfreie Zone” ergeben, das erfüllt den Tatbestand des “Völkermords”! – Bomben hatten nicht das Ziel, das Kosovo aus dem serbischen Staat herauszulösen, sondern das Morden und Vertreiben zu beenden, das anders nicht zu erreichen war! – Putin nimmt das nun als Ausrede, mit Bomben die Ukraine sich einzuverleiben. Nur hatte damals niemand die Idee, Serbien einem anderen Staat anzuschließen. Und die Bomben damals sollten die Opfer vor dem Völkermord zu schützen, während Putins Bomben gerade den Völkermord an den Ukrainern verüben!
7. Zitat: “Beide Seiten nutzen Propaganda, und es ist falsch, sich die Narrative der einen Kriegspartei unbesehen zu eigen zu machen, vor allem vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung des Konfliktes.” Es ist schön, dass Sie erkennen, dass Moskau auch Propaganda benutzt (auf gut Deutsch: sein eigenes Volk, den UNO-Sicherheitsrat, die Weltöffentlichkeit, Bundeskanzler Scholz bei seinem letzten Besuch in Moskau und alle andere offen ins Gesicht anlügt und auch noch Russen, die die Wahrheit sagen oder auch nur ein weißes Blatt in die Luft halten, einkerkern!) und das auf eine Ebene mit “dem Westen” stellen, ist schon “sehr schief”, wie Sie das selbst nennen.
8. “Haben Sie für den unanständigen, hasserfüllten Umgang mit Andersmeinenden auch Worte?” Hass ist immer falsch, aber eine gewisse Aufregung in der Argumentation und auch in der Stimme kann ich auf beiden Seiten verstehen: wer dazu auffordert, jemandem Hilfe zu verweigern, dem gerade ein Bein abgesägt werden soll, aber auch wenn sich jemand einredet, dass Lieferung “schwerer Waffen” eine 3. Welt-“Militärspezialoperation” auslösen könnte, nachdem Putin schon gerade mit den Ukrainischen Verteidigern genug zu tun hat! Und die dann auch noch Kanzler unanständig niederschreien und hasserfüllt mit “Kriegstreiber” beschimpfen!

Kauschat 3. Mai 2022 - 23:31

Zu dem Brand im Gewerkschaftshaus von Odessa 2014 muss aber auch dazu gesagt werden, dass nach den Untersuchungen davon auszugehen ist, dass die Anhänger von Lukaschenko im Haus Molotow-Coctails anfertigten, um sie auf ihre Gegner zu werfen. Dabei ist ein Feuer ausgebrochen und diese Helden sind an ihren eigenen Waffen ums Leben gekommen! Wieso ist das eine Rechtfertigung für den Überfall auf den ukrainischen Staat?

Hannah 3. Mai 2022 - 17:23

Danke Anja, klasse Beitrag! Ich habe ihn gerne gelesen. Differenzierte Sichtweisen sind momentan spärlich gesäht. Menschen, die gut informiert sind über geopolitische Hintergründe und historische Zusammenhänge auch. Um so erfrischender Ihr Kommentar!

Kauschat 3. Mai 2022 - 18:29

Dem Bild mit der “schiefen Ebene” ist vollkommen zuzustimmen, voll zutreffend:
1. Den Aufstand des Volkes am Maidan als “Putsch” zu bezeichnen ist mehr als infam. Als ob die Montagsdemos in Leiptig und anderswo in der “DDR” ein Putsch gewesen wären!
2. Zutreffend ist die Aussage, dass es unter den demokratisch gewählten Regierungen nach 2014 zu Korruption und Verbrechen gekommen ist, aber schon weniger als vorher unter den Moskau-unterstützten Regierungen und der Weg in weniger Korruption ist angetreten! Und ausgerechnet das selbst viel korruptere und Oppositionsunterdrückende Moskau soll nun die Ukraine “entkorruptifizieren”? Lachhaft!
3. Die Aussage, die russische Sprache sei in der Ukraine verboten, ist absolut “schief”! Nach der Unterdrückung der Ukrainischen Sprache schon zu Zarenzeiten (Verbot!), nach der gewaltsamen “Eingemeindung” der Ukrainischen Sowjetrepublik 1920 in die russisch geführte Sowjet-Union wurde Ukrainisch in den Hintergrund gerückt, 3,5 Mio Ukrainer dem Hungermord ausgeliefert, Hunderttausende unter Stalin ermordet, Hunderttausende nach Sibirien verschleppt, im 2. Weltkrieg rund 8 Mio Ukrainer/innen durch Nazis und Sozis ermordet und gefallen, danach wieder Hunderttausende ermordet als “Kollaborateure”, und nach Sibirien deportiert, insgesamt 25-30% der Ukrainer! Gerade in den Donbas und anere Industriezentren und auf die Krim wurden dann mehr oder weniger gezielt Russen angeworben. So muss man sich nicht wundern, dass es viele Gebiete gibt, nach jahrhundertelanger Unterdrückung, wo das Ukrainische nicht mehr die Mehrheitssprache ist. Und wundern muss man sich dann auch nicht, dass nach der Befreiung von den Moskaugetreuen eine kurze Phase eintrat, wo sich ein Abwenden von der Russland-Bevormundung in eine Bevorzugung der Ukrainischen Sprache mündete. Sehr schnell, auch durch Einspruch aus der EU, wurde diese Benachteiligung der russischen Sprache wieder zurückgedreht. Viele Minderheitensprachen, darunter auch das Russische ist längst wieder Amtssprache, wenn auch nicht mehr ausschließlich. Das ist aber alles andere als ein sprachlicher “Völkermord”!
4. Der panslawistische Sprachimperialismus macht aber aus der Tatsache des Russischen als regionale Mehrheitssprache eine Mehrheit von “Russen”. Die Deutschen aus Russland hatten oft Russisch als Muttersprache, nachdem unter Stalin Deutsch verboten und später geächtet war (“Faschisten”), trotzdem sind sie keine “Russen”, sondern Deutsche (stand sogar im sowjetischen Pass!). Und die Tatsache, dass selbst die meisten sogenannten “Russen” soch selbst als Ukrainer fühlen und keineswegs von Putin “befreit” werden wollen, zeigt dass sie zur Ukraine stehen. Bei der Staatsgründung der Ukraine stimmten über 90 % der Wähler für einen unabhängigen Staat Ukraine, übrigens auch auf der Krim über 50%.
5. Sich über den “Beschuss der Ostukraine” zu beschweren, ist ebenfalls sehr schief! Wenn sich Menschen einer Region von einem Staat abspalten möchten, dabei Kriegs-Waffen von einer benachbarten Armee bis zu fabrikfrischen Panzern einsetzen, sollten sie sich nicht wundern, dass an der Frontlinie von diesem Staat ebenfalls Waffen eingesetzt werden. Russland selbst hat bei der Bekämpfung einer solchen Abspaltung in Tschetschenien über 80.000 Menschenopfer herbeigeführt, die hauptstadt Grosny praktisch so platt gemacht wie jetzt Mariupol! Putins Motto: “Was wir in unserem Staat machen, geht keinen etwas an!”. Schief ist es also, zu Grosny zu schweigen, eine geringere Opferzahl bei einer Abspaltung zu beklagen, die man selbst mit Waffengewalt erzwingen will, ohne das Volk zu fragen, ist eine schiefe russische Sichtweise! Sind das die “Doppelstandards”, die Sie beklagen? Oder sind Sie auf diesem Auge blind?

Lübbe 3. Mai 2022 - 10:59

Guten Tag Herr Müller,

ich teile Ihre Meinung nicht.

Ihr letzter, schöner Satz “Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.” wäre in Pandemiezeiten eine schöne Handlungsmaxime gewesen. Ich bin nicht sicher, ob Sie das damals auch schon publiziert haben, aber da hätte es für mich besser gepasst als jetzt….

Heinzjürgen Gutzeit 4. Mai 2022 - 11:00

Gehören sie auch zu der Gemeinschaft denen persönliche Freiheit über alles geht, auch über die Gesundheit der Anderen! Danke schön!

Walter 3. Mai 2022 - 11:04

Vielen Dank, volle Zustimmung!

nichtGlaubenWissen 3. Mai 2022 - 11:05

Zitat: “die Lieferung schwerer Waffen zur reinen Landesverteidigung für Leib und Leben gegen einen übermächtigen Aggressor”
Wenn das so wäre, wenn das so wäre.
Es gibt mittlerweile genügend Videos aus “befreiten” Gebieten wie Mariupol, wo die Bewohner berichten, was dort abging und wer die Häuser beschossen hat.

1 Demokrat 3. Mai 2022 - 11:16

Ach ja? Na dann lassen Sie uns mal nicht dumm sterben … aber nein, lassen Sie es doch lieber. Darf ich raten? Die Einwohner in Mariupol freuen sich, nun endlich an Mütterchen Russland angeschlossen zu werden? Dank den Befreiern? Sicher “wissen” Sie das.

Wegmüller 3. Mai 2022 - 11:19

Reden Sie Klartext. Suggerieren Sie, dass Mariupol von den Ukrainern selber beschossen wurde?

Maria Moog-Grünewald 3. Mai 2022 - 11:12

Ich danke Ihnen sehr, Herr Müller, für diesen vorzüglichen Text: ausgewogen, reflektiert und zugleich leidenschaftlich. Man ist eher erstaunt über all diejenigen, die anderer Meinung sein können, ohne zuende zu denken, wohin die ‘andere Meinung’ führt.

Es ist auch erstaunlich – und diese Anmerkung betrifft nur indirekt Ihre Ausführungen -, wie feige unsere Politiker, insbesondere der Kanzler, sind, wenn sie es nicht wagen, den Bürgern zu sagen, daß diese Wehrhaftigkeit auch etwas kostet – daß die Bürger bspw. materielle Opfer (etwas weniger Rente, etwas geringere soziale ‘Wohltaten’ etc.) bringen müssen. Man darf gespannt sein.

W.Ruck 3. Mai 2022 - 11:15

Das ist ein seltsamer Diskurs, in dem sich Moralisten und Pazifisten streiten. Rein moralisch gibt es nur einen Weg: Russland muss besiegt werden und muss bedingungslos kapitulieren wie einst die deutschen Nazis. Wir trauen Putin alles Böse zu, aber nicht den Einsatz von Atomwaffen. Wir glauben, dass eines Tages Putin ohne vorher seine Atombomben auf Berlin, Paris und Washington zu werfen mit erhobenen Händen aus dem Kreml kommt und sich in Den Haag für den Rest seines Lebens einsperren lässt.
Für die Durchsetzung unserer Moral sind wir bereit einen Atomkrieg riskieren, der die Erde unbewohnbar macht. Auf dem Grabstein der Menschheit wird dann stehen: Sie hatten Recht, aber das Ende kam, als man von Moral nicht nur redete, sondern auch danach handelte.

A_Schultz 3. Mai 2022 - 11:19

Was für ein grauenhafter, menschenverhachtender Text. Der Autor mag nach Jahrzehnten des Lebens in dieser Welt wissen, wer ER sein möchten. Es gibt aber auch noch andere Genrationen (und, oho, sogar andere Orte auf der Welt), die das erst noch für sich herausfinden möchten. Wer für seine Ideale deren Leben und Zukunft mit Füßen tritt, hat Putin schon gewinnen lassen.
Dieser Text fasst es gut zusammen (und ist dabei übrigens auch für Waffenlieferungen an die Ukraine):
https://www.spiegel.de/kultur/waffenlieferungen-in-die-ukraine-wir-werden-unweigerlich-schuldig-debattenbeitrag-von-hartmut-rosa-a-219590d3-012e-4c52-9c18-c69c5ce904b1

Wegmüller 3. Mai 2022 - 11:54

Was für ein Unfug. Schuldig ist der, der Kriegswaffen liefert? Aber schön bauen und verkaufen tun die Deutschen das Zeug schon gern, wa? Weil der, der das Zeugs baut, macht sich nicht schuldig. Weil er verkauft dann ja nur an nichtkriegsführende Länder. Aber da sind die Deutschen ja sowieso Weltmeister drin: An fordester Front bei jeder Klimademo, aber hintenrum dann (Hartz-4-subventionierte und) manipulierte Autos verkaufen, die die Welt verpesten. Mir kommt die Galle hoch, wenn ich immer noch so “Am dt. Wesen soll die Welt genesen”-Unfug überall lesen muss.

Ismir 3. Mai 2022 - 13:55

Der Text im Spiegel rät sich lieber töten zu lassen als sich zu wehren. Nichts ist daran gut:
“Wer jetzt so tut, als wäre Gewalt das ethisch einzig Richtige, das moralisch unbedingt Gebotene, und als müsste jeder, der daran noch zweifelt, zweifelsfrei ein Lump sein, der spielt schon Putins Spiel, der übernimmt schon dessen Geisteshaltung.”
Das ist, gelinde gesagt, Quatsch mit Soße! Keiner sieht Gewalt als das einzig Richtige! Es sind schließlich genug Versuche gestartet worden Putin von seinem Krieg abzuhalten. Aber wenn von einer Seite Gewalt ausgeht, dann hilft nur dagegen zu halten, bis der Angreifer aufhört. Die Alternative wäre aufgeben und sich dem Angreifer fügen. Dann wird die Gewalt aber nur auf einem anderen Level fortgeführt werden. Eine solche Diskussion wie hier, würde es sicher nicht geben, da alle Kritiker dann entweder im Gefängnis oder Tod wären.

Weiter schreibt der Autor im Spiegel:
“Ich bin überzeugt, dass auf lange Sicht die Menschheit nur eine pazifistische Gesinnung retten kann, bei der in letzter ethischer Konsequenz der eiserne Wille steht, im Zweifelsfall lieber selbst zu sterben, als andere zu töten – denn jeder Krieg ist barbarisch und geht mit Kriegsverbrechen einher”
Nur dass das noch nie funktioniert hat und auch nie funktionieren wird. Da können wir auch die Polizei entwaffnen und alle Gefängisse abschaffen, denn Menschen einzusperren ist barbarisch und geht mit Menschrechtsverletzungen einher. Der einserne Wille mit einer pazifistischen Gesinnung zu sterben, würde einzig zum Aussterben des Pazifismus führen. Das er es noch nicht ist, liegt an den Menschen für die Verteidigung des Humanismus gekämpft haben. Pazifisten sind im Grunde Egositen, die es vermeiden sich in ein für sie moralisches Dilemma zu bringen. Sie ermöglichen Kriegsverbrechen durch Unterlassung und ermuntern Dikatoren.

Christian 3. Mai 2022 - 11:56

Wolfgang Müller spricht mir aus der Seele. Vielen Dank dafür!!!!

Franz Ploch 3. Mai 2022 - 12:10

Herr Wolfgang Müller – Sie reden mir mit jeder Zeile direkt aus der Seele!! Ich bin in der DDR aufgewachsen (1973 geboren) und habe es absolut identisch wie Sie erlebt, nur dass hier Russen waren und keine Amerikaner mit ihren Panzern und sonstigen Fahrzeugen.

“Wehret den Anfängen” hies es immer damals von den Kommunisten in der DDR. Hier haben sie Recht gehabt, nur dieses Mal mit Richtung des russischen Faschismus im 21ten Jahrhundert.

Frank 3. Mai 2022 - 12:14

Es wäre mal interessant zu sehen, wie euer Pazifismus gelebt wird, wenn ihr bei einem Familienspaziergang durch den Park von einer Gruppe Hooligans mit samt eurer Großeltern, Kindern und Ehepartner so richtig auf die 12 bekommt. Nicht so ein bischen rumgeschubse, sondern wenn ihr hören könnt wie die Knochen brechen, wenn der Baseballschläger auf die Körper eurer Liebsten treffen. Und dann möchte alle diese moralisch integeren Menschen erleben, wenn die unbeteiligten anderen Personen im Park sich auf ihre Hilfeschreie hin abwenden und dabei sagen: Hey… Gewalt ist keine Lösung! Ihr müsst mit euren Tätern nur verhandeln und auf diplomatischem Wege eine Einstellung der Gewalt “erzwingen”.

@Hannah
Tue mir bitte einen großen Gefallen … Nimm deine friedensstiftenden Gedanken, deinen Feminismus und vor allem deine Ansichten über die Realisierung des Schutzes des Lebens und begib dich in die gerade durch russische Soldaten frisch eingenommen Orte in der Ukraine. Gerne kannst du deine hehren Ziele und Sichtweisen mal mit den Okkupanten diskutieren… oder falls dir das zu riskant erscheint gern auch mit den unterdrückten Menschen… selbstverständlich ohne Emotionalisierung der Debatte!

Es ist schon an Zynismus kaum zu überbieten, wie sich Menschen aus der wohlig-warmen Nestwärme Deutschlands erdreisten dem ukrainischen Volk die Unterstüzung durch Waffen unter dem Deckmäntelchen des Pazifismus zu verweigern. Da ist es einfach über ein theoretisches Konstrukt wie den Pazifismus zu lamentieren, wenn man selbst nichts zu befürchten hat.

Dieser sinnentleerten Weltanschauung haben wir es zu verdanken, dass wir als Staat keiner mehr erst genommen werden und nur noch als fiskale Milchkuh über die Weltbühne trotten.

Hannah 3. Mai 2022 - 17:28

Frank, ich habe Ihnen nicht das “du” angeboten, Sie dürfen mich Frau Doktor nennen. In Ihrem langen, offensichtlich defensiven Kommentar konnte ich kein einziges Argument herauslesen, nur den kläglichen Versuch, unter der Gürtellinie zu treffen. Ich bin mir sicher, Sie sind mit Helm und Kriegsbeil vor Ort anzutreffen? Lächerlich, zu was sich hier manch einer aufschwingt.

Martin 3. Mai 2022 - 12:37

Herr Müller, es ist mir nicht möglich einen sinnvollen Text als Antwort zu Ihrem Brief zu produzieren..
Ich fang immer an mit ‘seh ich nicht so’ dann ein bisschen ‘die positiven Reaktionen entsetzen mich’ und dann ‘bla bla Russland und hier .. und dann NATO bla.. Zeug!’

Keine Ahnung! Mir ist es wirklich nicht möglich diesen Grad von Klarheit in die Debatte zu tragen, die keine ist..

Ich denke es ist der demokratische Weg, dem ich mich anschließe. So folge ich also der Mehrheit und schimpfe auf diesen Bösewicht Putin und plädiere für uneingeschränkte Aufrüstung der Ukraine! Es ist offensichtlich die einzige Möglichkeit aus diesem Land eine Festung der Freiheit zu machen und ‘unsere’ patriotische Pflicht die Demokratie bis zum letzten Ukrainer zu verteidigen!

.. will nur sagen: merkt ihr euch eigentlich noch?
Alles Liebe!

Heribert 3. Mai 2022 - 12:45

Ich muss leider fast voll und ganz Deiner Meinung sein, die Erfahrung lehrt, dass brauchbare Schnäppchen immer einen Interessenten finden. Ob sich ein Staatsgebilde nicht verteidigen kann oder will, ob sich ein aggressiver Mitmenschh ein Prügelopfer sucht, der Schwächerenerleidet Nachteile und die Gelüste der Gegenseite sind damit in keiner Weise gesättigt. Im Gegenteil – reicher, stärker, mächtiger heißen die Maximen. Die unterlegene Seite wird wohl oder über den Gürtel (beträchtlich ?) enger schnallen müssen.
Es gibt aber noch zwei Überlegungen dazu:
1) Der teurste Frieden ist billiger als der billigste Krieg: Wer rechnet hier mit welchen Annahmen und unter welchern Voraussetzungen? Fakt ist auch hier für die schwächere Seite: Der Stärkere oder Unnachgiebigere gibt vor. Wenn wir uns für’s Nachgeben entscheiden, müssen wir uns der tatsache bewußt sein, den Gürtel in Zukunft enger zu schnallen.
2) Derartige Konflikte entstehen nicht von heute auf morgen. Wie bereits aus vorangegangenen Kommentaren ersichtlich ist (zum Teil leicht belegbar), spielte die ukrainische Region bereits vor Zusammenbruch der Sowjetunion eine bedeutende Rolle in der Planung geopolitischer Angelegenheiten. Die Gefahr ist gegeben, daß nicht nur der Krieggschauplatz selbst sondern auch “helfende Hände” in eine Art Stellvertreterpartei für “übergeordnete” Konfliktparteien hineinschlittern – bewußt oder unbewußt. Daher bin ich a) bei Ihnen, diesen Konflikt erst einmal unter massivem Gegenwehreinsatz zu befrieden und unmittelbar danach aber wieder die Hände nach beiden Seiten auszustrecken. Dann werden sich wahrscheinlich viele neue Aspekte auftun. Vielleicht gefallen uns nicht alle davon, aber wir handeln wieder und schauen nicht zu wie das Karnickel vor der Schlange.

Udo Hirschmann 3. Mai 2022 - 12:57

Sehr geehrter Herr Müller,
Ihren Ausführungen folge ich ununwunden, die Verknüpfung mit Kindheits- und Jungenderinnerungen hat mich sehr berührt. Mir selbst, der ich in den 70er und 80er Jahren aufgewachsen bin, erging es ähnlich. Ich kann mich lebhaft an die kalte Angst erinnern, die mich bei einer UBahnfahrt durch die gesperrten Ostbahnhöfe 1974 in Berlin befallen hat, als der Zug langsam durch die Bahnhöfe fuhr und auf den Bahnsteigen Grenzpolizei mit Schnellfeuerwaffen Wache stand. Ein weiterer Moment, der mir in Erinnerung geblieben ist, war der Zeitpunkt, als die “Mauer fiel”. Ich hatte gerade meinen Wehrdienst beendet, den Seesack an einen dicken Nagel im Dachboden gehängt, weil ich Mob Reserve war und wollte im November mit dem Studium beginnen. Es war überhaupt nicht klar, ob die Einheit friedlich vonstatten gehen wird und ob mein Seesack über kurz oder lang wieder Verwendung finden würde. Gott sei Dank war das nicht so, aber das beklommene Gefühl ist geblieben, weshalb ich die Leute verstehen kann, die sich eine konkrete Kriegsgefahr gerne wegdenken würden. Das hilft aber nichts. es hilft insbesondere nichts, wenn der vermutliche Gegner nicht reden will, sondern Ernst macht. Es ist müßig, sich darüber aufzuhalten, wer nun Schuld hat an der Eskalation. Das Einzige was hilft, ist wehrhaft zu sein gegen alle Angriffe auf unsere freiheitlich demokratische Grundordnung, Dazu gehört es auch, eine wehrhafte Bundeswehr zu haben, aufrecht zu erhalten und auf dem mordernsten Stand zu halten, den man sich leisten kann. Deutschland ist eben nicht von Freunden umzingelt, wie es so schön hieß, als man meinte, man könnte Kosten sparen und die vermeintlich nun nicht mehr gegen den Feind aus dem Osten benöitgten Einheiten einfach auflösen und heim schicken. Dieser Fehler rächt sich gerade mit den hohen Kosten für die “Wiederbewaffung”. Es hat nie gestimmt, dass Deutschland von Freunden umzingelt sei, da seit 1955 der Schutz der NATO Außengrenzen auch deutsche Aufgabe war, weshalb dieser Slogan reine Augenwischerei gewesen ist. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als im Rahmen der NATO ein möglichst einheitliches Bild der Wehrhaftigkeit abzugeben, damit Begehrlichkeiten gar nicht erst entstehen, weil der Preis zu hoch wäre. Ich möchte meine, von den Eltern erworbene freiheitlich demokratische Grundordnung gerne behalten. Dazu gehört es dann auch, die zweifelsohne hohen Lasten dafür zu tragen. Eine Welt ohne Waffen gibt es nicht und wird es, solange es Menschheit gibt, nie geben.

O.Eckel 3. Mai 2022 - 13:33

Schöner Text! Vielen Dank. Meine Meinung! Wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, das Geiz geil ist. Aber billig gibt es nirgendwo … es gibt immer nur: ein anderer zahlt meinenn Preis, notfalls meine Enkel. Unsere Waffen, unsere Bundeswehr existiert nicht, um die kriegslüsternen Belgier oder die blutrünstigen Dänen aus unserem Land fern zu halten. Der Feind war und ist Russland … und genau das hat er gerade bewiesen.
Alles hat seinen Preis, auch die Freiheit … und jetzt ist Zahltag. Ich verliere vielleicht 10% meines Real-Lohnes, aber in der Ukraine verlieren sie ihre Menschen, ihre Leben, ihre Omas, ihre Ehemänner, ihre Töchter, ihr zuhause, ihren Besitz … einfach alles. Und wir schauen zu?
Ich glaube, wenn Scholz Putin Auge in Auge gesagt hätte, dass der Westen solange Waffen in die Ukraine pumpt, bis jeder Erwachsene links eine Stinger über der Schulter und rechts eine Bazooka unter dem Arm trägt, dann wäre der Spuk vorbei. Nicht die Waffen verlieren den Krieg und verlängern das Leiden. Es sind die Zauderer und die, die lieber Wegsehen und hoffen, es ginge auch ohne eigene Verantwortung zu Ende.

Uwe Menzel 3. Mai 2022 - 13:37

Es geht wie richtig beschrieben um die Beherrschung des eurasischen Kontinents. Wer den beherrscht, beherrscht die Welt, so zumindest die Ideologie dahinter. Will heißen: die zukünftige Westgrenze Russlands muss der Ideologie folgend mindestens am Atlantik liegen. Und dann ist genau die Frage, ob man das will und wenn man nicht wählen kann, ob man so leben will.

Abwägende Vernunft 3. Mai 2022 - 13:46

Zunächst einmal zeigt das Essay eine respektable Haltung, die viele teilen. Nur bin ich dezidiert anderer Ansicht und bitte, dies (anders als der Autor es zu tun scheint) auch zu respektieren. Mehr noch: die Haltung ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu Ende gedacht. Es geht nicht um Appeasement oder Täter-Opfer Umkehr, sondern darum, dass der Krieg nur durch Verhandlungen beendet werden kann. Und zwar mit einem Ergebnis, dass Putin das Kriegsende als Sieg sehen kann. Waffenlieferungen hingegen ziehen den Krieg in die Länge und werden zur kompletten Zerstörungen der ukrainischen Infrastruktur, etlichen mehr Kriegsverbrechen und vielen tausenden toten Soldaten auf beiden Seiten führen. Die Ukraine würde dann ohnehin nicht mehr lebenswert sein. Und wenn Russland weder ein schneller Sieg noch die Zerstörung ohne Atomwaffen gelingt, dann wird Russland Atomwaffen einsetzen. Vielleicht auch gegenüber Waffenlieferanten. Dann wird es heissen, die Waffenlieferungsbefürworter haben dafür keine Verantwortung, weil es ausschliesslich Putin war, der so entschieden hat. Juristisch vielleicht, das ist mir aber egal. Ich will das bestmögliche Ergebnis. Lieber Teile der Ukraine (mit Flucht und Vertreibung der Bevölkerung) verlieren als das ganze Land und mehr. Wird Putin so ermutigt dann als nächstes benachbarte Nato-Länder angreifen? Natürlich nicht. Wird er die Republik Moldau angreifen? Vielleicht, aber besser als ein dritter Weltkrieg mit Atomwaffen. Der Spielraum für weitere Kriege Russlands ist aber ohnehin begrenzt. Die Besetzung der eroberten Teile der Ukraine wird viele Ressourcen kosten, die durch die Wirtschaftssanktionen ohnehin kleiner werden. Russland hat sich übernommen, der Schaden ist noch begrenzbar. Aber eben nur mit Verhandlungen, in der die Ukraine weitreichende Zugeständnisse an Russland macht (unter Aufrechterhaltung aller Sanktionen gegen das Putin-Regime, nicht aber gegen die allgemeine Bevölkerung, die sich ansonsten weiter radikalisieren wird). Der ukrainische Sicherheitsrat hat hingegen heute (3. Mai) bekanntgegeben, der Krieg könne nur durch Kapitulation Russlands beendet werden. Das ist eine extremistische Haltung, die ich nicht unterstützen möchte, weil sie viele Menschen, die man noch retten könnte, ins Verderben stürzen wird.

Uwe Menzel 3. Mai 2022 - 14:21

Putin verhandelt niemals, das ist doch klar. Alles als eine komplette Annektion der (unter umständen der zerstörten) Ukraine ist eine Niederlage. Also entweder weiter kämpfen oder kapitulieren. Übrigens kapitulieren schützt mit Sicherheit nicht vor der Zwangsarbeit in Russland. Da muss man nur mal bei unseren Nachbarn (Polen) nachfragen.
Auch wissenschaftlich gesehen ist klar: wenn der Mensch in die Enge getrieben ist, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Angriff oder Flucht

Klarname wird gerne genannt bei berechtigtem Interesse 3. Mai 2022 - 13:48

Wenn ich so einen gequirlten Mist lese, wird mir übel. Wohnzimmer-Rhetorik vom Feinsten!
Gewalt erzeugt Gegengewalt, daraus entsteht eine Spirale bis zur völligen Eskalation. Wer etwas anderes denkt, ist einfach nur verblendet von der irrwitzigen Idee, Putin würde sein Knöpfchen nicht drücken, weil er sich nicht traut, die Nato anzugreifen.
Das sind die gleichen Leute, die im Februar noch süffisant gelacht haben, dass er es nie wagen würde,in die Ukraine einzumaschieren, als er schon mit über 150 Tsd Mann dort vor der Tür stand. Das Resultat daraus, Putin und seine Schergen nicht ernst zu nehmen und auszulachen, sehen wir jetzt.

Der Verfasser des Artikels verurteilt die – berechtigte Sorge – der Verfasser und Unterzeichner des Briefes und deren andere Sicht auf die Dinge und arbeitet ein Kindheitstrauma auf. Ich kann Ihnen dazu sagen, dass ich nicht nur in meiner Kindheit (geboren in den 70ern) die Jets gesehen und die Sirenen gehört habe. Selbst in den ganzen letzten Jahren habe ich mehr oder weniger regelmäßig die Flieger und AWACS der US-Basis in der Teverner Heide eindrucksvoll über unserem Haus gesehen. Das bringt mich aber noch lange nicht dazu, die Lieferung schwerer (!) Waffen gutzuheißen. Eher genau das Gegenteil. Was bringt es uns, in diesen schwelenden Konflikt Öl zu kippen bis zur Eskalation?
Wenn der Verfasser des Artikels bereit ist, sein Leben für diesen Krieg zu geben, dann soll er bitteschön seinen Hintern vom Sessel hochbekommen und das Militär in der Ukraine vor Ort unterstützen, statt hier kriegsgeile Phrasen zu dreschen. Aber es ist natürlich viel einfacher und bequemer vom heimischen PC aus neunmalkluge, verblendete Texte in die Welt zu schicken. Vom – noch vermeintlich halbwegs sicheren – Zuhause aus…
Die Menschen, die den Emma-Brief unterzeichnet haben, besitzen ein wenig mehr Weitsicht, und das hat nichts mit übermäßiger Angst zu tun, im Gegenteil. Sie nehmen es Ernst, wo andere nur leise lächeln und in Wochen oder Tagen heftig schlucken werden (wenn dann noch soviel Zeit bleibt).

Ich bin Mutter eines Sohnes, und NEIN, ich bin nicht bereit, mein Leben oder das meines Sohnes zu opfern! Ich bin bereit, mein Leben FÜR meinen Sohn zu opfern, aber nicht für diesen Krieg, nicht für die Kriegsgeilheit unserer Regierung oder die naive Meinung, wir wären unter dem Schirm der Nato sicher!
Und hunderttausende Menschen sehen es genauso! Umfragen am Sonntag ergaben eine 45/45 Meinung zu Lieferung schwerer Waffen, wobei “unterschlagen” wurde, dass die Zustimmung zu denselben drastisch sinkt! Die sekündlich steigende Zahl der Unterzeichner des “Emma-Briefes” spricht hierbei für sich.

Das Nein zur Lieferung schwerer Waffen signalisiert keine Unterlegenheit, wie vom Verfasser des Artikels, Wolfgang Müller, dargestellt, sondern Weitsicht, Besonnenheit und Diplomatie. Dinge, die Menschen wie Herrn Müller traurigerweise offensichtlich abhanden gekommen sind.
Aber, wenn es mir schon auf meiner Web.de-Startseite angezeigt wird:
Ich kenne Herrn Müller nicht, habe vorher noch nie (wahrscheinlich glücklicherweise) einen seiner geistigen Ergüße lesen dürfen (müssen) und werde es auch sicher zukünftig nicht.

“Wenn dabei irgendwas Vernünftiges herauskommt, findet man es hier. Wenn nicht, habe ich es nie geschrieben.”
Dann wäre es vermutlich besser gewesen, Sie hätten diesen Artikel nicht geschrieben…

Glauben Sie wirklich, wenn der Westen aufrüstet (es geht hier ja schon lange nicht mehr um Ukraine gegen Russland), geht Putin auf die Knie und fleht um Vergebung? Traum und Wunschdenken schlechthin! Naive Dummheit, um es konkret zu benennen.

Jedem halbwegs vernünftigen Menschen, dem etwas an dem Leben und der Zukunft seiner Kinder liegt, ist zu raten: unterschreibt den “Emma-Brief” an Olaf Scholz (der, wenn er nicht Bundeskanzler wäre, sicher schon längst selbst unterschrieben hätte, wenn man sein Verhalten in der letzten Zeit beobachtet…)!

Alles andere ist Selbstmord sehenden Auges!

Fakt ist, lieber Wolfgang Müller, mit der Lieferung schwerer Waffen (und genau wie im Emma-Brief reden wir nur von der Lieferung SCHWERER Waffen!!!) werden Sie die Sirenen Ihrer Kindheit schneller wieder hören, als Ihnen lieb ist und ich hoffe für Sie, dass Sie dann schnell genug in die Pedale treten können,. auch wenn es Ihnen nichts nützen wird …

Abwägende Vernunft 3. Mai 2022 - 13:53

Zunächst einmal zeigt das Essay eine respektable Haltung, die viele teilen. Nur bin ich dezidiert anderer Ansicht und bitte, dies (anders als der Autor es zu tun scheint) auch zu respektieren. Mehr noch: die Haltung ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu Ende gedacht. Es geht nicht um Appeasement oder Täter-Opfer Umkehr, sondern darum, dass der Krieg nur durch Verhandlungen beendet werden kann. Und zwar mit einem Ergebnis, dass Putin das Kriegsende als Sieg sehen kann. Waffenlieferungen hingegen ziehen den Krieg in die Länge und werden zur kompletten Zerstörungen der ukrainischen Infrastruktur, etlichen mehr Kriegsverbrechen und vielen tausenden toten Soldaten auf beiden Seiten führen. Die Ukraine würde dann ohnehin nicht mehr lebenswert sein. Und wenn Russland weder ein schneller Sieg noch die Zerstörung ohne Atomwaffen gelingt, dann wird Russland Atomwaffen einsetzen. Vielleicht auch gegenüber Waffenlieferanten. Dann wird es heissen, die Waffenlieferungsbefürworter haben dafür keine Verantwortung, weil es ausschliesslich Putin war, der so entschieden hat. Juristisch vielleicht, das ist mir aber egal. Ich will das bestmögliche Ergebnis. Lieber Teile der Ukraine (mit Flucht und Vertreibung der Bevölkerung) verlieren als das ganze Land und mehr. Wird Putin so ermutigt dann als nächstes benachbarte Nato-Länder angreifen? Natürlich nicht. Wird er die Republik Moldau angreifen? Wäre besser als ein dritter Weltkrieg mit Atomwaffen, doch glaube ich nicht. Der Spielraum für weitere Kriege Russlands ist ziemlich sicher nicht mehr vorhanden. Die Besetzung der eroberten Teile der Ukraine wird viele Ressourcen kosten, die durch die Wirtschaftssanktionen und den bisherigen Kriegsverlauf (auch ohne schwere Waffen aus Deutschland) ohnehin klein sind. Russland hat sich übernommen, der Schaden ist noch begrenzbar. Aber eben nur mit Verhandlungen, in der die Ukraine weitreichende Zugeständnisse an Russland macht (unter Aufrechterhaltung aller Sanktionen gegen das Putin-Regime, nicht aber gegen die allgemeine Bevölkerung, die sich ansonsten weiter radikalisieren wird). Der ukrainische Sicherheitsrat hat hingegen heute bekanntgegeben, der Krieg könne nur durch Kapitulation Russlands beendet werden. Das ist eine extremistische Haltung, die ich nicht unterstützen möchte, weil sie viele Menschen, die man noch retten könnte, ins Verderben stürzen wird.

Frank 3. Mai 2022 - 15:25

Nun gut… immer wenn ich diese Argumentation lese oder höre frage ich mich wer hier die archaischeren Sichtweisen vertritt? Und es scheint ja ganz offensichtlich so zu sein, dass die “Abwägenden Vernunft” (“Blanker Hohn” träfe es vielleicht besser) die Auffassung vertritt, dass wir es wohl hinnehmen müssen, wenn stärkere Nationen die Schwächern schlucken (ich dachte eigentlich zumindest dieses Sichtweise hätten wir mittlerweile überwunden). Es scheint also, als sei die “Abwägenden Vernunft” eine Vertreterin des “Sozialdarwinismus”, der die längste Zeit für ein glücklicherweise vergangenes Phänomen stand : für den Versuch einer Entwicklung von Gesellschaften und sozialen Verhältnissen in dem nur die Besten, die Stärksten oder Erfolgreichsten überleben (survival of the fittest).
So so… die “Vernunft” will das “best mögliche Ergebnis”! Fragt sich halt nur für wen!? Lieber Teile der Ukraine verlieren, als das ganze Land und mehr… Es ist immer leicht mir dem Eigentum, der Heimat und den Rechten andere Menschen großzügig umzugehen!
Wird Putin die Moldau angreifen? Die Frage stellt sich gar nicht mehr, da er es bereits tut… “seine” russischen Seperatisten sind bereits aktiv… wie zuvor im Donbass.
Der Spielraum für weitere Kriege Russlands sei ziemlich sicher nicht mehr vorhanden. Mir erschließt sich nicht woher die “Vernunft” diese Erkenntnis hat. Es würde Putin zuviele Ressourcen kosten? Es scheint mir nicht, dass sich Putin um Ressourcen ernsthaft Gedanken machen würde. Und der Vorteil von Expansionskriegen ist es nun mal, dass man auch Ressourcen hinzugewinnt. Es Dauert ein wenig, aber das Putin nicht in kurzen Zeiträumen plant kann man ganz gut an seinem Vorgehen in diesem Krieg erkennen. Zwischen das Annexion der Krim, der Einflussnahme im Donbass und letzlich dem Einmarsch und dem Krieg liegen Jahre. Jahre in denen er sich vorbereitet hat, sukkzesive Militärbudget erhöht, Verträge aufgekündigt, Abhängigkeit von Gas und Öl in Deutschland (Europa) gesteigert und somit Einnahmen erhöht, relevante Energieinfrastruktur in Deuschlang von Staatsreuen Unternehmen übernehmen lassen und – oh Wunder – dafür Sorge getragen, dass zum Zeitpunkt seiner militärischen Spezialoperation die Gasspeicher, die er unter seiner Kontrolle hat, nur zu rd. 25% gefüllt waren. Nur mal zur Info… 25.4.2020 waren sie zu rd. 75% gefüllt… 25.04.2022 zu 35%.

Aber spielen wir doch mal die Strategie unserer verehrten “Vernunft” durch:
Die Ukraine macht weitreichende Zugeständnisse an Russland, inkl. der Einrichtung einer prorussischen Marionettenregierung… Moldau wird nebenbei auch übernommen… naja… ist eh bei der Größe nur eine Randnotitz. Selbstverständlich werden umfangreich Verträge gemacht, und da Putin und seine Schergen ja dafür bekannt sind, dass sie vertrauenswürdige Vertragspartner sind, die sich immer vollumfänglich an alle Verträge halten, werden wir natürluch voll auf diese Verträge bauen.
Wenn dann Putin in 4-5 Jahren Polen, Litauen, die Slovakei oder Rumänien, die sich ja nun bedrohlicherweise an dre Westgrenze des Großrussischen Reiches aufbauen und die Souverinität bedrohen, angreifen wird, werden die Bündnispartner NATÜRLICH zur Vermeidung eines nuklearen Krieges zusehen und “vernünftigerweise” mit Hilfe von klaren Verträgen einen Rahmen schaffen, der für uns alle das Beste ist… mal kurz überlegen… was war noch alles in der Einflusssphäre der ehemaligen UDSSR? Ach ja… die neuen Bundesländer… naja nicht sooo wichtig, da können wir ja sicher drauf verzichten…

Eigentlich führt Putin bereits einen nuklearen Krieg… und er muss seine Waffen nicht einmal eisetzen um zu gewinnen.

Und nun noch das Highlight: DIe “Vernunft” möchte nicht nur, kapitulieren!! NEIN!! sie möchte auch noch Sanktionen light (unter Aufrechterhaltung aller Sanktionen gegen das Putin-Regime, nicht aber gegen die allgemeine Bevölkerung, die sich ansonsten weiter radikalisieren wird) Wovor hat denn die “Vernunft” nur auch noch Angst… dass nicht nur die russische Arme unsere Staaten angreift, sondern auch noch die radikalisierte Bevölkerung!?

Bevor ich in einer Welt leben muss, die unter dem Freiheitsverständnis von Putin, Xi Jinping oder Kim Jong Un geführt wird, hoffe ich ernsthaft, dass ein Politiker den Knopf drückt… das nukleare Sterben geht schneller.
Und nebenbei wäre es für unseren Planeten langfristig gesehen deutlich vorteilhafter.

Abwägende Vernunft 3. Mai 2022 - 20:26

Wenn Sie in einem Atomkrieg sterben möchten, dann ist das so. Ich möchte es nicht und meine Kinder auch nicht. Ihr empörter Stil unterstellt mir zudem, die Ukraine soll kapitulieren. Dabei fordert das die Ukraine von Russland. Ich fordere Verhandlungen mit dem Ergebnis den Krieg zu beenden. Die Ukraine kann nicht gewinnen in dem Sinne, als das der Status vor dem brutalen Angriffskrieg bestehen bleibt. Und ja, die Stärkeren setzen Ihre Interessen stärker durch. Das ist so und war noch nie anders. Sie können aber nie auf ganzer Linie gewinnen. Daher ist es Quatsch, dass die Nato-Staaten zu Marionettenstaaten von Autokratien von China und Russland werden. Und was die Sanktionen gegen die allgemeine Bevölkerung betrifft: so stärkt man Regime und führt nicht zu Regime switches. Oder kennen Sie da ein Gegenbeispiel?

Frank 4. Mai 2022 - 7:48

ZITAT
Ihr empörter Stil unterstellt mir zudem, die Ukraine soll kapitulieren. Dabei fordert das die Ukraine von Russland.
ZITAT ENDE
Das zeigt schon ihre verquere Sicht auf die Realität. Die Ukraine fordert keine Kapitulation! Sie fordert lediglch, dass sich die völkerrechtswidrig in IHREM Staatsgebit befindlichen Streitkräfte Russlands das Land verlassen und die völkerrechtswidrig angeeigneten Gebiete zurückgeben… und nach meiner Auffassung sollte Russland für den verursachten Schaden auch zu erheblichen Reparationszahlungen verpflichtet werden.

Dass Destabilisierung eines Staates (Nichts anderes ist u.a. auch das Ergebnis von Sanktionen) zu Regimewechsel führt, finden Sie mannigfaltig in Südamerika. Nur ist es nicht das Ziel der Sanktionen gegen Russland. Ziel ist es die Kosten für Putin so zu erhöhen, dass der Krieg für ihn unattraktiv wird und er ihn beenden und den Zustand vor der Annexion der Krim wieder herstellt. Auch da zeigt ihre Argumentation, dass sie nicht begriffen haben, zu welchem Zweck hier Maßnahmen getroffen werden.

Ich hoffe, dass Sie Ihre Sichtweise im Privaten und Kleinen ebenso gelassen akzeptieren, wenn Sie persönlich betroffen sind. Da kommt eine Horde Chaoten, verwüsten Ihre Zimmer, erschlägt ihre Kinder und zieht in Ihr Wohnzimmer ein. Selbst verständlich akzeptieren sie dann – nachdem Sie in “Friedensgesprächen” Einigung darüber getoffen haben, dass die Chaoten nun Küche und Wohnzimmer zu behalten gedenken – diesen Zustand.
In was fpr einer Welt leben SIe eigentlich!? Vor allem in was für einer Weltt wollen Sie Ihre Kinder leben lassen?

Abschließend noch… es KEIN Quatsch, dass die Nato-Staaten zu Marionettenstaaten von Autokratien von China und Russland werden… zum Teil sind sie es schon! Und ganz sicher ist es zum Teil auch Deutschland. Wir machen uns wirtschaftlich abhängig von China… in der Hoffnung, dass wir den Mächtigen dort zeigen wie gut und erstrebenswert unser System ist. Genau das haben wir auch mit Russland gemacht… “Wandel durch Handel”
Das mag in demokratisch geprägten Staaten funktionieren, nicht aber in Diktaturen, in denen eine Person die eigenen Befindlichkeiten an die ersten Stelle stellt. Solche Menschen werden sich immer die Rosinen aus dem Kuchen picken und wenn sie eine Chance sehen, sich auch den ganzen Kuchen nehmen.

Menschen mit Ihrer Einstellung (Lieber ein Schrecken ohne Ende, als ein Ende mit Schrecken), sind maßgeblich verantwortlich, dass es solche Entwicklungen auf der Welt gibt. Das war in der Weimarer Republik so, im Dritten Reich und wenn sich Ihrer Sichweise durchsetzen würde , bekämen wir mit Putin einen 2. Stalin oder 2. Hitler auf der Weltbühne. Das Motto: “Gib ihm seinen Willen, und er wird dann schon Ruhe geben!” hat bei diesen Soziopathen noch nie gegriffen… oder haben Sie ein Beispiel?

Abwägende Vernunft 4. Mai 2022 - 12:21

Diverse Abrüstungsvereinbarungen (mit Russland, Iran etc. bevor Trump die gekündigt hat) sind Erfolgsgeschichten, wie man mit Diktatoren umgeht, um Schlimmeres zu verhindern. Natürlich durch Verhandlungen. Sanktionen für die allgemeine Bevölkerung stärken Schurkenregime wie aktuell Nordkorea und Russland immer, da denen die Bevölkerung egal ist und sie der Bevölkerung ihre Opferolle demonstrieren können. Daher machen sie keinen Sinn, gerade wenn es darum geht, was Sie glauben, worum es gehen soll. Und wirtschaftliche Verflechtungen wie der Westen mit China sind immer Geben und Nehmen auf beiden Seiten, daher ist man doch niemand ein Marionettenstaat. Spätestens diese Aussage hat nun so sehr den Geschmack einer verqueren Verschwörungstheorie, dass ich die Diskussion jetzt abbreche, da sie sinnlos geworden ist.

etwas Geduld 3. Mai 2022 - 17:53

Ob vielleicht ein Blick in die Geschichte weiterhilft?

Wie war es 1939, als Hitler-Deutschland Polen überfallen hatte?

Trotz klarer Beistands-Verpflichtungen gegenüber Polen griffen weder Frankreich noch England in den von Hitler-Deutschlang gegen Polen geführten Krieg ein, da weder die Bevölkerung dieser Länder, noch deren (damalige) Regierungen an Kriegshandlungen aktiv beteiligt sein wollten, da insbesondere in Frankreich der gerade einmal 20 Jahre zurückliegenden 1. Weltkrieg und das mit ihm verbundene Leid noch zu präsent in der kollektiven Erinnerung war.

Aus heutiger Sicht zurück und mit dem Wissen von heute wäre es für Frankreich und England wahrscheinlich klüger gewesen, anstatt nur einer Kriegserklärung (ohne Folgen) gegenüber Hitler-Deutschland abzugeben, tatsächlich aktiv in diesen Krieg auf der Seite von Polen einzutreten, da man heute weiß, dass die deutsche Wehrmacht nach dem Polenfeldzug völlig ausgelaugt war, und seit Herbst 1939 fast 9 Monate Zeit benötigte, um sich zu regenerieren und auf den Frankreich-Feldzug vorzubereiten.

Wahrscheinlich wäre weder Polen mit den Millionen in der Folge auf polnischem Boden auch ermordeter Juden von Hitler-Deutschland besiegt worden, noch hätte es insbesondere den 2. Weltkrieg überhaupt nicht gegeben.

Doch dieses Wissen hatte man am 1. September 1939 weder in Frankreich noch in England. Aus der noch sehr frischen Erfahrung des 1. Weltkriegs heraus befürchtete man vielmehr ein erneutes jahrelanges „Abschlachten“, das man (in Bevölkerung und Regierung) unter allem Umständen vermeiden wollte.

Sich dieses kollektive Trauma des 1. Weltkriegs vor Augen haltend erklärt sich auch der Umstand, warum die französische Regierung und die französischen Soldaten, immerhin war die französische Armee damals bestens ausgerüstet und lediglich im Bereich der Luftwaffe schlechter ausgerüstet als die deutsche Wehrmacht, nach dem deutschen Überfall von 1940 nur sehr zögerlich in ihrer Abwehr agierten und es auch zu zehntausendfacher Fahnenflucht auf französischer Seite kam.

So ist auch nachvollziehbar, warum sich die französische Armee im Juni 1940 nicht vor Paris verschanzte unter Wiederholung des Stellungkrieges des 1. Weltkriegs mit unermesslichen Verlusten von Menschenleben und Sachgütern und im Risiko auch der vollständigen Zerstörung von Paris, sondern eine „Vereinbarung“ mit dem Aggressor, mit Hitler-Deutschland, traf, die eine Teilung des Landes und die vollständige Fremdbestimmung des diesbezüglich nördlichen Teils durch die Besatzungstruppen Hitler-Deutschlands zur Folge hatte.

War diese Handlungsweise von Frankreich (aus heutiger wie aus damaliger Sicht betrachtet) daher ein Ausdruck von Feigheit oder von Vernunft?

Wie viele Jahre hätte sich Frankreich Hitler-Deutschland entgegenstellen können? Waren England und die USA zu jenem Zeitpunkt Juni 1940 überhaupt schon selbst soweit, sowohl politisch wie auch insbesondere militärisch und logistisch, Hitler-Deutschland gemeinsam mit Frankreich die Stirn bieten zu können?

Aus heutiger Sicht muss dies wohl mit einem klaren NEIN beantwortet werden.

Churchill war erst im Mai 1940 zum englischen Premier ernannt worden als Nachfolger von Chamberlain als Verfechters der sog. Appeasement-Politik, die englische Bevölkerung konnte erst im Juni/Juli 1940 mehrheitlich von einem entschiedenen Eintreten gegen Nazi-Deutschland überzeugt werden, und die USA traten im Dezember 1941 in den Krieg (gegen Japan und Nazi-Deutschland) überhaupt erst ein.

Und man benötigte seitens der „West-Mächte“ dann etwa 4 Jahre bis zur Invasion Juni 1944, um entsprechend vorbereitet Nazi-Deutschland überhaupt erst ernsthaft entgegentreten zu können.

Die Geschichte auf die heutige Zeit „transportiert“, was ist heute ähnlich, was ist heute völlig anders?

Vergleicht man den Überfall auf Polen von 1939 mit dem Überfall auf die Ukraine von 2022, dann wäre die erste und spontane Antwort, dass man natürlich jede Unterstützung leisten müsse, um den Aggressor zu schwächen, da ein solches Handeln 1939 mit Bezug auf Polen mit hoher Wahrscheinlichkeit den 2. Weltkrieg verhindert hätte.

Das wäre die spontane Antwort, doch berücksichtigt diese Antwort auch heutige Unterschiede zur Situation von 1939? Wie hätte es ausgesehen, wenn Hitler-Deutschland damals über Atomwaffen verfügt hätte?

Und gerade hier sollte man die Sache wohl vom Ende her denken.

Hätte Hitler sich aus Polen zurückgezogen, wenn es konventionell „eng“ für die Wehrmacht geworden wäre? Hätte er sich entschuldigt, „tut mir leid, seid mir nicht böse, wir fahren zurück nach Berlin“, oder hätte er eben diese (verfügbaren) Atomwaffen eingesetzt?

Und auf heute bezogen. Würde sich Putin, wenn es konventionell „eng“ für seine Streitmacht wird, entschuldigen, „tut mir leid, seid mir nicht böse, wir fahren zurück nach Moskau“, oder würde er die (ihm tatsächlich verfügbaren) Atomwaffen einsetzten, zumal es da heute ja auch „Abstufungen“ gibt und er nicht gleich zum „Hiroshima-Kaliber“ greifen muss?

Diese Antwort muss sich jeder selber geben.

Kommt man in der Beantwortung dieser Frage jedoch zu dem Ergebnis, dass sich weder Hitler „entschuldigt“ hätte noch Putin dies tun würde, dann stellt sich die reale Frage, wann dann so eine Spirale ihr Ende finden soll, im 3. Welt- und Atomkrieg?

Mit unermesslichem Leid, mit unermesslicher Zerstörung, und vielleicht Unbewohnbarkeit ganzer Landstriche oder dem europäischen Kontinent im Ganzen für Generationen? Wie die täglichen Bilder aus der Ukraine zeigen ist schon der “konventionelle” Krieg an Brutalität und menschlichem Leid kaum zu ertragen.

Daher nur ganz vorsichtig gefragt, ob es vielleicht tatsächlich sinnvoller sein könnte, auf lange Sicht zu denken, und dem Aggressor Putin als „Lohn seiner Anstrengungen“ im Rahmen einer Vereinbarung einen „Happen“ (Gelände) zur Verfügung zu stellen, so schlimm das auch für die betroffene Bevölkerung (zunächst) wäre?

Und einen Anspruch auf die Weltherrschaft oder selbst eine europäische Herrschaft hat Putin, im Gegensatz zu damals Hitler, tatsächlich (noch) nicht verkündet, sodass man sich auch selbst nicht in solchen Eskalationsszenarien verfangen sollte.

Bliebe daher eine freie Rest-Ukraine, wie damals 1945 mit den Westzonen und später der Bundesrepublik ein freies Rest-Deutschland, dann wären die Türen wieder weit geöffnet, um in der freien Rest-Ukraine eine prosperierende und demokratisch unterlegte Wirtschaft aufzubauen, soweit gewollt im EU-Verbund, mit der weder die (zunächst aufgegebenen) „Happen“ noch Putins Reich als solches auf längere Sicht mithalten könnten, zumal wenn die aktuellen Sanktionen längerfristig durchgehalten würden.

Auch der real-existierende Sozialismus hatte nach 40 Jahren der prosperierenden und demokratisch unterlegten Wirtschaft der Bundesrepublik nichts mehr entgegenzusetzen und löste sich ohne jedes militärische Zutun in Luft auf. Auch die Ukraine hätte diese Chance mit den (zunächst aufgegebenen) „Happen“. Langfristig gesehen setzt sich insoweit der Freiheitswille des Menschen immer durch, es bedarf mitunter nur etwas Geduld.

Qi San 3. Mai 2022 - 14:20

Ich habe selbst in den 80er Jahren den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert.
Mit den üblichen Fragen – was würden sie tun, wenn …
Andere Zeiten, andere Umstände.

Man Vater kämpfte 1942 in und bei Riga (Lettland, dass 1940 von Russland annektiert wurde).
Wurde schwer verletzt und musste jahrelang zusammengeflickt werden.
Er war bis zu seinem Tod vor 3 Jahren aufgrund seiner Verletzungen schwer opiatabhängig.

Heute gehöre ich zu den, die den Ukrainer:innen alles schicken würde, damit sie diesen Krieg gewinnen.
Alice Schwarzer, oh je … Frieden schaffen ohne Waffen … passe!
Selbsternannten Zaren, Sultanen und Diktatoren wie Xi Jinping und ihre willigen Helfer verstehen nur eine Sprache,
die der Stärke.

Das sind in meinen Augen keine Menschen – so hart es klingt.
Sie haben das Recht auf Existenz verwirkt.
So einfach ist das – wenn man will.

Damit der Frieden in der Ukraine,
Europa und dem ganzen Rest eine Chance haben will,
reduziere ich auf einen Satz:

Putin und damit Russland braucht sein Waterloo!

Namaste

Amphy 3. Mai 2022 - 14:28

Nach dem Lesen, vieler Rezensionen habe ich einfach das Bedürfnis des Einwandes. Wie sie doch alle wissen ist die Ukraine geostrategisch, das Land mit dem man Russland stürzen kann. Das haben schon die Briten erkannt und auch der Primus inter pares die USA arbeiten schon lange an der Lösung Russland zu domestizieren, sowie die anderen Europäer. Von Brzeziński, Friedman usw. wurde das klar formuliert, dass die Ukraine der Schlüssel zum beherrschen von Russland ist. Mit dem Maidan, wurde mit Hilfe der CIA plus 4 Milliarden Dollar, der gewählte Präsiden beseitig, und ein Marionette als Ministerpräsiden eingesetzt. Die USA hat mit der Installation von einem Raketen Abwehrsystem in Polen die Russen weiter bedroht und die Nato ( der agressivste Pakt ) immer weiter an die Grenze geführt. Dass seit 2014 die Ukrainische Armee und die Nazi Gruppen bis zu 15000 Zivilisten töteten wird kaum noch zur Kenntnis genommen. Die völkerrechtswidrige Annexion der Krim, wobei die Bewohner der Krim abgestimmt haben, war ein Akt der Strategie von Russland. Bedenken sollten die Kritiker, das der Kosovo mit einer ähnliche Prozedur sich von Serbien gelöst hat. Durch das heranrücken der Nato an die Russischen Grenzen, wurde der heutige Konflikt weiter angeheizt. Als dann die Ukrainer in die NATO wollten fühlten sich die Russen so provoziert, dass sie in der Ukraine einmarschierten.
Die USA hat das höchste Interesse Russland als Gro0macht zu vernichten, das war auch in der Doktrin von Friedman und Genossen als Ziel ausgegeben. Die USA will , dass dies ein Abnutzungskrieg wird und muniziert die Ukrainer mit Waffen und viel Geld. Damit die überschaubar bleibt werden die Vasallen Staaten in die Pflicht genommen Waffen und Munition, sowie die Ausbildung der Ukrainer an schwerem Gerät zu übernehmen. Gerade hat der wissenschaftliche Dienst bestätigt, Deutschland befindet sich dadurch im Krieg mit Russland.
Die humane Katastrophe in der Ukraine wird in kauf genommen. Das Liefern von Waffen verlängert das Leiden der Bevölkerung, und bewirkt genau das was sich die USA vorgenommen haben. Vor dem Ausbruch des Krieges hat der US Kongress 33 Milliarden Dollar für die Ukraine zur Verfügung gestellt.
Es war auch kein Zufall, dass der russische Sender de.RT.com verboten wurde, bzw. keine Sendeerlaubnis bekam, Die Propagandamaschienerie läuft nun auf Hochtouren im Westen wie im Osten. Wir wissen doch alle, im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst.
Erstaunlich ist wie dies wirkt, die USA hat nach dem 2 Weltkrieg Millionen von Toten durch aggressives militärische Vorgehen auf dem Gewissen. Die Bombardierung von Serbien, Syrien das Embargo von Bagdad ( 500 000 ) Kinder sind verhungert usw. Dies alles hat unsere Gesellschaft kaum berührte.

Patrick Attila Lasch 3. Mai 2022 - 14:32

Als Kriegskind 1943 in einem Lebensbornheim geboren, und mit meiner Mutter im Führer Hauptquartier Berghof bei Berchtesgaden gelebt (Mutter war dort Telefonistin für den Führer bis zur Bombardierung des Hitler Berghofes im April 1945) Rechtzeitig vorher floh meine Mutter mit mir zum Tegernsee. Meine Mutter, eine gut aussehende blonde Frau mit blauen Augen, logisch entbehrte sie wegen des Krieges zwischenmenschliche sexuelle Gefühle. Und so lernte sie einen US Gi kennen und lieben. Ab meinem 5. Lebensjahr wurde ich von diesem US Freund meiner Mutter 3 Jahre lang übelst missbraucht. Er machte mich mit Alkohol gefügig und fotografierte mich nackt in einer Zinkwanne sitzend, und handelte die Fotos in seiner US Kaserne in Bad Tölz mit anderen homophilen US G`is Ich musste mich vor ihm hinknien, er hielt seine Pistole an meinem Kinderkopf, ich musste ihn anflehen mich nicht zu erschießen, mich leben zu lassen ; hat er. Jedoch unter dem Trauma leide ich Heute ab 29. Mai 79 jährig immer noch. In You Tube gibt es den Beitrag ,, Attila – Lebensspuren eines Lebensbornkindes” Im Weiteren gibt es im Handel das Taschenbuch ,,die verschwiegenen Opfer der SS” mit mehreren Lebensgeschichten von Lebensbornkinder, darunter auch meine. Auch im Internet ist zu > Attila Lasch < nachzulesen. Also ich denke, nein behaupte, beide haben irgendwie Recht, Alice Schwarzer und Wolfgang Müller. Wo aber liegt die Mitte eines Despoten wie bei Wladimir Putin ? Wem will man nun Recht geben in Sachen der Ukraine. Schaut man in Putins Augen, spätestens dann weiß man welch unbequemer Zeitgenosse er ist. Aber ich denke auch an die Kuba Krise von 1962, Chruschtschov als Schuhklopfer war klüger, hätte man von diesem als Schuhklopfer auf das Rednerpult nicht gedacht, und er zog seine Atomraketen aus Kuba zurück, weil sich Kennedy und die USA hierdurch bedroht fühlten. Zeitenwechsel zu 2022. Die Nato bzw. die USA zeigen sich nicht daran interessiert ob Russland sich bedroht fühlt, im Gegenteil, man baut einen Atomraketen Gürtel um Russland herum auf, mit dem Argument, Putin will sich weitere Länder nahe Russlands einverleiben. Also wer ist denn nun der eigentliche Aggressor, so dass sich die aggressiven Meinungsverschiedenheiten politischer Richtungen weiter aufbauen. Es ist erlaubt sich die Frage zu stellen, wer sind die Profiteure der Waffenverkäufe an die Ukraine ? Nichts im Leben gibt es aus purer Nächstenliebe umsonst. Wetten dass ! sich jetzt bereits Profiteure ihre Hände reiben, um am Wiederaufbau der Ukraine beteiligt zu werden. Ja dann soll Labrow seine Drohung per eines Atomkrieges wahrmachen, Sieger gibt es dann aber keine. Und für unsere übervölkerte Mutter Erde ist ES DIE CHANCE, sich nach einem Atomkrieg erholen zu können. Heinrich Böll wird wohl recht behalten : ,, nach dem Dritten Weltkrieg fängt die Menschheit mit Pfeil und Bogen von vorne an"

Stephan Schreyer 3. Mai 2022 - 15:02

Mir aus der Seele gesprochen. Vielen Dank!

Maisi 3. Mai 2022 - 15:27

Ich halte das einfach für nicht wahr: “Sondern darum anzuerkennen, dass man einer Bedrohung gegenübersteht, die durch Verhandlungen, Appeasement oder Zugeständnisse nicht abgewendet werden kann, und aus dieser Erkenntnis heraus Verantwortung zu übernehmen.” – Verhandlungen sind möglich, wenn man das kulturelle Gedankensystem des Gegners als Gleichwertig zum eigenen betrachtet. Das tun wir aber nicht. Ich glaube tatsächlich, dass der Westen ganz schön Missionierungseifer gezeigt hat und ja, ich nehm mir raus, in einer liberalen Demokratie zu leben, das auch für besser zu halten und die anderen trotzdem nicht so dumm zu gängeln. Nicht aus kulturrelativistischen Gründen, denn ich bin mir verdammt noch mal sicher, was ich für richtig halte und was nicht. Sondern aus Realismus. 1) Halbe Sachen soll man bleiben lassen und ein paar Action- und Social Media Trainings für Aktivist:innen sind halbe Sachen. 2) Es scheint einfach nicht zu funktionieren mit dem Demokratieexport, Lateinamerika gehört prinzipiell der Mafia und auch sonst rottet alles so vor sich hin.

Pussy Riot ist mir sicherlich näher als gedopte Eiskunstlaufprinzessinen, die mit 16 ausgemustert werden. Den Russen halt nicht und wenn ich keine Mittel hab was dran zu ändern. Tja…dann muss man das einsehen. Also. Ich verurteile den Angriffskrieg auch weil er ein Rechtsbruch ist. Ansonsten ist das nicht meine Haustür, vor der ich zu kehren habe, wir hätten in der Ukraine keine Geschäfte machen sollen und wenn die Leute ihre Autokraten nicht loswerden, werd ich mich nicht einmischen und dort Werbung für unser System machen.

Jetzt ist das Kind natürlich in den Brunnen gefallen und wahrscheinlich ist es zu diesem Zeitpunkt sinnvoll, sich militärisch aufzuplustern. Aber wenn hier als nächstes jemand anfängt, China mit unserem Kram auf die Pelle zu rücken, dann kotz ich. Und natürlich Verhandlungen. Was bitte wollen wir mit der Ukraine in der EU? Besser wärs, Polen und Ungarn rauszuwerfen, diese Faschos.

Diego Semmler 3. Mai 2022 - 15:48

Sehr geehrter Herr Müller,
ein sehr schöner Artikel mit einer klaren Analyse. Da kann ich etwas für meine eigene politische Haltung mitnehmen, weil ich erkennen muss, dass auch ich das Thema Waffenlieferungen bislang etwas zu einfach gedacht habe.
Vielen Dank

Cori 3. Mai 2022 - 15:48

Habe Dich gerade gefunden und bin total angetan…. von dem Beitrag, der den Nagel auf dem Kopf trifft und auch all den anderen Texten. Man muss nicht immer einer Meinung sein, aber manchmal hilft der Diskurs seine eigene zu finden. Und dann noch die tollen Lieder 🙂 Danke

Trollex 3. Mai 2022 - 15:48

…es ist ein Fehler, unter solchen Artikeln die Kommentarfunktion nicht auszuschalten. Die Trolle aus Mordors Fabriken sind preiswert und effizient – sie binden sehr viel Energie (in Form von schlechter Laune und Zeit etc.), die woanders besser aufgehoben wäre.

Streit-Kraft 3. Mai 2022 - 15:55

Jetzt wissen wenigstens alle, wer Wolfgang Müller ist: ein Längsdenker!
Es grenzt an ein Wunder, dass die Initiatoren des offenen Briefes bisher nicht so wie die Corona-Kritiker als Verschwörungstheoretiker diffamiert werden. Vermutlich, weil jeder, selbst die Journaille, im Innersten weiß, dass die Kleinrussen – verblendet und mit einem querulantischen Naturell ausgestattet – sich in einen seit 2014 andauernden Stellvertreter-Krieg treiben ließen, der jetzt kulminiert.
H. Kohl hat den letzten Weltkrieg noch bewusst miterlebt – dem Kriegskabinett der Ampelmännchen fehlt diese heilsame Erfahrung.

Streit-Kraft 3. Mai 2022 - 16:04

Vom Ende her denken: ENTWEDER Russland kapituliert nach immer weiterer Eskalation bedingungslos (wenig wahrscheinlich) ODER aber es muss eine diplomatische Lösung her – je früher desto besser. Es ist wie bei jedem Ehekrach: es geht um Gesichtswahrung.

Kauschat 4. Mai 2022 - 0:24

Sehr gute Idee! Dass noch niemand auf diese geniale Idee gekommen ist, eine diplomatische Lösung herbeizuführen! – Quizfrage: wann ist Putin bereit zu einer “diplomatischen Lösung”? a) wenn er noch die Chance sieht, die ukrainischen Verteidigungslinien bald zu durchbrechen? b) wenn er weiß, dass das ukrainische Waffenarsenal bald erschöpft ist? c) wenn er weiß, dass er seine Ausfälle an schweren Waffen ersetzen kann, die Ukraine aber bald nicht mehr? d) wenn er so viel Land der Ukraine abgenommen hat, dass er sie vom Schwarzen Meer abgeschnitten hat und einen Durchbruch bis nach Moldawien gewonnen hat? e) oder erst, wenn danach auch noch Kiew eingenommen hat? f) oder erst, wenn Selenskji, die Klitschkos und 10-20 Millionen “Nazis” die Ukraine verlassen haben und ihm das Feld überlassen haben? – Das ist das Problem bei dieser Frage: Warum soll er sich mit den jetzt eroberten Gebieten zufrieden geben, wenn er die Hoffnung auf mehr haben kann? Es geht nicht darum, Russland zur Kapitulation zu zwingen, es geht darum, mindestens die russische Armee zu stoppen! Idealerweise hieße es auch, die Besatzerarmee aus der Ukraine nach Russland zurück zu treiben, aber daran glaube ich nicht. Selenskji hat schon angeboten, auf die NATO-Mitgliedschaft dauerhaft zu verzichten (bei anderen garantien) und wenn ich mich recht erinnere, auch auf die Krim (und die “Volksrepubliken”) zu verzichten. Ich würde auch noch eine zugesicherte Bahnverbindung für zivile Zwecke nach “Transnistrien” zugestehen, aber auch das Ende der Drangsalierung der Krimtataren und Ukrainer, die da jetzt schon seit 8 Jahren vertrieben werden! Für den Wiederaufbau (rund 700 Mrd. € Schaden an der Infrastruktur) müsste Russland 30 Jahre lang Erdgas umsonst liefern (das wird Putin sicher ablehnen, wäre aber gerecht). Aber wäre das Putin genug, wo er doch jetzt schon mehr erobert hat? Kann das ukrainische Volk das anerkennen? Heißt das für Putin, dass er seine 5. Kolonne der “Russen” in Estland, Lettland und Litauen loslassen kann, um dann seine “Russen” schützen” kann? Kann Putin den Hilferufen der Südosseten und Abchasen widerstehen? – Zieht China daraus den Schluss, dass es sich lohnt, Taiwan anzugreifen? -Vom Ende her denken!

Frank 4. Mai 2022 - 7:54

Genau diese Fragen sollte man sich stellen!

Qi San 3. Mai 2022 - 16:12

Chruschtschow wurde damals von den Stalinisten abserviert. Er war ihnen einfach zu MENSCHLICH.

Er ließ die heute unter dem Namen Chruschtschowka bekannten Mietshäuser bauen um herrschende Wohnungsknappheit möglichst kostensparend (Plattenbau) und schnell zu beseitigen. Viele stehen heute noch und sind sehr beliebt.
Heute noch leben ca. 1,5 Millionen Menschen darin.

Nun sollen sie alle – PUTIN will es so – abgerissen werden, weil sie eben mit Chruschtschow verbunden werden.
Die Erinnerung an den verhassten MENSCHLICHEN Nikita Sergejewitsch soll getilgt werden.

Diesen ganzen Quatsch, dass Russland von dem Westen und der Nato bedrängt wurde ist doch pure russische
Propaganda. Lügenmärchen eines diktatorischen Stalin-Anhängers (auf dessen Geheiß rund 50 Millionen Menschen in
den Gulag geschickt (Tod durch Arbeit) oder gleich erschossen wurden, um die monatlichen willkürlichen festgelegen Todeslisten abzuarbeiten).

16 Jahre Merkel hat wohl wirklich ganz, ganz vielen in Deutschland das Gehirn weichgekocht.
Dieses ganze dumme pseudointellektuelle Verdrehen der Tatsachen widert nur noch an.

You’ll Never Walk Alone

Juhser 4. Mai 2022 - 1:01

Nikita mit dem menschlichen Antlitz…
KENNST du eine Chruschtschowka? Da willst du nicht wirklich wohnen!
In Mariupol, von Chujewer Komiker als blühende Stadt bezeichnet, sahen die schon vor 2014 aus wie nach einem Beschuss – 30 lange Jahre unter dem örtlichen Oligarchen Achmetow verwahrlost. Die Kleinrussen betteln nicht ohne Grund die ganze Welt an.

Streit-Kraft 3. Mai 2022 - 16:17

Alles wie gehabt: Äpfel essen für die Heimkehr der Krim, Frieren für die Ukraine… In Berlin sitzt ein Regime von spätgeborenen Eidbrüchigen, das seinen Untertanen ungehemmt die Folgen seiner (von der EUschi nach Kräften geschürten) Sanktionitis aufbürdet.
Den Kleinrussen sei gesagt: man schüttet Bewässerungskanäle zur Krim nicht zu, sondern handelt Wasserrechte aus. Aber das Benehmen des kleinrussischen Gesandten zeigt: wie der Herre, so das Gescherre.
Ihr seid schuld, wenn ich mir wehtue, sagte das Kind zu den Eltern und fasste auf die glühende Herdplatte.

Menschi Mensch 3. Mai 2022 - 16:20

Zugegebenermaßen… den Text habe ich nach dem Vergewaltigungsvergleich nur noch überflogen. Umso interessierter las ich im Gegenzug die Kommentare und manche davon können einen in Angst und Schrecken versetzen. Die Hetze gegen die Menschen, die Sich offenkundig gegen jede Kriegsbeteiligung aussprechen ist hier mehr als unerträglich. Selten habe ich den Begriff „Internetrambos“ zutreffender empfunden. Ein trauriges Abbild unserer Gesellschaft, in der spätestens letztes Jahr, die Ausgrenzung andersdenkender Menschen in der Mitte der Gesellschaft erneut angekommen zu sein scheint.

In diesem Sinne… sendet mehr Waffen für den Frieden und praktiziert den Geschlechtsverkehr vermehrt, im Namen der Jungfräulichkeit!

Qi San 3. Mai 2022 - 16:22

Putin benimmt sich wie ein Kind, dem ein Spielzeug weggenommen wurde.
Wie ein verwöhntes Einzelkind, dass immer nur schreit meins, meins, meins und will ich haben

Er ist ein größenwahnsinniger narzisstischer Psychopath und notorischer Lügner. Die deutschen Politiker
(Schröder, Merkel, Steinmeier & Co.) haben ihm auch noch die Füße geküsst um der Gewinnmaximierung willen.

Es musste immer nur auf die Befindlichkeiten des selbsternannten Zaren und den Interessen Russlands Rücksicht genommen werden. Ein fataler Fehler – nur um den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Jetzt zahlen wir alle die Zeche.

Niemand hat ihn eingekreist, niemand hat ihn bedroht – das ist nur seine absolutistische Propagandablase.
Leider gibt nur einen Weg zum Frieden in der Ukraine, Europa und dem ganzen Rest!

Putin und damit Russland braucht sein Waterloo.

Namaste

Qi San 3. Mai 2022 - 16:49

Sehr geehrter Herr Wolfgang Müller,

Noch abschließend ein paar Worte zu Ihrem Text.
Mit Abstand das Klügste, Beste und explizit Wahrhaftigste was ich zum Ukraine-Krieg bisher gelesen habe.
Vielen Dank für ihre aufrechte Haltung. Einfach nur DANKE!

Und an alle Putin-Versteher:

Wer Putin jetzt noch verteidigt und seine irrwitzigen Vernichtungskriege relativiert,
macht sich mitschuldig an seinen Gräueltaten.

Basta!

Jürgen 3. Mai 2022 - 19:31

Qi San
ES gibt hier niemanden. der Putin verteidigt, nur mal so zum Verständnis. Es geht einzig und allien um die Frage, wie lange die Schlächterei noch weitergehen soll? Die Ukrainer werden Russland nicjht besiegen können, es dei denn man gibt ihnen Atomwaffen. Halten Sie das für richtig? Die meisten Politiker und Journalisten denken nuir in Kriegsdimensionen, zehnrausende Todesopfer auf beiden Seiten werden billigend in Kauf genommen. Es muss anders gedacht werden und genau das ist der richtige Ansatz dieses offenen Briefes.

Jürgen 3. Mai 2022 - 21:44

Qi San
ES gibt hier niemanden. der Putin verteidigt, nur mal so zum Verständnis. Es geht einzig und allien um die Frage, wie lange die Schlächterei noch weitergehen soll? Die Ukrainer werden Russland nicjht besiegen können, es sei denn man gibt ihnen Atomwaffen. Halten Sie das für richtig? Die meisten Politiker und Journalisten denken nuir in Kriegsdimensionen, zehnrausende Todesopfer auf beiden Seiten werden billigend in Kauf genommen. Es muss anders gedacht werden und genau das ist der richtige Ansatz dieses offenen Briefes. Ich habe den Brief unterschrieben.

Qi San 4. Mai 2022 - 9:34

Wir sind in Deutschland.
Wo sonst.

Putin konnte nicht anders.
Er wurde gezwungen.
Durch eine humanitäre „Operation” die Ukraine
von dem bösen Nazi-Juden Wolodymyr Selenskyj
und seinen SS-Sturmtruppen zu befreien.
Dem imperialistischen Irrglauben an Freiheit,
Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.

Leider haben die Ukrainer* diese humanitäre „Operation” missverstanden und wehren sich.

Ich Zar Putin der Schlächter,
wirklicher und einziger rechtmäßiger Erbe Stalins,
Prophet der Russisch-Orthodoxe Kirche,
die rechte Hand des Teufels,
erkläre es euch anders.

Zerbombe eure Häuser.
Mache eure Infrastruktur den Erdboden gleich.
Lasse Morden und Vergewaltigen.

Nur um Euch auf den rechten Pfad zurückzuführen.
Denn ihr seid nur verwirrt.
Ihr bedürft nur meiner vorsorgenden und führend väterlichen Hand.
Denn ihr seid meine Kinder, die ich in die Wolfsgrube stoße.
Euch zu läutern.
Von der Sünde der Freiheit reinzuwaschen.
HEIL mir selbst!

……………………………………

Gott schütze die Ukraine!

Отче наш на Небесах! Нехай святиться твоє ім’я. Прийде Царство Твоє. Нехай буде воля Твоя на землі, як і на небі. Хліб наш насущний дай нам сьогодні. І прости нам наші гріхи як і ми прощаємо боржникам нашим. І не введи нас у спокусу, але визволи нас від лукавого. Бо Твоє є царство, і сила, і слава навіки.
Амінь.

Rico 3. Mai 2022 - 20:19

“Neunundneunzig Kriegsminister, Streichholz und Benzinkanister, Hielten sich für schlaue Leute, Witterten schon fette Beute, Riefen: “Krieg!” und wollten Macht” (Nena, 99 Luftballons)

Waffen verhindern keine Kriege, sie machen Kriege möglich.

Zynisch ist, dass wieder junge Männer in den Krieg für wessen Interessen auch immer gegeneinander aufgehetzt werden um für Volk und Vaterland zu sterben, Artjom gegen Artem, Dmytro gegen Dimitri, während sich die feinen Herrschaften feige in Ihren Bunkern verkriechen. Warum lassen sich die Herren Präsidenten, Generäle und CEO’s nicht mal selbst in einen Käfig sperren um Ihre geopolitischen Spielchen direkt auszutragen? Aber dazu sind sie viel zu feige und haben für die armen Schweine in den Schützengräben nicht mehr als Durchhalteparolen zu bieten. Kampf bis zum Sieg!

Zynisch ist, dass wir uns von unseren “Partnern” ausspielen lassen für die das alles, aus sicherer Entfernung betrachtet, nichts weiter ist als ein Scharmützel auf einem fernen Mond in einem Ihrer Weltraummärchen.

Zynisch ist, dass wir uns moralisch so wunderbar überlegen fühlen, das wir 2 Billionen Dollar im Jahr für Rüstung ausgeben können ohne uns zum Beispiel dafür zu schämen, das wir Jahr für Jahr ca. 400.000 Menschen, vor allem Kinder, an Malaria sterben lassen deren Ausrottung ganze 160 Milliarden kosten würde.

Zynisch ist, dass wir nichts aus unserer Vergangenheit gelernt haben und egoistische Gier immer noch über jeden Verstand siegt.

Die Definition von Wahnsinn ist, wieder und wieder und wieder das Gleiche zu tun und unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten. Krieg kennt nur ein Ergebnis, viel Leid und ein paar wenige Profiteure die mit jeder ergaunerten Milliarde unglücklicher werden, nichts weiter als bemitleidenswerte Kreaturen die ihrer erbärlichen Verzweiflung versinken wenn Sie realisieren das man, egal wie viele goldene Schüsseln der Palast auch hat, immer noch nur aus einem Anus stuhlt und Ihnen klar wird das sie sich durch nichts, aber auch gar nichts vom Rest unterscheiden mit dem einen Unterschied. Sie werden niemals glücklich sein.

Juhser 4. Mai 2022 - 0:54

Wenn Europäer sich die Schädel einschlagen, lacht einer sich schlapp – fernab von all dem Elend: der Nuschelgreis in Faschington.

Frank 4. Mai 2022 - 8:17

Ja Rico… wir leben alle in einer bösen Welt. Und wenn wir sehen, dass ein großer Böser, einen nicht so ganz so großen und nicht ganz so Bösen angreift, dann schauen wir zu und warten auf das Unvermeidliche, das dann ohne Unterstützung eintreten wird. Wir könnten zwar helfen, aber wir tuen nicht… ist nicht unser Krieg und wir wollen da auch nicht mit reingezogen werden. Diese Haltung finde ich zynisch!

Wir glaubten, wir hätten den Krieg (zumindest für Europa und dessen Nachbarn) besiegt. Ein Trugschluss!

Am 26. Dezember 1991 endete mit Gorbatschow der Kalte Krieg und in den folgenden 30 Jahren ließen wir es zu, dass uns Optimisten, Pazifisten und Gutgläubige davon überzeugten, dass ein einsatzfähiges Militär überflüssig und nicht mehr Zeitgemäß sei. Dummerweise ist die Welt immer noch böse. Und nur weil sich ein Wolf ein Schaffspelz überstreift, wird er dadurch nicht zu einem Schaf. Ich mache hier niemanden einen Vorwurf, dass er den Wolf nicht erkannt hat… obwohl es reichlich mahnende Stimmen gegeben hat. Aber ich mache allen einen Vorwurf, die jetzt immer noch glauben, die können einen Wolf dadurch domestizieren, indem sie ihm ab und zu erlauben, sich ein Schaf aus der Herde zu holen.

Mörtel&Kelle 3. Mai 2022 - 20:57

Vielen Dank für die Worte. Von mir nur Zustimmung.

Wolfgang 3. Mai 2022 - 21:30

Eine Welt voller Pazifisten wäre eine bessere Welt.
Eine Welt ohne Waffen wäre eine bessere Welt.
Solche Welt wäre das Ideal doch ist dies nur ein Traum.

Solange es die Stalins, Hitlers und Putins etc. auf der Welt gibt spielt es jedem Diktator in die Fäuste wenn man sich pazifistisch verhält.

Zur Zeit bedeutet dieser Pazifismus und “keine Waffen für die Ukraine aus Deutschland” nichts anderes als den Ukrainern und Ukrainerinnen beim verrecken, beim vergewaltigt werden, beim Verlust ihrer Heimat und dem Genozid an Ihnen feige und achselzuckend zusieht.

Wenn ich hier und da lese keine schweren Waffen von
Deutschen und so fiese Sätze wie “Waffen verlängern diesen Krieg nur” krieg ich das Kotzen.
Wie lange hätte Hitler wohl noch weiter Länder erobern und Menschen vernichten können wenn die Welt von aussen brav und pazifistisch zugesehen hätte.

Was macht Deutschland wohl wenn Putin nach der Ukraine zB. Polen etc. erobern will.
Erst wenn Deutschland angegriffen würde dann erhofft
man sich sicher Waffen die funktionieren und jegliche Militärische Hilfe von aussen.
Manchen scheint Menschenleben erst von Wert wenn es um das eigene geht.

Danke für Ihren Text 3. Mai 2022 - 22:50

Danke für Ihren Text!
Wissen Sie wie Jan Böhmermann mit solchen Kommentaren wie hier bei Ihnen umgeht: Er löscht alle Kommentare, die respektlos, herabwürdigend, niederträchtig, haßerfüllt sind. Da sich haßerfüllte Menschen viel häufiger äußern als ausgeglichene Menschen, kommt es immer zu einer krassen Schieflage. Und je mehr Hass geäußert wird, desto weniger trauen sich ausgeglichene Menschen aus der Deckung. Wie man an Ihrem Beispiel gut sehen kann: Mehr als 2000 Likes für den Text, aber ganz viel Haß und Niedertracht in den Kommentaren.

Juhser 4. Mai 2022 - 1:10

Man kann leider keine Dislikes vergeben –
selbst wenn Entsetzen geteilt werden soll, gibt es nur den Like-Knopf.
Außerdem gibt es wie bei jedem Thema viel zu viele Querfronten:
die Polen beispielsweise mögen die Kleinrussen schon deshalb, weil der Feind ihres Feindes ihr Freund ist – Muselmänner und Geschlechtsidentitäre mögen sie hingegen nicht – es ist eben nie alles Gute beisammen!

Toni R. 3. Mai 2022 - 23:16

Man könnte die ganze Affäre schnell und einfach beenden! Da es Putin ja wohl weniger auf die Menschen in der Ukraine ankommt, sollten wir EU-Europäer wirklichen Edelmut beweisen und die etwas über 4o Millionen Ukrainer bei uns aufnehmen! Warum sollen Menschen in Lebensgefahr, die nun schon 60 Tage mutig ihre Leben riskieren, sich wehren wenn Schwarze, Nuhr, Mey und Leidinger u. A. ihnen eine kleine Ecke in ihren Wohlbürger-Domizilen freimachen. Ja, Frau Schwarzer hat schon recht, lasst sie nicht ohne Hilfe leiden und krepieren! Wir zeigen ja auf, dass kein Krieg immer noch besser als dieser Krieg ist. Und den, so auch Frau Schwarzer, muss man sich doch auch mal leisten können! Tun wir doch gerne, ihr Ukrainer, wir senden gerne weisse Fahnen,die noch aus dem April 1945 stammen und den stark bewaffneten Amerikaner entgegen gestreckt waren! Und das in Aaachen der Kaiserstadt!

Anne 4. Mai 2022 - 1:04

Sehr geehrter Herr Müller,
ohne es zu wollen, ja sogar, ohne es zu merken, nennen Sie das wirkliche Problem beim Namen. Sie verraten damit, dass Sie die Grundüberzeugung des offenen Briefes eigentlich teilen und sich womöglich nur nicht trauen, selbst einen entsprechenden shitstorm zu riskieren. Unterwerfung unter die soziale Kontrolle statt Gedankenfreiheit.

“Wer die Lieferung schwerer Waffen zur reinen Landesverteidigung für Leib und Leben gegen einen übermächtigen Aggressor als Eskalation brandmarkt, hat jeden moralischen Kompass verloren. ” Entscheidend ist das Wort “übermächtig”.
Die Unterzeichner*Innen des Briefs und jeder Mensch, der Zahlen lesen und Landkarten vergleichen kann, sehen keine Chance für einen ukrainischen Sieg, angesichts des – eben – übermächtigen Aggressors. Auch nicht mit noch so vielen Waffen, die ja zudem, wie mittlerweile berichtet wird, oft genug in russische oder rechtsradikale Hände fallen, sofern sie nicht schon auf dem Lieferwege zerstört werden.
Für einen unerreichbaren Sieg Menschenleben zu opfern, verbrämt durch die romantisierende Behauptung, es sei für die Freiheit, halten wir für frevelhaft. Es kann ja in der Ukraine nur noch darum gehen, die unausweichliche Niederlage vielleicht etwas weniger verheerend gestalten zu können – oder eben alles noch schlimmer zu machen als es ohnehin schon ist.
Wer der Welt vorgaukelt, die Ukraine könne aus dem Desaster mit einem totalen (sic!) Sieg hervorgehen, tut der Welt und insbesondere der Ukraine einen schlechten Dienst. Solange auch die “freie” Welt, genau wie Putin, auf totalem Sieg besteht, kann es nur in einer Katastrophe enden, die nicht aus einem, sondern aus zahllosen Mariupols besteht.

Ja – wenn die Klügeren nachgeben, regieren die Dümmeren die Welt. Leider. Jedenfalls erstmal. Aber man könnte Zeit gewinnen. Mindestens. Und Leben retten. Vielleicht sogar in Berlin.

Die Sache mit dem Sterben für die Freiheit, das Sie ja hier so nonchalant als selbstverständliche Bürgerpflicht postulieren, wird übrigens perfiderweise so gut wie immer arbeitsteilig geregelt. Die einen definieren Freiheit, die anderen sterben. Wenn die Betroffenen dann mit einem Bauchschuss nach ihren Müttern schreien, wollen sie tatsächlich sterben, allerdings aus anderen Gründen. Freiheit und Heldenmut tauchen für sie und ihre Familien erst in der Traueranzeige auf.
Soviel zu Ihrem moralischen Kompass.

Wenn wir Pech haben, erleben wir nicht, wie die Geschichtsschreibung in 30 Jahren diese Situation und die statements der verschiedenen Seiten bewertet.
Wenn ich aber jetzt lese, was über die beiden vorangegangenen Weltkriege zu lesen ist und über die Entwicklungen, die zu ihnen geführt haben, habe ich gewisse Vorstellungen davon, wie sie aussehen würde, die Geschichtsschreibung im Jahr 2052.

Toni R. 4. Mai 2022 - 13:02

Frau Schwarzer, welch ein Teufel hatte sie da wohl geritten, hatte nach der Besetzung der Krim durch Russland, noch Herrn Putin attestiert, dass sie seine Handlungen nicht nur verstehe, sondern im Ganzen für absolut in Ordnung halte! Frau Schwarzer und ihr ganzer Schwarm von Folglingen, eigentlich nur Putinversteher?
St. Peterburg ist schön! Womöglich können einige dieser Putin-Fans eines schönen Tages unter Putins Führung mal ne Stadtrundfahrt genießen! Ja, Frau Schwarzer muss nur noch den Routenplan ausarbeiten! Nurso ne Ahnung! Und wenn Putin da ins Spiel kommt, hoffentlich nur als Rentner!

Juhser 4. Mai 2022 - 1:19

Wolfgang Müller kann sich gern in Kiew melden – es gibt dort Bataillone mit ausländischen Kämpfern – DAS wäre die letzte Konsequenz seiner langen Suada.
Warum sollen das andere für ihn tun???

Michael Voß 4. Mai 2022 - 4:48

Hallo Herr Müller,
ich teile ihre Meinung voll und ganz.
Als Pazifist wünsche ich mir eine Welt ohne Waffen.
(in diesen Jahren erst recht, mit dem Geld könnten wir locker das Klima retten.)
Als freiheitsliebender Realist sehe ich, dass ich meine Freiheit mit Waffengewalt verteidigen können muss, sonst verliere ich sie eines Tages und mitsamt meiner Existenz.

Daher bin ich für eine militärisch wehrhafte Demokratie und Gesellschaft. Denn Täter suchen Opfer, keine Gegner.

M. Voß

ecaep 4. Mai 2022 - 10:54

Wenn die Japaner am 7. Dez. 1941 nicht in putineskem Größenwahn Pearl Harbour überfallen hätten, und damit die bis dahin zögerliche, um „Neutralität“ bemühte US-Regierung zum Handeln, d.h. zum Eintritt in den Krieg gezwungen hätten, würden die hiesigen „Intellektuellen“ des Jahres 2022 gar nicht existieren. Es gäbe sie schlichtweg nicht. Weder wären sie „prominente“ Individuen geworden, noch hätten sie „intellektuell“ in irgendeiner Weise hervortreten dürfen. Ihre Leben wären schlichtweg anders verlaufen. Oder gar nicht. Denn eine demokratisch verfasste Gesellschaft, in der Freiheit, so wie wir sie kennen und für selbstverständlich halten, existierte, wäre reine UTOPIE geblieben.

Ohne die massive amerikanische Militär-Intervention in Europa hätten wir – insbesondere wir Deutschen – noch immer postfaschistische Verhältnisse. Oder wir lebten in einem weiteren der vielen Satelliten-Staaten von Stalins Gnaden. (Oder glauben Sie allen Ernstes die Deutschen und ihre nationalistischen Nachbarn hätten sich aus EIGENER Kraft befreit? Gewiß nicht!) Rechts- wie linksfaschistische Freiheitshasser hätten jedes demokratische Pflänzchen gnadenlos zertreten. (Wie das mit zeitgenössischen Mitteln geht, hat Russland jetzt 1a vorgeführt.) Nur der massiven us-amerikanischen Militär Invasion ab 1944 haben wir es zu verdanken, dass sich „der Westen“ als demokratisch verfaßt in Europa überhaupt etablieren konnte. Fragt heute jemand noch WER den Preis bezahlt hat für unsere demokratische Verfaßtheit? Existiert in den Köpfen der „pazifistischen“ Briefe-Unterzeichner auch nur ein Hauch Empathie, dann ist das Folgende leicht zu beantworten: warum haben Millionen us-amerikanischer Bürger ihre Kinder vor 80 Jahren in einen Krieg geschickt, der doch offenkundig nicht ihrer war? (Gewiß nicht, weil Roosevelt sie dazu gezwungen hätte …)

Von uns Deutschen – und von „Intellektuellen“ schon gar nicht – wird ja nicht einmal verlangt, dass sie sich physisch in Gefahr begeben. Wenigstens aber sollte „der Westen“, – der mit sich selbst so beschäftigt ist, dass er die Gründe warum es ihn seit 77 Jahren geben darf, vergisst -, sich nicht entblöden Anderen die Hilfe zu verweigern, die ihn selbst erst zu dem machte, was er ist: nämlich demokratisch verfaßt! Geschichtsvergessener kann man nicht sein! Pazifistische Gründe vorzuschützen um die eigene Feigheit zu legitimieren, ist ohnehin widerlich. Vollends unerträglich wird es aber, wenn mit moralischen Tremolo in der Stimme von den Ukrainern verlangt wird sich abschlachten lassen. Denn nichts anderes geschähe, hätte der ukrainische Widerstand keine schweren Waffen zur Gegenwehr. Damit empathielose, übersaturierte Wesen hier in Deutschland ihre „Ruhe“ haben (wie Tanja Maljartschuk treffend schreibt) und sich dabei einer fadenscheinigen Moral bedienen, die bestenfalls ihre eigenen Interessen bedient, ist an Zynismus nicht zu überbieten. Mit Pazifismus hat das nichts zu tun. Feigheit ist es. Und Angst. Sonst nichts.

„Das absolut Gute ist nicht der Frieden, sondern die Freiheit und die Gerechtigkeit. Und um sie zu verteidigen, muss man kämpfen.“ Das schreibt Wladimir Klitschko. Und er hat recht! – Ausgerechnet ein BOXER beweist mehr Würde und Empathie als unsere „Intellektuellen“. Ohje. –

Juhser 4. Mai 2022 - 12:35

Jedes Ding hat doch mindestens zwei Seiten – dank des Krieges können die Grünlinge ihre menschenverachtende Agenda mit verteuerbaren Energien nun beschleunigt durchpeitschen – und zur Überbrückung gibt es F(r)ucking Gas von den allerbesten Freunden in Katarrh und Amörriga.